Kann staatliche Mengensteuerung Preiskrisen in Agrarmärkten verhindern?

By   /  November 4, 2017  /  Comments Off on Kann staatliche Mengensteuerung Preiskrisen in Agrarmärkten verhindern?

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Kann staatliche Mengensteuerung Preiskrisen in Agrarmärkten verhindern?

Die agrarpolitische Debatte um staatliche
oder zentrale Steuerung von Erzeugungsmengen zur Verhinderung von Marktkrisen hält
an. Doch eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen und die Erfahrungen
der vergangenen Jahre haben aufgezeigt, dass planwirtschaftliche Instrumente
keineswegs geeignet sind, um Mengendruck und Preisverfall entscheidend zu
beeinflussen. Daher hat der Deutsche Bauernverband (DBV) seinen Faktencheck zu
diesem Thema aktualisiert, um einen Beitrag zu einer ehrlicheren öffentlichen
Diskussion zu leisten.
 
Die deutschen Milchbauern hätten
sich in den letzten Jahren in einem zunehmend globalisierten und
liberalisierten Milchmarkt behaupten müssen. Diese Entwicklung sei von allen
politischen Entscheidungsträgern in den vergangenen zwei Jahrzehnten für alle
Agrarmärkte aktiv vorangetrieben worden. Folge der offenen Märkte sei unter
anderem, dass staatliche Eingriffe in einzelbetriebliche
Produktionsentscheidungen keine ausreichende Wirkung mehr entfalten können, so
der DBV. Aus dem Faktencheck geht hervor, dass Wissenschaftler die Wirkung
einer Mengensteuerung auf die Preisgestaltung selbst im unrealistischen
Szenario eines vollkommen geschlossenen EU-Marktes als äußerst gering
einschätzen. Die staatlichen Maßnahmen kämen zudem regelmäßig zu spät. In
offenen Märkten verpufft selbst dieser geringe Effekt gänzlich. Neben der unbefriedigenden
Marktwirkung schwächt eine staatliche Mengensteuerung langfristig die
Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Milchsektors. Eine Mengenregulierung
rechtfertigt demnach nicht den hohen und teuren Aufwand einer Umsetzung und
widerspricht ferner der langfristig marktorientierten Ausrichtung der
EU-Agrarpolitik.
 
Statt stattlicher
Mengenregulierung müssen in den globalen Milch-Produktmärkten die Preissignale
frühzeitiger an die einzelnen Milchbauern weitergegeben werden.
Ansonsten wird eine zeitgerechte Reaktion des Einzelnen auf die aktuelle
Marktlage verhindert. Ferner besteht die Notwendigkeit für eine verbindlichere
Planung von Anlieferungsmengen zwischen Molkereien und Milchbauern, wenn
Milchverarbeiter dem Problem begegnen wollen, den Rohstoffzugang nicht
bedarfsgerecht planen zu können.
 

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