So summt‘s und brummt’s im Einkaufsbeutel

By   /  January 6, 2018  /  Comments Off on So summt‘s und brummt’s im Einkaufsbeutel

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: So summt‘s und brummt’s im Einkaufsbeutel

Unsere Tipps für Ihren insektenfreundlichen Einkauf

Wer etwas für Insekten tun möchte, kauft am besten Bioprodukte ein und gibt regionalen und saisonalen Erzeugnissen den Vorzug. Bei Getränken sind Säfte von Streuobstwiesen eine gute Wahl!

Obst im Biosupermarkt – Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Will man durch das eigene Einkaufsverhalten etwas für den Schutz von Insekten tun, so ist der Kauf von Bioprodukten, am besten von Bio-Anbauverbänden, ein wichtiger Faktor. Bio-Landwirte verzichten auf chemisch-synthetische Pestizide und Neonikotinoide, die für das Bienensterben verantwortlich zu sein scheinen und schonen dadurch Insekten. Sie verwenden außerdem weniger Dünger, dadurch kommt es nicht zu Nährstoffüberschüssen, und geben damit Pflanzen, die nährstoffarme Böden lieben, eine Chance. Denn diese Pflanzen ziehen wiederum viele spezialisierte Insekten an, wie zum Beispiel den Dunklen Wiesenknopfameisenbläuling. Für Bioprodukte spricht außerdem, dass beim Anbau eine weite Fruchtfolge mit Klee und anderen Hülsenfrüchtlern zur Anwendung kommt. Diese Früchte bieten zusätzliches Futter für Insekten. Außerdem nutzen Bio-Landwirte häufig Untersaaten oder Zwischenfrüchte, auch diese garantieren den Insekten Nahrung und Lebensraum.

Kaufen Sie regional – und saisonal!

Wichtig ist auch, so oft wie möglich regional und saisonal einzukaufen. Damit unterstützt man zum einen nicht die Umweltzerstörung durch riesige Monokulturen außerhalb Europas und verhindert andererseits das Verbauen der Landschaften durch Gewächshäuser. Und auch der Klimaschutz profitiert von kürzeren Transportwegen. Den Fleischkonsum sollte man möglichst reduzieren und darauf achten, nur Fleisch aus Freilandhaltung zu kaufen. Denn Weidehaltung fördert Insekten, da die Weideflächen der Tiere zumeist nicht auf einmal abgemäht werden. Kurzrasige Flächen sind ein idealer Lebensraum für Stare, Bachstelzen, Rauchschwalben, aber ebenso auch für Laufkäfer und manche Heuschreckenarten. Das Mosaik von unterschiedlich hohem Gras bildet Lebensräume für verschiedenste Arten. Außerdem ist der Kot der Weidetiere, bei geringem oder keinem Einsatz von Wurmmitteln und Antibiotika, eine wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Insekten wie Dungkäfer. Diese Vorteile für die Natur und Insekten gelten übrigens auch für den Kauf von Milchprodukten aus Weidemilch.Beim Honigkauf sollte man geht man am besten zum „Imker um die Ecke“. Honigbienen sind sehr wichtig für die Bestäubung vieler Pflanzen, und ihre Imker setzen sich häufig auch für Wildbienen ein. Die Imker leisten Öffentlichkeitsarbeit und sensibilisieren für Probleme der Insekten.

Keine Chemie im eigenen Garten

Besitzt man einen eigenen Garten, ist es sehr wichtig, keine Chemie im Garten einzusetzen, insektenfreundliche Blumen und Sträucher zu pflanzen (bevorzugt Pflanzen in Bio-Qualität) und heimische Pflanzen mit Blüten (Malven, Wiesensalbei, Akelei, heimische Rosen) oder Pflanzen mit Nutzen für Insekten wie Küchenkräuter (Oregano, Salbei, Thymian) zu kaufen. Bei Gehölzen sollte man heimische Sträucher bevorzugen wie Kornelkirsche und Weißdorn, die z.B. in regionalen Baumschulen erhältlich sind. Exotische Pflanzen bieten oft keinen Nektar bzw. der Nektar in gefüllten Blüten ist meist nicht zugänglich für Insekten. Daher nehmen sie nicht-heimische Arten oft nicht an. Heimische Gewürzpflanzen dagegen sind wie ein „All-you-can-eat“-Buffet für Insekten. Umgekehrt sind viele Gewürzpflanzen wiederum auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Sträucher bieten im Herbst auch zusätzlich Nahrung für Vögel sowie generell Verstecke und Nahrung für Insekten.

Säfte von Streuobstwiesen

Getränkeregal im Biosupermarkt – Foto: NABU/Sebastian Hennigs

Sinnvoll ist es auch, Säfte aus Streuobstwiesen zu kaufen. Streuobstgärten bestehen aus verschieden alten hochstämmigen Bäumen oft unterschiedlicher Obstarten. Es erfolgt kein Einsatz von Pestiziden, die Bäume bieten vielen Vögeln, Insekten und Säugern Lebensraum, so z.B. als Bruthöhlen für den Sperlingskauz. Im Frühling verfügen sie über Blütenreichtum und sind oft verbunden mit einer extensiven Wiese oder Weide, die ebenfalls ein reichhaltiges Blütenangebot für Insekten bietet. Zudem stellen herabfallende Früchte im Herbst Nahrung für Wespen, aber auch für Schmetterlinge wie den Admiral, bereit.

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