Was steht im Sportentwicklungsbericht 2015/2016? (Teil 2)

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MIL OSI – Source: DOSB –

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Was steht im Sportentwicklungsbericht 2015/2016? (Teil 2)
15.11.2017
Im Sommer ist der sechste Sportentwicklungsbericht erschienen. In einer mehrteiligen Serie werden wichtige Ergebnisse dieser bundesweiten Erhebung vorgestellt.

Sportvereine in Deutschland haben sich in bemerkenswerter Weise in der Flüchtlingskrise engagiert. Foto: LSB NRW

Der Sportentwicklungsbericht betrachtet die aktuelle Entwicklung von Sportvereinen in sogenannten Themenfeldern – dazu wird in Band I nach der Einleitung (Kap. 1) auch die Bedeutung der „Sportvereine, Sportbünde und Flüchtlinge“ (Überschrift von Kap. 2) auf rund 150 Seiten analysiert. Als ein erstes allgemeines Ergebnis kann festgehalten werden, dass sich die Sportvereine in Deutschland in bemerkenswerter Weise in der sog. Flüchtlingskrise engagiert haben bzw. dies vermutlich immer noch tun: Rund ein Fünftel aller Sportvereine bieten besondere Maßnahmen oder Initiativen für Flüchtlinge an; Mehrspartenvereine sogar in noch höherem Maße.
Auf der anderen Seite müssen wir auf der Basis der erhobenen Daten zur Kenntnis nehmen, dass rund 3.400 Sportvereine in Deutschland in den letzten beiden Jahren durch die Nutzung von Sportanlagen als Flüchtlingsunterkunft in ihren Sportangeboten eingeschränkt worden sind – hier mit der Tendenz, das größere Vereine eher als Kleinstvereine betroffen waren. Eine besondere Verantwortung in der Flüchtlingskrise haben die Stadt- und Kreissportbünde übernommen. So hat beispielsweise etwas mehr als die Hälfte aller kommunalen Bünde die Funktion als Beauftragte oder Beauftragten für Flüchtlingsbelange installiert.
Je professioneller ein Sportverein aufgestellt ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit zur Öffnung mit Sportangeboten für Flüchtlinge. Ein weiterer positiver Zusammenhang besteht durch die Nutzung von kommunalen Sportanlagen. Was die Präferenz von einzelnen Sportarten angeht, zeigen die Ergebnisse der Studie: „Bietet ein Verein American Football, Basketball, Boxen, Fußball, Hockey, Karate, Modernen Fünfkampf, Ringen, Schach, Snowboard, Trendsport oder Triathlon an, so kann eher von Maßnahmen bzw. Initiativen des Vereins für Flüchtlinge ausgegangen werden“ (S. 72). Umgekehrt deutet sich an, dass Sportarten wie Golf, Rudern, Tennis, Tauchen oder Angebote zur Primärprävention eher nicht im Fokus von Flüchtlingen stehen.
Innerhalb dieses Kapitels über das Engagement von Sportvereinen und Sportbünden in der Flüchtlingskrise gibt es einen Abschnitt über „Integrationspotenziale und -chancen des Sports: Forschungsstand“ (Kap. 2.3.3). Hier werden in tabellarischen Übersichten sehr prägnant die Ergebnisse theoretischer Arbeiten (Tabelle 1) und die tatsächlich nachweisbaren empirischen Befunde (Tabelle 2) aus nationalen Studien und denen aus anderen Ländern (z.B. Italien und Australien) gegenübergestellt. So kommt z.B. eine hier zitierte Studie der Universität Bielefeld aus dem Jahre 2012 zu dem Ergebnis, dass „beeindruckende Beispiele für integrationsförderndes Verhalten in Sportvereinen“ existieren, andererseits es der Sportpolitik und den Verbänden noch nicht gelungen ist, die Sportvereine für das Thema zu sensibilisieren und eine Beratungskommunikation einzutreten.
Literatur und Hinweise zum Sportentwicklungsbericht 2015/2016:
Breuer, C. (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2015/2016. Band I: Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. Hellenthal 2017: Sportverlag Strauß.
Breuer, C. (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2015/2016. Band II: Weiterführende Strukturanalysen. Hellenthal 2017: Sportverlag Strauß.
Weitere Informationen zum Thema Sportentwicklungsbericht mit Downloadmöglichkeiten sind auf der Homepage des DOSB unter www.dosb.de/seb  abrufbar.
Für weitere Auskünfte steht Christian Siegel (siegel(at)dosb.de) im DOSB zur Verfügung.
(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)

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