DGB: Rente mit 63 nicht abschaffen!

By   /  October 31, 2017  /  Comments Off on DGB: Rente mit 63 nicht abschaffen!

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MIL OSI – Source: DGB – Bundesvorstand –

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die SPD warnen die möglichen Jamaika-Koalitionäre vor der Abschaffung der Rente mit 63. “Wer die Rente mit 63 zurückdrehen will, ignoriert schlicht die Lebenswirklichkeit vieler Menschen”, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Montag. Auch SPD-Vize Manuela Schwesig wandte sich gegen die von CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn erhobene Forderung. Ein solcher Schritt wäre “ein großer Fehler”, mahnte sie.Es müsse mehr statt weniger Möglichkeiten für Beschäftigte geben, vor dem 67. Lebensjahr in Rente zu gehen, forderte Buntenbach. Viele Menschen erreichten schon heute nicht den regulären Rentenbeginn, etwa aufgrund arbeitsbedingter Belastungen, gesundheitlicher Einschränkungen oder fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere. “Diese Menschen fallen heute regelmäßig lange Jahre ins Hartz-IV-System, womit jahrzehntelange Arbeit entwertet wird.”Die Gewerkschafterin betonte zugleich, “dass nur mit einer gestärkten gesetzlichen Rente Armut im Alter für viele Menschen verhindert werden kann”. Der Sinkflug des Rentenniveaus müsse gestoppt werden, forderte Buntenbach. Wer für Erwerbsgeminderte und Witwen etwas tun wolle, “darf dies nicht zu Lasten von langjährig Versicherten tun, sondern muss zusätzliche Lösungen anbieten”.Spahn hatte in einem Interview mit der “Rheinischen Post” vom Montag ein Aus der Rente mit 63 gefordert. “Wir sollten diese Form der Frühverrentung auslaufen lassen und mit den eingesparten Milliarden lieber die Renten von Witwen oder Erwerbsgeminderten stärken”, sagte Spahn. “Die Rente mit 63 für langjährig Versicherte wird vor allem von männlichen Facharbeitern genutzt, die wir eigentlich noch brauchen.”Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Schwesig sagte am Montag dem SWR, die Forderung Spahns zeige, “wie die CDU heute tickt”. “Da ist mehr soziale Kälte als soziale Verantwortung zu spüren”, kritisierte die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.Unterstützung für seinen Vorstoß erhielt Spahn aus der Wirtschaft. Auch nach Ansicht des Direktors des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Michael Hüther, soll die Rente mit 63 “rückabgewickelt” werden. Mehr als 200.000 Arbeitskräfte hätten wegen der Rente mit 63 schon zu arbeiten aufgehört – alles gut verdienende Menschen mit mittlerer und höherer Bildung, sagte Hüther der Zeitung “Welt” vom Montag.Hüther forderte stattdessen von den Jamaika-Parteien, auch die Möglichkeit eines höheren Renteneintrittsalters offen zu halten. Es dürfe nicht ausgeschlossen werden, dass ab 2029 das Renteneintrittsalter weiter steigen könne, auch über das Alter von 67 Jahren hinaus. Dann bekäme Deutschland auch das Problem mit der Altersarmut in den Griff.Auf der Tagesordnung der Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen standen am Montag neben dem Bereich Bildung, Forschung und Digitales auch Beratungen über die Themen Arbeit, Soziales und Gesundheit sowie innere Sicherheit.

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