Rede, Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung,Technologie Workshops 2017.

By   /  December 5, 2017  /  Comments Off on Rede, Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung,Technologie Workshops 2017.

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Rede, Klaus Fröhlich, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung,Technologie Workshops 2017.

Und dies bei voller Flexibilität und ohne Solitär-Plattformen.
So werden wir auch in der Premium-Elektromobilität Number One –
vor etablierten und neuen Wettbewerbern.

Lassen Sie mich nun zum zweiten Fokusthema des heutigen Tages kommen:
Autonomes Fahren und künstliche Intelligenz.

Auf dem Chart hinter mir sehen Sie unsere Meilensteine der
letzten 10 Jahre bei der Entwicklung autonom fahrender Automobile.
Es zeigt, dass wir schon früh an Lösungen für das autonome Fahren
geforscht haben, als einige Unternehmen – die sich heute mit
‚Autopiloten‘ im Straßenverkehr versuchen – noch in ihren
Kinderschuhen steckten.
Was wir aus eigener Kraft bereits sehr gut können ist die Motion
Control, die Auslegung und Steuerung des Fahrzeugs über Antrieb,
Fahrwerk, Bremsen und die gesamte Sensor- und Systemintegration –
eine der Kernkompetenzen von uns.
Für alles andere haben wir uns mit Intel, Mobileye, Delphi,
Conti, Magna und FCA starke Partner an Bord geholt, die hier auf
dem Campus gemeinsam mit uns Lösungen entwickeln.

Autonom fahrende Fahrzeuge werden die Funktion und den Gebrauch
von Autos komplett verändern.
Für uns steht dabei der Kundennutzen im Mittelpunkt.Bei
uns wird immer der Kunde entscheiden, in welchem Modus er fährt.
Ohne Wahlfreiheit ist für uns Freude am Fahren undenkbar.
In einer Vielzahl von BMW Modellen – beginnend mit dem BMW 7er
bis zur gesamten Flotte – sind teilautomatisierte Assistenzsysteme
bereits täglich im Einsatz.
Sie erhöhen Sicherheit und Komfort unserer Kunden.
So übernimmt ihr Auto nicht nur bis 60 km/h, sondern bereits seit
2015 bis 210 km/h die Spur und Längsführung auf der Autobahn für Sie.
Doch jetzt ist es richtig, nicht Schritt für Schritt, mühselig
auf der Basis der niedrigen Levels von 2 nach 3 zu gehen.
Wegen der Systemsprünge, der Zusatzanforderungen an Redundanz,
Rechenleistung und Connectivity für vollautonomes Fahren müssen
wir ab 2021 das Level 5 technologisch von Anfang an voll beherrschen.
Und dann können wir – je nach Kundenwunsch und rechtlichen
Rahmenbedingungen – weltweit flexibel von Level 3 bis Level 5 den
Automatisierungsgrad anbieten.
Ganz im Sinne einer Baukastenlösung, wie Sie es von uns bereits
bei der Elektromobilität kennen.

Bis dahin sind jedoch noch signifikante technologische
Durchbrüche notwendig.
Ich halte das sichere autonome Fahren – im Gegensatz zu manchen
‚Marketing-Genies‘ – für eine riesige Herausforderung.
Autonom fahrende Fahrzeuge müssen vollvernetzt sein.
Hier sind wir bereits in Vorleistung gegangen:
Heute schon sind über 10 Millionen BMWs mit einer sogenannten
‚embedded SIM‘ in Serie – mehr als bei jedem anderen Hersteller.
Zusätzlich bedarf es aber eines schnellen 5G-Netzes mit
Datenraten von bis zu 10 Gigabits/s und hoher Verfügbarkeit.
Und den freien Zugang zu einer HD Echtzeit-Karte.
Deshalb haben wir auch mit Partnern den weltweit größten
Kartendienst HERE erworben.
Im zweiten Schritt werden wir nun modernste Sensortechnologien
für das Umfeldmodell und die Intelligenz im Fahrzeug industrialisieren.
Wir entwickeln derzeit ein umfangreiches Sensorcluster aus
Kameras, Radaren und Laserscannern gepaart mit künstlicher
Intelligenz zum Erzeugen des Umfeldmodells über Datenfusion.
Hier kooperieren wir mit den Industrieführern Intel und Mobileye
– die auch hier direkt auf dem Campus sitzen und mit uns in
neuartigen, agilen Arbeitsteams an der Zukunft der Mobilität arbeiten.

Die Herausforderungen beim sicheren autonomen Fahren sind massiv.
So brauchen wir aktuell – als ein Beispiel – in unserem gesamten
Unternehmen ungefähr ein Datenvolumen von 60 Petabyte. Schon in
Kürze wird sich unser bisheriges Volumen – mit der Datenfülle aus
den autonomen Fahrzeugen – auf ca. 500 Petabyte erhöhen.
Es geht um nichts mehr oder weniger, als die menschliche
Sinneswahrnehmung und die Denk- und Entscheidungsleistung des
Gehirns durch ein intelligentes System zu ersetzen.
Zur Bewältigung dieser Mammutaufgabe schaffen wir
branchenübergreifende Kooperationen.
Hinzu kommt: sicherheitsrelevante Systeme sind langfristig keine
Möglichkeit zur Differenzierung – es muss den weltweit besten
Stand der Technik geben.
Und deshalb treten immer mehr OEM und TIER1 unserer offenen
Plattform bei, die sich damit zu dem Kompetenzzentrum für
autonomes Fahren entwickelt.
Ich bin überzeugt: Die Zukunft der Automobilbranche hängt zwar
auch von den Rahmenbedingungen und der Regulatorik ab, aber vor
allem auch von unserem strategischen Weitblick und unserer Kooperationskompetenz.
Unser Anspruch ist deshalb klar definiert:
Wir wollen auch beim autonomen Fahren eine Führungsposition übernehmen.
Dieses Ziel verfolgen wir konsequent weiter und schaffen
systematisch die Rahmenbedingungen.

Kommen wir am Ende meiner Ausführungen noch zu einem weiteren
wichtigen Punkt: Durch die Chancen der Digitalisierung und des
autonomen Fahrens werden auch neue Möglichkeiten in der Nutzung
des Fahrzeuginnenraums und der entsprechenden Benutzeroberflächen entstehen.
Der Anspruch an das Interieur und das Bedienerlebnis steigt stark an.
Passgenaue – also ‚seamless‘ – Integration in das Lebensumfeld
unserer Kunden ist gefordert.
Diese muss personalisiert sein, Wünsche verstehen und vor allem
wirklichen Kundenwert erzeugen.
Die Bedienung selbst wird dabei komfortabel und intelligent sein.
Freude am Fahren wird also in Zukunft über eine weitere Dimension
definiert: die Möglichkeit, Zeit im Fahrzeug sinnvoll und
entspannt für sich selbst oder mit anderen zu nutzen.
Und auch hier wollen wir wieder Trends setzen.
Unser Anspruch daher ist: Wir erfinden das Interieurerlebnis neu!
Wie das im Detail aussehen kann, zeigen wir Ihnen dann im
nächsten Jahr.

Soweit mein Status zu unserer Technologieoffensive im Rahmen der
NUMBER ONE > NEXT.

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