Wochenausblick: Eurokurs bremst DAX aus

By   /  November 27, 2017  /  Comments Off on Wochenausblick: Eurokurs bremst DAX aus

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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27. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Hängepartie bei der Regierungsbildung in Berlin lässt die Aktienmärkte kalt. Für Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank ist Panik auch nicht angebracht. “Die grundsätzliche Stabilität Deutschlands ist nicht in Frage gestellt”, erklärt der Chefvolkswirt der Bank. “Deutschland hat eine geschäftsführende Regierung, so dass der Konjunkturmotor auch weiterhin kräftig brummen dürfte.”

Was die weitere Entwicklung angeht, lohnt laut Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, zudem ein Blick in die Vergangenheit: “Historisch betrachtet legten Europas Aktienmärkte zwischen Thanksgiving und Weihnachten in drei von vier Jahren zu.” Zusammen mit dem überzeugenden Konjunkturbild spreche dies durchaus noch für eine Jahresendrallye in Richtung der alten Hochs von DAX & Co. “Der strukturelle Bullenmarkt bleibt intakt.”

Commerzbank und Helaba sind skeptischer: Die von Ende September bis Mitte November anhaltende kräftige Aufwärtsbewegung an den globalen Aktienmärkten war nach Ansicht von Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank wohl eine Art vorgezogene Jahresendrallye. “Wir rechnen kurzfristig mit einer Fortsetzung der Konsolidierung, zumal mit Ablauf der Berichtssaison von der Unternehmensseite kaum noch neue Impulse zu erwarten sind.”

Schon heiß gelaufen?

Für die Helaba birgt die Kombination aus hoher Bewertung und erhöhter Risikofreude erhebliche Rückschlaggefahren, zumal die Konjunkturstimmung vermutlich ihren Höhepunkt erreicht habe. “In unserem Hauptszenario für 2018 bewegt sich die faire Bewertung für den DAX im KGV-Band zwischen 10,5 und 13, daraus ergibt sich eine Kursspanne für den DAX von 10.500 bis 13.500 Punkten”, erklärt Markus Reinwand. Auf dem aktuellen Kursniveau seien die Risiken deutlich stärker ausgeprägt als das Aufwärtspotenzial. “Auch wenn unser ursprüngliches Jahresendziel 2017 für den DAX von 12.000 Punkten wohl etwas zu vorsichtig war, sollten sich Anleger bei Aktien jetzt zurückhalten.”

Der DAX ging am Freitag mit 13.059,84 Zählern aus dem Handel, am Montagmorgen steht der Index nahezu unverändert. S&P 500 und Nasdaq erreichten am Schnäppchen-Tag “Black Friday” wieder neue Allzeithochs. Ein Auslöser war die wieder schwächere US-Währung, für einen Euro müssen aktuell 1,19 US-Dollar gezahlt werden.

Charttechnik: Aufwärtstrend intakt Technisch gesehen ist laut Dirk Oppermann von der DZ Bank zwar wieder kein Befreiungsschlag gelungen. “Unter charttechnischen Gesichtspunkten war aber vor allem wichtig, dass das 38,2 Prozent-Fibonacci-Retracement des August-Aufwärtstrends bei 12.890 Punkten nachhaltig behauptet wurde”, erläutert der technische Analyst. Hierdurch stelle sich unverändert ein mittelfristig intakter Aufwärtstrend dar und damit die überdurchschnittlich hohe Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung der laufenden Rallye. “Für den weiteren Verlauf bleibt dabei unverändert wichtig, dass die 12.890 Punkte-Marke nicht nachhaltig unterschritten wird.
Christoph Geyer von der Commerzbank zufolge befindet sich der DAX weiterhin in einem langfristigen Aufwärtstrend. “Die Trendlinie verläuft derzeit bei circa 11.250 Punkten”, stellt Geyer fest. Es falle auf, dass das neue Hoch nicht mehr vom MACD-Indikator nachvollzogen und damit eine Divergenz gebildet wurde. Der Stochastik-Indikator habe ein Verkaufssignal generiert. “Diese Indikatorensignale deuten darauf hin, dass die jüngste Korrekturbewegung noch etwas anhalten könnte.”
” Geyer Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 27. November, bis Mittwoch, 29. November

Deutsches Eigenkapitalforum, Frankfurt: Unternehmen treffen Investoren

Mittwoch, 29. November

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise November. Nach Ansicht der Postbank reicht der Energiepreisanstieg für einen sichtbaren Anstieg der deutschen Inflationsrate nicht aus. Die Analysten erwarten, dass diese im November auf ihrem Vormonatsniveau in Höhe von 1,6 Prozent verharrte.

Donnerstag, 30. November

Opec-Treffen in Wien. Die Mitglieder der Opec und einige Nicht-Opec-Länder wie Russland und Mexiko beraten über die Verlängerung der seit Januar 2017 gültigen Produktionskürzung über den März 2018 hinaus. Erwartet wird, dass die Reduzierung zumindest um einige Monate verlängert wird.

9.00 Uhr. Deutschland: Arbeitslosenzahlen November. Der anhaltende breite Konjunkturaufschwung spiegelt sich auch in der Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt wider, wie die Postbank feststellt. Schon im Oktober sei die saisonbereinigte Arbeitslosenquote auf 5,6 Prozent und damit auf ihr niedrigstes Niveau seit der Wiedervereinigung zurückgegangen, die Analysten erwarten auch für den November 5,6 Prozent.

11.00 Uhr. Euroland: Verbraucherpreise November. Nach Ansicht der DekaBank ist die Inflation im Euroraum im November auf 1,6 Prozent gestiegen. Maßgeblich dazu beigetragen hätten deutlich höhere Preise von Benzin, Diesel und Heizöl. In der Abgrenzung ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak prognostizieren die Analysten nur ein Plus von 0,9 Prozent.

Freitag, 1. Dezember

16.00 Uhr. USA: ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe November. Laut Commerzbank hat sich das Geschäft im verarbeitenden Gewerbe der USA in diesem Jahr belebt, Grund sei vor allem die verstärkte Investitionsneigung der Unternehmen. Daher sei wohl auch die Stimmung bei den Unternehmen weiterhin gut, auch wenn ein leichter Rückgang von 58,7 auf 58 Punkte erwartet wird.
von: Anna-Maria Borse
27. November 2017, © Deutsche Börse AG

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