Wirtschaftliche Stimmung der Landwirtschaft erhält Dämpfer

By   /  October 13, 2017  /  Comments Off on Wirtschaftliche Stimmung der Landwirtschaft erhält Dämpfer

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Wirtschaftliche Stimmung der Landwirtschaft erhält Dämpfer

Die wirtschaftliche Stimmung der
deutschen Landwirte hat sich im September 2017 gegenüber dem Juni dieses Jahres
wieder deutlich verschlechtert. Nach den neuesten Daten des Konjunkturbarometer
Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) haben sich besonders die
Zukunftserwartungen verschlechtert. Dagegen wird die aktuelle wirtschaftliche
Lage ähnlich beurteilt wie in der vorangegangenen Erhebung im Juni. Auch ist
die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte weiter angestiegen. Das
Niveau der Jahre vor der Preiskrise 2015/16 wird allerdings nicht erreicht.
 
Aktuell ist der Index des
Konjunkturbarometers Agrar gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus Juni 2017
von 31,4 Punkte auf 26,6 Punkte und damit in etwa auf den Stand von März (25,8
Punkte) gefallen. Grund dafür sind vor allem deutlich verschlechterte Zukunftserwartungen,
und zwar in allen Betriebsformen. Der aktuelle Indexwert bleibt damit deutlich
hinter den relativ hohen Werten aus der Zeit von 2011 bis 2014 zurück. In der
Spitze wurden seinerzeit 37,2 Punkte erreicht. Der Indexwert fasst die
Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an
die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.
 
32 Prozent der Landwirte wollen
in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es
entsprechend nur 21 Prozent. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen
liegt bei 5,2 Milliarden Euro. Das sind 2,4 Milliarden Euro mehr als ein Jahr
zuvor. Das relativ hohe Investitionsniveau in den Jahren 2013 und 2014 mit
einem geplanten Investitionsvolumen von entsprechend gut 6 Milliarden wird
damit aber nicht erreicht. Die wieder anziehende Investitionstätigkeit der
deutschen Landwirtschaft hat aus Sicht des DBV auch eine wichtige positive
Wirkung für die Wirtschaftskraft ländlicher Räume. Investitionen in eine
leistungsfähige Landwirtschaft sichern auch viele Arbeitsplätze in den vor- und
nachgelagerten Wirtschaftsbereichen.
 
Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen
in Höhe von 5,2 Milliarden Euro entfallen auf den Bereich Ställe und
Stalltechnik 3,1 Milliarden Euro (gegenüber Vorjahr plus 2,0 Milliarden Euro).
Mit 0,9 Milliarden Euro fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen im Jahresvergleich
ebenfalls höher aus. Investitionsvorhaben im Bereich Erneuerbare Energien bleiben
mit 1,0 Milliarden Euro im Jahresvergleich unverändert. Deutlich zugenommen
haben Investitionen in Landkauf und private Wohngebäude.
 
Auf der Notenskala von 1 bis 5
wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe
mit 3,03 bewertet. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation
erreicht mit 2,86 einen etwas besseren Wert. Gegenüber Juni fällt die
Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation im Durchschnitt aller
Betriebe nahezu unverändert aus. Unterschiede gibt es allerdings zwischen den
Betriebsformen. Während Ackerbau- und vor allem Veredlungsbetriebe eine
verschlechterte wirtschaftliche Situation beklagen, erholt sich die Lage in den
Milchviehbetrieben weiter. Die im Zeitvergleich relativ hohen Zukunftserwartungen
sind im September im Vergleich zum Juni in allen Betriebsformen deutlich zurückgegangen.
 
Die Agrarpreisentwicklung ist der
mit Abstand wichtigste Einflussfaktor für die Beurteilung der Situation in den
Betrieben. Insbesondere niedrigere Erzeugerpreise für Schweine sowie höhere
Betriebsmittelpreise für Düngemittel und Energie wirken sich aktuell negativ
auf die Stimmungslage aus. Die Ernte bleibt hinter den Erwartungen von Juni
zurück. Ein besonders belastender Einfluss geht nahezu unverändert von den
Pachtpreisen aus. Die nationale und die EU-Agrarpolitik werden im
Jahresvergleich allerdings wieder deutlich positiver beurteilt.
 
Das Konjunktur- und
Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA
Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer
repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im September 2017
befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte
und Lohnunternehmer in ganz Deutschland.

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