DSV fordert Sanierungprogramm für Schwimmhallen

By   /  October 17, 2017  /  Comments Off on DSV fordert Sanierungprogramm für Schwimmhallen

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MIL OSI – Source: DOSB –

Headline: DSV fordert Sanierungprogramm für Schwimmhallen

17.10.2017
Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) erwartet von den Verhandlungsführern der Koalitionsrunde. dass sie auch ein klares Zeichen für die Schwimmfähigkeit der in Deutschland lebenden Kinder setzen.

50 Prozent der Grundsschulkinder in Deutschland besitzen keine ausreichende Schwimmfähigkeit. Foto: picture-alliance

Dafür fordert der DSV von den Politikern, ein Sanierungs- und Neubauprogramm für ortsnahe Schwimmhallen zu vereinbaren.
„Die mangelnde Schwimmfähigkeit der in Deutschland lebenden Kinder ist dramatisch und alarmierend zugleich. Werden Grundschullehrer nach der Schwimmfähigkeit ihrer Schüler zum Ende der Grundschulzeit befragt, so wird der erschreckende Zustand offensichtlich, dass mehr als 50 Prozent dieser Kinder hier in Deutschland keine ausreichende Schwimmfähigkeit besitzen. Für ein Land, in dem Schwimmen als „Kulturgut“ bezeichnet wird, stellt der aktuelle Zustand eine verheerende Bilanz dar“, so DSV-Vizepräsident Wolfgang Hein.
Die Gründe hierfür sind neben dem Fehlen personeller Ressourcen und Kompetenzen in der Schulausbildung vor allem dem Trend des Bädersterbens – also dem ersatzlosen Schließen von funktionalen öffentlichen Bädern – geschuldet sowie dem Trend der Errichtung von Freizeit- und Spaßbädern, die aufgrund fehlender Funktionalität für den Schwimmunterricht ungeeignet sind.
Diese Entwicklungen der zurückliegenden beiden Jahrzehnte haben in sehr weiten Teilen Deutschlands Situationen geschaffen, in denen die Entfernungen zwischen Schulen und Schwimmbädern zu groß sind.. In diesen Gebieten kann kein oder nur ein sehr eingeschränkter Schulschwimmunterreicht stattfinden.
Insbesondere in ländlichen Räumen wurde in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Lehrschwimmhallen, die in den 70er Jahren mit den Schulzentren gemeinsam entstanden waren, geschlossen. Nach aktuellen Erhebungen des Deutschen Schwimm-Verbandes und anderer Organisationen beläuft sich die Anzahl der Schließungen in Deutschland für die letzten 15 Jahre auf ca. 800 bis 1.000 Bäder.
Für Wolfgang Hein ist dies inakzeptabel: „Wenn Schulen Fahrzeiten von 30 Minuten und mehr in Kauf nehmen müssen, um das nächste Schwimmbad zu erreichen, wird die zur Bewegung zur Verfügung stehende Zeit zur Farce. Die negativen Veränderungen einer einstmals funktionierenden deutschen Bäderlandschaft hin zu einem Teppich mit weißen Flecken gefährdet zunehmend die Sicherheit und Gesundheit der deutschen Gesellschaft.“
„Schwimmen ist ein Kulturgut“. Mit diesen Worten beschrieb Manfred von Richthofen im Jahr 2004 die Bedeutung des Schwimmens in Deutschland. Bäder, in denen geschwommen wird, sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft. In kaum einem anderen Lebensraum treffen Menschen unterschiedlichen Alters, beider Geschlechter, mit und ohne körperliche Einschränkungen, mit unterschiedlichen Hautfarben und differenten Religionen aufeinander. Ein Ort gesellschaftlichen Lebens und des sozialen Lernens.
Kognitive Fähigkeiten werden bereits vor der Geburt im Mutterleib gefördert. Daher kommt einer frühzeitigen Bewegungsförderung im Wasser eine große Bedeutung zu. Der Deutsche Schwimm-Verband und seine Mitgliedsorganisation fördern dies durch ihr vielfältiges Angebot in der Wassergewöhnung in Sportschwimmbädern und Lehrschwimmbecken. Wasser ist ein in jedem Lebensalter bewegendes Element!
Eine solide Schwimmausbildung in Verbindung mit geübter Bewegungssicherheit ist nach Auffassung des DSV Grundlage zur Vermeidung eines Ertrinkungstods und bietet über den gesamten Lebenszyklus hinweg Freude im Wasser sowie Gesundheit und Fitness für den Alltag. Hierzu sind ausreichend Wasserflächen den Vereinen und Schulen zur Verfügung zu stellen.
(Quelle: DSV)

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