BMW Technologie macht deutsche Bobs fit für Olympia.

By   /  October 18, 2017  /  Comments Off on BMW Technologie macht deutsche Bobs fit für Olympia.

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: BMW Technologie macht deutsche Bobs fit für Olympia.

Aerodynamik, Ergonomie, Strukturanalyse und Materialtechnik:
Technologiepartner BMW optimiert die Sportgeräte des Bob- und
Schlittenverbands für Deutschland (BSD).

Intensive Entwicklungsarbeit im Aerodynamischen- und
Energietechnischen Versuchszentrum der BMW Group.

Auf der Jagd nach den entscheidenden Hundertstel im Eiskanal
leistet der BMW Technologietransfer aus dem Automobilbau einen
wertvollen Beitrag.
 

München. Die Athletinnen und Athleten des Bob- und
Schlittenverbands für Deutschland (BSD) haben bei den Olympischen
Spielen im Februar 2018 in Pyeongchang (KOR) eine Rechnung offen.
Vor vier Jahren blieben die erfolgsverwöhnten Bobsportler ohne
Medaille. Bei den drei folgenden Weltmeisterschaften fand
Deutschland zurück in die Erfolgsspur und scheint für Olympia
gerüstet. An der Entwicklung der Sportgeräte war auch
BSD-Technologiepartner BMW beteiligt. In den Schlitten steckt jede
Menge BMW Ingenieurskompetenz: Aerodynamik, Ergonomie und Strukturanalyse.
Als langjähriger Premium- und Technologie-Partner des BSD unterstützt
BMW den Verband bei der Entwicklung und Optimierung der Schlitten. BMW
bringt seine umfangreiche Expertise aus dem Automobilbau ebenso ein
wie seine einzigartige Infrastruktur. Im Aerodynamischen
Versuchszentrum der BMW Group sowie im Umweltwindkanal kann der BSD
die Sportgeräte testen, optimieren und sich mit BMW
Aerodynamik-Experten austauschen. Wichtige Expertise liefert BMW zudem
bei der Karbon-Technik. Gerade im Bereich CFK
(kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff) verfügt BMW als erster
Automobilhersteller, der den Werkstoff Karbon in der
Großserienproduktion einsetzt, über ein einzigartiges Know-how.

Ergonomie und Materialtechnologie.
Bobs werden aus Karbon, einem Werkstoff, mit dem sich BMW bestens
auskennt, gefertigt: Nicht nur im Automobilbau und Motorsport sondern
auch beim America’s Cup, dem anspruchsvollsten Segelwettbewerb der
Welt, stellt BMW seine Fachkompetenz unter Beweis. So hat Thomas Hahn,
der den BMW Technologietransfer leitet, viele Jahre an der
Konstruktion der Hightech-Rennyachten des zweimaligen
America’s-Cup-Siegers ORACLE Team USA mitgearbeitet. Er kennt die
Herausforderungen und das Potenzial von Karbon. Der Luft- und
Raumfahrtingenieur unterstützt mit seinem Fachwissen den Bobbauer
Johannes Wallner, der die 2er- und 4er-Schlitten für die amtierenden
Weltmeister Bobteams Lochner und Friedrich fertigt.
„Wir haben den Bob zunächst vermessen, digitalisiert und per
Computer-Simulation optimiert“, erklärt Hahn. „ Für die Fertigung der
Prototypen haben wir mittels einer Präzisions-Fräse eine Negativform
hergestellt, die dann genutzt wird, um die Karbonfasern exakt in die
gewünschte Positionen zu bringen. Diese Präzisionsform garantiert uns,
dass Test-, Mess- und Renn-Ergebnisse nachvollziehbar und vergleichbar
sind. So lassen sich die gefertigten Schlitten identisch reproduzieren.“
Positionen der drei Anschieber erfordern unterschiedliche Qualitäten.
Auf der Zwei etwa ist mehr Kraft gefragt, auf der Vier mehr
Schnelligkeit und eine höhere Schrittfrequenz. Diese Position hat im
Vierer von Francesco Friedrich der ehemalige Zehnkämpfer Thorsten
Margis inne, der stattliche 1,92 Meter misst. Er braucht mehr Platz,
um sich möglichst flach im Bob zu positionieren und damit den
Luftwiderstand zu verringern. Hierfür musste seine Sitzpositionen
verändert werden.
Cheftrainer René Spies sagt: „Über den Sommer haben wir die
Wallner-Bobs für die Teams Friedrich und Lochner individuell
optimiert. Es wurden viele Ideen zur aerodynamischen Verbesserung am
Schlitten und bei den Sitzpositionen entwickelt und umgesetzt. Mit den
wertvollen Tests im BMW Windkanal konnten wir nun die positiven
Ergebnisse bestätigen und holen die letzten Hundertstel für unsere
Mission Gold heraus. Vielen Dank dafür an BMW.“
Hahn sagt: „Sitzpositionen zu verändern ist keineswegs so trivial,
wie man vermuten könnte. Solche Optimierungen verändern unter anderem
den Schwerpunkt und die Fahreigenschaften. Wir sind mit dem Ergebnis
aber sehr zufrieden. Den bestmöglichen Kompromiss zu identifizieren
und umzusetzen ist eine Herausforderung, die im Automobilbau jeden Tag
zu bewältigen ist.“

Aerodynamik.
Die Sitzpositionen der Athleten haben großen Einfluss auf die
Aerodynamik. Das straffe Reglement erlaubt nur sehr begrenzte Optionen
zur Optimierung der Schlitten. „Die aerodynamischen Verluste, die mit
Crew und Schlittenform zusammenhängen, müssen minimiert werden“, sagt
Lochner. „Um an dieser Stelle noch das letzte Quäntchen herauszuholen,
ist der Windkanal der BMW Group von unschätzbarem Wert. Wir müssen
jede Hundertstel, die wir irgendwo noch finden, zusammenkratzen, damit
wir auch bei den Olympischen Spielen wieder über Gold, Silber oder
Bronze jubeln können.“
Friedrich bestätigt das: „Vor allem im Vierer ist die Aerodynamik
sehr entscheidend. Der BMW Windkanal ist absolute High-tech. Hier
können wir innerhalb kürzester Zeit sehr viele Messungen machen und
verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, wie wahrscheinlich sonst
nirgendwo. Das ist einfach genial.“
Die hochentwickelte Infrastruktur des BMW Group Forschungs- und
Innovationszentrums (FIZ) in München, auf die der BSD zurückgreifen
kann, umfasst einen der größten und innovativsten Windkanäle der Welt.
Dieser ermöglicht Windgeschwindigkeiten bis 300 km/h. Zudem können
dort dank enormer Rechnerleistungen innerhalb kürzester Zeit
verschiedene Aerodynamikmodelle berechnet werden. „Die Bobs können wir
hier exakt so optimieren wie wir das auch bei unseren Fahrzeugen
machen“, sagt Holger Gau, BMW Experte für 3D Simulationsmethoden. „Wir
schauen uns Verwirbelungen an, analysieren Nachlaufgebiete und
versuchen durch geeignete Formänderungen – oder veränderte
Sitzpositionen – die Widerstände zu minimieren.“ Ein letzter Test vor
Olympia hat ergeben, dass die aerodynamischen Maßnahmen eine Reduktion
des Luftwiderstands um bis zu sechs Prozent erzielt haben. Theoretisch
macht dies die Schlitten pro Fahrt eine Zehntelsekunde schneller. Im
Vergleich zum Testlabor spielen jedoch im Eiskanal Faktoren wie
Wetter—und Bahnbedingungen sowie die Fahrlinie eine wesentliche Rolle.
Ähnlich wie im Fahrzeugentwicklungsprozess geschieht der Großteil der
Arbeit zunächst am Computer. Auch auf der virtuellen Seite ist die BMW
Group exzellent ausgestattet. „Wir nutzen leistungsstarke
Software-Tools, um die Kombination aus Bob und Mannschaft
aerodynamisch zu bewerten und virtuell zu optimieren. Die Überprüfung
und das Fein-Tuning finden dann im Windkanal statt“, erklärt Gau. Es
geht darum, die Vorteile der beiden Welten – digital und real-time im
Windkanal – optimal miteinander zu verzahnen.“
Die Möglichkeiten sind damit aber längst nicht erschöpft. Im
Energietechnischen Versuchszentrum (EVZ) der BMW Group können drei
thermische Windkanäle und zwei klimatisierte Kammerprüfstände Schnee,
Regen, Kälte, Hitze und sogar Höhe simulieren. Dieselben Anlagen, die
BMW Fahrzeuge unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen
effizienter machen, bieten den Wintersportlern für ihre Sportgeräte
kontrollierte Testbedingungen, die der Einsatzrealität im Eiskanal
entsprechen. BMW leistet hiermit einen weiteren Beitrag, die
Erfolgsgeschichte des BSD bei den Olympischen Spielen 2018 fortzuschreiben.

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