Geschickt wie ein Papagei

By   /  December 23, 2017  /  Comments Off on Geschickt wie ein Papagei

    Print       Email

MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: Geschickt wie ein Papagei

Der Fichtenkreuzschnabel im Wintervögelporträt

Der Schnabel mit seinen sich überkreuzenden Spitzen ist eine Spezialanfertigung der Evolution, mit der der Vogel aus den Zapfen von Fichten und anderen Nadelbäumen die nahrhaften Samen herauspickt. Auf der Suche nach Nahrung lassen sich im Winter auch im Flachland Fichtenkreuzschnäbel beobachten.

Männlicher Fichtenkreuzschnabel – Foto: NABU/Felix Büscher

Fichtenkreuzschnabel – Foto: Matthias Entelmann/www.naturgucker.de

Fichtenkreuzschnabel – Foto: Everhardus Schnakel/www.naturgucker.de

Nicht größer als ein Grünfink, fällt bei den Fichtenkreuzschnäbeln das Männchen schon von weitem durch seine ziegelrote Farbe auf. Das Weibchen dagegen ist unscheinbar graugrün gefärbt, ebenso die Jungvögel bis in ihren ersten Winter hinein. Junge Kreuzschnäbel erkennt man an der kräftigen ober- wie unterseitigen Strichelung.Hauptmerkmal ist aber der namensgebende Schnabel. Man könnte fast meinen, die Vögel litten an einer Missbildung, aber das Gegenteil ist der Fall. Der Schnabel mit seinen sich überkreuzenden Spitzen ist eine Spezialanfertigung der Evolution, mit der Loxia curvirostra aus den Zapfen von Fichten und anderen Nadelbäumen die nahrhaften, ölhaltigen Samen herausgreift. Außerdem frisst er Blattriebe und Knospen.

Größe: 15 bis 17 ZentimeterZugtyp: TeilzieherBeobachtungszeitraum: Oktober bis April, im Mittelgebirge und Alpenraum ganzjährig

Der Spezialschnabel führt aber auch dazu, dass die Vögel stark von dieser Nahrungsquelle abhängig sind. Gibt es „zuhause“ wenige reife Zapfen, müssen sich die Fichtenkreuzschnäbel weiträumig auf Nahrungssuche begeben. Schon im Sommer kann es zu ersten Erkundungsflügen kommen, im Winter werden daraus in manchen Jahren Wanderungen über tausende Kilometer. Dann lassen sich bei uns auch im Flachland Fichtenkreuzschnäbel beobachten. Hauptverbreitungsgebiet sind die nördlichen Nadelwälder von Skandinavien bis Russland, er kommt aber bis nach Spanien und Nordafrika vor. In Deutschland brütet der Fichtenkreuzschnabel vor allem in den Alpen und in den Mittelgebirgen. Hier wird der aktuelle Bestand auf 32.000 bis 85.000 Brutpaare geschätzt.

Junger Fichtenkreuzschnabel – Foto: Hansjörg Ribis/www.naturgucker.de

Fichtenkreuzschnabel – Foto: Carolin Zimmermann/www.naturgucker.de

Fichtenkreuzschnabel im Flug – Foto: Hermann Daum/www.naturgucker.de

Vorüberziehende Kreuzschnäbel machen mit metallisch klingenden „Kipp-Kipp“-Rufen auf sich aufmerksam. Während der Nahrungsaufnahme verhalten sich die Vögel dagegen ruhig, nur herunterfallende Zapfen oder Samen zeigen dann von ihrer Anwesenheit. Immer wieder kann man Fichtenkreuzschnäbel auch am Boden beobachten, wo sie auf Pfützen trinken oder Schnee aufnehmen.

Wintervögel-Übersicht

    Print       Email

You might also like...

Zwei für München

Read More →