Auslandsaktien: Schweizer Konzerne holen auf

By   /  December 1, 2017  /  Comments Off on Auslandsaktien: Schweizer Konzerne holen auf

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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30. November 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Vor dem Hintergrund einer laut OECD in diesem Jahr um 3,6 und 2018 um 3,7 Prozent wachsenden Weltwirtschaft heben Ökonomen die Erwartungen für die Schweizer Konjunktur deutlich an. Statt ein Plus von 1,5 Prozent erwartet die Zürcher Kantonalbank für das kommende Jahr nun ein 2 Prozent höheres Bruttoinlandsprodukt. Nach 2,8 Prozent in diesem Jahr würden die Exporte voraussichtlich um 3,8 Prozent zulegen. Das Ganze werde von steigenden Investitionen getragen.
Die Wirtschaft im Alpenland befinde sich im Aufschwung, wenn nicht gar in einer Boomphase. Damit folge sie mit etwas Verzögerung der europäischen Entwicklung. Neben überzeugenden Nachrichten aus der Uhrenbranche hätten die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie mittlerweile die Talsohle hinter sich gelassen. Ebenso laufe die Pharmaindustrie rund.
Das bekommt auch dem Schweizer Aktienmarkt. Knapp 15 Prozent liegt der 30 Werte umfassende Swiss Leader Index (SLI) seit Jahresbeginn im Plus. Der Swiss Market Index (SMI) mit den 20 liquidesten Schweizer Unternehmen notiert gut 13 Prozent stärker.
Aussichtsreiche Medikamente in der Pipeline Die Aktie von Novartis (WKN 904278) kommt seit Jahresbeginn hingegen auf eine magere Steigerung von knapp 4 Prozent auf Franken-Basis. Einen kleinen Schub lösten die Ergebnisse einer Studie zur Wirksamkeit des Medikaments Breezhaler Ultibro zur Behandlung der Lungenkrankheit COPD aus, wie Vorhauser beobachtet. “Nach Umstellung von Seretide auf Ultibro verbesserten sich die Lungenfunktionen der Patienten zum Teil deutlich”, bemerkt Walter Vorhauser von der Oddo Seydler Bank. Vorhauser 

Bei den Nachahmer-Medikamenten habe die Europäische Kommission die Genehmigung für Guselkumab zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, sprich Schuppenflechte, erteilt. Im Rahmen einer Phase-III-Studie habe Guselkumab im Vergleich zu Adalimumab und einem Placebo signifikant bessere Ergebnisse geliefert.
Luxusuhren liegen im Trend Mit knapp 25 Prozent in Franken gerechnet legte die Aktie von Richemont (WKN A1W5CV) seit Januar eine überdurchschnittliche Performance an den Tag. Der Schweizer Konzern, der für Marken wie Cartier, Piaget und Montblanc steht, profitiere von der steigenden Nachfrage nach Luxusuhren, wie Roland Stadler von der Baader Bank anmerkt. Im ersten Halbjahr sei der Umsatz des Konzerns auf Basis der Lokalwährungen um 8 Prozent gestiegen. Der Betriebsgewinn habe um 46 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro und der Nettogewinn um 80 Prozent auf 974 Millionen Euro zugelegt. Stadler 

Generell sei der Schweizer Uhrenexport gegenwärtig auf Wachstum gepolt. Allein im Oktober kämen die Ausfuhren im Jahresvergleich auf ein Plus von 9,3 Prozent. In China und Hongkong floriere das Geschäft, und auch die Japaner und Europäer griffen für Uhren wieder tiefer in die Tasche. Hochpreisige Produkte in der Klasse zwischen 500 und 3.000 Franken seien um 20 Prozent nach oben geklettert.
Gute Aussichten für Swatch

Die Aktie von Swatch (WKN 865126) erreicht in diesem Jahr in der Heimatwährung trotz florierender Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens lediglich ein Plus von gut 12 Prozent. “In Euro notiert der Wert derzeit in etwa auf dem Niveau von Januar”, vergleicht Vorhauser. Zum Teil liege dies an den aktuellen Lieferschwierigkeiten nach einem deutlichen Nachfrageschub. Allein Omega müsse einen Rückstand von 70.000 Bestellungen aufarbeiten. “Ähnlich sieht der Produktionsengpass für Longines und Blancpain aus.” Dennoch halte das Swatch-Management für dieses Jahr an seinem Ziel fest, 7 bis 9 Prozent mehr Umsatz einzufahren.
Nachgebender Franken spielt mit

Ein Stolperstein für Swatch als auch andere Schweizer Unternehmen sei die starke Heimatwährung. Nach der Entkoppelung vom Euro im Februar 2015 hatte sich der Franken zunächst sprunghaft verteuert und damit den heimischen Konzernen das Leben schwergemacht. “Das Preisgefüge ist in Folge zum Teil außer Rand und Band geraten.” Mittlerweile scheint die Schweizer Währung insbesondere in diesem Jahr ihre Bedeutung als sicheren Hafen ein Stück weit eingebüßt zu haben. Nach 1,07 Franken für einen Euro Anfang Januar kostet die Gemeinschaftswährung gegenwärtig knapp 1,17 Franken.
Christian Apelt sieht den diesjährigen Anstieg des Euro-Franken-Kurses stark von der langfristigen Unterbewertung und dem allgemeinen Euro-Optimismus getrieben. Letzterer könnte sich dem Helaba-Analysten zufolge in den kommenden Monaten durchaus umkehren. “Falls zudem an den globalen Finanzmärkten die aktuell vorherrschende Risikofreude deutlich abnimmt, sollte der Schweizer Anlagehafen profitieren.” Vor diesem Szenario erwartet Apelt im kommenden Jahr neues Gleichgewichtsniveau um 1,15 Franken mit Kursausschlägen bis 1,12 oder 1,18 Franken.
Von: Iris Merker
30. November 2017, © Deutsche Börse AG

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