Was steht im Sportentwicklungsbericht 2015/2016? (Teil 8)

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MIL OSI – Source: DOSB –

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Was steht im Sportentwicklungsbericht 2015/2016? (Teil 8)
17.01.2018
Im Sommer ist der sechste Sportentwicklungsbericht erschienen. In einer mehrteiligen Serie werden wichtige Ergebnisse dieser bundesweiten Erhebung vorgestellt.

Im aktuellen Sportentwicklungsbericht wurde erstmals eine Sonderauswertung für die Wassersportvereine in Deutschland vorgenommen. Foto: picture-alliance

Im jüngsten Befragungszeitraum 2015/2016 wurde erstmals eine Sonderauswertung für die Wassersportvereine in Deutschland vorgenommen. Daran waren insgesamt 1.472 Vereine beteiligt. Diese verteilen sich auf folgende Sportarten bzw. Wassersportgruppierungen: Kanu/Kajak einschließlich Kanupolo und Drachenboot (28,9 Prozent aller Vereine dieser Gruppe haben sich an der Befragung beteiligt), Motorbootsport mit Motoryachtsport (33,2 Prozent), Rettungsschwimmen (8,8 Prozent), Rudern (46,6 Prozent), Segeln einschließlich Windsurfen und Kitesurfen (36,0 %Prozent), Tauchen (31,4 Prozent) und Wasserski bzw. Wakeboarden (80,8 Prozent).
Bei den befragten Wassersportvereinen handelt es sich bei 67,7 Prozent um Einspartenvereine, also um reine Wassersportvereine, während 32,3 Prozent Mehrspartenvereine mit mindestens einem Wassersportangebot sind. Durchschnittlich gehören 147 Menschen einem Wassersportverein als eingetragene Mitglieder an. In den befragten Mehrspartenvereinen mit Wassersport sind durchschnittlich 639 Mitglieder organisiert, hier fallen wiederum etwa 121 auf die Wasser-sportabteilung.
Die insgesamt in Deutschland tätigen 6500 Wassersportvereine bilden nach Aussagen der Autoren des Sportentwicklungsberichtes eine Trägerfunktion in den Bereichen Leistungs-, Breiten- und Freizeitsport. Sie begnügen sich nicht nur um ein einfaches Sportangebot, sondern streben weiterhin an bzw. pflegen mehrheitlich eine rein ehrenamtliche Vereinsorganisation. Ferner sind ihnen Werte wie Fair Play und Toleranz zu vermitteln besonders wichtig, im Ranking gefolgt von der gleichberechtigten Partizipation von Mädchen/Frauen und Jungen/Männern sowie Familien das Sporttreiben im Wasser zu ermöglichen.
Was das Freiwillige Engagement bzw. die Ausübung des Ehrenamtes in den Wassersportvereinen anbelangt, ist im Durchschnitt in den reinen Wassersportvereinen jede ehrenamtlich tätige Person 13 Stunden pro Monat engagiert. In mehrspartigen Wassersportvereinen sind es sogar 14,7 Stunden, wobei sich dieser Wert auf den Gesamtverein bezieht. Was im Vergleich dazu die bezahlte Mitarbeit angeht, haben (nur) 2,3 Prozent aller reinen Wassersportvereine mindestens eine bezahlte Kraft in einer Führungsposition. Über eigene Sportanlagen verfügen rund 59 Prozent aller reinen Wassersportvereine, knapp 63 Prozent der Mehrspartenvereine mit Wassersportabteilung. Weitere Auswertungen beziehen sich z.B. auf die Infrastruktur der Wassersportvereine (u.a. Steganlagen, Schulungs- und Seminarräume, Fahrzeuge), die – was nicht sonderlich überrascht – am häufigsten eigene Sport- und Ausrüstungsgegenstände besitzen.
Eine gesonderte Auswertung wird noch für die 480 Rudervereine in Deutschland vorgenommen. Hier ergibt sich u.a. ein auffallender Befund hinsichtlich der Bedeutung der Jugendarbeit, die gegenüber 2013 leicht zurückgegangen ist. Allerdings sind Rudervereine nach wie vor leistungssportlich ambitioniert, und zwar deutlich mehr als Sportvereine ohne ein Ruderangebot. Der Rudersport scheint weiterhin eine Männerdomäne zu sein. Durchschnittlich sind 163 Personen in einem Ruderverein Mitglied, davon knapp zwei Drittel sind Männer, wie die Antwort auf eine sogenannte Zusatzfrage für Rudervereine (Abschnitt 6. im Band ab Seite 363) ergab. Hier bezog sich die letzte Frage auf Informationen bzw. Kenntnisse über die „Gelbe Welle“ des Deutschen Tourismusverbandes. Das ist ein Hinweissystem für Wasserwanderer, das Gäste willkommen heißt. Demnach ist die „Gelbe Welle“ in 14,7 Prozent aller Rudervereine bekannt, von 4,9 Prozent wird sie genutzt, während 0,5 Prozent in Erwägung ziehen, sich ihr anzuschließen.
Literatur und Hinweise zum Sportentwicklungsbericht 2015/2016:
Breuer, C. (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2015/2016. Band I: Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. Hellenthal 2017: Sportverlag Strauß.
Breuer, C. (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2015/2016. Band II: Weiterführende Strukturanalysen. Hellenthal 2017: Sportverlag Strauß.
Weitere Informationen zum Thema Sportentwicklungsbericht mit Downloadmöglichkeiten sind auf der Homepage des DOSB unter www.dosb.de/seb  abrufbar.
Für weitere Auskünfte steht Christian Siegel (siegel(at)dosb.de) im DOSB zur Verfügung.
(Quelle: DOSB/Prof. Detlef Kuhlmann)

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