Mikkel Jensen im Interview: „Ich war sehr glücklich, als sich BMW Motorsport bei mir gemeldet hat.“

By   /  October 20, 2017  /  Comments Off on Mikkel Jensen im Interview: „Ich war sehr glücklich, als sich BMW Motorsport bei mir gemeldet hat.“

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Mikkel Jensen im Interview: „Ich war sehr glücklich, als sich BMW Motorsport bei mir gemeldet hat.“

München. Fünf vielversprechende Talente sind in der Saison
2017 Teil des BMW Motorsport Junior Programms. Sie alle stehen noch
am Anfang ihrer Karrieren, haben aber bereits einen interessanten
Werdegang hinter sich. Im Rahmen einer Interviewserie stellen wir
die einzelnen BMW Motorsport Junioren vor. Diesmal: Mikkel Jensen
(DEN).

 
Mikkel Jensen überzeugte die Verantwortlichen von BMW Motorsport beim
Shootout potenzieller neuer Junioren für die Saison 2017 so sehr, dass
sie ihm auf Anhieb den Einsatz im BMW M6 GT3 zutrauten. Der Däne
erhielt in der Blancpain Endurance Series den Platz an der Seite von
Nico Menzel (GER) und dem dritten Fahrer Christian Krognes (NOR) bei
Walkenhorst Motorsport. Zudem sammelte er erste Erfahrungen auf der
Nürburgring-Nordschleife (GER). Jensen gewann 2014 den Titel im ADAC
Formel Masters und trat in den vergangenen beiden Jahren in der
europäischen Formel-3-Meisterschaft an. Am vergangenen Wochenende war
er beim DTM-Finale in Hockenheim (GER) vor Ort.

 

Mikkel, Sie haben sich in Ihrer Karriere jahrelang auf den
Formelsport konzentriert. Warum nun der Wechsel in den GT-Bereich?
Mikkel Jensen: „Im Prinzip war mir immer klar, dass dieser Wechsel
für mich eines Tages kommen würde, da ich nie das ganz große Budget
hatte, das man braucht, um im Formelsport ganz nach oben zu kommen. Es
war immer ein harter Kampf, das Geld für jede einzelne Saison zusammen
zu bekommen. Irgendwann habe ich dann keine Chance mehr gesehen, auch
weil ich teilweise gegen sechs oder sieben Junior-Fahrer eines
Formel-1-Teams antreten musste, die natürlich viel mehr gefördert
wurden als ich und ganz andere Möglichkeiten hatten. Dennoch blicke
ich gerne auf meine Jahre im Formelsport zurück, denn ich habe dort
sehr viel gelernt, von dem ich auch im GT-Sport profitieren kann.“

 

Welchen Stellenwert hat der Motorsport in Ihrer Heimat Dänemark?
Jensen: „Natürlich ist der Stellenwert nicht so hoch wie in
Deutschland, aber gemessen an der Größe des Landes kann sich die Zahl
der guten Rennfahrer, die aus Dänemark kommen, sehen lassen. In
Dänemark selbst finden zwar keine nennenswerten Rennen statt, aber
nationale Motorsport-Stars wie Tom Kristensen, Chris Nissen oder Jan
Magnussen unterstützen uns junge Fahrer bei der Planung unserer Karrieren.“

 

Haben Sie Vorbilder im Motorsport?
Jensen: „Generell habe ich keine Vorbilder, da ich denke, dass es
nicht diesen einen perfekten Fahrer gibt. Jeder hat seine ganz
besonderen Stärken, von denen ich als junger Fahrer versuche, mir
etwas abzuschauen. Sehr gute Fahrer sind für mich zum Beispiel Lewis
Hamilton und Fernando Alonso.“

 

Wie kam der Kontakt zu BMW zustande?
Jensen: „BMW Motorsport hat mich zum ersten Mal kontaktiert, als ich
2014 den Titel im ADAC Formula Masters gewonnen habe. Doch damals
stand schon fest, dass ich in die Formel 3 wechseln würde. Im
vergangenen Winter hatte ich dann Probleme, das Budget für diese
Saison zusammenzubekommen und war sehr glücklich, als sich BMW
Motorsport erneut bei mir gemeldet und mich zum Shootout in Miramas
eingeladen hat. Ich musste mich damals zwischen zwei Tests
entscheiden, die am gleichen Tag angesetzt waren. Zum Glück habe ich
mich für den Test mit BMW Motorsport entschieden.“

 

Sie konnten im Rahmen des BMW Motorsport Junior Programms
direkt im BMW M6 GT3 Rennen bestreiten. Eine große Herausforderung…
Jensen: „Das stimmt. Für Nico Menzel und mich als Fahrer und auch für
unser Team Walkenhorst Motorsport war die Blancpain GT Series völlig
neu. Es war hart, hat aber auf der anderen Seite auch unglaublich viel
Spaß gemacht. Ich habe sehr viel gelernt und freue mich darauf,
hoffentlich im kommenden Jahr wieder im BMW M6 GT3 Rennen fahren zu können.“

Was macht mehr Spaß: den BMW M6 GT3 fahren oder auf der
Nürburgring-Nordschleife unterwegs sein?
Jensen: „Ich mag die Nordschleife sehr, und es macht großen Spaß,
dort mit dem BMW M235i Racing ans Limit zu gehen. Doch der BMW M6 GT3
ist für mich als Rennfahrer das aufregendere Fahrzeug. Auch die
Detailarbeit mit den Ingenieuren und den Fahrerkollegen, die
Abstimmungsarbeit am Auto – all das, was hinter den Kulissen des
GT-Sports passiert, gefällt mir extrem gut.“

Das hat man an Ihrem Facebook-Post gemerkt, als der neue BMW
M8 GTE präsentiert wurde. Würden Sie dieses Fahrzeug gerne einmal testen?
Jensen: „Das ist auf jeden Fall eines meiner Ziele. Ich denke, der
GT-Sport hat eine gute Zukunft vor sich. Viele Hersteller treten dort
auf höchstem technischem und sportlichem Niveau gegeneinander an.
Irgendwann einmal im BMW M8 GTE in Le Mans an den Start zu gehen, wäre
für mich ein Traum.“

 

Wie ist das Verhältnis zu den anderen Junioren?
Jensen: „Ich kannte einige schon vorher aus anderen Rennserien, aber
wir haben uns einige Jahre nicht mehr getroffen. Gegen Beitske Visser
bin ich in meinem ersten Jahr im ADAC Formula Masters gefahren. Im
Jahr danach dann gegen Nico Menzel und Dennis Marschall. Nun treffen
wir uns alle als BMW Motorsport Junioren wieder. Das ist sehr
interessant, denn zum ersten Mal sind wir keine Gegner auf der Strecke
sondern arbeiten zusammen. Auf diese Art und Weise lernen wir uns ganz
neu kennen – und wir verstehen uns sehr gut.“

 

Wie würden Sie Ihren Charakter in drei Stichworten
beschreiben – auf und neben der Rennstrecke?
Jensen: „Ich bin ein Perfektionist. Bei allem, was ich tue, habe ich
diesen Anspruch. Hingabe an eine Aufgabe ist auch einer meiner
Charakterzüge. Beide hängen eng zusammen, denke ich. Außerdem bin ich
ein positiver Mensch.“

 

Was können Sie abgesehen vom Rennfahren am besten?
Jensen: „Ich war ein ziemlich guter Fußballer, bevor ich mit 15
Jahren angefangen habe, Kart zu fahren. Dann haben sich meine
Interessen in Richtung Motorsport verschoben.“

Auf welcher Position haben Sie gespielt?
Jensen: „Ich war Stürmer. Ich war schnell und hatte einen guten Torriecher.“

 

Welches war ihr schönster Karriere-Moment und welches Ihr schlimmster?
Jensen: „Der beste Moment ist leicht: Das war mein Titelgewinn im
ADAC Formula Masters in 2014. Dadurch sind die Verantwortlichen im
Motorsport auf mich aufmerksam geworden und ich habe Angebote bekommen
– unter anderem kam damals auch der erste Anruf von BMW Motorsport. Am
schlimmsten war 2016 mein letztes Jahr in der Formel 3. Die Ergebnisse
haben nicht gepasst, ich hatte Budgetprobleme – es lief einfach nichts
zusammen. Aber ich habe auch in diesem schwierigen Jahr viel gelernt.
Und ich hatte Glück, dass sich BMW Motorsport an meine guten
Leistungen aus den Jahren zuvor erinnert hat.“

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