Vorbeugung vor Afrikanischer Schweinepest Gebot der Stunde

By   /  January 12, 2018  /  Comments Off on Vorbeugung vor Afrikanischer Schweinepest Gebot der Stunde

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Vorbeugung vor Afrikanischer Schweinepest Gebot der Stunde

Der Deutsche
Bauernverband (DBV) hat ein Konzept mit den aus Sicht der Landwirtschaft
notwendigen, zu ergreifenden Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung der
Afrikanischen Schweinepest vorgestellt. „Für uns haben vorbeugende Maßnahmen und
deren Umsetzung angesichts des scheinbar unaufhaltsamen Vorrückens der
gefährlichen Tierseuche, gegen die es noch keine Impfung gibt, derzeit oberste
Priorität. Wir fordern ein bundeseinheitliches Vorgehen in der Seuchenprävention“, betonte
DBV-Vizepräsident Werner Schwarz vor Journalisten in Berlin.
 
Die Afrikanische
Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende Tierkrankheit. Sie befällt ausschließlich
Wild- und Hausschweine. Menschen und andere Tierarten können sich nicht
anstecken. Daher ist ASP für Menschen ungefährlich.
 
„Die
volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen eines Ausbruchs der Afrikanischen
Schweinepest sind kaum vorstellbar. Bereits das Auftreten im Wildschweinbestand
würde bedeuten, dass kein Schweinefleisch mehr in Drittländer, also in Länder außerhalb
der EU, exportiert werden kann. Diese Restriktionen würden somit zu einem
dramatischen Preisverfall im deutschen Schweinemarkt führen. Für unsere Schweinehalter könnten die Verluste
geschätzt zwei
bis drei Milliarden Euro pro Jahr bedeuten. Mit Folgekosten für die vor- und
nachgelagerten Bereiche und für die eigentliche Seuchenbekämpfung würden Kosten
in zweistelliger Milliardenhöhe entstehen. Dies würden viele Betriebe nicht
verkraften,“ erklärte Schwarz.
 
Schwarz machte
deutlich, dass der Bauernverband seit Mitte letzten Jahres intensive Gespräche
mit den Landwirten, Tierärzten, Jägern sowie mit Ministerien und Verbänden
führe, um zu sensibilisieren und für sinnvolle Präventionsmaßnahmen zu werben. Gleichzeitig bereite man die Schweine haltenden Betriebe aber auch auf einen
möglichen Ausbruch der Tierseuche vor. „Doch wir benötigen zur Umsetzung der
Präventionsmaßnahmen jetzt dringend auch die Unterstützung von Bund und Ländern”, forderte Schwarz.
 
„Die Branche mit ca.
120.000 Erwerbstätigen in knapp 24.000 Betrieben mit Schweinehaltung ist in
großer Sorge vor einem Einschleppen der Tierseuche. Übertragen wird die Afrikanische
Schweinepest durch direkten Tierkontakt, aber auch durch Speiseabfälle oder über
kontaminierte Gegenstände wie Fahrzeuge, Geräte, Kleidung. Deshalb birgt der
Tourismus und grenzüberschreitendes Transportwesen ein hohes
Gefährdungspotential. Weggeworfene Essensreste können von Wildschweinen
aufgenommen werden, so dass sich die Seuche schnell über große Strecken verbreitet
und auch nach Deutschland kommen könnte“, stellte Schwarz fest.
 
„Für die deutsche
Schweinehaltung ist der Export in Drittländer sehr wichtig, da diese vor allem
die Teile vom Schwein nachfragen, die der deutsche Verbraucher nicht mehr verzehrt
wie Pfötchen, Ohren und Schweinespeck. 2016 wurden über 800.000 Tonnen
Schweinefleisch- und Nebenprodukte in Drittländer exportiert“, erläuterte Schwarz.
Zu den Präventionsmaßnahmen zählte er unter anderem wildsichere Müllbehälter an
allen Autobahnen, Bundes- und Landstraßen und Rastplätzen, die regelmäßig
geleert werden.
 
Für den Erfolg der vorbeugenden
Maßnahmen sei entscheidend, den Wildschweinbestand jetzt konsequent und
nachhaltig zu verringern. Deutschland
hat einen sehr hohen Wildschweinebestand, obwohl allein im letzten Jahr über
610.000 Wildschweine erlegt wurden. „Bund und Länder müssen zeitnah handeln, um
den Jägern eine konsequente Reduktion zu vereinfachen. Dabei spielt auch eine Aufwandsentschädigung
für Jäger für erlegtes Schwarzwild eine Rolle. Denn je nach Gebiet sind die
Kosten und vor allem der zeitliche Aufwand sehr hoch, um die Tiere zu beproben.
Es gibt keine ausreichende Anzahl an Annahme- und Untersuchungsstellen. Auch in
den Staats- und Bundesforsten muss ein Umdenken stattfinden, in welchen
teilweise monatelange Jagdruhen bestehen, die dem Schwarzwild Rückzugsgebiete bieten.
Neben den Präventionsmaßnahmen hat aber auch die Entwicklung eines Impfstoffes
höchste Priorität“, betonte Schwarz.
 
Schwarz appellierte auch an Reisende,
Erwerbstätige und LKW-Fahrer, die aus mit der Schweinepest befallenen Ländern Osteuropas
kommen, keine Wurst- und Fleischwaren nach Deutschland mitzubringen. Experten sehen
in solchen Lebensmitteln ein großes Risiko für die Einschleppung des Virus.

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