Erich Irlstorfer: “Das Schwimmen zu erlernen, ist keine Frage des Alters”

By   /  October 5, 2017  /  Comments Off on Erich Irlstorfer: “Das Schwimmen zu erlernen, ist keine Frage des Alters”

    Print       Email

MIL OSI – Source: CDU CSU –

Headline: Erich Irlstorfer: “Das Schwimmen zu erlernen, ist keine Frage des Alters”

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In diesen Tagen, in denen die Außentemperaturen mehr als 30 Grad erreichen, treibt es Jung und Alt zur Abkühlung ins kühle Nass. Ob das ein Voralpensee ist, die Nord- oder Ostsee,

(Claudia Roth [Augsburg] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Bodensee!)

ein Baggersee, ein Flussarm oder ein kommunal oder privat geführtes Schwimmbad, das ist, glaube ich, egal. An dieser Aufzählung wird deutlich, dass wir in Deutschland eine erfreulich große Vielfalt an Schwimmstätten haben.

Ich finde es interessant, dass ein gewisser Handlungsbedarf von allen Fraktionen nicht bestritten wird. Es freut mich, dass in dieser Diskussion auch der Spitzensport genannt wurde. Man sieht, dass sich der Spitzensport durchaus befruchtend auf den Breitensport auswirkt. Die Bedeutung von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sollten wir nicht unterschätzen.

Problematisch ist, dass prozentual gesehen immer weniger Menschen schwimmen können. Erlauben Sie mir dazu eine Bemerkung – das ist in einigen Reden schon angeklungen –: Ich glaube, wir können noch so viel in die Bildung, in Schulen, Kindergärten usw. investieren; wir dürfen dabei aber nicht das Elternhaus vergessen, das die Hauptverantwortung trägt.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Wenn man versucht, private Schwimmbäder dafür verantwortlich zu machen, dass weniger Kinder schwimmen können, dann springt man zu kurz, Herr Korte. Da hier versucht wurde, private Schwimmbäder zu verteufeln, möchte ich von meinen Erfahrungen aus meiner Zeit als Kommunalpolitiker berichten. Ich bin der Meinung, dass private Schwimmbäder unser Angebot an Schwimmstätten bereichern. Außerdem stellt sich oft gar nicht die Frage: privat oder kommunal? Die Frage lautet häufig: privat oder gar nicht, privat oder Schließung? Von daher bin ich froh, dass wir eine gesunde Mischung an Schwimmstätten haben.

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass sich das Verhalten der Nutzer geändert hat. Thermen, die der Erholung und dem Relaxen dienen, und auch Spaßbäder haben an Bedeutung gewonnen. Die tristen, öden Schwimmbahnen werden zwar benötigt, gerade auch mit Blick auf das Thema Wasserrettung und dergleichen; sie stellen aber keinen großen Anreiz dar, um ins Schwimmbad zu gehen und das Schwimmen zu erlernen. Insofern kann ein Überangebot auch kontraproduktiv sein.

Ich möchte unterstreichen, dass es meiner Ansicht nach nicht Hauptaufgabe des Deutschen Bundestages ist, in Aufgaben der Kommunen und der Länder einzugreifen. Das heißt nicht, dass man darüber in der nächsten Legislaturperiode nicht noch einmal diskutieren könnte, vielleicht auch sollte. Ich bin mir sicher, dass die Kollegen im Sportausschuss dieses Thema gerne aufnehmen und offen dafür sind. Mit Schuldzuweisungen würde ich aber vorsichtig sein.

Zum Abschluss möchte ich anmerken, dass man den Kindern keinen Vorwurf machen kann. Ich glaube, dass auch viele Erwachsene nicht schwimmen können. Man muss sagen: Das Schwimmen zu erlernen, ist keine Frage des Alters. Es gibt spezielle Kurse für Erwachsene. – Dass sich in diesem Bereich viele Ehrenamtliche einbringen und viel für das Schwimmen getan wird, ist gut. Ich bin froh, dass wir diese Organisationen haben. Wir sollten aber überlegen – in den Ländern –, ob wir das Erlernen des Schwimmens in Kindergärten und Grundschulen nicht wieder festigen und unterstützen sollten, und zwar nicht nur mit schönen Worten, sondern auch mit finanziellen Mitteln. In Bayern tun wir das. Dass aus dem bayerischen Haushalt jeder dritte Euro in die Bildung fließt, ist vorbildlich. Herr Korte, ich hoffe, dass das in den Bundesländern, in denen die Linke Verantwortung trägt, auch so ist.

Danke schön.

(Beifall bei der CDU/CSU)

    Print       Email

You might also like...

“Wir brauchen einen Zukunftshaushalt”

Read More →