Die Landwirtschaft geht ihre Herausforderungen an

By   /  January 18, 2018  /  Comments Off on Die Landwirtschaft geht ihre Herausforderungen an

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Die Landwirtschaft geht ihre Herausforderungen an

„Wir wollen die Landwirtschaft verändern
und weiterentwickeln, aber die vielfältigen Strukturen einer unternehmerischen,
familiengetragenen Branche sichern. Der Deutsche Bauernverband mit seinen
Landesverbänden wird sein Ziel „Veränderung gestalten“ konsequent weiterverfolgen.
Dabei kommt es auf praxistaugliche und wirtschaftliche Alternativen an.“ Dies betonte
der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf der Pressekonferenz zur
Eröffnung der Internationalen Grünen Woche 2018 in Berlin. „Von der neuen
Bundesregierung erwarten die Landwirte Rückendeckung für diesen
Entwicklungsprozess. Den Blick nur auf das Ordnungsrecht zu richten, hilft
nicht weiter. Dies wäre sogar schädlich, weil es dadurch in der Vergangenheit auch
zu einem verschärften Strukturwandel gekommen ist,“ erklärte Rukwied.
 
Die Landwirte hätten die wirtschaftliche
Erholungsphase nach den Krisenjahren 2015 und 2016 genutzt, um wieder zu
investieren und Eigenkapital aufzubauen, betonte der Bauernpräsident. Umweltschutz
und Tierwohl würden durch Innovationen wie digitale Techniken verbessert werden. „Die digitale Vernetzung der
Daten aus dem Stall, aus Bodenbearbeitung, Ernte, Bodenuntersuchungen, Düngung
und Witterung setzt neue Maßstäbe für den landwirtschaftlichen Beruf. Zwei
Drittel unserer Landwirte sehen deshalb in der Digitalisierung Chancen für
ihren Betrieb und schätzen sich selbst als kompetent ein. Fast 70 Prozent der
Landwirte sind nach einer gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom durchgeführten
Untersuchung überzeugt, dass die digitale Kompetenz in Zukunft genauso wichtig
sein wird wie die klassische oder unternehmerische Kompetenz“, unterstrich
Rukwied. Neben der Landwirtschaft und der Umwelt seien die Verbraucher die
Nutznießer der Digitalisierung, da über Transparenz und Rückverfolgbarkeit das
Informationsangebot verbessert werde könne.
 
Die digitale Technik sei für alle Betriebe unabhängig von der Größe
nutzbar. Das größte Problem sei derzeit jedoch, das in ländlichen Räumen das
notwendige schnelle Internet sehr häufig nicht vorhanden sei. „Die neue
Bundesregierung ist gefordert, bei dem Ziel der Errichtung flächendeckender
Gigabit-Netze über Glasfaser und 5G die ländlichen Gebiete besonders in den
Fokus zu nehmen“, betonte Rukwied.
 
Die Tierhaltung in Deutschland wandele sich nicht nur durch die Digitalisierung,
sondern auch durch wirtschaftsgetragene Konzepte wie die Initiative Tierwohl. Ab
2018 würden 23 Prozent der in Deutschland gemästeten Schweine und über 1.000
Geflügelbetriebe über die Initiative Tierwohl erreicht werden. Der Lebensmitteleinzelhandel
finanziere bis 2020 mit jährlich 130 Mio. Euro diesen Wandel. Der hohe
Marktanteil lasse eine Verbindung mit einem staatlich getragenen Tierwohl-Label
als sinnvoll und notwendig erscheinen, so Rukwieds Einschätzung.
 
Spürbare Veränderungen seien auch
im Ackerbau und im Umweltschutz im Gange. So werde durch das Mitte 2017 in Kraft
getretene neue Düngerecht der Grundwasserschutz verbessert und der bereits in
den Vorjahren eingeschlagene Weg zur Senkung der Stickstoffüberschüsse weiter
beschritten. „Beispiele aus den Vorjahren zeigen, dass mit geeigneten Maßnahmen
die Nitratgehalte im Grundwasser in Regionen wie Baden-Württemberg erfolgreich
gesenkt werden konnten. Im Blick haben wir diejenigen 15 Prozent der Brunnen in
Deutschland, wo Handlungsbedarf bei der Grundwasserqualität besteht. Hier ist eine
enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft zur
Problemlösung notwendig“, erklärte Rukwied. Der Bauernpräsident verwies weiter
auf die Klimastrategie des DBV. Dieses Konzept lege das Ziel fest, die Treibhausgas-Emissionen
aus der Landwirtschaft um 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 zu senken.
Wichtige Bausteine seien eine Verdoppelung der CO2-Vermeidungsleistung durch
Bioenergie und die weitere Steigerung der Klimaeffizienz in der
landwirtschaftlichen Erzeugung.
 
In verschiedenen Forschungsprojekten
würden wichtige Zukunftsfragen wie die Verbesserung der Artenvielfalt in der
Agrarlandschaft geklärt. Auch für die Landwirte sei es von großer Bedeutung, eine
vielfältige Flora und Fauna mit einer effizienten Erzeugung von Lebensmitteln
in Einklang zu bringen. „Die Lösung dieser Fragen nehmen unsere Landwirte sehr
ernst. Denn wir wirtschaften in und mit der Natur, brauchen Artenvielfalt, ohne
die wir nicht erfolgreich Landwirtschaft betreiben können“, hob Rukwied hervor.
Zu den Projekten zählen auch die bundesweiten der Bauernverbände und deren
Kulturlandschaftsstiftungen wie das Projekt „Lebendige Agrarlandschaften“ des
DBV sowie das Projekt FRANZ des DBV gemeinsam mit der Michael-Otto-Stiftung für
Umweltschutz, die sich beide auf der Grünen Woche den Messebesuchern
vorstellen.

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