12 Fragen an Christian Ach – Leiter MINI Deutschland.

By   /  January 23, 2018  /  Comments Off on 12 Fragen an Christian Ach – Leiter MINI Deutschland.

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: 12 Fragen an Christian Ach – Leiter MINI Deutschland.

MINI: Nach 58 Jahren erfolgreicher denn je: Wie man eine
britische Ikone in Deutschland zur Erfolgsgeschichte macht.

München.
Herr Ach, seit 2010 leiten Sie die Geschicke der Marke MINI in
Deutschland. Ist die Marke MINI noch dieselbe wie vor 8 Jahren?
Ja und Nein. Veränderung und moderne Inspiration gehören zur DNA der
Marke, aber der Kern ist der gleiche. Schon 1959 hat Alec Issigonis
den Ur-Mini auf Basis des Credos entwickelt, das bis heute Bestand
hat: „Creative use of space“. MINI ist nicht nur ein Auto, sondern
auch ein Lebensgefühl. Seit der Markteinführung 2000 leitet uns dieser
zentrale Gedanke. Wir sind davon überzeugt, dass sich eine Marke
wandeln muss, um relevant zu bleiben. Das sieht man auch an der Art,
wie wir als Marke auftreten. Seit ich 2010 diesen Job übernommen habe,
ist MINI vielfältiger und erwachsener geworden, wobei allerdings der
Fahrspaß nach wie vor im Mittelpunkt steht. Von Performance mit der
Submarke John Cooper Works, über Offroad mit ALL4 bis zu
Elektromobilität und zu unseren Markenthemen wie z.B. MINI LIVING und
MINI FASHION belegen wir viele Felder.

Blicken wir mal nur auf das letzte Jahr zurück. MINI konnte
wieder ein Rekordjahr verzeichnen – knapp 47.000 MINIs wurden 2017
in Deutschland verkauft.
Wir haben fünf aktuelle und starke Modelle im Markt. Zusammen bilden
sie ein attraktives Portfolio, das für eine Vielzahl von Menschen
relevant ist. Alleine in 2017 haben wir über fünf Auszeichnungen und
Awards wie den Wertmeister, den Best Cars Award von auto motor und
sport in der Kategorie Importeursklasse oder die Auto Trophy der Auto
Zeitung erhalten, die unsere Produkte auszeichnen. Mit dem MINI
Clubman und Countryman stoßen wir zudem in das Kompakt­wagensegment
vor. Das erlaubt vielen MINI Fans, länger bei der Marke zu bleiben,
zum Beispiel dann, wenn Kinder Platz beanspruchen und Geräumigkeit und
Funktionalität als Hauptbedürfnisse in den Vordergrund rücken. Auch
für Firmenfuhrparks sind die beiden Modelle zunehmend attraktiv. Ein
Drittel der MINI Verkäufe findet in Deutschland inzwischen jenseits
des Kleinwagensegments statt.

Ein Zuwachs im Absatz – und dabei haben Sie zwei Modelle
weniger im Angebot als früher.
Wir haben recht schnell gemerkt, dass weniger Modelle nicht auch
weniger Kunden bedeuten. Im Gegenteil: Wir verkaufen heute mehr MINI
Cabrios als früher MINI Cabrios und MINI Roadster zusammen. Das liegt
zum einen an der starken Produktsubstanz des aktuellen Cabrios, aber
natürlich auch daran, dass wir das Modell trennschärfer und gezielter
positio­nieren können. Jedes der fünf Modelle hat einen eigenen
Charakter und seine Lebens­welt – aber alle gehören sehr klar zur MINI Familie.

Das MINI Marketing hat ja schon immer den Ruf, aus wenig
Budget viel zu machen. Konnten Sie diesem Ruf 2017 wieder gerecht
werden?
Die MINI John Cooper Works Kampagne kam sehr gut an. Wir haben die
sportliche Sympathie des MINI aus der Vergangenheit in die Gegenwart
transportiert. Für den Kampagnen-Film haben wir sogar einen Filmpreis
von Eurobest gewonnen. Und unser Facebook Chatbot wird stark in
Anspruch genommen: der durchschnittliche User hat sich über vier
Minuten damit beschäftigt. Im Sommer haben wir eine zugleich
emotionale und nutzenorientierte Kampagne zum MINI Clubman gestartet,
die zum ersten Mal die Familie als Zielgruppe in den Mittelpunkt
stellte. In den sozialen Netzwerken gelingt es uns sehr gut, zusammen
mit unseren Fans die Marke MINI zu  gestalten. Allen voran ging hier
das Community-Event #minithrills an der Rennstrecke Bilster Berg, an
dem tausende MINI Liebhaber auch aus der Ferne teilhaben konnten.

Starke Produkte und gute Werbung sind das eine, aber ihre
Zuständigkeit ist vor allem der Vertrieb. Wie konnten Sie die
ambitionierten Ziele erfüllen und das Ergebnis des letzten Jahres
nochmal übertreffen?
Wir liegen mit knapp 47.000 verkauften Fahrzeugen sechs Prozent über
Vorjahr. Wir sehen einen wichtigen Erfolgsfaktor in der optimalen
Verknüpfung von Handel, Produktmanagement und Marketing. Die MINI One
Blackyard Edition ist ein gutes Beispiel dafür: Der Handel hat uns
signalisiert, dass wir eine Einstiegsvariante für junge MINI Fans
brauchen, die neu zur Marke kommen wollen. Unser nationales
Produktmanagement hat ein entsprechendes Angebot kreiert, das das
Marketing in den Medien richtig positioniert hat. Neben einer sehr
starken Online- und Social-Media-Kommunikation haben wir hier als
first-mover die Edgar-Stelen genutzt, die es ab Frühjahr in vielen
Hotspots der deutschen Großstädte gab, das heißt. zum ersten Mal gibt
es Bewegtbild-Werbung auch in Kneipen und Lokalen. Bei uns greift
alles ineinander. Am Schluss stehen ein außergewöhnlicher Erfolg und
ein Beweis für unsere Schlagkraft und Reaktionsschnelle. Interessant
auch: Die Kommunikation zu den neuen Einstiegsmodellen hat uns
insgesamt geholfen, nicht nur bei den beworbenen Einsteigermodellen.

Wie hat sich die aktuelle Absatzkrise des Diesels bei MINI
bemerkbar gemacht?
MINI ist eine urbane Marke, die hauptsächlich im Kleinwagen-Segment
vertreten ist. Unser Motorenmix ist daher traditionell stark auf
Benzinmotoren ausgelegt. Daher trifft uns das zögerliche Kaufverhalten
beim Diesel kaum.

Die Marke MINI ist auch bei vielen Händlern beliebt. Haben die
Händler das Potential der Marke erkannt?
Für viele Händler ist der Vertrieb der Marke MINI von einem
Nebengeschäft zu einem profitablen Gewinn­bringer geworden. Das ist
wichtig, nur mit starken Partnern im Vertrieb können wir erfolgreich
sein. Ich gebe zu, wir verlangen auch einiges vom Handel, es ist nicht
immer einfach für unsere Partner. Ab einer gewissen Größe fordern wir
zum Beispiel einen ausgewiesenen MINI Markenmanager und MINI
Verkäufer, die MINI nicht mehr nur nebenbei zum BMW Geschäft machen.
Aber die Händler merken auch, dass sie mit einem professionellen und
von der Marke BMW losgelösten MINI Geschäft erfolgreich Autos
verkaufen können und gute Margen erzielen. Die Marke MINI ist eine
sehr emotionale Marke. Wie wir lieben unsere Händler und unsere
Verkäufer die Marke MINI. Das ist der Schlüssel der Zusammenarbeit und
unseres Erfolgs.

Auf was kann sich der Handel in Zukunft einstellen?
Der Handel bleibt das zentrale Gesicht zum Kunden. Das heißt Dinge,
die die Marke bewegen, müssen auch beim Händler stattfinden. Letztes
Jahr haben wir auf der IAA in Frankfurt das rein elektrische MINI
Electric Concept vorgestellt. Dieses Jahr haben wir alle MINI
Plug-In-Hybride verkauft, die wir produktionsseitig bekommen konnten.
Das Thema Elektromobilität wird auch bei den MINI-Händlern
stattfinden. Wir möchten bei allen Händlern Ladesäulen für Kunden,
aber auch Nichtkunden anbieten. Damit kann sich der klassische Handel
in Zukunft immer mehr zum Mobilitätshub wandeln. Insgesamt wollen wir
unsere Angebote einfach und zugänglich gestalten.

Was heißt das konkret?
Wir befinden uns in einem Übergang von älteren, klassischen
Automobilkunden zu jüngeren Generationen, die es gewohnt sind,
Services online zu bestellen und zu bezahlen. Unsere neuen
Aftersales-Angebote wie z.B. MINI Inclusive gehen auf diese sich
verändernden Konsummuster der jüngeren Generation ein.
Flat-Rate-Leistungen kennen diese von Netflix oder Spotify. Damit
binden wir Kunden an die Marke und an den Handel.

Sie haben es schon ein paar Mal erwähnt: MINI wird jetzt auch
elektrisch? 
Eigentlich haben wir schon 2008 mit der MINI E Testflotte losgelegt.
Elektromobilität passt hervorragend zu der urbanen Marke MINI.

Den Automobilherstellern wird vorgeworfen, sie tun nicht genug
für die urbane Mobilität. Ist MINI nicht eine prädestinierte Marke,
um das Problem anzugehen?
In unserer Talkreihe „The Sooner Now“ setzen wir uns genau mit diesen
Fragen auseinander. Das MINI Credo „Creative Use of Space“ lässt sich
auch vortrefflich auf Fragen des urbanen Zusammenlebens anwenden: Wie
können und wollen wir in Zukunft in unseren Städten wohnen? Wie lösen
die Städte das Problem des enger werdenden Wohnraums? Wie können sich
die Bewohner und Berufsgruppen engagieren? Erst kürzlich wurde unter
dem Namen MINI Living ein geplanter Wohnkomplex in Shanghai
vorgestellt. Mit der Dialogreihe „The Sooner Now“, mit der wir in 2016
und 2017 in sechs deutschen Großstädten zu Gast waren und lokale
Redner gewinnen konnten, möchten wir inspirieren und einen Diskurs
anregen, der individuell auf die Herausforderungen und Chancen des
städtischen Zusammen­lebens unserer Regionen in Deutschland passt. Mit
dem 2019 kommenden vollelektrischen MINI bieten wir ein attraktives
Automobil für Metropolen an, das lokal emissionsfrei unterwegs ist.
Und auch beim Thema Carsharing ist MINI stark vertreten. Über 60% der
deutschen DriveNow Flottenfahrzeuge sind MINI.

Welche Ziele haben Sie sich für die Marke gesetzt –
kurzfristig und langfristig?
Wir differenzieren uns durch unsere Geschichte und unsere
Rennsportgene stark vom Wettbewerb. Daher sehe ich vor allem im
renditestarken Performance-Sektor mit unserer Submarke John Cooper
Works Potential. Zudem ist uns ein guter Start im hart umkämpften
Kompaktwagensegment mit dem MINI Clubman und dem Countryman gelungen.
Wir haben nun neben den emotionalen Argumenten noch mehr rationale
Kaufkriterien, die wir bedienen können. Das freut die Marken-Fans, da
wir auf deren wachsende Bedürfnisse eingehen und weniger Kompromisse
verlangen. Auch beim Thema Gebrauchtwagen sehe ich weiteres Potential.
Erst im letzten Jahr haben wir unser Gebrauchtwagenprogramm MINI Next
neu aufgelegt. Ich bin mir sicher, wir ernten 2018 die Früchte dieser
Arbeit. Wir starten in das neue Jahr mit einer gut aufgestellten
Produktpalette und einem sehr interessanten MINI Countryman als
Plug-In-Hybrid. Ich bin zuversichtlich, dass wir das Volumen aus 2017
wieder übertreffen werden.

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Julian Hetzenecker, Wirtschafts- und Finanzkommunikation, julian.hetzenecker@bmw.de
Telefon: +49 89 382-39229

Micaela Sandstede, Wirtschafts- und Finanzkommunikation, micaela.sandstede@bmw.de
Telefon: +49 89 382-61611

 

 

 

Die BMW Group

Die BMW Group ist mit ihren Marken BMW, MINI, Rolls-Royce und BMW
Motorrad der weltweit führende Premium-Hersteller von Automobilen und
Motorrädern und Anbieter von Premium-Finanz- und
Mobilitätsdienstleistungen. Das BMW Group Produktionsnetzwerk umfasst
31 Produktions- und Montagestätten in 14 Ländern; das Unternehmen
verfügt über ein globales Vertriebsnetzwerk mit Vertretungen in über
140 Ländern.
Im Jahr 2017 erzielte die BMW Group einen weltweiten Absatz von mehr
als 2.463.500 Automobilen und über 164.000 Motorrädern. Das Ergebnis
vor Steuern im Geschäftsjahr 2016 belief sich auf rund 9,67 Mrd. €,
der Umsatz auf 94,16 Mrd. €. Zum 31. Dezember 2016 beschäftigte das
Unternehmen weltweit 124.729 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Seit jeher sind langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln
die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges der BMW Group. Das
Unternehmen hat ökologische und soziale Nachhaltigkeit entlang der
gesamten Wertschöpfungskette, umfassende Produktverantwortung sowie
ein klares Bekenntnis zur Schonung von Ressourcen fest in seiner
Strategie verankert.

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