Beitske Visser im Interview: “Ich hoffe, dass ich eines Tages in der DTM fahren kann.“

By   /  September 28, 2017  /  Comments Off on Beitske Visser im Interview: “Ich hoffe, dass ich eines Tages in der DTM fahren kann.“

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Beitske Visser im Interview: “Ich hoffe, dass ich eines Tages in der DTM fahren kann.“

München. Fünf vielversprechende Talente sind in der Saison
2017 Teil des BMW Motorsport Junior Programms. Sie alle stehen noch
am Anfang ihrer Karrieren, haben aber bereits einen interessanten
Werdegang hinter sich. Im Rahmen einer Interviewserie stellen wir
die einzelnen BMW Motorsport Junioren vor. Diesmal: Beitske Visser
(NED).

 
Visser ist die erste Frau, die den Sprung in das BMW Motorsport
Junior Programm geschafft hat. Sie fuhr in den vergangenen drei Jahren
in der Formula Renault 3.5 World Series, einer der am besten besetzten
Nachwuchsserien im Formelsport. 2013 war sie Mitglied im Junior Team
von BMW Motorsport Premium Partner Red Bull. In ihrer ersten Saison
als BMW Motorsport Junior sammelt Visser unter anderem im BMW M235i
Racing erste Erfahrungen auf der Nürburgring-Nordschleife (GER).

 

Beitske, wenn sich junge Mädchen mit Pferdestärken
beschäftigen, dann in der Regel im Reitsport. Warum hat es Sie in
den Motorsport verschlagen?
Beitske Visser: „Mein Vater ist in den Niederlanden Tourenwagenrennen
gefahren. Dann gab es mal ein 24-Stunden-Kartrennen, da war ich drei
Jahre alt. Ich habe ihn begleitet und dann kleine Karts dort stehen
sehen. Ab diesem Moment sagte ich ihm fast jeden Tag, dass ich auch
ein Kart haben und fahren möchte. Zu meinem fünften Geburtstag habe
ich endlich eins bekommen. Sofort habe ich meine Familie und Freunde
zu Hause stehen lassen und bin zur Kartbahn, um es zu fahren.“

 

Welche Bedeutung hat Ihr Vater sonst noch für Ihre Karriere?
Visser: „Als ich im Kartsport unterwegs und noch jünger war, hat er
mir als Mechaniker geholfen und ist mit mir zu den Rennen und oft zum
Testen gefahren. So hat er eine ziemlich große Rolle gespielt.“

 

Fragen Sie Ihren Vater manchmal um Rat?
Visser: „Als ich kleiner war, hat er mir alles beigebracht. Jetzt
versucht er, mir ein paar Empfehlungen für die richtigen
Entscheidungen zu geben.“

 

Ist es für eine Frau schwieriger, sich in den Nachwuchsserien
gegen die männliche Konkurrenz zu behaupten?
Visser: „Das habe ich ziemlich deutlich gespürt, als ich jünger war.
Im Kart haben mich einige Fahrer von der Strecke geschoben, weil sie
nicht gegen mich verlieren wollten. Als ich dann anfing, viele Rennen
zu gewinnen, haben sie angefangen, mich zu respektieren. Heute habe
ich damit keine Probleme mehr.“

 

Muss man immer besser sein, um richtig ernst genommen zu werden?
Visser: „Ich würde nicht unbedingt besser sagen. Man muss einfach
zeigen, dass man da ist, um zu gewinnen, und nicht einfach nur
mitfährt. Dann wird man auch respektiert.“

 

Haben Sie ein Vorbild im Motorsport?
Visser: „Nicht wirklich. Natürlich gibt es viele gute Fahrer, die ich
beobachte. Aber ich habe keinen bestimmten Fahrer, zu dem ich
aufschaue. Ich schaue einfach auf mich selbst.“

 

Sie waren schon einmal Mitglied im Förderprogramm von Red
Bull, als erste Frau. Wie war das und warum ist das zu Ende gegangen?
Visser: „Es war schon etwas Besonderes, Teil dieses Programms zu
sein, und eine sehr gute Chance für mich. Leider hatten wir in dem
Jahr einige Probleme und haben nicht die Ergebnisse geliefert, die wir
uns vorgestellt hatten. Deshalb wurde das nicht fortgesetzt. Aber ich
habe dort viel gelernt.“

 

Wie kam der Kontakt zu BMW zustande?
Visser: „Im vergangenen Jahr bin ich für Teo Martín in der Formel V8
3.5 gefahren. Das Team setzt auch BMW M6 GT3 Rennwagen ein. Anfang des
Jahres bekam ich einen Anruf von Dirk Adorf, ob ich an dem Shootout
der Junioren teilnehmen möchte.“

 

Und den haben Sie dann mit Bravour bestritten. Was bietet
Ihnen das BMW Motorsport Junior Programm?
Visser: „Sehr viel. In diesem ersten Jahr gab es ein großartiges
Trainingscamp, wir haben München besucht und machen den Permit für die
Nordschleife. Dafür sind wir schon in einigen Rennen mit dem BMW M235i
Racing unterwegs gewesen. In Spielberg durfte ich das BMW M3 GT2
Renntaxi fahren, hinzu kommt noch ein Einsatz im BMW M4 GT4. Das ist
schon ein guter Terminkalender.“

 

Wie ist das Verhältnis zu den anderen Junioren?
Visser: „Ich kenne Mikkel Jensen, Dennis Marschall und Joel Eriksson
aus der Zeit beim deutschen Motopark-Team. Ricky Collard hatte ich
auch schon mal getroffen, ehe wir uns beim Shootout in Miramas
wiedergesehen haben. Nico Menzel kenne ich noch nicht so gut, habe ihn
aber schon auf der Nordschleife gesehen. Wir sind eine ganz gute Truppe.“

 

Wie würden Sie Ihren Charakter in drei Stichworten
beschreiben – auf und neben der Rennstrecke?
Visser: „Ich denke, ich bin ziemlich fokussiert, entschlossen und ein
bisschen perfektionistisch.“

 

Was können Sie abgesehen vom Rennfahren am besten?
Visser: „In der Schule war ich in Mathematik ziemlich gut.“

 

Welches war ihr schönster Karriere-Moment und welches Ihr schlimmster?
Visser: „Mein schönster war mein erster Sieg in der Formel ADAC in
Zandvoort, einen Tag nach meinem heftigen Unfall, und außerdem der
Gewinn der Europameisterschaft im Kart. Schlimm war es, den WM-Titel
im Kart zu verlieren, als ich in Führung lag.“

 

Haben Sie ein festes Ziel für Ihre Karriere?
Visser: „Ich hoffe, dass ich eines Tages in der DTM fahren kann.“

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