125.000fachen Dank!

By   /  January 20, 2018  /  Comments Off on 125.000fachen Dank!

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: 125.000fachen Dank!

Die Stunde der Wintervögel 2018 bricht alle Rekorde

Mehr Meldungen, mehr Teilnehmer, mehr Vögel. Noch werden die letzten postalisch eingegangenen Meldebögen in die Datenbank eingetragen. Doch schon jetzt steht fest, dass die achte bundesweite Stunde der Wintervögel alle Rekorde gebrochen hat.

Wintergoldhähnchen – Foto: NABU/Ronald Schulz

19. Januar 2018 – Bundesweit haben 125.593 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde in 85.188 Gärten und Parks 3.301.964 Vögel gezählt. Das ist in jeder Hinsicht mehr als je zuvor bei einer Stunde der Wintervögel. Auch pro Garten gerechnet, gab es deutlich mehr Vögel als im Vorjahr zu sehen. Vor allem Arten die sich 2017 rar gemacht hatten, finden nun wieder in die Gärten zurück, allen voran die verschiedenen Meisen, aber auch Kleiber, Buntspecht und Kernbeißer.

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Es kommen wieder mehr Vögel in die Gärten

Zwischenergebnisse der „Stunde der Wintervögel“

09. Januar 2018 – Die Zwischenbilanz der achten bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ zeigt: Der vergangene Winter mit den sehr geringen Vogelzahlen war offenbar eine Ausnahme. „Von den meisten Arten wurden bei der Stunde der Wintervögel in diesem Jahr wieder ähnlich hohe Zahlen gemeldet wie im langjährigen Durchschnitt“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die besonders geringen Vogelzahlen vom Vorjahr waren also ein Ausreißer und haben sich zum Glück nicht wiederholt.“ Allerdings sei die Zahl der gemeldeten Wintervögel pro Garten im langjährigen Trend leicht rückläufig. „Nach den bisherigen Zwischenergebnissen wurden in diesem Jahr knapp 39 Vögel pro Garten gesichtet. Bei der ersten Zählung 2011 waren es noch 46. Im vergangenen Jahr waren es jedoch sogar nur 34 Vögel“, so Miller.

Im milden Winter bleibt auch der Vogel des Jahres gerne hier. – Foto: Axel Aßmann/www.naturgucker.de

An den bisher erfassten Meldungen zeigen sich Auswirkungen des milden Winters auf das Zugverhalten einiger Teilzieher. „Wie im Vorjahr blieben Stare und Heckenbraunellen vermehrt bei uns. Auch eigentliche Zugvögel wie Bachstelzen, Hausrotschwänze und Zilpzalpe wurden deutlich häufiger gemeldet als sonst“, so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. „Durch die milden Winter der vergangenen Jahre können diese Arten vermehrt in Deutschland erfolgreich überwintern. Gleichzeitig ließen sich Meisen, Finken und Eichelhäher diesmal nicht davon abhalten, aus dem Norden und Osten zu uns zu ziehen. Mildes Wetter reicht allein nicht aus, um eine geringe Zahl an Wintervögeln in den Gärten vorherzusagen. Auch Faktoren wie das Angebot an Baumsamen im Wald und das Wetter in anderen Teilen Europas spielen eine Rolle.“

Die Kohlmeise flattert auf Platz 2 und verdrängt damit die Amsel. – Foto: Frank Derer

Der Haussperling ist mit im Schnitt 5,7 Exemplaren pro Garten wieder der am häufigsten gemeldete Vogel. Die Kohlmeise (5,3) hat den Abstand zur Spitze wieder verkleinert. In diesem Jahr hat sie den Titel der am weitesten verbreiteten Art ergattert. In 96 Prozent aller Gärten und Parks wurde sie gesichtet und verdrängt damit die Amsel als bisherigen Spitzenreiter.Bei den Teilnehmerzahlen bei der Stunde der Wintervögel geht es offenbar weiter nach oben. Mit bis zum heutigen Dienstag über 90.000 Teilnehmern, die ihre Sichtungen aus über 60.000 Gärten und Parks dem NABU und seinem bayerischen Partner LBV gemeldet haben, deutet sich erneut ein Rekord an. Noch bis zum 15. Januar können Zählergebnisse nachgemeldet werden, auch die Eingabe der postalisch eingegangenen Meldungen steht noch aus. Außerdem findet noch bis zum 12. Januar die „Schulstunde der Wintervögel“ statt. Die Endauswertung der Ergebnisse der „Stunde der Wintervögel“ ist für Ende Januar geplant.

Erwischt: Später Zug der Kraniche

Die Zwischenergebnisse von Sonntag

Fichtenkreuzschnabel – Foto: Matthias Entelmann/www.naturgucker.de

07. Januar 2018 – Kraniche sind nicht gerade die typischen Gartenvögel. Aber wenn sie den Garten überfliegen, werden auch sie bei der Stunde der Wintervögel mit erfasst. Und so wurden am heutigen Sonntag mehr als 3500 Kraniche notiert – auch in den Kranich-Kerngebieten im Norden und Nordosten Deutschlands, vor allem aber über Niedersachen und NRW bis zum Saarland. Bei beständigem Nordostwind hatten sich nämlich viele der bisher noch in Deutschland überwinternden Kraniche entschieden, doch noch in mildere Regionen wegzuziehen. Der Nordostwind wird auch morgen noch blasen, ein Blick in den Himmel kann sich also lohnen. Einen ähnlichen Kranichabzug pünktlich zur Stunde der Wintervögel hatte es schon 2016 gegeben, damals auch entlang der mittleren Zugschiene quer über Hessen.

Schön mild, da bleiben wir einfach mal hier…

Noch vor wenigen Jahren zogen unsere Kraniche komplett in den Winterurlaub. Nun versuchen immer mehr Kraniche, sich den kräftezehrenden Flug in den Süden zu sparen – und wenn sie wegziehen, dann zum Teil nur noch bis Frankreich. Wird es doch noch ungemütlich, können die großen Vögel kurzfristig ausweichen, wie der Zug heute zeigt.Auch kleinere Vögel probieren es im Zeichen des Klimawandels mit dem Winteraufenthalt in Mitteleuropa. Es sind in der Regel sogenannte Kurzstreckenzieher, die sich diesen kurzen Weg nun auch noch sparen. Wie die Stunde der Wintervögel zeigt, sind in diesem Winter besonders viele Kurzzieher erst gar nicht losgeflogen. Hausrotschwanz, Mönchsgrasmücke und Bachstelze wurden teils doppelt so häufig beobachtet wie im Vorwinter. Der Star schließlich, Vogel des Jahres 2018, und schon immer recht flexibel, lässt sich momentan noch nahezu in ganz Deutschland beobachten. Auch wenn die Winterschwerpunkte wie immer im Westen liegen.

Angesichts von inzwischen mehr als 1,8 Millionen gemeldeten Wintervögeln aus 46.000 Gärten und Parks sind die 3500 Kraniche aber nur ein Randereignis. Ganz vorne liegt derzeit der Haussperling mit 270.000 Vögeln, gefolgt von Kohl- und Blaumeise mit 249.000 und 185.000 Exemplaren. Herzlichen Dank an 70.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde!

Da knubbelt sich etwas: Die größte Starenkonzentration gibt es im Dreieck Köln-Frankfurt-Saarbrücken.

Insgesamt wurde pro Garten ein Fünftel mehr Vögel beobachtet. Nachdem im Vorwinter die Zahlen um 15 Prozent abgenommen hatten, ist also mehr oder minder wieder der Normalstand erreicht. Prozentual am stärksten zugelegt haben Haubenmeise und Kernbeißer, ihre Beobachtungen verdreifachten sich. Wie sehr die Gesamtanstiege auf Wintergäste aus dem Norden und Osten zurückzuführen sind, und wie viel auf die bei uns nur mäßig Früchte tragenden Waldbäume, lässt sich auf die Schnelle nicht sagen. Klassische Invasionsarten machten sich rar. Seidenschwänze wurden nur ganz wenige gesichtet, die Erlenzeisige halten sich ebenfalls zurück und Bergfinken konzentrieren sich aktuell auf den Schwarzwald und das Alpenvorland. Auffällig unter den eher seltenen Arten ist der Fichtenkreuzschnabel, dessen Einflug sich auf Regionen ganz im Osten entlang der Grenze zu Polen konzentriert.

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Am Haussperling kommt keiner vorbei

Die Zwischenergebnisse von Samstag

Die Amsel verliert an Terrain. Als einzige der häufigen Arten wird sie deutlich weniger beobachtet als im Vorwinter. – Foto: Frank Derer

Nachtrag 20.20 Uhr – Der Aktionssamstag endet mit 745.810 gemeldeten Vögeln aus 18.494 Gärten und Parks. Es wurden also noch einmal doppelt so viele Meldungen eingetragen wie am Freitag. Herzlichen Dank an 26.783 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde! Morgen ist nach aller bisherigen Erfahrung eine weitere Steigerung zu erwarten. Unsere Webserver werden ordentlich zu tun haben, wir freuen uns darauf.

06. Januar 2018 – Nach dem fast flächendeckenden Einbruch der Wintervogelzahlen im Vorwinter scheint nun wieder Normalität eingekehrt zu sein. Ob es am stärkeren Zuzug aus dem Norden und Osten liegt oder am bescheidenen Nahrungsangebot in den Wäldern: Meisen, Kleiber und Spechte bevölkern reichlich die Gärten.Bis zum frühen Samstagnachmittag hatten über 20.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde schon eine halbe Million Vögel gemeldet. Was sich bereits gestern abzeichnete, bestätigt sich immer mehr: Nach dem Einbruch im Vorwinter kommen nun deutlich mehr Vögel in die Gärten. Die meisten Arten erreichen wieder Normalniveau.Am häufigsten wurden Haussperlinge gesichtet. Der Dauersieger der letzten Jahre liegt also wieder vorne und das wird sicher auch so bleiben. Direkt dahinter gibt es aber einige Wechsel. Kohl- und Blaumeise marschieren nach vorne auf den Silber- und den Bronzerang, Amsel und Feldsperling fallen entsprechend zurück. Zudem ist die Elster an Grün- und Buchfink vorbeigezogen. Natürlich gibt es regionale Unterschiede und erst recht ist nicht jeder Garten gleich. Deshalb ist es für die Aussagekraft der Zählung so wichtig, dass in möglichst vielen Gärten beobachtet wird. Wichtig ist auch, dass überall nach den gleichen Regeln gezählt wird. Diese sind eigentlich ganz einfach: Man zählt innerhalb der drei Aktionstage zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Stunde lang und notiert dabei von jeder Art, wie viele Vögel gleichzeitig zu sehen waren.

Warum jede siebte Meldung hängen bleibt

Die online eingetragenen Vogelbeobachtungen gehen direkt in eine große Datenbank ein. Im Normalfall muss da niemand mehr raufschauen, die beobachteten Vögel werden direkt in die Auswertungskarte und -Tabelle aufgenommen. Für 87 Prozent der Meldungen trifft das zu, doch 13 Prozent drehen vorher noch einmal eine Schleife. Anders gesagt: Jede siebte Meldung bleibt zunächst hängen. Das kann daran liegen, dass sich der Vogelbeobachter schlicht vertippt hat; und zwar so, dass unsere Autokorrektur daraus nicht schlau wird. Oder dass eine Vogelart eingetragen wurde, die nicht auf der Standardliste der bei uns im Winter vorkommenden Arten steht. Oder es wurden die intern gesetzten Schwellenwerte bei einer oder mehreren Arten überschritten. Bei eher solo vorkommenden Vögeln wie Rotkehlchen oder Buntspecht sind diese Schwellenwerte niedrig eingestellt, bei typischen Schwarmarten wie Sperlingen, Krähen oder Finken entsprechend höher. Die NABU-Vogelexperten überprüfen dann die Meldung auf Plausibilität und fragen in Zweifelsfällen bei den Beobachtern nach. Es erleichtert die Plausibilisierung erheblich, wenn Beobachter, die ungewöhnliche viele Tiere oder eine ungewöhnliche Art gesehen haben, schon bei der Meldung dazu im Anmerkungsfeld des Online-Formulars etwas schreiben.

Wie manche Anmerkungen zu den Zählungen zeigen, scheint das nicht jeder zu verstehen. „Habe nicht alle Vögel in dieser einen Stunde gezählt, sondern verteilt auf zwei bis drei Tage. Die größte Anzahl habe ich notiert“, heißt da zum Beispiel. Oder „Die Vögel haben wir in den letzten Wochen im eigenen Garten beobachtet. Einige davon kommen täglich zu den Futterplätzen.“ Das ist vielleicht gut gemeint, denn so werden mehr Vögel gezählt. Aber leider verfälscht das die Ergebnisse!Das gilt auch, wenn statt der Höchstzahl der gleichzeitig anwesenden Vögel alle Vögel gezählt werden, die rein und rausfliegen. „Blaumeisen, Kohlmeisen und Kleiber sind sicher oft die Selben gewesen“, schreibt zum Beispiel ein Naturfreund aus Brandenburg. „Die Zahlen stehen für Anflüge am Futterplatz, also nicht für die tatsächliche Anzahl verschiedener Vögel, so dass wahrscheinlich derselbe Vogel mehrfach registriert wurde.“ Die Feststellung stimmt, die Zählung damit leider überhaupt nicht – sie ist für die Stunde der Wintervögel unbrauchbar. Es sind bei vielen tausend Meldungen nur wenige Ausreißer dieser Art. Aber es ist aber doch schade um die Mühe beim Zählen, wenn solche Meldungen dann am Ende aussortiert werden müssen.

Die Meisen sind wieder zurück

Die Zwischenergebnisse von Freitag

Die Tannenmeise gehört bisher zu den Gewinnern der Stunde der Wintervögel – Foto: Frank Derer

Nachtrag 20.45 Uhr – Mit 265.393 gemeldeten Vögeln aus 6197 Gärten und Parks verabschieden wir uns in den Redaktions-Feierabend und bedanken uns bei bisher 9116 Vogelfreundinnen und Vogelfreunden für die Teilnahme. Der erste Tag der achten bundesweiten Stunde der Wintervögel verlief regional sehr unterschiedlich, wahrscheinlich liegt es am Wetter. Während die gesamte Nordschiene von Niedersachsen über Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern noch besser startete als im Rekordjahr 2017, lagen andere Bundesländer deutlich im Soll – Bayern kommt bisher nur auf die Hälfte der Vorjahresteilnehmer. Aber wir haben ja noch zwei weitere Beobachtungstage.An der Tendenz bei den Vogelarten hat sich zunächst nur wenig geändert. Viele können sich von den Rückgängen des Vorwinters klar erholen, allen voran die Meisen. Insgesamt verzeichnen wir 42,9 Vögel pro Garten gegenüber 34,5 zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

05. Januar 2018 – Nach den teils deutlichen Rückgängen im Vorwinter deutet sich in den Gärten eine Rückkehr zur Normalität an. Die bisher vorliegenden Meldungen aus rund 3800 Gärten und Parks weisen vor allem bei den Meisen deutlich bessere Zahlen auf. Kohl-, Blau- und Sumpfmeise kehren damit zu den Ausgangswerten zurück, bei Tannen- und Haubenmeise sind die Zuwächse sogar stark, dass sich neue Höchstzahlen ergeben könnten. Im Laufe der Aktion werden extreme Ausschläge aber erfahrungsgemäß noch abgedämpft.Bei den mittelhäufigen Arten fällt der Kernbeißer besonders auf. Bereits im Herbst waren Kernbeißer in großer Zahl aus dem Norden nach Mitteleuropa eingeflogen, das macht sich jetzt auch bei der Stunde der Wintervögel bemerkbar. In geringerem Maße gilt das ebenso für Fichtenkreuzschnabel und Birkenzeisig.

Folgen der Fütterung

Im Schnitt 26 Prozent mehr Vögel werden in Gärten gesichtet, in denen Vogelfutter angeboten wird. Das zeigen die über die Jahre gesammelten Daten der „Stunde der Wintervögel“, die an diesem Wochenende zum achten Mal stattfindet. In Gärten mit Futterstelle werden im Durchschnitt 42 Vögel gemeldet, in Gärten ohne Futterhäuschen sind es 34. Allerdings profitieren nicht alle Arten von der Fütterung. So sind Drosseln, Krähen und Wintergoldhähnchen häufiger in Gärten zu sehen, in denen nicht gefüttert wird. Dagegen sind Körnerfresser wie Meisen und Sperlinge bis zu dreimal häufiger in Gärten mit Futterhäuschen zu beobachten. Ebenso der Sperber, der sich gerne an den Kleinvögeln bedient, die durch das Futter abgelenkt sind.

Einzige häufige Art mit negativer Tendenz ist bisher die Amsel. Sie hatte 2017 allerdings ein gutes Jahr. Werden die Verluste nicht noch stärker, wäre also auch das nur eine Bereinigung. Bei den mittelhäufigen Arten sind Goldammer und Wacholderdrossel im Soll. Beide treten aber oft und größeren Schwärmen auf, so dass hier noch viele Spiel in beide Richtungen ist.

Rückblick 2017

Basisinfos

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