Baader Bond Markets: “Reformationstag “Light” à la Draghi”

By   /  November 3, 2017  /  Comments Off on Baader Bond Markets: “Reformationstag “Light” à la Draghi”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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2. November 2017. MÜNCHEN (Baader Bank).In dieser Woche wurde erstmals der Reformationstag bundesweit als Feiertag begangen – und zwar zu Ehren Martin Luthers, der vor 500 Jahren, am 31. Oktober, seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll. Im Vergleich dazu hat EZB-Präsident Mario Draghi am vergangenen Donnerstag nur eine Mini-Reform initiiert und somit sicherlich nicht den Grundstein für einen neuerlichen Reformationstag gelegt. Zu unspektakulär waren seine Ankündigungen bezüglich der künftigen Geldpolitik der von ihm geführten Europäischen Zentralbank (EZB).
Die von ihm verkündeten Beschlüsse bedeuten zumindest den Einstieg in den Ausstieg, der jedoch mit einer Reihe von Entscheidungen zeitlich nach hinten verschoben wurde. Es besteht zwar kein Anlass auf die Echternacher Spring-Prozession zu verweisen, denn man beschreitet nun endlich den Pfad der Normalisierung. Aber das Tempo wurde deutlich gedrosselt, wodurch man das Ziel erst viel später wird erreichen können. Das im Volumen halbierte Ankaufprogramm wurde zwar vorerst bis September 2018 terminiert, jedoch wird uns das Thema spätestens dann erneut beschäftigen. Auch die Tatsache, dass die Reinvestitionen auf der Pressekonferenz so eingehend erläutert wurden und ab 6. November sogar gesonderte Mitteilungen wert sind, macht die Brisanz dieser Thematik mehr als deutlich. Der Wiederanlage kommt also zukünftig ein besonderes Gewicht zu, und dies kann sogar zu noch stärkeren Abweichungen vom Kapitalschlüssel führen. Darüber hinaus sollen die Kaufvolumina in den privaten Teilen des Kaufprogramms beträchtlich bleiben, was wiederum die Folge der bereits ausgereizten Mengenbegrenzung bei Staatsanleihen sein dürfte. Der Beschluss des sehr sanften Ausstiegs erinnert somit doch sehr stark an das Motto: “Wasch mich, aber mach mich nicht nass”.
In diesem Zusammenhang verweist der EZB-Präsident stets auf die noch zu geringe wirtschaftliche Dynamik in der Eurozone und die daraus resultierende Notwendigkeit der geldpolitischen Unterstützung. Die aktuell – aus Sicht der Notenbanker – weiterhin zu geringe Inflation in der Eurozone ist ein anderes Argument für die taubenhaften Töne seitens der EZB-Verantwortlichen. Die große Mehrheit im EZB-Rat scheint diese Meinung zu teilen und hat sich entschlossen, das QE-Ende offen zu halten. Gleichzeit wurde auch betont, dass die Zinsen erst dann steigen werden, wenn die Ankäufe beendet wurden. Da an den Finanzmärkten nicht mit einem abrupten Ende in 2018 gerechnet wird, ist das ein eindeutiges Indiz für eine Niedrigzinspolitik, die uns auch ins Jahr 2019 und eventuell noch über das Ende der Amtszeit von Super Mario hinaus (31.10.2019) begleiten wird.
Spanische Bonds kriegen die Kurve

Nach den politischen Turbulenzen erinnern sich Anleger offenbar wieder an Spaniens Wirtschaftswachstum und seine Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt. Und sie haben sich bewusstgemacht, dass die Ratingagenturen seit September Portugal und Italien besser benoten. Das nimmt insgesamt Druck von südeuropäischen Bonds und die schwindende Furcht vor einem Zerfall Spaniens hat dem dortigen Kapitalmarkt zusätzlich Auftrieb gegeben.

Nachdem die Rendite der 10-jährigen spanische Staatsanleihen (A19KVL) noch infolge der Unabhängigkeitserklärung für Katalonien von 1,52 Prozent auf 1,57 Prozent gestiegen war, hat sich der Markt inzwischen wieder beruhigt. Am Mittwoch rentierte dieser Bond sogar wieder bei 1,46 Prozent. Aber nicht nur spanische Staatsanleihen haben sich wieder gefangen, sondern auch an der Aktienbörse stieg der spanische Leitindex am Montag im Anschluss an eine Großdemonstration in Barcelona für die Einheit Spaniens um 1,5 Prozent, während der Bankenindex sogar 2,2 Prozent gewann. Beide Indices konnten dieses Niveau anschließend halten und sogar noch leicht hinzugewinnen. “Auftrieb an den Kapitalmärkten.”  Denn an den Kapitalmärkten ist man wieder zuversichtlicher, was die weitere Entwicklung in Spanien angeht. Zeigen die Proteste doch, dass es durchaus ernst zu nehmende Kräfte in Katalonien gibt, die für die Einheit Spaniens eintreten. Spaniens Regierungschef Rajoy plant für den 21. Dezember Neuwahlen in Katalonien und jüngsten Umfragen zufolge würden die Separatisten dann ihre bisherige Mehrheit im Regionalparlament verlieren.”Katalonien vor Neuwahlen.”  

Inzwischen sind bekanntlich der angeklagte Ex-Regionalpräsident von Katalonien, Carles Puigdemont, und weitere führende Politiker vom spanischen Gerichtshof vorgeladen worden. Die 14 Angeklagten müssten zudem binnen drei Tagen den Betrag von 6,2 Mio. Euro hinterlegen, was den geschätzten Kosten des für illegal erklärten Unabhängigkeitsreferendums vom 1. Oktober entspricht. Puigdemont hat sich mit mehreren anderen ehemaligen Regionalministern nach Belgien abgesetzt und ist nach den Worten seines Anwalts nicht bereit, nach Spanien zu reisen, sondern steht lediglich in Belgien für eine Befragung zur Verfügung.”Puigdemont muss vor Gericht.”  

Auf Yellen-Kurs ohne Yellen
Janet Yellen ist offenbar aus dem Rennen. Wie US-Medien berichten, ist die Entscheidung, wer die US-Notenbank (Fed) ab dem nächsten Februar führen wird, bereits gefallen. Demnach wird D. T., der Unberechenbare, den Vertrag der bisherigen Notenbank-Chefin nicht verlängern und die Entscheidung am Donnerstagnachmittag bekanntgeben. Als wahrscheinlichster Nachfolger an der Fed-Spitze gilt inzwischen Jerome Powell, der bereits seit 2012 im Gouverneursrat der Fed sitzt, dem obersten Gremium der Bank. Bisher hat Powell sämtliche Entscheidungen von Präsidentin Yellen mitgetragen und würde somit für Kontinuität in der Zinspolitik stehen. Das dürfte auch einer der Hauptgründe dafür sein, dass Donald Trump an Powell Gefallen findet. Will doch der US-Präsident auf keinen Fall die Börsen verschrecken, wo Yellen große Anerkennung genießt. Ein Kurswechsel in der Geldpolitik würde vermutlich für Unruhe sorgen und damit zu Kursverlusten führen. Das will Trump sicherlich vermeiden. Mit der Wahl von Powell würde die Fed also auf Yellen-Kurs bleiben, nur eben ohne Yellen. Bei der gestrigen Fed-Sitzung wurde keine Änderung der Leitzinsen beschlossen und zugleich mit dem Hinweis auf ein solides Wirtschaftswachstum und eine gute Lage am Arbeitsmarkt die Grundlage für eine Zinserhöhung im Dezember – zumindest verbal – geschaffen.”Powell soll offenbar künftig die Fed führen.”  

Eine Nichtverlängerung des Postens an der Fed-Spitze hat es in der neueren Geschichte der Notenbank zwar nicht gegeben, aber wenn es so kommen sollte, würde dies nicht an der allseits anerkannten Yellen liegen, sondern eher an dem Umstand, dass Trump hier eine eigene Duftmarke setzen will. Denn Handlungsfähigkeit will der Präsident auf jeden Fall zeigen, nicht nur aufgrund seines ausgeprägten Egos, sondern auch wegen seiner schlechten Zwischenbilanz. Obwohl die republikanische Partei über die Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügt, kann Trump bisher keine nennenswerten Erfolge vorweisen. “Trump will Duftmarke setzen.”  

Daher kann die immer wieder avisierte große Steuerreform schon entscheidend für die Bilanz seiner Legislaturperiode werden. Hierzu wurde die Vorlage eines detaillierten Konzepts in den letzten Wochen immer wieder verschoben und jetzt final für den heutigen Donnerstag angekündigt. Im Kern soll das Steuersystem einfacher, gerechter und verständlicher werden, wogegen sicherlich nichts spricht. Besonders profitieren sollen die einfachen Arbeiter, kleinere Unternehmen und mittlere Einkommensschichten.

Jedoch ist die Regierung vorerst ein Konzept für eine solide Gegenfinanzierung schuldig geblieben. Zumal nach den bisher bekannten rudimentären Eckpunkten die Reform mit mehr als zwei Billionen Dollar in den nächsten zehn Jahren zu Buche schlagen dürfte. Im schlimmsten Fall würde dies aber bedeuten, dass die Staatsverschuldung, deren Anteil ohnehin schon 115 Prozent der Wirtschaftsleistung beträgt, weiter ansteigen würde.”Konzept für Gegenfinanzierung der Steuerreform ist die Regierung bisher schuldig geblieben.”  

Steht Italien vor seinem Comeback?
Die Botschaft hört man gern, allein man glaubt nicht gleich daran. Italien habe die Trendwende geschafft, hieß es dieser Tage aus Rom. Die gefährliche Mischung aus hohen Schulden, grassierender Arbeitslosigkeit und schwachem Wachstum ist demnach überwunden. Italien sei wieder auf Wachstumskurs. Davon ist Yoram Gutgeld überzeugt, der als einer der wichtigsten Wirtschaftsberater des früheren Premiers Matteo Renzi und des aktuellen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni gilt.”Wichtiger Wirtschaftsberater der Regierung sieht das Land auf Wachstumskurs.”  

Die Regierung in Rom habe unter Renzi mit einer Kombination aus Arbeitsmarktreform, niedrigeren Steuern und Bürokratieabbau das Steuer herumgerissen, so Gutgeld. Das Exportwachstum Italiens liege mit einer Rate von 5 Prozent über dem von Deutschland. Sogar die Jugendarbeitslosigkeit habe man von 40 Prozent auf 35 Prozent drücken können. Doch damit nicht genug. Das Land hat nach Lesart von Gutgeld auch seine bisher als ineffizient geltende Bürokratie in den Griff bekommen. Nirgendwo sonst in Europa seien die Kosten der Regierung so günstig. Während die Italiener nicht einmal 19 Prozent der Wirtschaftsleistung für den öffentlichen Dienst ausgeben würden, seien es in anderen Ländern deutlich mehr.

Auch Standard & Poor’s erkennt Reformerfolge.Gestützt werden Gutgelds Thesen von der Ratingagentur Standard & Poor’s, die vergangene Woche die Bonitätsnote des Landes auf BBB nach oben korrigiert und den Schritt explizit mit den ersten sichtbaren Reformerfolgen begründet hat. Nun könnten die strukturellen Reformen das Wachstum deutlich beleben und auch die Schuldenquote reduzieren, schreiben die S&P-Analysten”Auch Standard & Poor’s erkennt Reformerfolge.”  

Ob Italien sein Comeback schon eingeläutet hat, muss sich aber erst noch zeigen. Angesichts einer Schuldenquote von 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ist zumindest klar, dass dieser Weg kein leichter sein wird. Im Übrigen drängt auch die Zeit. Schließlich hat kein anderes Land so sehr von der EZB-Politik Mario Draghis profitiert wie Italien. Sollte Draghi ab September 2018 die Anleihekaufprogramme tatsächlich weiter ausschleichen lassen, verbleibt dem Land nicht mehr viel Zeit, die überfälligen Strukturreformen umzusetzen. Glaubt man Gutgeld ist ein guter Anfang bereits gemacht. Andere wie etwa der frühere Premier Mario Monti beklagen hingegen, dass die quantitativen Lockerungen Italiens Reformeifer eher gebremst hätten. Daher mag es erzieherische Wirkung haben, wenn nun das Ende des Anleihekaufprogramms eingeläutet ist.”Mit Ende des Kaufprogramms der EZB wird die Zeit knapp.”  

Im Übrigen wird sich an der Entwicklung Italiens auch die Frage entscheiden, ob die EZB-Rechnung der extrem niedrigen Zinsen aufgeht oder nicht. Damit ist ausgerechnet Draghis Heimatland das Testfeld, auf dem man das langfristige Ergebnis seiner Strategie der expansiven Geldpolitik beurteilen kann.

Zum Gruseln: Weltspartag ohne Zinsen
Am 31. Oktober war wieder Weltspartag, an dem früher die Banken ihre Kunden mit diversen Geschenken für große und kleine Sparer gelockt haben. Doch der Weltspartag, der auf den ersten Internationalen Sparkassenkongress im Oktober 1925 zurückgeht, ist längst kein Weltzinstag mehr. Die Zinsen dümpeln an der Nulllinie vor sich hin. Und wenn man noch die Kapitalertragsteuer und die Inflation berücksichtigt, ist Sparen schon seit vielen Jahren ein Verlustgeschäft. Daher ist Sparen auch nicht mehr unbedingt die am besten geeignete Form, Vermögen aufzubauen, wie auch so mancher Banker eingesteht. “Der Weltzinstag ist Geschichte.”  

Sicher, das Schaffen von finanziellen Rücklagen ist nach wie vor wichtig. Aber angesichts der niedrigen Zinsen ist manchem Sparer eher zum Gruseln zumute – und zwar nicht wegen Halloween. So hat sich die Idee des Sparens in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Das Zurücklegen von Geld aber gleich als sinnlos zu erklären, wie es die Interhyp tut, geht dann doch zu weit. So preist der Vermittler privater Baufinanzierungen – nicht ganz uneigennützig – den Immobilienerwerb als intelligente Investitionsstrategie zum Vermögensaufbau. Immobilienfinanzierung als das neue Sparen, wie es die Interhyp darstellt? Für den finanzkräftigen Anleger mag das mit Einschränkung gelten, für Otto Normalverbraucher wäre es aber risikobehaftet, sich mit einem Immobilienkauf in ein finanzielles Abenteuer zu stürzen.”Interhyp preist Immobilienfinanzierung als das neue Sparen.”  

Wie sehr Deutschland inzwischen zum Topstandort für Immobilieninvestoren geworden ist, macht eine neue Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in Zusammenarbeit mit dem Urban Land Institute deutlich. Dies liegt allerdings weniger an dem niedrigen Zinsniveau, sondern geht vielmehr auf die Brexit-Entscheidung Großbritanniens zurück. So addierte sich in den vergangenen zwölf Monaten das Investitionsvolumen in Deutschland auf 68 Milliarden Euro, nach 54 Milliarden Euro im Vorjahr. In Großbritannien sanken die Investitionen dagegen von 66 Milliarden Euro auf 64 Milliarden Euro und dadurch hat Deutschland Großbritannien auf Platz eins in Europa verdrängt.

Takko Lux refinanziert sich mittels zweier Bonds

In der Bekleidungs- und Textilbranche gab es in dieser feiertagsverkürzten Handelswoche gleich zwei Unternehmen, die sich am Primärmarkt refinanzierten. So sammelte Takko Lux mittels zweier Bonds und das Modeunternehmen CBR Fashion mittels seiner Finanztochter CBR Fashion Finance frisches Geld ein. Des Weiteren begaben der Spezialchemiekonzern Ineos Finance und das in der Ölindustrie tätige Unternehmen Saipem Finance jeweils eine Anleihe.
Das westfälische Modeunternehmen Takko emittierte mittels seiner luxemburgischen Finanztochter Takko Lux einen Floater sowie einen festverzinslichen Bond (WKN A19RD5). Mit einem festen Kupon in Höhe von 5,375 Prozent, der halbjährlich zur Auszahlung kommt, sammelte das Unternehmen aus Telgte 285 Mio. Euro am Bondmarkt ein. Fällig wird das Papier am 15.11.2023 und wurde zu pari begeben (+545 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe). Der 225 Millionen Euro schwere Floater (A19RD4) hat ebenfalls eine Laufzeit bis zum 15.11.2023. Allerdings richtet sich der Zins nach dem vierteljährlichen Euribor +5,375 PP. Zusätzlich wurde ein 0 Prozent Euribor Floor in die Anleihebedingungen aufgenommen, so dass der Zins für den Investor immer mindestens 5,375 Prozent beträgt. Der Emissionspreis lag bei 100 Prozent. Bei beiden Anleihen ließ sich Takko Lux eine Make Whole Option sowie zusätzliche Kündigungstermine zu unterschiedlichen Zeiten in den Emissionsbedingungen festschreiben.
CBR Fashion vertreibt die beiden Marken Street One und CECIL. Das niederländische Modeunternehmen sammelte mit seinem 5-jährigen Bond (WKN A19RLJ) 450 Mio. Euro frisches Geld ein und zahlt seinen Investoren bis zur Fälligkeit am 01.10.2022 einen Zins in Höhe von 5,125 Prozent, der halbjährlich in den Monaten April und Oktober ausgezahlt wird. Emittiert wurde zu pari, was einem Emissionsspread von +511 bps über Bund entsprach. Neben einer Make Whole Option ist die Anleihe seitens des Emittenten jederzeit innerhalb eines Kalenderjahres ab dem 01.10.2019 zu 102,563 Prozent, ab dem 01.10.2020 zu 101,281 Prozent und ab dem 01.10.2021 zu 100 Prozent kündbar.”CBR Fashion zahlt Investoren 5,125 Prozent Zinsen.”  

Als Dritter im Bunde legte der Spezialchemiekonzern Ineos Finance einen 8-jährigen Bond (WKN A19RLS) mit einem Emissionsvolumen von 550 Mio. Euro auf. Die börsennotierte Gruppe mit Sitz in der Schweiz zahlt für die Aufnahme des Kredits bis zur Fälligkeit am 15.11.2025 jährlich Zinsen in Höhe von 2,125 Prozent. Jeweils im Mai und November eines jeden Jahres erhalten die Investoren die Zinsen anteilig gut geschrieben. Der Emissionspreis belief sich auf 100 Prozent, was +197 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichkam. Zusätzlich wurde der Bond mit einer Make Whole Option sowie drei weiteren Kündigungsterminen ausgestattet.”Schweizer Spezialchemiekonzern Ineos Finance bringt 8-jährigen Bond.”  

Zum Abschluss begab die Tochter des italienischen Unternehmens Saipem, Saipem Finance, eine Anleihe (WKN A19RN2) mit einem Volumen von 500 Mio. Euro. Der mit der Herstellung und Installation von Maschinen für die Erdölgewinnung tätige Konzern stattete den Bond mit einem Zins von 2,625 Prozent aus, welcher bis zur Fälligkeit am 07.01.2025 jährlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu pari (+209,8 bps über Mid Swap). Eine Make Whole Option ergänzt die Details zu diesem Bond. “Saipem Finance sammelt 500 Mio. Euro ein.”  

Alle Emittenten entschieden sich bei den genannten Anleihen für eine Mindeststückelung von 100.000 Euro und dürften daher vorwiegend für institutionelle Investoren interessant sein.

Draghi zog den Bären das Fell über die Ohren

Am vergangenen Samstag wurde während des Spitzenspiels der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig von den Gästefans gesungen: “Ohne Schiri habt ihr keine Chance”. Auf den Bondmarkt übertragen könnten momentan die bearisch eingestellten Rentenhändler skandieren: “Ohne Draghi hättet ihr keine Chance”. Aber auch mit solchen Erkenntnissen ist die Niederlage bzw. die Fehleinschätzung nicht einfacher zu ertragen.
So ließ der EZB-Präsident auch im dritten Jahr der Ankaufprogramme auf der Pressenkonferenz keine Zweifel aufkommen, wer die Power hat und mit wem man sich nicht anlegen sollte. Jeder Börsianer bzw. Investor, der auf einen schnellen und klar geregelten Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik gehofft hatte, wurde eines Besseren belehrt. Hatte man am Tag der EZB-Ratssitzung noch südlich der unteren Trendlinie (161,10 Prozent) den Handel gestartet, so hat man inzwischen sogar kurzzeitig die Widerstandslinie bei 162,52 Prozent überschritten und den “Bären” wurde das Fell über die Ohren gezogen.
Jedoch sollte man dies nicht überbewerten. Denn obwohl die EZB-Ankaufprogramme weiterhin auf einem ausgetrockneten Kapitalmarkt stattfinden, werden sich die Renditen der europäischen Staatsanleihen nicht vollständig dem Einfluss der zu erwartenden US-Zinspolitik entziehen können. Bemerkenswert ist in der jetzigen Markteuphorie allerdings, dass Renten- und Aktiennotierungen “Hand-in-Hand-Gehen” und das lange Zeit praktizierte, spiegelverkehrte Handelsmuster der Vergangenheit angehört. Die Frage wird nun allerdings sein, wer sich aus diesem Gleichschritt zuerst verabschiedet, Aktien oder Renten? “Wer verabschiedet sich zuerst aus dem Gleichschritt, Aktien oder Renten?.”  
Aktuell notiert das Rentenbarometer nach dem gestrigen Zinsentscheid in den USA bei 162,46 Prozent und somit in der Nähe der oberen Begrenzungslinie.

2. November 2017, © Baader Bank AGÜber den Autor
Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds der Baader Bank.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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