Ende der Zuckermarkt-ordnung: Ab 1. Oktober beginnt eine neue Ära

By   /  September 29, 2017  /  Comments Off on Ende der Zuckermarkt-ordnung: Ab 1. Oktober beginnt eine neue Ära

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Ende der Zuckermarkt-ordnung: Ab 1. Oktober beginnt eine neue Ära

Mit
dem am 1. Oktober 2017 beginnenden Zuckerwirtschaftsjahr bricht für die
deutschen und europäischen Zuckerrübenanbauer eine neue Ära an. Nach knapp 50
Jahren läuft die bisherige Zuckermarktordnung aus, die durch die Zuckerquote
und die Rübenmindestpreise das Mengen- und Preisgefüge am Zuckermarkt wesentlich
bestimmte. Damit wird eine der letzten Marktordnungen als Element der
Agrarpolitik des vergangenen Jahrhunderts beendet und der europäische
Zuckermarkt liberalisiert. Die deutschen Zuckerrübenanbauer werden dann mehr
denn je im globalen Wettbewerb mit den großen Zuckererzeugern Brasilien und
Thailand stehen, aber auch mit den europäischen Rübenanbauregionen, erklärte
der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich der historischen Veränderung. Jetzt
gelte es, die richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu schaffen.
 
„Die
Zuckerrübenanbauer haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich lange und intensiv
auf diesen wichtigen Zeitpunkt vorbereitet“, sagte Bernhard Conzen,
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rübenbauerverbände und damit
Vertreter der rübenanbauenden Landwirte im DBV. Schließlich würden die über den
Sommer herangewachsenen und in diesen Tagen gerodeten Rüben schon unter den neuen
Bedingungen des freien Zuckermarktes verarbeitet und vermarktet werden. „Durch
Züchtungsfortschritte und verbesserte Anbau- sowie Erntebedingungen konnten wir
die Rübenerträge in den vergangenen Jahren nachhaltig steigern und die für die
Fruchtfolge wertvolle Zuckerrübe im Anbau erhalten“, so Conzen weiter. Dies
solle auch zukünftig so bleiben, weswegen die gesamte Branche erhebliche
Anstrengungen unternommen hat, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. „Mit
der Ausweitung der Anbaufläche stellen wir den Zuckerfabriken den Rohstoff für
eine längere Verarbeitungskampagne zur Verfügung. Das senkt die Kosten der
Zuckerproduktion“, erläuterte Conzen.
 
Den
gerade für den ländlichen Raum wichtigen wirtschaftlichen Beitrag können die
Zuckerrübenanbauer und ihre rübenverarbeitenden Fabriken jedoch nur dann auch
zukünftig leisten, wenn die neue Bundesregierung die richtigen
Rahmenbedingungen setzt. Die in bisher zehn Mitgliedstaaten der Europäischen
Union gewährten gekoppelten Direktzahlungen benachteiligen deutsche
rübenanbauende Betriebe im Wettbewerb mit den europäischen Nachbarn. Durch den
Wegfall der Zuckerquote als produktionsbeschränkende Maßnahme könnte es in den
Ländern mit gekoppelten Zahlungen zu einer Ausweitung der Produktionsflächen
kommen, was jedoch nicht den Vorgaben der EU-Kommission zur Gewährung dieser
gekoppelten Zahlungen entspricht. Die strikte Überprüfung des
Produktionsumfangs der Mitgliedstaaten mit gekoppelten Direktzahlungen und eine
Abschaffung dieser mit der nächsten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik gehören
daher zu den vordringlichen Anliegen der deutschen Zuckerrübenanbauer. Auch
außereuropäische Zuckererzeuger stützen die Erzeugung bzw. den Export von
Zucker, weswegen Zucker aus Deutschland in keinem fairen Wettbewerb mit Zucker
aus Brasilien oder Thailand steht. Die Aufrechterhaltung des Außenschutzes ist
daher essentiell für den deutschen Zuckerrübenanbau. Dies beinhaltet auch, dass
es in zukünftigen Freihandelsabkommen nicht zu weiteren Zugeständnissen hinsichtlich
der Einfuhr von Zucker kommen darf. Vielmehr ist Zucker unbedingt als sensibles
Produkt zu betrachten. Positiv ist aus Sicht der Zuckerrübenanbauer die mit dem
Ende der Zuckermarktordnung verbundene Aufhebung der von der
Welthandelsorganisation verhängten Exportbeschränkung. Zukünftig darf die
Europäische Union somit wieder unbeschränkt Zucker exportieren. Dies erfordert
nach Jahren der Exportrestriktionen allerdings die Erschließung neuer
Absatzmärkte.

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