Anleihen: Renditen steigen

By   /  December 23, 2017  /  Comments Off on Anleihen: Renditen steigen

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Anleihen: Renditen steigen

22. Dezember 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Verabschiedung der Steuerreform in den Vereinigten Staaten hinterlässt auch hierzulande ihre Spuren. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verlor auf Wochensicht von 163,57 auf 161,75 Prozent deutlich an Gewicht. “Der Renditeanstieg für zehnjährige Bundesanleihen spiegelt eine sich abzeichnende Mehrbelastung für den US-Haushalt wider”, meint Arthur Brunner von der ICF Bank. “Das wirft die Frage auf, ob die Federal Reserve künftig stärker als bislang angenommen auf die geldpolitische Bremse treten wird.”
In Anbetracht des nahenden Jahresendes und der schwindenden Handelsaktivitäten rät Klaus Stopp dazu, dem “Schwächeanfall” des hiesigen Zinsbarometers nicht zu viel Gewicht beizumessen. “Bei nur noch wenigen Handelstagen in 2017 sind die Positionen abgesichert und lediglich bei extremen Volatilitäten wird es zu einer Neuadjustierung kommen”, schätzt der Händler der Baader Bank. Um einen klaren Trend erkennen zu können, müsse man sich noch etwas gedulden.
Für Cyrus de la Rubia von der HSH Nordbank spricht vieles für ein insgesamt höheres Renditeniveau im kommenden Jahr. Eine robuste Weltkonjunktur verstärke aller Voraussicht nach die Inflationsdynamik bei gleichzeitig auslaufender geldpolitischer Unterstützung.
Preisverwerfungen möglich

Risiken vermutet Kollegin Sintje Boie im aus ihrer Sicht heiß laufenden Markt für Unternehmensanleihen. Dies gelte insbesondere für Bonds von Firmen mit unterdurchschnittlicher Bonität, die im gegenwärtigen Marktumfeld in den Genuss immer niedriger Risikoprämien für ihre Anleihen kämen. “Da dieses Segment im Vergleich zu Staatsanleihen relativ illiquide ist, kann es hier zu größeren Preisverwerfungen und Turbulenzen kommen, sollten Anleger wieder verstärkt die Fundamentaldaten ins Visier nehmen”, urteilt die Analystin. Letzteres könne dann der Fall sein, wenn die Europäische Zentralbank Ende kommenden Jahres ihren Bestand an Unternehmensanleihen nicht weiter aufstockt.
Frisches Geld für OMV Keine Probleme mit der Kreditwürdigkeit hat offenbar die in Wien ansässige OMV. Über eine Neuemission hat sich der Konzern (WKN A19TQ4) in dieser Woche erfolgreich über den Kapitalmarkt refinanziert, wie Stopp informiert. Die neunjährige, eine Milliarde Euro schwere Anleihe der Österreicher bietet Anlegern einen Kupon von 1,0 Prozent. Mit einer Stückelung von 1.000 Euro sei der Wert auch für Privatanleger interessant. Stopp 

Viele Bücher bereits geschlossen

Den aktuellen Handel mit Unternehmensanleihen beschreibt Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank als vorweihnachtlich beschaulich. Anleger hätten ihre turnusmäßigen Aufräumarbeiten zum Jahresende überwiegend hinter sich. Noch aktive Investoren verabschiedeten sich zumeist von einem KTG Agrar-Bond (WKN A1H3VN) und strichen ihre Gewinne einer Golden Gate-Anleihe (WKN A1KQXX) bei einem Kurs um 60,50 Prozent glatt.
Brunner spricht von anhaltendem Kaufinteresse an einer BayWa Hybridanleihe (WKN A2GSM1), die jährlich 4,25 Prozent Zinsen abwerfe. Seit der Handelsaufnahme am 9. Oktober hat sich der Wert von knapp 103 auf 107,25 Prozent entwickelt.
Steinhoff bleibt Antworten schuldig Die im Raum stehende Bilanzfälschung der Steinhoff-Gruppe bewegt weiterhin die Anlegergemüter, wie Daniel registriert. Eine in 2025 fällige Anleihe (WKN A19LXV) der in Schieflage geratenen Poco-Mutter sei vor dem Gläubigertreffen am Dienstag zunächst gekauft und in Folge wieder abgestoßen worden. Nach dem Schlusskurs von 49,15 Prozent am vergangenen Freitag stieg der Wert nach Beobachtung Daniels zwischenzeitlich auf 55 Prozent und gab in Folge wieder auf 46 Prozent nach. Daniel 

Das liege unter anderem an den gekürzten Kreditlinien einiger Gläubiger, nachdem der Möbelriese immer noch keine Auskunft über den wahren Zustand des Unternehmens habe geben können. Die Aktie des im MDAX notierten Konzerns verlor seit Anfang Dezember massiv an Wert und kostet aktuell 0,32 Euro.
MS Deutschland-Anleihe weiterhin handelbar

Besitzer eines Bonds (WKN A1RE7V) der insolventen MS Deutschland können laut Daniel den Wert über die Fälligkeit am 18. Dezember 2017 hinaus weiter handeln. “Das gibt Gläubigern die Möglichkeit eines Verkaufs über die Börse, ohne das Insolvenzverfahren komplett zu durchlaufen.”
Von: Anna-Maria Borse
22. Dezember 2017, © Deutsche Börse AG

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