Erntedank bietet Anlass für gesellschaftliche Reflexion über die heutige Landwirtschaft

By   /  September 29, 2017  /  Comments Off on Erntedank bietet Anlass für gesellschaftliche Reflexion über die heutige Landwirtschaft

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Erntedank bietet Anlass für gesellschaftliche Reflexion über die heutige Landwirtschaft

„Statt einfacher Wahrheiten brauchen wir tiefer gehende Diskussionen,
wie die Landwirtschaft in Zukunft nachhaltig, wettbewerbs- und leistungsfähig
sein kann.“ Dies heben in einer gemeinsamen Erklärung zum Erntedankfest (1. Oktober
2017) die ländlichen Organisationen beider christlicher Kirchen – der Evangelische
Dienst auf dem Lande (EDL) und die Katholische Landvolkbewegung (KLB) – mit dem
Deutschen LandFrauenverband (dlv) und dem Deutschen Bauernverband (DBV) hervor.

 
Die Frage, wie die landwirtschaftliche Zukunft in Deutschland und
Europa aussehen sollte, müsste von den Bauernfamilien mit der Gesellschaft und
der Politik gemeinsam entschieden werden. „Erntedank bietet Anlass für eine
solch breite Reflexion über Landwirtschaft“, heißt es in der Erklärung. Den
Diskurs über Veränderungen sollten Wissenschaftlichkeit und Folgenabschätzung
bestimmen ebenso wie Achtung vor der Schöpfung und ethische Grundsätze. Auf
dieser Grundlage müsse auch landwirtschaftliches Handeln selbstkritisch
hinterfragt werden. Es gelte offen zu sein für Wandel und Veränderungen. Die
Landwirtschaft benötige aber auch Zeit für notwendige Veränderungen. Ohne
Wirtschaftlichkeit könne kein Hof überleben.
 
Landwirtinnen und Landwirte übten ihren Beruf mit großer Verantwortung
und einem Blick auf die nächsten Generationen aus – in einer Welt, die sich
kontinuierlich verändere, betonen die Autoren der diesjährigen Erntedank-Erklärung.
Doch in öffentlichen Diskussionen über Veränderungen der modernen
Landwirtschaft würden immer wieder Wunschvorstellungen die Oberhand gewinnen. Schöpfungsbezogene
Themen wie Klimaschutz, Tierhaltung, Erhalt der Artenvielfalt, Flächenverbrauch
oder Bodenschutz könnten nur gemeinsam mit der Landwirtschaft in einem fairen und mit Sachverstand geführt Diskurs beraten
und entschieden werden, mahnen EDL, KLB,
dlv und DBV zum Erntedank 2017.
 
Auch fehlten in den öffentlichen Diskussionen gelegentlich Wertschätzung
und Anerkennung der von der Landwirtschaft erbrachten Leistungen sowie Respekt
gegenüber den Bauernfamilien. Als negatives Beispiel wird die öffentliche
Auseinandersetzung über Naturschutz in der Landwirtschaft und die
Nutztierhaltung genannt. EDL, KLB, dlv und DBV rufen anlässlich des
Erntedankfestes dazu auf, die gesellschaftlichen Regeln der Fairness, des
Respekts und den rechtlichen Grundsatz der Unschuldsvermutung in öffentlichen
Auseinandersetzungen einzuhalten. Gesetzesverstöße seitens einzelner Landwirte
oder Landwirtinnen seien ebenso konsequent zu ahnden wie zum Beispiel
Stalleinbrüche. Mediale Auseinandersetzungen, die offensichtlich nur darauf
abzielten, Bauernfamilien oder Verantwortliche in Politik und Verbänden
persönlich zu diffamieren, zerstörten die Basis für tragfähige Lösungen.
 
„Auch bei schlechten Ernten müssen unsere Verbraucherinnen und
Verbraucher nicht hungern. Das ist trotz aller Technisierung, Digitalisierung
und Innovation nicht selbstverständlich. An Erntedank sollte dies als Mahnung
verstanden werden, den Wert einer nachhaltigen Landwirtschaft zu schätzen“,
erklären EDL, KLB, dlv und DBV.

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