Der Bericht zeigt deutlich, dass Tourismuspolitik eines Zusammenwirkens aller politischer Ebenen bedarf

By   /  October 19, 2017  /  Comments Off on Der Bericht zeigt deutlich, dass Tourismuspolitik eines Zusammenwirkens aller politischer Ebenen bedarf

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MIL OSI – Source: CDU CSU –

Headline: Der Bericht zeigt deutlich, dass Tourismuspolitik eines Zusammenwirkens aller politischer Ebenen bedarf

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich bin in der nächsten Wahlperiode nicht mehr dabei, aber angesichts der Anzahl der Kolleginnen und Kollegen, die hier sitzen, würde ich mir wünschen, dass auch parlamentarisch deutlich sichtbar wird, wie wichtig Tourismuspolitik ist. Das wäre sehr schön.

(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Es ist wie immer so, dass diejenigen, die anwesend sind, sich das anhören müssen.

Ich freue mich, dass uns der Tourismuspolitische Bericht vorgelegt wurde. Danke schön! Er ist spannend, er ist hochinteressant, er ist informativ, er ist komplex, und er bietet eine ausgezeichnete Übersicht darüber, dass Tourismus ein Zusammenspiel, eine Vernetzung unendlich vielfältiger wichtiger Akteure ist. Das ist vielen, auch bei uns in der Politik, oftmals gar nicht so bewusst.

Der Tourismuspolitische Bericht zeigt deutlich, dass Tourismuspolitik eines Zusammenwirkens aller politischer Ebenen und auch der Bundesministerien bedarf. Die Akteure sind im Bericht aufgeführt; ich nenne jetzt nicht alle. Ich möchte mich aber bei all denen, die heute anwesend sind – das sind ja nicht viele –, ganz herzlich bedanken. Vielleicht sollte man die Bedeutung des Tourismus in Zukunft noch stärker herausarbeiten.

Tourismus ist eine Querschnittsaufgabe. Das spüren wir ganz deutlich. Bereits auf den ersten Seiten des Berichts wird deutlich – als Tourismuspolitiker und ‑politikerinnen wissen wir das aus zahlreichen Begegnungen auf allen Ebenen, auch mit ausländischen Kolleginnen und Kollegen –: Tourismus ist ein erfolgreicher dynamischer Wirtschaftssektor und -faktor. Liebe Kollegin Hiller-Ohm, ich denke, gerade weil dieser Sektor so ein dynamisches Kraftpaket ist, ist es auch gelungen, den Mindestlohn in diesem Bereich zu etablieren. Ich weiß nicht, ob es uns gelungen wäre, so stabil weiterzuarbeiten, wenn wir nicht die Kraft gehabt hätten, die Anhebung des Mindestlohnes aufzufangen. Davon bin ich überzeugt.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Das Kraftpaket Tourismus ist für die Bruttowertschöpfung und für die Beschäftigung enorm wichtig. Der Tourismus hat eine wuchtige – ich nenne es bewusst so – Schubkraft für unseren Mittelstand, für das Handwerk, für die Landwirtschaft, für die regionalen Erzeuger, für die Bauwirtschaft, für die Automobilindustrie, für den Flugzeugbau und vieles mehr. Das ist also ein ungeheures Potenzial, das er hat und das wir schöpfen und heben müssen. Es gilt auch in Zukunft, sich bewusst zu machen, was Tourismus bedeutet und welche Schubkraft er insbesondere für die von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägte Branche entwickelt.

Im Jahr 2016 – es wurde schon gesagt – konnte ein neuer Rekord bei den Übernachtungen verzeichnet werden. Es gab 11 Millionen mehr Gäste als 2015. Das ist gewaltig, insbesondere auch angesichts der Gesamtzahl. Das alles ist nicht gottgegeben, das wissen wir. Insgesamt ist eine klare Themen- und Zielgruppenfokussierung notwendig. Es ist wichtig, ganz klar herauszuarbeiten: Was ist für unsere Regionen entscheidend? Womit können wir die Schätze, die wir in Deutschland haben, heben und den Menschen zugänglich machen? Lassen Sie mich ein, zwei Beispiele nennen.

Der Boom im Städtetourismus hält an. Auch ein Trend in Richtung Wasserdestinationen an den Küsten und in den Seeregionen ist klar erkennbar. Schauen wir uns nur einmal Regensburg an: Die Stadt war schon immer berühmt und kann seit langem viele Besucher verzeichnen; aber seit der Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbeliste wird die Stadt förmlich überrannt. Das zeigt, dass die Entwicklung auch kippen kann. Auch da müssen wir etwas tun.

Ein besonderes Augenmerk gilt unseren ländlichen Regionen. Ich möchte erwähnen, dass die Koalitionsfraktionen unter Federführung der Union – ich sage das sehr selbstbewusst – ein Konzept für den Kulturtourismus im ländlichen Raum erarbeitet haben, um die ländlichen Regionen nachhaltiger zu stärken. Die Besonderheit dabei war, dass der Begriff „Kulturtourismus“ weit gefasst wurde, nämlich als Verbindung von klassischen Kulturangeboten mit gastronomischen Traditionen, mit dem historischen Bauerbe, mit dem Erleben von Landschaft, mit den Schätzen unserer Heimat und dem Können unserer Menschen. Ich fasse es zusammen: Es geht dabei einfach um Kulturgenuss. Die Bundesregierung hat die Idee dankenswerterweise aufgegriffen und umgesetzt. Ich halte das für gut. Ich denke, wir sollten uns wünschen, dass mehr entsprechende Pilotprojekte initiiert werden, vielleicht auch grenzübergreifende Projekte, also in die europäischen Nachbarregionen hinein. Als Beispiele nenne ich das Elsass und Südtirol. Man kann sich hier sicher manches denken, was sinnvoll wäre.

Wir sind gut aufgestellt für die kommenden Jahre. Mit dem Bauhaus-Jahr und dem Luther-Jahr haben wir viele gute Möglichkeiten, um für uns zu werben.

Die Tourismusbranche und die politische Tourismusarbeit stehen vor großen Herausforderungen. Das hat auch unsere Delegationsreise nach Madrid deutlich gezeigt, auch das Gespräch mit dem Generalsekretär der ­UNWTO, Taleb Rifai. Es war hochinteressant und spannend, mit ihm zu reden, gerade über das Thema Nachhaltigkeit im Tourismus. Das Thema Nachhaltigkeit ist wirklich in allen Bereichen aufzugreifen. Ich komme jetzt auf das Beispiel des boomenden Städtetourismus zurück: Dieser Tourismus stellt die Verantwortungen vor sehr große Herausforderungen. Dabei geht es um die Themen Sicherheit, Infrastruktur, Wohnungsübernachtungen, also Übernachtungen in Privatunterkünften, Umweltbelastungen und vieles mehr. Ich denke, das ist ein ganz wichtiger Punkt für die Zukunft.

Erwähnen möchte ich ganz kurz auch die barrierefreie Mobilität. Es sind variable Angebote erforderlich, um Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen das Reisen zu ermöglichen. Ebendiese unterschiedlichen, individuellen Angebote können äußerst interessant und wichtig sein für Familien mit Kindern, für die ältere Bevölkerung, im Grunde für uns alle.

Der Tourismuspolitische Bericht hat 76 Seiten. Es lohnt sich, ihn zu lesen. Man erfährt sehr deutlich: Tourismus ist keine Nebensache, sondern Tourismus ist das Topthema für die Politik. Das muss es auch in Zukunft sein.

Ich bedanke mich für die sehr konstruktive Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im Tourismusausschuss. Es machte Spaß, es machte Freude. Ich bedanke mich bei Ihnen, Frau Gleicke, ganz herzlich für die sehr angenehme Zusammenarbeit. Auch wenn wir beide uns oftmals gekabbelt haben, fand ich die Zusammenarbeit ganz toll. Ich glaube, es macht uns beiden Spaß, Politik so zu gestalten. Vielen Dank Ihnen und Ihrem Team für Ihre Arbeit!

An dieser Stelle danke ich auch der DZT. Die Auslandsvertretungen der DZT sind – das habe ich in Madrid erfahren dürfen, und auch unsere Ausschussvorsitzende hat das schon erwähnt – tolle Botschafter im Ausland für Deutschland.

Ich möchte schließen mit zwei Zitaten:

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.

Wilhelm Busch meinte – ich denke, das gilt für uns alle –:

Drum o Mensch, sei weise, pack die Koffer und verreise!

Danke schön.

(Beifall im ganzen Hause)

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