Importpreise im Jahresdurchschnitt 2017 um 3,8 % höher als 2016

By   /  January 29, 2018  /  Comments Off on Importpreise im Jahresdurchschnitt 2017 um 3,8 % höher als 2016

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MIL OSI – Source: Destatis Statistisches Bundesamt –

Headline: Importpreise im Jahresdurchschnitt 2017 um 3,8 % höher als 2016

Importpreise Dezember 2017: + 1,1 % gegenüber Dezember 2016
WIESBADEN – Die Einfuhrpreise waren im Jahresdurchschnitt 2017 um 3,8 % höher als im Vorjahr (2016: – 3,1 % gegenüber 2015). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, war dies der stärkste Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr seit 2011 (+ 6,4 % gegenüber 2010).Besonders die Preisentwicklung bei importierten Vorleistungsgütern (Güter, die im Produktions­prozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) beeinflusste mit einem Plus von 5,1 % gegenüber 2016 die Jahresveränderungsrate der Einfuhrpreise. Die Einfuhrpreise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen lagen um 20,8 % über dem Niveau von 2016. Für Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus wurde im Jahresdurchschnitt 11,6 % mehr bezahlt als ein Jahr zuvor. Chemische Grundstoffe (+ 7,7 %) waren ebenfalls teurer, während sich elektronische Bauelemente (– 1,6 %) verbilligten.

Auch die Preisveränderungen bei Energieträgern (+ 18,9 % gegenüber 2016) hatten einen wesentlichen Einfluss auf die Jahresveränderungsrate der Einfuhrpreise. Steinkohle verteuerte sich um 39,0 %, Rohöl um 22,8 %. Die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen im Durchschnitt um 20,3 % über dem Niveau von 2016, importiertes Erdgas war um 9,3 % teurer. Der Einfuhrpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2017 um 2,2 % über dem Stand des Vorjahres. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, waren die Einfuhrpreise um 2,7 % höher als 2016.

Bei den Verbrauchsgütern mit einem Preisanstieg von 1,6 % gegenüber 2016 waren vor allem Milch und Milcherzeugnisse (+ 15,7 %) sowie Schweinefleisch (+ 10,3 %) teurer, während sich unter anderem verarbeiteter Kakao (– 20,0 %) verbilligte.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter stiegen gegenüber 2016 um 1,0 %. Insbesondere lebende Tiere und Erzeugnisse tierischen Ursprungs (+ 12,1 %) waren 2017 teurer als vor einem Jahr. Das lag unter anderem an den beträchtlich gestiegenen Preisen für lebende Schweine (+ 16,1 %) und für Eier (+ 15,2 %). Rohkakao (– 30,5 %), Haselnüsse (– 11,4 %) und Mandeln (– 9,8 %) waren dagegen billiger.

Die Preise für importierte Gebrauchsgüter lagen durchschnittlich um 0,5 % unter denen des Jahres 2016.

Bei den Investitionsgütern mit einem Preisrückgang gegenüber 2016 von durchschnittlich 0,4 % waren unter anderem Datenverarbeitungsgeräte (– 3,6 %) günstiger als vor einem Jahr.

Die Ausfuhrpreise lagen im Jahresdurchschnitt 2017 um 1,8 % über denen des Vorjahres (2016: – 0,9 %). Dies war der größte Preisanstieg seit 2011 (+ 3,3 % gegenüber 2010). Auch bei den Ausfuhrpreisen beeinflusste der Preisanstieg der Vorleistungsgüter (+ 2,9 %) maßgeblich die Jahresveränderungsrate. Der Preisanstieg exportierter Energieprodukte (+ 13,2 %) wirkte sich wegen des geringeren Wägungsanteils am Ausfuhrpreisindex vergleichsweise moderat aus.

Veränderungen im Dezember 2017Im Dezember 2017 lagen die Einfuhrpreise um 1,1 % über denen von Dezember 2016. Dies war der niedrigste Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit November 2016 (+ 0,3 % gegenüber November 2015). Im November 2017 hatte die Jahresveränderungsrate + 2,7 % betragen, im Oktober 2016 hatte sie bei + 2,6 % gelegen. Gegenüber November 2017 stiegen die Importpreise im Dezember 2017 um 0,3 %.

Auch im Dezember 2017 hatte die Entwicklung der Vorleistungsgüter (+ 2,6 %) den größten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vormonat fielen die Preise geringfügig um 0,1 %. Insbesondere importiertes Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen sowie Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus verteuerten sich gegenüber Dezember 2016, ausgenommen Nickel, das billiger war als im Vorjahresmonat. Die Preise für elektronische Bauelemente (– 6,4 %) und Eisenerze (– 4,5 %) lagen dagegen unter denen des Vorjahresmonats.

Importierte Energieträger waren im Dezember 2017 um 7,9 % teurer als im Dezember 2016 (+ 2,4 % gegenüber November 2017). Während sich Rohöl, Erdgas und Mineralölerzeugnisse verteuerten, sanken die Preise für Steinkohle und elektrischen Strom.

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Dezember 2017 um 0,3 % höher als im Dezember 2016 (unverändert im Vergleich zu November 2017). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex im Dezember 2017 um 0,4 % über dem Stand des Vorjahres (+ 0,1 % gegenüber November 2017).

Eingeführte Gebrauchsgüter (– 2,1 %) und Verbrauchsgüter (– 0,7 %) verbilligten sich gegenüber Dezember 2016. Investitionsgüter (– 1,2 %) waren im Vorjahresvergleich ebenfalls günstiger.

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen um 5,7 % unter denen von Dezember 2016.

Ausgewählte Einfuhrpreisveränderungen im Jahr 2017:Einfuhrpreisindex fürWägungs-anteilin ‰Veränderung2017zu 2016in %VeränderungDezember 2017zu Dezember 2016in %VeränderungDezember 2017zu November 2017in %Vorleistungsgüter350,385,12,6– 0,1darunter: Eisenerze5,7733,4– 4,5– 7,5Nicht-Eisen-Metallerze4,1322,48,1– 0,5Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen24,0820,814,90,8Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus35,1211,65,7– 0,8Investitionsgüter273,93– 0,4– 1,2– 0,2Gebrauchsgüter49,12– 0,5– 2,1– 0,1Verbrauchsgüter156,881,6– 0,7– 0,3darunter: Rindfleisch2,123,74,71,0Schweinefleisch2,3710,3– 5,7– 2,7Milch und Milcherzeugnisse6,9715,74,0– 1,7Energie133,8018,97,92,4Steinkohle5,2939,0– 0,90,4Erdöl, roh57,8822,810,72,7Erdgas, roh34,599,36,45,2Mineralölerzeugnisse31,4320,37,40,4Elektrischer Strom2,9315,7– 3,9– 11,6Landwirtschaftliche Güter34,131,0– 5,71,2Der Index der Ausfuhrpreise lag im Dezember 2017 um 1,0 % über dem Stand von Dezember 2016. Im November 2017 hatte die Veränderung zum Vorjahr + 1,2 % betragen, im Oktober 2016 waren es + 1,5 % gewesen. Gegenüber dem Vormonat November 2017 stieg der Ausfuhrpreisindex im Dezember 2017 geringfügig um 0,1 %.

Ausgewählte Ausfuhrpreisveränderungen im Jahr 2017:Ausfuhrpreisindex fürWägungs-anteilin ‰Veränderung2017zu 2016in %VeränderungDezember 2017zu Dezember 2016in %VeränderungDezember 2017zu November 2017in %Vorleistungsgüter355,522,92,70,2darunter: Metalle50,849,37,00,3Elektronische Bauelemente17,75 – 4,9– 1,80,4Investitionsgüter448,480,60,00,2darunter: Maschinen164,151,00,80,1Kraftwagen und -teile177,380,3– 0,90,1Gebrauchsgüter33,950,40,00,1Verbrauchsgüter129,581,6– 0,30,0Energie22,7313,21,3– 2,2darunter: Mineralölerzeugnisse13,3815,45,2– 0,2Elektrischer Strom3,8714,2– 9,3– 15,7Landwirtschaftliche Güter9,023,91,70,2
Indizes der AußenhandelspreiseJahr / Monat2010 = 100VeränderunggegenüberVorjahres-zeitraumVeränderunggegenüberVormonatin %JD = Jahresdurchschnitt

– = nichts vorhanden
Index der Einfuhrpreise2010 JD1007,1–2011 JD106,46,4–2012 JD108,72,2–2013 JD105,9– 2,6–2014 JD103,6– 2,2–2015 JD100,9– 2,6–2016 JD97,8– 3,1–2017 JD101,53,8–2016Dezember101,33,51,92017Januar102,26,00,9Februar102,97,40,7März102,46,1– 0,5April102,36,1– 0,1Mai101,34,1– 1,0Juni100,22,5– 1,1Juli99,81,9– 0,4August99,82,10,0September100,73,00,9Oktober101,32,60,6November102,12,70,8Dezember102,41,10,3nachrichtlich:Gesamtindex ohne Energie104,10,30,0Gesamtindex ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse103,50,40,1Index der Ausfuhrpreise2010 JD1003,1–2011 JD103,33,3–2012 JD104,91,5–2013 JD104,3– 0,6–2014 JD104,0– 0,3–2015 JD104,90,9–2016 JD104,0– 0,9–2017 JD105,91,8–2016Dezember105,21,10,42017Januar105,81,80,6Februar106,02,50,2März106,02,30,0April106,22,60,2Mai106,02,2– 0,2Juni105,81,8– 0,2Juli105,71,5– 0,1August105,61,5– 0,1September105,81,70,2Oktober105,91,50,1November106,11,20,2Dezember106,21,00,1Detaillierte Informationen zu den Statistiken der Ein- und Ausfuhrpreise bietet die Fachserie 17, Reihe 8.1 und Reihe 8.2. Basisdaten und lange Zeitreihen können über die Tabellen Einfuhrpreise (61411-0006) und Ausfuhrpreise (61421-0006) in der Datenbank GENESIS-Online bezogen werden.

Weitere Auskünfte erhalten Sie über:Marion Knauer,Telefon: +49 (0) 611 / 75 23 02,Kontaktformular 
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Ergebnisse und weiterführende Informationen liegen im Themenbereich Ein- & Ausfuhrpreisindex vor.

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