Gut eingepackt

By   /  November 16, 2017  /  Comments Off on Gut eingepackt

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

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So wird der Garten winterfest

Die Tage werden kürzer und die ersten kalten Nächte kündigen den nahenden Winter an. Im Garten gilt es nun, diesen „winterfest“ zu machen und dabei gleichzeitig die Grundlagen für ein gutes nächstes Gartenjahr zu legen.

Buchen- und Stieleichenlaub – Foto: Helge May

Nicht nur wir verkriechen uns gerne unter einer warmen Decke, auch die Tier- und Pflanzenwelt benötigt Schutz vor zu großer Kälte. Da trifft es sich gut, dass im Garten in großen Mengen Laub und anderes totes Pflanzenmaterial anfällt. Die angefallenen Blätter dienen dem Boden unter empfindlichen Bäumen und Sträuchern als Isolierung gegen Frost. Vor allem flachwurzelnde Pflanzen wie Johannis- und Stachelbeeren können so einen Schutz gut gebrauchen. Wer seine Pflanzen im Kübel hat, kann sie mit Jute und Laub oder Tannenzweigen gegen Kälte schützen. Dabei sollte nicht nur die Pflanze, sondern auch der Topf eingepackt werden.

Laub- und Reisighaufen anlegen

Laub, das nicht zur Abdeckung von Pflanzen benötigt wird, sollte auf einen oder mehrere Haufen zusammengerecht werden. Dies ist eine einfacher und wirkungsvoller Weg, die Natur im Garten willkommen zu heißen. Igel, verschiedene Insekten, Mäuse, Kriechtiere und Lurche können sich hier einfinden und den Winter verbringen. Oft nutzen die Tiere den Laubhaufen noch weit bis ins Frühjahr hinein. Man braucht es also nicht eilig haben, ihn wegzuräumen.

Igel – Foto: Thomas Munk

Jetzt im Herbst werden an frostfreien Tagen Bäume und Sträucher beschnitten und so von Totholz, kranken Ästen und zu dicht gewachsenen Zweigen befreit. Der Herbstschnitt lässt sich hervorragend zu einem Reisighaufen für Tiere zusammenlegen oder aber als unterste Schicht in einem Hochbeet nutzen. Diese Beetform wurde von Hügelbeeten abgeleitet und bietet mehrere Vorteile. Zum Einen muss man sich nicht nach unten bücken – das ist nicht nur für ältere Gärtner und Gärtnerinnen vorteilhaft. Zum Anderen ist das Hochbeet wärmer; die Sonne scheint von Ost und West auf die Flanken des Beetes und erwärmt es so früher. In Kombination mit dem schichtartigen Aufbau im Inneren des Beetes wird die Ernte so reichhaltiger und zieht sich länger in das Jahr hinein.

Hochbeete eignen sich hervorragend zum Gärtnern auf unwirtlichem Boden, da das Gemüse oder Obst nicht mit dem eigentlichen Boden in Berührung kommt. Wer jetzt ein Hochbeet anlegt, der kann schon sehr früh ernten, denn die Hochbeete fungieren ebenso als Frühbeetkasten.

Stängel als Insekten-Winterquartiere

Der Herbst ist auch Pflanzzeit. Wer seinen Garten um ein Staudenbeet für Wildbienen, Vögel und Co. erweitern möchte, hat nun letzte Gelegenheit. Wie wäre es mit einem Sandbeet oder mit einem Beet für nachtblühende Pflanzen und somit für Fledermäuse? Wichtig bei der Pflege bestehender Beete: die abgeblühten Stauden bitte nicht im Herbst schneiden, sondern erst im Frühjahr. Das ermöglicht vielen Insekten, in den hohlen Stängeln und den Blattachsen zu überwintern – und hilft übrigens wesentlich mehr Arten als die üblichen „Insektenhotels“.

Weißdorn mit Raureif – Foto: NABU/Hartmut Mletzko

Auch Gehölze können jetzt noch gepflanzt werden. Diese bilden im Herbst noch Feinwurzeln aus und sind so im Frühjahr gleich startklar. Wer Vögeln, Säugetieren und Insekten helfen möchte, kann heimische, fruchttragende Gehölze wie Kornelkirsche, Weißdorn, Kreuzdorn, Wildrosen, aber auch Haselnüsse und Walnüsse pflanzen.Solange es mild bleibt, können auch noch die Zwiebeln von Frühblühern gesetzt werden. Blausterne, Winterlinge und Krokusse bereichern so den Garten im Frühjahr und helfen den ersten Insekten wie den Hummeln, schnell Nahrung zu finden. Dabei sollte man auf ungefüllte, möglichst naturnahe Sorten achten. Im Fachhandel gibt es auch die Wildarten.

Gartenmotor Komposthaufen

Komposthaufen sind das Rückgrat eines funktionierenden naturnahen Gartens. Sie nehmen die Reste des Gartens auf und wandeln sie mit Hilfe kleiner Bodenlebewesen und Mikroorganismen in feinen Humus um. Wichtig ist beim Komposthaufen die richtige Mischung. Blätter haben oft einen geringen Nährstoffgehalt und nicht alle Baumarten eigenen sich für den Kompost. Walnussblätter beispielsweise enthalten viele Gerbstoffe und sind schlecht geeignet.

Mit etwas Geschick ist so ein Komposthaufen schnell gebaut. Bei richtiger Handhabung sind Rasenschnitt, Laub und andere Gartenabfälle bereits im Frühjahr verrottet und können als erste Pflanzennahrung verwendet werden. Im Herbst sollten alle Pflanzen im Garten auf mögliche Krankheiten hin untersucht werden. Findet man verdächtige Reste, sollte man sie nicht in den Kompost tun. Marja Rottleb

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