Präzision unterstützt das Fahrgefühl: BMW Motorsport Messtechnologie optimiert Ideallinie der Rennrodler.

By   /  October 18, 2017  /  Comments Off on Präzision unterstützt das Fahrgefühl: BMW Motorsport Messtechnologie optimiert Ideallinie der Rennrodler.

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Präzision unterstützt das Fahrgefühl: BMW Motorsport Messtechnologie optimiert Ideallinie der Rennrodler.

Mit Mess- und Analysetechnologie aus dem Motorsport werden
Abweichungen von der Ideallinie präzise analysiert.

Initiator und Junioren-Weltmeister Julian von Schleinitz
sowie Olympiasieger Felix Loch sammeln Daten bei rund 100 Testfahrten.
 

München. Sie ist das „Zauberwort“ für Erfolge im Rennsport, ob
auf Asphalt oder im Eiskanal: die Ideallinie. Vor gut einem Jahr
adaptierten BMW Motorsport Ingenieure modernste Mess- und
Analysetechnologie von der Rennstrecke für den Einsatz im
Schlittensport. Mit den seither erfassten Daten analysieren und
optimieren Rennrodler des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland
(BSD) ihre Fahrten mit hoher Präzision, um sich so optimal auf den
Eiskanal der Olympischen Anlagen in Pyeongchang (KOR) vorzubereiten.
Der Technologie-Transfer aus dem automobilen in den Rodel-Rennsport
umfasst eine Vielzahl an Sensoren, wie sie auch in den BMW
Motorsport-Fahrzeugen eingesetzt werden: Beschleunigungs-, Drehraten-
und Temperatursensoren helfen so dabei, die Fahrt genau zu
rekonstruieren. Dieses System ermöglicht es, verschiedene Läufe
miteinander zu vergleichen und in extrem hoher Auflösung zu
analysieren, da mehrere Messungen pro Sekunde aufgezeichnet werden.
Bisher standen im Rennrodeln dazu nur die Zwischenzeiten, das
subjektive Gefühl der Athleten und das erfahrene Auge der Trainer zur Verfügung.
Die Initiative geht auf Rennrodel-Juniorenweltmeister Julian von
Schleinitz zurück, der neben seiner aktiven Laufbahn als Athlet im
Sommer sein Master-Studium in Materialwissenschaft erfolgreich beendet
hat. Er erkannte das Potenzial und bat BMW Motorsport um Unterstützung
im Bereich der Messtechnik.
BMW Motorsport Ingenieur Sebastian Meyer hat das System in einen
Rennschlitten implementiert und gemeinsam mit von Schleinitz, dem
dreimaligen Olympiasieger und Weltmeister Felix Loch sowie
Rodeltrainer Georg Hackl getestet, weiterentwickelt und wertvolle
Daten gesammelt. „Felix und ich haben in diesem Jahr rund 100 Fahrten
mit dem System an Bord absolviert. Bis auf die Strecken in den USA und
in Sigulda haben wir alle Weltcup-Bahnen mit den Sensoren erfasst –
also auch Pyeongchang“, berichtet von Schleinitz. „Wir haben uns
insbesondere die Schlüsselstelle – Kurve 9 – sehr genau angesehen und
viele interessante Erkenntnisse gewonnen.“
Im Rennrodel-Sport ist es mit seinen enormen G-Kräften und
Geschwindigkeiten für die Athleten sehr schwierig, nach der
Zieleinfahrt die Fahrlinie exakt zu rekapitulieren. Die Messtechnik
hilft, das Gefühl zu verifizieren: Warum war die Fahrt schnell oder
langsam? Welche Linie war besonders gut? Wo sind vielleicht Fehler
passiert? In einem Sport, in dem Tausendstelsekunden über Gold, Silber
und Bronze entscheiden, ist jede Kleinigkeit von Bedeutung. Mit der
BMW Messtechnologie erhalten die Rennrodler detaillierte Informationen
über den Einfluss ihrer Anschub- und Steuerbewegungen auf die
Beschleunigung und Geschwindigkeit des Schlittens. Auch bei der Suche
nach der Ideallinie sowie bei der Berechnung der Eisreibung – die
physikalisch sehr komplex und bis heute noch nicht vollständig
verstanden ist – eröffnen sich somit viele neue Möglichkeiten.
„Dieses System ist ein objektiver Richter über die gesamte Fahrt und
gibt uns die Möglichkeit, den schmalen Grenzbereich genau zu
analysieren“, sagt von Schleinitz. „Wir können mehrere Fahrten von
Felix und mir vergleichen und sehen, welche diejenige war, die –
gewissermaßen zufällig – die Ideallinie getroffen hat, und wie sie
entstanden ist. Das sind ungemein wichtige Informationen, die wir so
in den vergangenen zwölf Monaten zusammengetragen haben.“
Ein weiterer Vorteil des von BMW Motorsport zur Verfügung gestellten
Systems: Wenn die Fahrlinie unter Kontrolle ist, können Materialtests
viel aussagekräftiger durchgeführt werden, weil der Effekt des
Materials nicht durch eine andere Linie verfälscht wird. Damit dies
alles möglich ist, hat von Schleinitz eine Software geschrieben, mit
der die Daten der Sensoren rodelspezifisch ausgelesen werden. Denn
nicht alles, was im Motorsport relevant ist, ist auch für die
Rennrodler von Nutzen – und umgekehrt.
Die Software hat von Schleinitz zusammen mit Meyer weiterentwickelt
und optimiert. Der BMW Motorsport Ingenieur meint: „Technologie in
eine andere Sportart zu transferieren, ist methodisch und analytisch
immer ein Erkenntnisgewinn für beide Seiten. Die neuen Erfahrungen
sind deshalb auch für unsere Arbeit im Motorsport nützlich.“

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