Marktstimmung: “Es muss etwas geschehen!”

By   /  October 19, 2017  /  Comments Off on Marktstimmung: “Es muss etwas geschehen!”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Marktstimmung: “Es muss etwas geschehen!”

Zusammenfassung

Die Zeit der ausgesprochen trägen Kursentwicklung des DAX hat sich auch in der vergangenen Woche fortgesetzt. Hierbei sticht heraus, dass sich trotz der überwiegend skeptischen Kommentierung in den Medien vor allem die Privatanleger, die sich mehrheitlich bereits seit Anfang September von ihrer bullishen Seite zeigen, sich trotz aller nachrichtlichen und kalendarischen Widrigkeiten vielfach über einen Gewinn des Börsenbarometers von 4 Prozent während dieses Zeitraums freuen können. Dass der vergleichsweise schläfrige Zustand des DAX nicht mehr lange anhalten kann, vermuten unterdessen die institutionellen Anleger, bei denen sich vor allem die Gruppe der neutral Gestimmten deutlich verändert hat.
18. Oktober 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Man muss wohl sehr viele Jahre in der Historie des DAX zurückgehen, um einen ähnlich trägen Markt, wie wir ihn während der vergangenen fünf Wochen erlebt haben, zu finden. Zwar hat der DAX in dieser Zeit 4 Prozent an Wert gewonnen, aber etwa die Hälfte dieses Gewinns wurde innerhalb von drei Handelstagen erwirtschaftet. Von den restlichen 21 Handelstagen in diesem Zeitraum wurden immerhin 70 Prozent nicht mit einem Tagesverlust beendet. Aber die Ausbeute von rund 13 DAX-Zählern pro Tag mag für manchen Marktteilnehmer nervenaufreibender als eine volatile Handelssitzung gewesen sein. Aber offensichtlich konnte dem Börsenbarometer keine negative Meldung etwas anhaben. Weder die unsichere Situation in Katalonien noch die stockenden Brexit-Verhandlungen – immerhin werden in beiden Fällen in Sachen Risiko Begriffe wie “nukleare Option” verwendet – und nicht einmal kolportierte Meldungen aus Nordkorea – an all das scheinen sich die Akteure bereits gewöhnt zu haben.
Dass die ausgeprägte Trägheit des DAX selbst den von uns wöchentlich befragten mittelfristig orientierten institutionellen Marktteilnehmern allmählich auf die Nerven geht, zeigt unsere heutige Stimmungserhebung. Dabei ist der Optimismus, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, im Vergleich zur Vorwoche um 7 Punkte auf einen Stand von +7 gestiegen, wobei sich an den bestehenden Long- und Short-Engagements auch angesichts der geringen Kursveränderungen im Wochenvergleich tatsächlich kaum etwas geändert hat. Fast die komplette Verschiebung der Stimmung geht auf das Konto bislang neutral eingestellter Marktteilnehmer. Der Anteil dieser Gruppe hat sich nämlich drastisch auf 13 Prozent aller Befragten und somit auf den niedrigsten Stand dieses Jahres reduziert. “Es muss etwas geschehen!”, mag sich so mancher Investor aus dieser Gruppe gedacht haben, der sich schließlich entweder auf die Bullen – oder aber auf die Bärenseite geschlagen hat. Die nun entstandene Polarisierung ging am Ende zugunsten der Optimisten aus, denn drei Viertel derjenigen, die nun eine deutliche Veränderung des DAX vorhersehen, wanderten zu den Optimisten.
Gelassene Privatanleger
Ganz anders stellt sich die Lage bei den privaten Anlegern dar. Deren Börse Frankfurt Sentiment-Index ist nämlich noch einmal um acht Punkte auf einen Stand von nunmehr +25 und damit auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Da in diesem Panel der Optimismus bereits in der vergangenen Woche relativ ausgeprägt war, ergaben sich im Vergleich zu den institutionellen Pendants naturgemäß andere Verschiebungen. Am auffälligsten hat sich das Bärenlager verändert, in dem einige Pessimisten das Handtuch geworfen haben. Interessant in diesem Zusammenhang: Gerade die Privatanleger, denen oft nachgesagt wird, sie hätten besonderen Respekt vor runden Zahlen wie dem 13.000er Niveau des DAX oder kalendarischen Zyklen – morgen jährt sich zum Beispiel der Crash des Jahres 1987 zum 30. Mal -, haben dem DAX die Stange gehalten.
Per Saldo hat sich an der Sentiment-technischen Situation des DAX nicht viel geändert. Dafür ist der Optimismus der institutionellen Investoren sowohl absolut als auch in der relativen Betrachtung auf Sicht von drei und sechs Monaten schlichtweg nicht hoch genug. Für einen großen Trend des DAX fehlt ohnehin eine wichtige Voraussetzung: große Schieflagen. Während so die ganz starke Triebfeder nach oben fehlt, wäre der DAX auf der anderen Seite im Falle einer kräftigeren Korrektur aber auch durch heimische Nachfrage auf niedrigerem Niveau ordentlich unterstützt.
Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von InvestorenDie Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt. Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.

Börse Frankfurt Sentiment-Index
Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutralTotal47%40%13%ggü. letzter Erhebung+10%+3%-13%DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.010 (+50 Punkte) Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +7 Punkte (Stand Vorwoche: +-0 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum
Private Anleger

BullishBearishNeutralTotal53%28%19%ggü. letzter Erhebung+2%-6%+4% DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.010 (+50 Punkte) Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +25 Punkte (Stand Vorwoche: +17 Punkte)

18. Oktober 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de
[embedded content]Über den Börse Frankfurt Sentiment-IndexÜber den Börse Frankfurt Sentiment-IndexDer Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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