Marktstimmung: “Jahresendrallye ohne Schwung”

By   /  December 21, 2017  /  Comments Off on Marktstimmung: “Jahresendrallye ohne Schwung”

    Print       Email

MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Marktstimmung: “Jahresendrallye ohne Schwung”

Zusammenfassung

Bei der letzten Erhebung in diesem Jahr fällt die zunehmende Anzahl an Pessimisten auf, die aktiv auf fallende Preise setzen, obwohl der DAX im betrachteten Zeitraum um 55 gestiegen ist. 8 Prozent der professionellen Investoren und 3 Prozent der privaten haben in den zurückliegenden Tagen Short-Positionen auf DAX-Werte aufgemacht. Zudem sind 4 Prozent, bzw. 3 Prozent aus dem Index ausgestiegen. Die beiden Sentiment-Indizes stehen nun bei +14 und +12 Punkten.
Joachim Goldberg weist darauf hin, dass die Marktstimmung der Privaten im Zeitvergleich “fast als neutral zu bezeichnen ist” und die der Institutionellen als “nicht übermäßig positiv”. Das würde die Situation für den DAX zum Jahresschluss verbessern. Im Falle von Rücksetzern wäre genügend Nachfrage vorhanden, um das Börsenbarometer zu unterstützen.
20. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die wichtigsten Signale, auch für hiesige Börsianer, kommen derzeit aus den USA. Obwohl heimische Aktien davon kaum profitieren, war während der vergangenen Tage die große US-Steuerreform das alles beherrschende Thema. Und nachdem gestern Nacht noch einmal kurzfristige Änderungen an der Gesetzesvorlage vorgenommen werden mussten, damit diese ungehindert das Votum des Senats passieren konnte, scheint nun der Weg für das Trump’sche Reformvorhaben geebnet zu sein. Daran wird heute auch die noch einmal erforderlich gewordene Abstimmung im Repräsentantenhaus nichts mehr ändern. Kein Wunder, dass die US-Aktienmärkte während der vergangenen Tage ganz besonders von der Reform profitierten. Unterdessen kann man hierzulande bislang kaum von einer typischen Jahresendrallye sprechen. Zwar erreichte der DAX mit knapp 13.340 Zählern den höchsten Stand seit dem 9. November, aber so richtig Freude kam unter den Börsianern nicht auf. Im Wochenvergleich ist der DAX sogar nur um 0,4 Prozent gestiegen. Unterdessen ist der Optimismus unter den institutionellen Marktteilnehmern gegenüber der Vorwoche, gemessen an unserem Börse Frankfurt Sentiment-Index, um 12 Punkte auf einen Stand von nunmehr +14 zurückgefallen.
Dabei waren es nicht einmal nur Gewinnmitnahmen, die die in der Vorwoche noch recht freundliche Stimmung gedrückt haben. 8 Prozent aller Befragten haben sich nämlich direkt ins Bärenlager begeben, und die Hälfte davon waren ehemals neutral eingestellte Akteure. In diesem Sinne ist auch die jüngste BofA Merrill Lynch Umfrage unter internationalen Fondsmanagern zu lesen. Aber nur, weil die Kassehaltung der Vermögensverwalter in der jüngsten Erhebung im Monatsvergleich wieder von 4,4 auf 4,7 Prozent gesprungen ist. Tatsächlich ist nämlich ausgerechnet der deutsche Aktienmarkt gegenüber dem Vormonat noch gesuchter als zuvor. Mehr noch ist er der beliebteste unter den europäischen Mitstreitern: Per Saldo planen mehr als 40 Prozent der Befragten Deutschland im Vergleich zu den anderen EU-Staaten im nächsten Jahr überzugewichten.

Privatanleger glauben nicht mehr an Börsengewinne

Auch bei den Privatanlegern hat sich in unserer heutigen Befragung ein Hang zu Gewinnmitnahmen gezeigt, denn dort ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche um 6 Punkte auf einen Stand von +12 Punkte gefallen – 3 Prozent aller Panel-Teilnehmer haben sich direkt vom Bullen- ins Bärenlager begeben.
Per Saldo ist also der in der Vorwoche aufgekommene Optimismus wieder verflogen. Zwar liegen institutionelle und private Anleger stimmungstechnisch fast gleichauf und absolut betrachtet auch im positiven Bereich. Aber in der relativen Bewertung auf Sicht der vergangenen sechs Monate kann man die Einstellung der Privaten schon fast als neutral bezeichnen und diejenige ihrer institutionellen Pendants ebenfalls als nicht übermäßig positiv. Nach gängiger Lesart hat sich damit die Situation für den DAX zum Jahresschluss verbessert, da im Falle von Rücksetzern genügend Nachfrage vorhanden wäre, um das Börsenbarometer zu unterstützen.
Dies ist die letzte Sentiment-Erhebung in diesem Jahr. Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr und melden uns Anfang 2018 wieder zurück!
Ihre Meinung zählt: Markterwartungen von InvestorenDie Stimmen der professionellen Teilnehmer wurden bislang von privaten Anlegern ergänzt, die unter den aktivsten Tradern verschiedener Online-Broker rekrutiert wurden. Diesen Teil des Sentiment-Index stellt die Börse Frankfurt nun auf breitere Füße.Alle interessierten Anleger sind aufgerufen mitzumachen. Es dauert nur 15 Sekunden. Sie bekommen jeden Dienstag eine E-Mail mit einem Umfrage-Link. Ein Klick und fertig. Dafür erhalten Sie die Ergebnisse der Analyse sofort per E-Mail zugesandt. Möchten Sie teilnehmen? Dann schreiben Sie einfach eine E-Mail an sentiment@deutsche-boerse.com.

Börse Frankfurt Sentiment-Index
Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutralTotal44%30%26%ggü. letzter Erhebung-4%+8%-4%DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.220 (+55 Pkt.) Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +14 Punkte (Stand Vorwoche: +26 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum
Private Anleger

BullishBearishNeutralTotal43%31%26%ggü. letzter Erhebung-3%+3%+0% DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 13.220 (+55 Pkt.) Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +12 Punkte (Stand Vorwoche: +21 Punkte)

20. Dezember 2017, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.de
[embedded content]Über den Börse Frankfurt Sentiment-IndexDer Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

    Print       Email

You might also like...

Zwei für München

Read More →