Deutsche Landwirtschaft mit ambitionierten Zielen im Klimaschutz

By   /  January 11, 2018  /  Comments Off on Deutsche Landwirtschaft mit ambitionierten Zielen im Klimaschutz

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Deutsche Landwirtschaft mit ambitionierten Zielen im Klimaschutz

„Für die
deutschen Landwirte ist der Klimawandel eine enorme Herausforderung. Wie kein
anderer Wirtschaftsbereich sind Land- und Forstwirtschaft unmittelbar davon
betroffen, wie die Extremwetterereignisse im zurückliegenden Jahr gezeigt
haben. Die Bauernfamilien nehmen deshalb die Verantwortung für einen
effizienten Klimaschutz sehr ernst. Nur gemeinsam mit Gesellschaft, Politik und
Forschung kann dem Klimawandel und seinen Folgen wirksam entgegengesteuert
werden. Mit seiner Klimastrategie 2.0 zieht der Bauernverband eine
Zwischenbilanz zum Klimaschutz in der Landwirtschaft, formuliert konkrete Ziele
und beschreibt ein Paket von über 20 Maßnahmen für eine weitere Verbesserung
der Klimaschutzleistungen der Land- und Forstwirtschaft“, so die Bewertung des
Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, zur heute
veröffentlichten Klimastrategie 2.0 des DBV. 
 
„Bereits
2010 hatte der Bauernverband strategische Ziele für den Klimaschutz in Angriff
genommen, die mit der Klimastrategie 2.0 ausgebaut und weiterentwickelt
wurden“, betonte der Umweltbeauftragte des DBV und Präsident des Bauern- und
Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, vor Journalisten in
Berlin. „Land- und Forstwirte haben bereits erfolgreich zum Klimaschutz beigetragen.
So wurden seit 1990 die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft um 16
Prozent gesenkt. Der Einsatz der Bioenergie im Verkehrs-, Wärme- und
Energiesektor ersetzt fossile Energieträger und vermeidet bisher Emissionen in
Höhe von knapp 60 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten. Die deutsche Landwirtschaft ist
selbst klimaeffizienter geworden und hilft anderen Sektoren beim Klimaschutz“,
verdeutlichte Hartelt in der DBV-Pressekonferenz. Emissionen seien verringert
worden, obwohl gleichzeitig Erträge verbessert wurden. Die
CO2-Vermeidungsleistung durch Bioenergie konnte weiter ausgebaut werden. Doch
trotz angestrebter Energiewende fehlt augenblicklich der politische Rückenwind
für erfolgreichen Klimaschutz durch Bioenergie.
 
In der
Klimastrategie 2.0 hält der DBV an seinen Klimaschutzzielen grundsätzlich fest,
entwickelt sie aber weiter zu einem ambitionierten strategischen und
praxisnahen Konzept. „Wir stehen zu unserem ehrgeizigen Ziel, die Emissionen an
Treibhausgasen aus der Landwirtschaft um 30 Pro-
zent bis
2030 gegenüber 1990 zu senken. Auch sehen wir eine Verdopplung der CO2-
Vermeidungsleistung
durch Bioenergie bis 2030 gegenüber 2010 als realistisch und zielführend für
den Klimaschutz an. Als zusätzliche Ziele haben wir uns in der Klimastrategie
2.0 vorgenommen, die Klimaeffizienz landwirtschaftlicher Erzeugung weiter zu
steigern. Bereits heute erzeugen unsere Milchviehhalter in Deutschland ihre
Milch mit weltweit den geringsten Emissionen an Treibhausgasen. Wir setzen uns
des Weiteren das Ziel, die CO2-Senkenleistung in landwirtschaftlichen Böden und
der Forstwirtschaft zu erhalten und auszubauen“, erklärte Hartelt die Ziele der
DBV-Klimastrategie 2.0.
 
„Die
Umsetzung der Strategie kann nur gemeinsam mit Politik und Gesellschaft
erfolgen. Zielkonflikte zwischen Klimaschutz und Tierwohl oder bei der
Bioenergie sind nur mit Unterstützung von Wissenschaft, Beratung, Politik und
Gesellschaft erfolgreich zu lösen. Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe. Wir Landwirte sind bereit, auch weiterhin unseren Beitrag zu leisten
und den Dialog mit Politik und Gesellschaft zu führen“, betonte der
DBV-Umweltbeauftragte.
 
Hartelt
erläuterte den praktischen Ansatz des DBV für Klimaschutz in der
Landwirtschaft: „Für einen erfolgreichen Klimaschutz in der Landwirtschaft
gemeinsam mit den Bauern streben wir eine Steigerung der Effizienz in
Tierhaltung und Pflanzenbau an. Dabei gilt es, das im Klimaabkommen von Paris
verankerte Ziel der Ernährungssicherheit zu berücksichtigen und Klimaschutz so
auszugestalten, dass gerade auch kleine und mittlere Betriebe nicht übermäßig
belastet werden. Zur Erreichung der Klimaschutzziele des DBV bedarf es auch des
notwendigen Klimas für Innovationen und Investitionen in der Landwirtschaft,
nur dann kann Klimaschutz erfolgreich sein.“ Als einzelne Klimaschutzmaßnahmen
hob Hartelt die Bereiche Fütterung, Düngung und die Verwertung von Gülle in
Biogasanlagen hervor. Hartelt wörtlich: „Über eine bessere Ausnutzung des
Stickstoffdüngers und noch zielgenauere Düngung können wir nicht nur das Klima
schützen, sondern reduzieren auch mögliche Auswirkungen auf Gewässer. Ebenso
spielt eine passgenau zugeschnittene Fütterung eine entscheidende Rolle, um die
Tierhaltung noch umweltschonender zu gestalten. Und schließlich stellt die Verwertung
der anfallenden Gülle in Biogasanlagen eine Win-win-Situation für das Klima
dar, da damit Methanemissionen aufgefangen werden und fossile Energien ersetzt
werden können.“

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