Dennis Marschall im Interview: “BMW Motorsport ist unglaublich breit aufgestellt.“

By   /  October 27, 2017  /  Comments Off on Dennis Marschall im Interview: “BMW Motorsport ist unglaublich breit aufgestellt.“

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Dennis Marschall im Interview: “BMW Motorsport ist unglaublich breit aufgestellt.“

München. Sechs vielversprechende Talente sind in der Saison
2017 Teil des BMW Motorsport Junior Programms. Sie alle stehen noch
am Anfang ihrer Karrieren, haben aber bereits einen interessanten
Werdegang hinter sich. Im Rahmen einer Interviewserie stellen wir
die einzelnen BMW Motorsport Junioren vor. Diesmal: Dennis Marschall
(GER).

 
Der 21-jährige Dennis Marschall feierte seine ersten großen
Rennsport-Erfolge 2014 im ADAC Formel Masters, wo er drei Rennen
gewann und Platz sechs in der Gesamtwertung belegte. 2015 wechselte er
in den Tourenwagensport und trat im Audi Sport TT Cup im Rahmen der
DTM an. Dort machte er in zwei Saisons mit den Plätzen drei und zwei
in der Gesamtwertung auf sich aufmerksam. 2017 bestritt Marschall
seine Debütsaison im ADAC GT Masters. Zudem ist er Förderkandidat der
Deutsche Post Speed Academy, zu deren Jury unter anderem BMW
Motorsport Direktor Jens Marquardt und BMW DTM-Fahrer Timo Glock (GER)
zählen. Für BMW Motorsport war er im BMW M4 GT4 und im BMW M235i
Racing auf der Nürburgring-Nordschleife (GER) im Einsatz.

 

Dennis, Sie haben mit BMW Motorsport Junior Programm, ADAC GT
Masters und Deutsche Post Speed Academy eine stressige Saison hinter
sich, oder?
Dennis Marschall: „Das stimmt tatsächlich. Die Einsätze für BMW
Motorsport, die zahlreichen Workshops in der Speed Academy, die Rennen
und die Testfahrten im ADAC GT Masters: Das war schon alles ziemlich
stressig. Und dann habe ich ja auch noch nebenbei mein BWL-Studium in
Augsburg vorangetrieben. Mein Terminkalender ist also extrem voll.“

Muss man sich als junger Rennfahrer heutzutage so breit
aufstellen, um gute Chancen zu haben, es nach oben zu schaffen?
Marschall: „Ich glaube nicht, dass man unbedingt jeden Strohhalm
greifen sondern die Qualität der Angebote abwägen sollte. Die
Teilnahme am BMW Motorsport Junior Programm hat sich vom ersten Moment
an nach einer großen Chance angehört, die ich unbedingt ergreifen wollte.“

Welche Chancen bietet Ihnen das BMW Motorsport Junior Programm?
Marschall: „Das erste Jahr steht neben den Renn- und Testeinsätzen
zunächst einmal unter der Überschrift, ein Teil der BMW Familie zu
werden und das Unternehmen kennenzulernen. Allein dieser Schritt ist
aus meiner Sicht schon Gold wert. Dazu kommt das große Engagement auf
der Nürburgring-Nordschleife, das auch immer wichtiger wird. Generell
ist BMW Motorsport mit seinem Rennprogramm und dem Fahrzeug-Portfolio
unglaublich breit aufgestellt und hat hoffentlich entsprechend viele
Fahrerplätze zu vergeben.“

 

Wie kam der Kontakt zu BMW zustande?
Marschall: „Ich habe einen Anruf von Dirk Adorf erhalten, der mich
zum Shootout in Miramas eingeladen hat. Wie er auf mich gekommen ist,
weiß ich gar nicht genau. Eventuell hing es damit zusammen, dass ich
mit meinen guten Leistungen im Audi TT Cup im direkten Umfeld der DTM
auf mich aufmerksam machen konnte.“

Wie ist Ihr Verhältnis zu den anderen Junioren?
Marschall: „Das ist eine witzige Konstellation, denn mit Ausnahme von
Ricky Collard kannte ich alle BMW Motorsport Junioren schon vorher
ziemlich gut. Ich war ein Jahr lang Teamkollege von Joel Eriksson,
fuhr im Ex-Team von Beitske Visser und hatte 2014 Nico Menzel und
Mikkel Jensen als direkte Konkurrenten. Jetzt sind wir bei BMW ein
Team und unternehmen auch etwas zusammen, wenn wir uns treffen.“

Im Förderprogramm der Deutsche Post Speed Academy haben Sie
unter anderem mit BMW DTM-Fahrer Timo Glock zu tun…
Marschall: „Ja. Wir hatten in diesem Jahr einen Workshop auf
Mallorca, bei dem auch Timo vor Ort war. Er hat ein wenig aus dem
Nähkästchen geplaudert und uns einige wertvolle Tipps gegeben. Das war
ziemlich cool.“

 

Haben Sie Vorbilder im Motorsport?
Marschall: „Ich finde es schwierig, mir sportliche Vorbilder aus der
Formel 1 zu nehmen. Ich schaue eher auf den Charakter der Fahrer. Da
gefallen mir Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton am besten.“

 

Zu Ihren Kart-Zeiten sind Sie selbst gegen Max Verstappen
gefahren. Wie beobachten Sie als ehemaliger Gegner seine rasante Karriere?
Marschall: „Ich muss ehrlich zugeben, dass er im Kart einfach
schneller war als ich (lacht). Er ist ein Ausnahmetalent, das es
vollkommen verdient hat, so früh in der Formel 1 zu fahren. Und man
sieht ja auch, dass er dort mit den Besten mithalten kann. Damit habe
ich überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Ich bin dort, wo ich bin,
sehr zufrieden.“

Zusätzlich zum Rennsport arbeiten Sie im Rahmen Ihres Studiums
auch an einem Plan B für Ihre Karriere, richtig?
Marschall: „Das kann man so sagen. Schließlich kann ich heute nicht
sicher sagen, dass es mit meiner Karriere im Motorsport wirklich
klappt. Natürlich ist es weiterhin mein großer Traum, mit Rennfahren
mein Geld zu verdienen, aber ich habe Ende 2016 angefangen BWL zu
studieren, weil mir klar war, dass ich auch einen Plan B haben sollte.
Damals war ich noch kein Teil des BMW Motorsport Junior Programms.
Nun, da das geklappt hat, habe ich zwar mehr Stress als gedacht, aber
ich werde mein Studium trotzdem durchziehen.“

Wie sind Sie zum Motorsport gekommen?
Marschall: „Im Prinzip genauso wie Nico Menzel. Auch mein Vater war
Rennfahrer im Tourenwagensport. Durch ihn bin ich sehr früh mit dem
Motorsport in Kontakt gekommen, habe es selbst ausprobiert und mich
ganz gut geschlagen. Mein Vater hatte sogar ein paar Jahre sein
eigenes Team, das Team Marschall. Doch der Aufwand wurde irgendwann zu
groß, da er parallel meine Karriere gefördert hat, wofür ich ihm sehr
dankbar bin.“

Wie würden Sie Ihren Charakter in drei Stichworten
beschreiben – auf und neben der Rennstrecke?
Marschall: „Ich bin auf jeden Fall selbstkritisch, suche Fehler also
gerne zuerst bei mir. Hilfsbereit. Und vielseitig.“

 

Was können Sie abgesehen vom Rennfahren am besten?
Marschall: „Vor meinem Einstieg in den Motorsport habe ich Fußball
gespielt. Einige sagen, ich war gar nicht so schlecht (lacht). Ich war
rechter Verteidiger.“

Welches war ihr schönster Karriere-Moment und welches Ihr schlimmster?
Marschall: „Mein schönster Moment war tatsächlich, als ich für mich
erkannt habe, was für eine große Chance mir das BMW Motorsport Junior
Programm bietet. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Schlimmster
Moment war meine letzte Saison im Audi TT Cup, als ich meine Chancen
auf den Titelgewinn wenige Rennen vor Saisonende durch einen Unfall
eingebüßt habe.“

Welche Ziele haben Sie für Ihre Karriere?
Marschall: „Zunächst einmal konzentriere ich mich auf das Junior
Programm und hoffe, in den GT-Klassen so weit oben wie möglich
eingesetzt zu werden. Wo genau ich fahren werde, entscheidet natürlich
BMW Motorsport. Mittelfristig würde ich mich gerne im GT3-Segment
etablieren. Und wer weiß? Irgendwann bekomme ich vielleicht sogar
einmal die Chance, den BMW M8 GTE zu fahren.“

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