Auslandsaktien: US-Tech-Rallye geht weiter

By   /  November 3, 2017  /  Comments Off on Auslandsaktien: US-Tech-Rallye geht weiter

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Auslandsaktien: US-Tech-Rallye geht weiter

2. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es geht immer weiter nach oben: Am gestrigen Mittwoch erreichten Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 abermals historische Höchststände. Der DAX markierte mit 13.488,59 Punkten ebenfalls ein Rekordhoch, am Donnerstagmittag steht der deutsche Index bei 13.442 Zählern.

Der Nasdaq 100 ist in den vergangenen zwölf Monaten um 33 Prozent gestiegen, allein seit Jahresanfang sind es 28 Prozent. Die “FAANG”-Aktien, also Titel von Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google, gehören zu den großen Gewinnern in diesem Jahr. Facebook (WKN A1JWVX) kommt auf Sicht von zwölf Monaten mittlerweile auf ein Plus von 35 Prozent, Amazon (WKN 906866) auf 42 Prozent, Apple (WKN 865985) auf 43 Prozent, Netflix (WKN 552484) sogar auf 58 Prozent und Alphabet A (WKN A14Y6F) und Alphabet C (WKN A14Y6H) – ehemals Google – auf 26 bzw. 28 Prozent. Gute Quartalszahlen waren für den jüngsten Schub verantwortlich.

Marktführer Paypal

Steil nach oben ging es auch für den Bezahldienst Paypal. “Es läuft richtig gut für das Unternehmen”, bemerkt Walter Vorhauser von Oddo Seydler. Im dritten Quartal erhöhte sich der Umsatz um 21 Prozent auf 3,2 Milliarden US-Dollar, der Überschuss um 18 Prozent auf 380 Millionen US-Dollar. Außerdem wurden die Ziele für das Gesamtjahr hochgesetzt.

“Paypal hat mittlerweile 218 Millionen aktive Kunden”, berichtet der Händler. “In Deutschland liegt der Paypal-Marktanteil im Online-Handel jetzt schon bei 92 Prozent.” Die Aktie (WKN A14R7U) wird aktuell zu 62,60 Euro gehandelt, vor einem Jahr waren es 37 Euro. “Wir werden noch höhere Kurse sehen”, meint Vorhauser.

Nicht nur US-Werte profitieren Auch außerhalb der USA klingeln für viele Tech-Unternehmen derzeit die Kassen, etwa für den französischen Softwarehersteller Dassault Systèmes, bekannt für 3D-Design-Software. “Das Unternehmen ist auf Wachstumskurs, auch die Quartalszahlen waren gut”, stellt Roland Stadler von der Baader Bank fest. Die Aktie (WKN 901295) wird aktuell zu 92 Euro gehandelt, Ende 2016 waren es nur 71 Euro.
Vor allem in den vergangenen Wochen deutlich nach oben ging es für den japanischen Elektronikhersteller Alp Electric (WKN 856461). Nach weniger als 21 Euro Ende September kostet die Aktie jetzt 26,94 Euro. “Die Quartalszahlen waren sehr gut,” erklärt Stadler. Außerdem wurden die Prognosen nach oben angepasst. Das Unternehmen, Zulieferer unter anderem für Apple und chinesische Handyhersteller, erwartet einen Rekordnettogewinn für das Gesamtjahr.
Stadler Twitter: für Aktionäre enttäuschend

Twitter meldete für das abgelaufene Quartal zwar einen Umsatzrückgang um 4 Prozent und einen Verlust von gut 21 Millionen US-Dollar, Analysten hatten aber mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Die Aktie (WKN A1W6XZ) machte einen Satz nach oben und kostet an der Börse Frankfurt aktuell 17,78 US-Dollar. “Aktionäre, die schon lange dabei sind, sitzen aber auf großen Verlusten”, bemerkt Stadler. Twitter war im November 2013 an die Börse gegangen, der Ausgabepreis in New York lag bei 26 US-Dollar, 2014 waren es in der Spitze über 64 US-Dollar. Aktuell kostet die Aktie in New York nur noch 20,60 US-Dollar.

Tesla: schon wieder rote Zahlen Eher skeptisch ist Vorhauser gegenüber Tesla. Der Elektroautobauer blieb mit seinen Quartalszahlen, die gestern nach US-Börsenschluss veröffentlicht wurden, abermals hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz stieg zwar um 30 Prozent auf 3 Milliarden US-Dollar. Tesla erwirtschaftete im dritten Quartal aber abermals einen Verlust – und der fiel mit 610 Millionen US-Dollar auch noch so hoch aus wie noch nie in einem Quartal.
“Tesla bekommt die Probleme bei der Produktion des Mittelklassewagens Model 3 nicht in den Griff”, stellt Vorhauser fest. Statt im Dezember sollen nun erst drei Monate später die versprochenen 5.000 Fahrzeuge pro Woche vom Band gehen. “Mit dem Model 3 wurden hohe Erwartungen verknüpft, da dieses mit 35.000 US-Dollar deutlich günstiger ist als die anderen Tesla-Modelle”. Diese Erwartungen seien nun erneut enttäuscht worden. Anleger reagieren verschnupft, die Aktie (WKN A1CX3T) verliert heute rund 8 Prozent auf 260,20 Euro. Im Hoch im Juni waren es noch 346,65 Euro. “Die Risiken überwiegen”, meint Vorhauser. “Die Produktionsprobleme werden sich weiter negativ auswirken.”

Vorhauser 

Noch Luft nach oben?

Nasdaq 100-Spitzenreiter auf Zwölfmonatssicht ist übrigens der Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen Nvidia (WKN 918422) mit 186 Prozent. Weit oben stehen auch der Hersteller von Anlagen für die Halbleiterindustrie Lam Research (WKN 869686) mit 116 Prozent sowie der Halbleiterhersteller Micron Technology (WKN 869020) mit 137 Prozent.

Die meisten Analysten rechnen mit weiter steigenden Kursen für die Technologieaktien. Auch Vorhauer erwartet durchaus noch weitere Kurssteigerungen. “Die Liquidität ist da, wirklich an der Zinsschraube gedreht wird noch nicht, daher spricht weiter viel für Aktien.” In Europa sieht er aber noch mehr Chancen als in den USA – besonders für die südeuropäischen Länder, aber auch für den DAX.
Übrigens: Noch bis Ende November handeln Kunden der Comdirect große US-amerikanische Aktien für 7.90 Euro pauschal, Details dazu stehen auf boerse-frankfurt.de/aktionen.
von: Anna-Maria Borse

2. November 2017, © Deutsche Börse AG

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