Wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft hat sich erholt

By   /  December 5, 2017  /  Comments Off on Wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft hat sich erholt

    Print       Email

MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft hat sich erholt

„Im Wirtschaftsjahr 2016/17 hat
sich die wirtschaftliche Situation der deutschen Landwirtschaft in wichtigen
Betriebszweigen erholt. Das Gewinnniveau vor den beiden vorangegangenen Krisenjahren
wird allerdings noch deutlich verfehlt.“ Dies bilanzierte der Präsident des
Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei der Vorstellung des
aktuellen DBV-Situationsberichtes 2017/18.
 
„Im Durchschnitt haben sich die
Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im
Wirtschaftsjahr 2016/17 um etwa ein Drittel auf 56.800 Euro je Betrieb
verbessert“, stellte Rukwied fest. Dies seien 38.900 Euro je Arbeitskraft, was
einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.200 Euro entspricht. Davon müssen vor
Steuern monatlich noch ca. 630 Euro für die Landwirtschaftliche Alters- und Krankenversicherung
und die existenzsichernden Neuinvestitionen aufgewendet werden. Den wirtschaftlichen
Daten des aktuellen Situationsberichts liegt die Auswertung von 12.076 Jahresabschlüssen
des abgelaufenen Wirtschaftsjahres (01.07. bis 30.06.) zugrunde.
 
„Die Betriebe haben nach der
Krise vor allem wieder Liquidität aufgebaut. Die Bruttoinvestitionen gingen
deshalb um 11 Prozent auf 51.200 Euro zurück. Mit durchschnittlich 12.500 Euro wurde
wieder Eigenkapital gebildet, nach den beiden Vorjahren mit negativer
Eigenkaptalveränderung,“ stellte der Bauernpräsident fest. Rukwied geht momentan
von einer weiteren Stabilisierung im laufenden Wirtschaftsjahr 2017/18 aus.
„Die Hoffnungen liegen auf stabilen europäischen und internationalen Agrarmärkten“,
erklärte er.
 
Der Produktionswert der deutschen
Landwirtschaft wird im Kalenderjahr 2017 auf 57,1 Milliarden Euro steigen,
also um 8 Prozent gegenüber Vorjahr. Ursache sind hauptsächlich die
Entwicklungen in den Märkten der tierischen Produkte.
 
Die Ackerbaubetriebe konnten
ihr Unternehmensergebnis je Landwirt mit 40.700 Euro nicht verbessern. Vor
allem niedrige Getreideernten und Erzeugerpreise sorgten im Wirtschaftsjahr
2016/17 bei vielen Betrieben sogar für einen leichten Rückgang der Unternehmensergebnisse.
In den Vorjahren hatten die Ackerbaubetriebe Gewinneinbußen von 14 Prozent
(2015/16) und 17 Prozent (2014/15) erlitten.
Durch den um 14 Prozent gestiegenen
Milcherzeugerpreis verbesserte sich die Situation der Milchbauern. Die Milchviehbetriebe
konnten ihr durchschnittliches Unternehmensergebnis auf 36.500 Euro je
Familienarbeitskraft erhöhen, also um zwei Fünftel gegenüber Vorjahr.
Allerdings konnten die Milchbauern längst noch nicht an die
Unternehmensergebnisse zurückliegender Wirtschaftsjahre anknüpfen. 44.000 Euro
je Familienarbeitskraft erzielten sie im Durchschnitt der Wirtschaftsjahre
2010/11 bis 2013/14.
 
Die Rindermast- und Mutterkuhbetriebe bilden mit 25.900 Euro
Unternehmensergebnis auch 2016/17 unter den Betriebszweigen wieder das
Schlusslicht, wenngleich sie ihren Gewinn um 20 Prozent verbessern konnten.
 
Gut erholt von der Marktkrise
haben sich 2016/17 die auf Schweine- und Geflügelhaltung spezialisierten Veredlungsbetrieben
mit einem Unternehmensgewinn je Familienarbeitskraft von 60.800 Euro. Die Geflügelhalter
konnten jedoch ihr vorjähriges hohes Gewinnniveau wegen geringerer
Schlachtgeflügel- und Eierpreise nicht halten.
 
Die Weinbaubetriebe verzeichneten 2016/17 nur ein leichtes Plus auf
durchschnittlich 36.400 Euro Unternehmensgewinn je Familienarbeitskraft.
 
Stabil haben sich die
Unternehmensergebnisse der Öko-Betriebe entwickelt.
Die Bio-Bauern hatten jedoch Kostensteigerungen für Arbeit und Unterhaltungen. Da
sich die Erzeugerpreise für Bio-Produkte auf gutem Niveau wenig verändert
haben, erwirtschafteten die Öko-Betriebe ein fast unverändertes
Unternehmensergebnis je Familienarbeitskraft von 51.100 Euro (minus 2 Prozent).
Einzurechnen ist, dass Bio-Betriebe mit durchschnittlich 23.200 Euro höhere
Zahlungen aus Agrarumweltmaßnahmen und Prämien für den ökologischen Landbau
erhalten (3.800 Euro vergleichsweise alle Betriebe).
 
Die Agrargenossenschaften der neuen Bundesländer erzielten einen Jahresüberschuss
von 16.000 Euro, im Vorjahr verzeichneten sie noch einen Fehlbetrag von 88.000
Euro. Die durchschnittlich 23,7 Vollarbeitskräfte je Agrargenossenschaft
erwirtschafteten 32.800 Euro je
Arbeitskraft.
 
Die Nebenerwerbsbetriebe erzielten2016/17 ein Unternehmensergebnis von 11.800 Euro und damit rund 1.000 Euro
weniger als im Vorjahr. Vor allem die Tierhaltung ist in den Betrieben
zurückgegangen.

    Print       Email

You might also like...

Exzellenzwettbewerb: Forschungszentrum Jülich gratuliert seinen Partnern

Read More →