Kurs Nordost

By   /  January 31, 2018  /  Comments Off on Kurs Nordost

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MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: Kurs Nordost

Die ersten Kraniche kommen zurück

Vor drei Wochen wichen bei uns überwinternde Kraniche noch in größerer Zahl nach Südwesten aus. Nun lassen sich seit Wochenbeginn am Himmel vermehrt Kraniche beobachten, die in umgekehrter Richtung unterwegs sind.

Foto: NABU/Thomas Krumenacker

30. Januar 2018 – Ob das die Winterflüchtlinge von Anfang des Monats sind oder doch schon „echte“ Rückkehrer aus den Winterquartieren, lässt sich schwer sagen. Jedenfalls geben nun immer mehr Kranichbeobachter „Nord“ oder „Nordost“ als Zugrichtung an. Entlang der klassischen Routen über Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und vor allem Hessen stehen die Chancen derzeit gut, die Vögel des Glücks am Himmel zu sichten oder zumindest aus der Ferne ihre Rufe zu hören.Es ist zwar noch recht früh im Jahr, der kalendarische Winter macht gerade einmal Halbzeit. Kraniche gehören aber immer zu den Frühziehern, da sie relativ kälteunempfindlich sind. Sollte es später zu einem stärkeren Wintereinbruch kommen, könnten die Kraniche zudem in wenigen Tagen in wärmere Gefilde ausweichen.

Mehr zum Thema

Der Zug in die Winterquartiere ist (fast) beendet

Viele Überwinterer – Kranichbeobachtungen sind immer noch möglich

07. Januar 2018 – Während der allergrößte Teil der europäischen Kraniche nun in den Winterquartieren ist, harren einige Vögel noch bei uns aus. In diesem Winter sind es sogar relativ viele. Sollte es sehr kalt werden, unternehmen sie Ausweichflüge ins mildere Meeresklima nach Westen. Ein nicht allzu dicke Schneedecke macht ihnen dagegen nichts aus.Kraniche sind nicht gerade die typischen Gartenvögel. Aber wenn sie den Garten überfliegen, werden auch sie bei der Stunde der Wintervögel mit erfasst. Und so wurden am heutigen Sonntag mehr als 3500 Kraniche erfasst, auch in den Kranich-Kerngebieten im Norden und Nordosten Deutschlands, vor allem aber über Niedersachen und NRW bis zum Saarland. Bei beständigem Nordostwind hatten sich viele der bisher noch in Deutschland überwinternden Kraniche entschieden, doch noch in mildere Regionen wegzuziehen. Der Nordostwind wird auch morgen noch blasen, ein Blick in den Himmel kann sich also lohnen. Einen ähnlichen Kranichabzug pünktlich zur Stunde der Wintervögel hatte es schon 2016 gegeben, damals auch entlang der mittleren Zugschiene quer über Hessen.

Mehr zur Stunde der Wintervögel

11. Dezember 2017 – Das NABU-Kranichschutzzentrum in Groß Mohrdorf bei Stralsund macht jetzt Winterpause. Die dortige Ausstellung kann von Gruppen aber auf Anfrage besucht werden. Kontakt: info@kraniche.de oder Tel. 38323-80540. Unterdessen bereiten sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Zentrums und von „Kranichschutz Deutschland“ auf eine erneute Expedition nach Afrika vor, wo sie seit bereits zehn Jahren Kraniche kartieren und Überwinterungsplätze osteuropäischer Kraniche aufsuchen. Durch die individuelle Markierung einzelner Vögel werden zudem Daten zu den Wanderungen und den Lebensraumansprüchen des Schwarzen Kronenkranichs sowie des Klunkerkranichs erhoben. Beide Arten sind bedroht.

Überraschung am Himmel

60.000 Kraniche rasten bereits in Frankreich, wie viele sind noch bei uns?

13. November 2017 – Nach einigen ruhigen Tagen zeigten die Beobachtungsmeldungen am Montag wieder vermehrten Kranichzug über NRW und vor allem Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In Nordrhein-Westfalen querten die Vögel von Niedersachsen kommend das östliche Ruhrgebiet, das Sauerland und das Bergische Land Richtung Köln-Bonner Bucht, von dort aus weiter entlang der Mosel und über die Eifel. In Hessen flog nur ein kleiner Teil der Kraniche die Lahntal-Route, der Großteil zog auf breiter Front via Wetterau und Taunus nach Südwesten. Frankfurt am Main wurde dabei ebenso überflogen wie Darmstadt, Wiesbaden und Mainz. Auch wenn die Daten auf der folgenden Strecke etwas lückenhaft sind, zogen die Kraniche in Rheinland-Pfalz offensichtlich mehrheitlich weiter entlang eines Streifens von der Nahe bis zum Alzeyer Hügelland, weiter via Nordpfälzer Bergland, um schließlich das Saarland zu überfliegen und nach Frankreich weiterzuziehen.

Karte der Kranichbeobachtungen am 7. und 8. November im Süden. – Quelle: www.naturgucker.de

Karte der Kranichbeobachtungen vom 6. November. Anders als vor einer Woche bleiben die Vögel nun alle nordwestlich von Frankfurt. – Quelle: www.naturgucker.de

Karte der Kranichbeobachtungen am 30. und 31. Oktober – Quelle: www.naturgucker.de

Detailkarte der Kranichbeobachtungen am 30. und 31. Oktober – Quelle: www.naturgucker.de

In der Zwischenzeit schaffen die Kraniche in der Champagne Platz für Nachrücker. Von Samstag auf Sonntag zogen am Lac du Der Chantecoq rund 25.000 Vögel ab, es verblieben aber immer noch 30.000.08. November 2017 – Vor einigen Jahren hat sich im Voralpenland einen neue „Nebenlinie“ des Kranichzugs ausgebildet, bei der die Vögel entlang und südlich der Donau ziehen, bevor sie am Nordrand der Alpen weiter nach Westen fliegen. Momentan wird diese Linie wieder beflogen, wie Beobachtungen am Dienstag und Mittwoch zeigen. Noch stärker und noch ungewöhnlicher war der Zug über das Mittlere Neckartal, entlang der Enz und über den Nordschwarzwald. Dabei ist zunächst unklar, ob diese Kraniche sich von der Alpenvorlandroute abgespalten haben oder woher sie genau kamen.Die im Voralpenraum zu beobachtenden Kraniche starten im Baltikum und fliegen dann vom großen Rastplatz im ungarischen Nationalpark Hortobágy via Österreich nach Westen. Warum sich die neue Zugroute etabliert hat, ist nicht geklärt. Kraniche haben keine genetisch fixierten Zugwege. Expertinnen wie Miriam Hansbauer vom bayrischen NABU-Partner LBV nehmen an, dass die allgemeine Ausdehnung des Brutareals sowie der Klimawandel mit zu den neuen Zugrouten beitragen: „Es ist inzwischen bekannt, dass erfahrene Altvögel Informationen über Zugrouten weitergeben und somit andere Kraniche dazu veranlassen können, mit ihnen auf neuen Wegen zu ziehen.“06. November 2017 – Nach einem ruhigen Wochenende flogen am Montag über Nordrhein-Westfalen und noch stärker über Hessen wieder rund 10.000 bis 15.000 Kraniche. Nachdem die Kraniche einige Tage zuvor auf sehr breiter Front bis nach Mainfranken und zum Neckar flogen, ziehen sie jetzt wieder mittig in den Hauptkorridoren. An den drei großen deutschen Hauptrastplätzen Rügen-Bock-Region, Rhein- und Havelluch sowie Diepholzer Moorniederung hielten sich vor einer Woche noch gut 85.000 Kraniche auf. Das werden jetzt deutlich weniger sein, aktuelle Zahlen gibt es aber noch nicht. Am Lac du Der in der Champagne sind derweil binnen Wochenfrist aus Deutschland fast 40.000 Kraniche angekommen, am Sonntag wurden dort 49.400 Rastvögel gezählt. Weitere 11.000 Kraniche sind weiter bis fast zur Atlantikküste gezogen und rasten nun an den flachen Seen des ehemaligen Braunkohlegebietes von Arjuzanx.

Am Himmel ist die Hölle los

Starker Kranichzug auf allen Zugrouten

01. November 2017 – Auf breiter Front zogen am Montag und Dienstag mehrere Zehntausend Kraniche quer über die Republik. Haupt-Transitland war erneut Hessen. Nach dem Sturm „Herwart“ abgezogen war, fand auch ein Großteil der in Norddeutschland rastenden Kraniche, dass es Zeit wäre, weiterzuziehen. Wie viele Kraniche genau unterwegs waren, wird unter anderem der Abgleich mit den Vorher-Nachher-Zahlen an den Hauptrastplätzen zeigen. Die über 3500 alleine am Montag und Dienstag beim NABU-Naturgucker eingegangenen Beobachtungen (dafür vielen herzlichen Dank!) lassen darauf schließen, dass wohl zwischen 60.000 und 80.000 Kraniche die Republik überquerten. Wie schon in den Vortagen flogen die Kraniche auf sehr breiter Front, so dass selbst in Mainfranken mehr als 10.000 Kraniche notiert wurden.

29. Oktober 2017 – Anders als die Deutsche Bahn lassen sich die Kraniche auch vom stürmischen Wetter nicht beeindrucken. Auf sämtlichen Zugrouten herrscht weiter dichter Flugverkehr. Wo der Himmel aufreißt, bestehen gute Chancen, ziehende Kraniche zu sehen – zu hören sind sie allemal.27. Oktober 2017 – Jetzt geht es rund: Nach einigen ruhigeren Tagen zeigen die beim NABU-Naturgucker eingehenden Beobachtungen seit gestern starken Kranichzug sowohl über Hessen als nun am Freitag auch über Nordrhrein-Westfalen. Während am Donnerstag in Hessen der Übertritt Richtung Rheinland-Pfalz vor allem über Taunus und Mittelrhein verlief, fielen am Freitag ungewöhnlich viele Meldungen aus Südhessen auf. Dazu passen auch Beobachtungen aus dem benachbarten bayrischen Mainfranken und weiter nördlich aus dem Spessart. Selbst aus Ladenburg am Neckar, also bereits auf baden-württembergischer Seite, wurden Kraniche gemeldet.24. Oktober 2017 – Nachschub an den Kranich-Rastplätzen: Eine Erklärung für die bisher niedrigen Rastzahlen könnte sein, dass recht spät noch Kraniche in großer Zahl aus dem Norden und Osten nachkommen. So wurden heute früh an den Linumer Teichen im Havelland 54.229 Kraniche gezählt, im gesamten Havelland 71.480. Das sind 25.000 mehr als vor einer Woche.

Massiver Kranichzug Richtung Südwest

Alleine am Donnerstag waren rund 50.000 Kraniche über Hessen unterwegs

Kraniche – Foto: Frank Derer

20. Oktober 2017 – Am Donnerstag sind wie auf ein Kommando mehrere Zehntausend Kraniche von ihren Rastplätzen in Nordostdeutschland aufgebrochen. Der größte Teil überflog aus dem Weg Richtung Frankreich weite Teile Hessens, in geringerem Maße auch NRW. Entlang der zentralen Zugroute wurden alleine über dem Lahntal rund 50.000 Kraniche beobachtet.Damit hat sich fast die Hälfte der derzeit in Deutschland rastenden Kraniche in Bewegung gesetzt. Insgesamt wurden an den Hauptrastplätzen zuletzt rund 100.000 Kraniche gezählt. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren relativ wenig, zumal in den Wochen davor noch keine größeren Abflüge zu beobachten waren. So wurden am nächsten großen Rastplatz, dem Lac du Der Chantecoq in der Champagne, bis vorgestern lediglich 3700 Kraniche registriert. Im Havelland mit dem zentralen Schlafplatz Linumer Teiche halten sich vermutlich deutlich mehr als die zu Wochenbeginn gezählten 29.840 Kraniche auf, da diese in diesem Jahr im Umland viele Senken finden, in denen sie von Wasser umgeben gut schlafen können. Ob dies als Erklärung für die niedrigen Maxima reicht und ob dies auch für andere Regionen zutrifft, bleibt abzuwarten. Die Auswertung als Zugbeobachtungen zum Ende der Saison wird hoffentlich Klarheit schaffen.

Die Kranichansammlungen wachsen jetzt rasch

Je 40.000 Kraniche am Ostseebodden und im Havelluch, 20.000 in der Diepholzer Moorniederung

Kraniche am Rastplatz – Foto: NABU/Thomas Krumenacker

18. Oktober 2017 – Seit letzten Freitag werden vor allem über Hessen vermehrt ziehende Kraniche beobachtet. Der Abflug zumindest von den östlichen Hauptsammelplätzen hat also begonnen. Noch ist das Wetter stabil und freundlich, es sind daher ständig weitere in Richtung Frankreich abziehende Kranichen unterwegs. Ein Blick in den Himmel lohnt sich also. Zum Wochenende wird es dagegen wieder trüb.10. Oktober 2017 – Aus Skandinavien und dem Baltikum fliegen fleißig weitere Kraniche ein. An der Boddenküste und rund um Rügen stiegen so die Rastzahlen innerhalb einer Woche um 21.000 auf nun 42.777. Im Havelland flogen dagegen in den letzten Tagen mindestens 16.000 Kraniche ab, derzeit sind es 40.980. Einige davon, aber längst nicht alle, zog es in die Diepholzer Moorniederung, wo jetzt 20.533 Kraniche rasten.

04. Oktober 2017 – Von der Boddenküste über das Havelland bis zur Moorgeest versammeln sich immer mehr Kraniche. Insgesamt sind schon rund 100.000 der grauen Schreitvögel im Land. Zur Nahrungssuche nutzen sie vor allem Stoppeläcker. Besonders nahrhafte Maiskörner haben es ihnen angetan.In weniger als einer Woche hat sich die Zahl an den Linumer Teichen im Havelland rastenden Kraniche mehr als verdoppelt. Hielten sich am Donnerstag dort noch rund 20.000 Kraniche auf, ergab die Zählung am gestrigen Tag der Deutschen Einheit bereits 48.985 Rastvögel. Da die Saison etwas schleppend in Gang kam, war dies die erste genaue Zählung in diesem Herbst, durchgeführt vom Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch, der NABU-Storchenschmiede und der Naturschutzstation Rhinluch.An der Boddenküste rund um das NABU-Kranichschutzzentrum Groß Mohrdorf treffen ebenfalls immer mehr Kraniche ein. Binnen Wochenfrist stieg die Zahl an der Darß-Zingster-Boddenkette und rund um Rügen von 16.000 auf knapp 22.000. Am Beobachtungspunkt „Kranorama“ mit seinen Fütterungsflächen lassen sich derzeit tagsüber mehr als 3000 Kraniche, Grau-, Saat- und Blässgänse sowie Spieß-, Pfeif- und Stockenten sehen. Auch Stare sind jetzt in Schwärmen unterwegs, bei Linum waren es zwischenzeitlich mehrere Zehntausend.Im gesamten Nordosten hat aufgrund des feuchten Sommers in diesem Jahr die Maisernte sehr spät begonnen, so dass zum Beispiel im Havelland schon die Flächen für die Nahrungssuche der Kraniche knapp zu werden schienen. Ebenso wie die Wildgänse suchen die Kraniche mit Vorliebe auf abgeernteten Maisäckern nach heruntergefallenen Körnern – soweit Körnermais angebaut wird und nicht Silomais, bei dem die Pflanzen komplett gehäckselt und eingefahren werden. Um an das energiereiche Futter zu gelangen, pendeln die Vögel teils mehr als 20 Kilometer zwischen Schlafplatz und Futterplatz.

Stoppeläcker ziehen Kraniche magisch an

Die „Vögel des Glücks“ beginnen sich zu sammeln / Zu den Junggesellen kommen nun immer mehr Familien

01. September 2017 – Waren zur Synchronzählung Mitte August bereits knapp 1000 Kraniche in der gesamten Rastregion Region Darß-Zingster Boddenkette und Insel Rügen anwesend, hat sich nach Angaben des NABU-Kranichschutzzentrums die Anzahl rastender Kraniche durch Zuzug innerhalb von zwei Wochen auf mindestens 2000 Vögel verdoppelt. Tagsüber sind die Kraniche vorwiegend auf Getreidestoppeln anzutreffen, wo sie sich von Ernteresten ernähren. Vor allem in den Morgenstunden sind die Kraniche oft mit großen Trupps von Graugänsen vergesellschaftet, die aktuell zu Tausenden an der Boddenküste rasten.Im Kranichschutzzentrum ist nun Hochsaison, es ist daher täglich von 9.30 bis 17.30 geöffnet. Das Kranorama öffnet voraussichtlich ab dem 11. September (jeweils von 10 bis 14 Uhr).

09. August 2017 – Monatelang machten sich die meisten Kraniche rar, denn es war Brutzeit und da führen die langbeinigen grauen Vögel ein weitgehend heimliches Leben. Ausnahme bilden die Junggesellen, die „Nichtbrüter“, wie Vogelkundler sie nennen, die noch zu jung sind oder aus irgendwelchen Gründen kleinen Partner abbekommen haben. Auch kommt es vor, dass ein Partner während der Brutsaison stirbt, für eine neue Beziehung ist es dann meist spät.Wenn also im Frühjahr im Norden und Nordosten Deutschlands Trupps von zehn, zwanzig oder mehr Kranichen zu sehen waren, dann handelte es sich in der Regel um die beschriebenen Junggesellen. Nun aber ist die Brutsaison vorbei, der Nachwuchs, wenn er nicht gerade aus einem späten Nachgelege stammt, hat weitgehend die Größe der Eltern erreicht. Nur noch durch das etwas schlichtere Federkleid unterscheiden sich die Jungtiere von den Erwachsenen, zunächst sind Kopf und Hals noch bräunlich und es fehlen die lang gebogenen Schwanz-Schmuckfedern.

Alles über Kraniche

Saisonbeginn: Seit dem 1. August hat das Kranich-Informationszentrum in Groß Mohrdorf, unweit von Stralsund, wieder täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet (im September und Oktober von 9.30 bis 17.30 Uhr). Schautafeln, Präparate und audiovisuelle Medien informieren über das Leben der Kraniche.

Immer mehr Familien verlassen nun das Brutrevier und treffen m it den Junggesellen zusammen. „Durch die Getreideernte entstehen ständig neue Nahrungsflächen und sie können frei wählen“, erläutert hierzu das NABU-Kranichschutzzentrum Groß Mohrdorf. „Jeden Tag sieht man sie auf einem anderen Stoppelfeld.“ Die heimischen Kraniche bleiben noch eine Weile unter sich. Erste Zuzügler aus Skandinavien werden frühestens Ende August erwartet.

Eine Welle nach der anderen

Nach den „deutschen“ Kranichen ziehen jetzt die Skandinavier

07. März 2017 – Wer einen weiten Weg hat, müsste eigentlich besonders früh abreisen, oder? Bei den Kranichen trifft das nicht zu, denn wenn in Mitteleuropa schon der Vorfrühling lockt, regiert in Skandinavien oder im Baltikum oft noch der Winter. Die erste große Rückreisewelle Mitte Februar betraf daher vor allem Kraniche mit Brutrevieren in Mitteleuropa. Inzwischen sind diese Reviere fast alle besetzt. Bei der zweiten Welle Ende Februar waren dann schon mehr Skandinavier unterwegs und für die seit dem Wochenende laufende dritte Welle trifft das besonders zu.Währen die heimischen Brutvögel ohne großes Federlesen ihre Reviere angesteuert haben, müssen die Skandinavier und Balten auf der längeren Strecke auch mal Pause machen. Damit lassen sich jetzt für kurze Zeit wieder Kraniche an den klassischen Zwischenstopps beobachten, von der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen über das brandenburgische Havelland bis zur Vorpommerschen Boddenlandschaft. Das gilt auch für das im Herbst 2015 eröffnete „Kranorama“ am Günzer See, unweit des Kranichschutzzentrums von NABU und WWF.

20. Februar 2017 – Der starke Kranichzug über Deutschland hielt auch über das Wochenende hin an. Es sind bereits mehrere Zehntausend Kraniche unterwegs. Aus Spanien gibt es zwar noch keine neuen Zahlen, aber auch die Zählungen in Frankreich geben einen Eindruck. So rasten derzeit am Lac du Der Chantecoq in der Champagne nur noch 5000 Kraniche, während es Ende Januar noch 34.000 waren. In Arjuzanx im Departement Landes nahe der Atlantikküste südlich von Bordeaux sanken die Werte innerhalb von nur einer Woche von 22.000 auf 2000 Vögel.

16. Februar 2017 – Am Mittwoch hat sich der Kranichzug weiter verstärkt. Dabei nutzten die Vögel die gesamten Zugkorridore aus. Die Hauptstränge liefen von Frankreich via Belgien und Luxemburg beiderseits der Mosel über Eifel und Hunsrück, dann weiter in der mehr nördlichen Teilroute über Ruhrgebiet und Münsterland sowie über Bergisches Land und Sauerland, in der südlichen Route im Lahntal zwischen Westerwald im Norden und Taunus im Süden. Dazu kommt in geringerer Stärke eine Route aus dem Saarland über das Pfälzer Bergland zu Untermain und Kinzigtal. Insgesamt waren mehrere tausend Kraniche unterwegs.

Die ersten Kraniche kommen zurück

Rückflug aus der Champagne über Eifel und Ruhrgebiet

14. Februar 2017 – Nach der ersten kleinen Welle Anfang des Monats hat der Kälteeinbruch viele Kraniche erst einmal vom Weiterflug abgehalten. Die schon im Land waren, kamen nur schleppend nach Nordosten voran, und die übrigen blieben in Frankreich. Nun bessert sich das Wetter aber deutlich. Bei blauem Himmel und einer Süd- bis Südostströmung machten sich heute bereits vermehrt wieder Kraniche auf den Weg via Eifel und Rheinland. Am Donnerstag dreht der Wind sogar auf West, die Kraniche haben also noch mehr Rückenwind. Allerdings wird es wolkig und regnerisch, so dass sich die Vögel am Himmel schlechter beobachten lassen.In Westeuropa überwinterten dieses Jahr über 400.000 Kraniche. Nach Angaben des gemeinsamen Kranichschutzzentrums von NABU und WWF entfiel der größte Teil auf Spanien, wo im Januar 255.000 Kraniche gezählt wurden. Weitere 10.000 überwinterten „gleich nebenan“ in Portugal. Der Winterbestand in Frankreich addierte sich auf 133.000, während gut 5.000 in Deutschland verblieben waren.

03. Februar 2017 – Kraniche sind flexibel. Als große Vögel frieren sie nicht so leicht und kommen Frost und Schnee ganz heftig, können sie leicht innerhalb von ein bis zwei Tagen in mildere Gegenden ausweichen. Solche Ausweichbewegungen in die eine oder in die andere Richtung lassen sich daher im Winter öfter beobachten. Nun kehren aber offensichtlich die ersten Vögel mit „ernsthaften Absichten“ wieder aus den Winterquartieren zurück. Über der Eifel wurden am Donnerstag mehrere hundert Kraniche mit Flugrichtung Nordost beobachtet. Weiter ging es teils über das Ruhrgebiet, teils über das Siegerland und in geringem Umfang entlang der Lahn.Der Massenaufbruch aus den Winterquartieren hat zwar noch nicht stattgefunden. In der spanischen Extremadura wurden vor einer Woche noch 130.000 Kraniche gezählt – und damit genauso viele wie an Weihnachten. Weitere 100.000 Kraniche überwintern in verschiedenen Regionen Frankreichs. Immerhin sind die Rastbestände am Lac du Der Chantecoq in der Champagne binnen Wochenfrist bereits von 20.000 auf 34.000 Vögel gestiegen. Von dort ist es nicht mehr weit bis Deutschland und von dort sind sicher auch die jetzt bei uns zu beobachtenden Kraniche gestartet.Aus Spanien und Frankreich kommend, überqueren die Vögel auf ihrer Reise in die Brutreviere Deutschland. Überflogen wird ein rund 150 Kilometer breiter Korridor, ausgehend vom Zwischenstopp in der Champagne über Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bis nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.Nur ein kleiner Teil der Kraniche brütet in Deutschland, die meisten ziehen nach kurzen Zwischenstopps weiter nach Skandinavien. Seinen Höhepunkt erreicht der Frühjahrszug der Kraniche in Normaljahren in der zweiten Märzhälfte. Im Vergleich zum Herbstzug ist der Frühjahrszug schwierig vorherzusehen und er verläuft viel stärker verstreut. Beim Frühlingszug gibt es keine großen, einheitlichen Rastgebiete. Große Ansammlungen an den deutschen Rastplätzen sind eher die Ausnahme. Die skandinavischen Vögel ziehen rasch weiter, die hiesigen Brutvögel beginnen direkt mit der Balz und fliegen ihre Reviere an.

Niemals geht man so ganz…

Werden die Kraniche immer zugfauler? / Sichtungen beringter Vögel melden

16. Dezember 2016 – Nach Angaben des von NABU und WWF betriebenen Kranichschutzzentrums Groß Mohrdorf werden auch in Mecklenburg-Vorpommern noch reichlich Kraniche gesichtet. So halten sich in der Schaalsee-Region bis zu tausend Kraniche auf, weitere mehrere hundert an verschiedenen Plätzen nahe der Ostseeküste zwischen Wismar und Ribnitz-Damgarten beobachtet. Darunter sind auch mehrere beringte Vögel, die alle aus Nordvorpommern stammen.

Wie viele Kraniche halten sich noch in Deutschland auf?

Auch die alljährliche „Stunde der Wintervögel“ trägt zu Beantwortung dieser Frage bei. Zwar stehen dabei Gartenvögel im Mittelpunkt, gezählt werden aber nicht nur die Vögel im Garten, sondern auch alle, die den Garten überfliegen. Mit etwas Glück werden am Aktionswochenende 2017 erneut Kraniche unterwegs sein. 2016 wurden so bundesweit immerhin 8000 „Überflieger“ gezählt.

Ein Teil der Vögel war im Herbst bereits nach Niedersachsen gezogen und ist jetzt wieder in den Osten zurückgekehrt. Ob die Tendenz zur Zugwegverkürzung und zeitigen Rückkehr weiter anhält, lässt sich besonders gut mit individuell beringten Kranichen nachverfolgen. Auch Laien können einen Beitrag leisten, indem sie Sichtungen beringter Kraniche online unter www.icora.de melden. Die Rückkehr der Kurzstreckenzieher aus den französischen Winterquartieren wird je nach Wetter bereits Mitte Februar oder auch sogar Ende Januar einsetzen. Kraniche, die bis Spanien gezogen sind, folgen dann zwei bis drei Wochen später.

Der letzte große Schwung

Nach dem Osten verlassene die Kraniche jetzt auch den Nordwesten

Kraniche im Abendrot – Foto: Thomas Munk

Nachtrag 25. November – Dankeschön, das war es dann für dieses Jahr. Am Wochenende waren noch einmal Zehntausende Kraniche unterwegs, nun sind die Rastplätze leer. In kleineren Trupps lassen sich Kraniche aber auch im Winter in Norddeutschland beobachten. Immer mehr Vögel bleiben hier, solange es zu keinem schweren Kälte- und Schnee-Einbruch kommt. Am Donnerstag (24.) flogen über Nordrhein-Westfalen noch einmal mehrere tausend Kraniche. Gestartet waren sie wohl in den Moorniederungen Niedersachens. Offizielle Zählungen finden so spät in der Saison leider nicht mehr statt, so dass keine gesicherten Daten zu den Restbeständen an den großen Rastplätzen vorliegen.15. November 2016 – Während sich an der Ostseeküste und an der Havel nur noch wenige Kraniche aufhalten, ist der Rastbestand in der Diepholzer Moorniederung (Niedersachsen) letzte Woche noch einmal kräftig angestiegen. 83.189 Kraniche bedeuteten plus 27.000 zur Vorwoche und Jahreshöchstwert.Doch dann kam das Wochenende. Am Mittwoch und Donnerstag noch verhalten startend, erschienen am Freitag am Himmel über Südniedersachen und Nordrhein-Westfalen schier unendliche Flugformationen und zogen weiter nach Frankreich. Ab Samstag setzte auch via Hessen und Rheinland-Pfalz starker Flugverkehr ein. Noch liegen keine genauen Zahlen vor, doch bis Montag hatten sich die Rastplätze weitgehend geleert. Bereits am Sonntag meldete der Lac du Der Chantecoq in der Champagne rund 130.000 Kraniche und damit fast 90.000 mehr als in der Vorwoche. In Deutschland dürfte damit der Kranichzug für diesen Herbst beendet sein.

Die große Flatter

Die Kranichsammelpunkte leeren sich nun rasch

01. November 2016 – Kraniche, Kraniche, Kraniche. Bei verbreitet blitzblank blauem Himmel haben seit Samstag Zehntausende Kraniche die großen Sammelplätze im Norden Deutschlands verlassen. Vor allem auf der Rhein-Ruhr-Route, aber auch über Hessen konnten Naturfreunde stundenlang eine Zugkette nach der anderen beobachten.Hielten sich im Rhin- und Havelluch nordwestlich von Berlin vor einer Woche mehr als 70.000 Kraniche auf, wurden heute früh nur noch 7000 gezählt. Noch gründlicher war der Abflug an der Ostsee-Boddenküste. Hier blieben von 54.000 Vögeln der Vorwoche gerade mal 1130 übrig. Folgerichtig macht die Beobachtungsanlage „Kranorama“ nun bereits Winterpause, die neue Saison startet dann im März zur Kranichbalz.Im Nordosten sind also mehr als 110.000 Kraniche losgeflogen, die meisten Nonstop nach Frankreich. Einige haben in Niedersachsen einen weiteren Zwischenstopp eingelegt – in der Diepholzer Moorniederung stiegen die Rastzahlen noch einmal leicht an, von 53.000 auf 56.000. Hier halten sich derzeit also die meisten Kraniche auf deutschem Boden auf.

Die Kranichrast steuert auf den Höhepunkt zu

200.000 Vögel in Deutschland / Ältester Kranich Europas beobachtet

Kraniche am Rastplatz – Foto: NABU/Thomas Krumenacker

19. Oktober 2016 – In Deutschland sammeln sich immer mehr Kraniche und tanken Kraft für den Weiterflug nach Frankreich und Spanien. Alleine an den drei größten Rastplätzen halten sich derzeit 195.000 Kraniche auf, darunter auch der mit 27,5 Jahren älteste Kranich Europas. Immer noch strömen Kraniche zu Zehntausenden aus Skandinavien und Osteuropa kommend nach Deutschland ein. Bei dem teils nebligen Wetter im Norden fällt das kaum auf. Dementsprechend werden im NABU-Naturgucker momentan nur relativ wenige Beobachtungen gemeldet. Ein Blick auf die im Wochenabstand erhobenen Zahlen rund um die Linumer Teiche nordwestlich von Berlin macht es aber deutlich: Vor zwei Wochen wurden dort 61.000 rastende Kraniche gezählt, eine Woche später waren es nur noch 46.000, es waren in der Zwischenzeit also 15.000 weitergezogen. Und nun haben sich innerhalb einer Woche die Bestände fast wieder verdoppelt: Die gestern gezählten 89.760 (93.800 im gesamten Rhin- und Havelluch) bedeuten einen Zuflug von über 40.000 in kürzester Zeit.Rechnet man nun noch die Rügen-Bock-Region (58.795) und die Diepholzer Moorniederung (42.500) hinzu, halten sich jetzt alleine an den drei größten Rastpunkten 195.000 Kraniche auf. Dazu kommen weitere Vögel im Oderland, im Spreewald und an den mitteldeutschen Stauseen, so dass man von deutlich mehr als 200.000 Rastvögeln ausgehen kann. Zehntausende weitere Kraniche haben bereits Frankreich erreicht. Am Lac du Der Chantecoq standen am Sonntag 27.000 Kraniche zu Buche, am gleichen Tag fand über der Route Hessen-Rheinland-Pfalz-Saarland starker Kranichzug statt. Intensiv beobachtet wurde vor allem im Marburger Lahntal, wo sich die Zugroute stark verengt. Dort notierte ein Ornithologenteam rund um Manfred Kraft vom Nachmittag bis zum frühen Abend innerhalb von nur vier Stunden 59 Trupps mit zusammen 27.500 Kranichen.Bei all den großen Summen scheinen 27,5 eine vernachlässigbare Zahl. Und doch ist es ein neuer Rekord: Am Beobachtungshaus „Kranorama“ bei Günz unweit des Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf wurde heute ein Kranich beobachtet, der laut Aufzeichnungen am 11. Juli 1989 als Jungvogel in Mittelschweden beringt worden war. Damit ist der Vogel jetzt ungefähr 27,5 Jahre alt und das ist neuer europäischer Altersrekord für freilebende Kraniche. Schwedische Vogelkundler haben den Kranich einst „Hans“ getauft, es handelt sich allerdings um ein Weibchen.

Starker Kranichzug über Deutschland

Mehr als 100.000 rasten jetzt in Deutschland, Tausende sind bereits auf dem Weg nach Frankreich

Auf der Naturgucker-Karte zeichnet sich der massive Zug am 4. Oktober von Südniedersachsen bis ins Saarland deutlich ab.

Update 7. Oktober: In der Diepholzer Moorniederung wurden nun 30.000 weitere Kraniche gezählt. Das ist für Niedersachsen eine ungewöhnlich hohe Zahl so früh im Oktober. Bundesweit geht es also stark auf 150.000 rastende Kraniche zu.Update 6. Oktober: Bei den Rastbeständen ist die 100.000er-Marke nun geknackt und bereits deutlich überschritten. Alleine an der Darß-Zingster Boddenkette und um Rügen wurden am Wochenende über 45.000 Kraniche gezählt (plus 15.000 zur Vorwoche), im Rhin- und Havelluch waren es gestern 61.440 (plus 13.000 zur Vorwoche), davon 59.170 an den Linumer Teichen. Gleichzeitig gab es einen ersten massiven Abflug via Hessen und Rheinland-Pfalz. Am Dienstag zogen viele tausend Kraniche quer über Deutschland Richtung Frankreich. Am Mittwoch gab es auch über Nordrhein-Westfalen erste Zugmeldungen. Nächster großer Halt der Kraniche ist der Stausee Lac du Der Chantecoq in der Champagne. Dort wurden nach wenigen hundert Vögeln in der Vorwoche nun rund 10.000 Kraniche gezählt.Update 28. September – Die Rastbestände wachsen weiter kräftig. In der Rügen-Bock-Region wurden am Wochenende 23.000 Kraniche gezählt (Vorwoche 13.774), im Rhin- und Havelluch waren es gestern 47.650 (Vorwoche 32.970), davon alleine 45.350 an den Linumer Teichen. Einschließlich der zahlreichen weiteren kleineren Rastplätze halten sich jetzt mindestens 80.000 Kraniche in Deutschland auf.

22. September 2016 – In der Rügen-Bock-Region an der Ostseeküste um Zingst wurden am Samstag 13.774 Kraniche gezählt, der Besuch der gerade laufenden Kranichwoche lohnt sich also. Im brandenburgischen Havelland kamen die Zähler am Dienstag (20.) sogar auf 32.970 Kraniche, der größte Teil davon an den Linumer Teichen. Dazu kommen weitere zerstreute Bestände im gesamten Nordosten, darunter zum Beispiel 1600 rastende Kraniche am Galenbecker See südwestlich des Stettiner Haffs.Während aus Skandinavien und Osteuropa weitere Vögel einfliegen, machen sich die ersten Kraniche bereits auf den Weiterflug Richtung Frankreich und Spanien. Vor allem entlang der Zugroute über Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind täglich mehrere Hundert Kraniche unterwegs. So zählte Karl-Heinz Fuldner vom NABU Bad Sobernheim über Boos an der Nahe am Dienstag insgesamt 435 ziehende Kraniche.

Aktuell

Kranichansammlungen: Aus Hunderten werden Tausende

Beobachtungsplattform „Kranorama“ ab September wieder täglich geöffnet

29. August 2016 – Täglich stoßen neue Kraniche zu den sich sammelnden Trupps an der Boddenküste. Allein in der Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen rasten aktuell schon über 2000 Vögel. 1000 weitere Kraniche versammeln sich im Raum Greifswald. Wie das Kranichschutzzentrum von WWF und NABU in Groß Mohrdorf berichtet, ergaben Ringablesungen von Familien mit bekannten Brutrevieren eine Entfernung von bis zu 41 Kilometern zwischen dem Brutplatz und den jetzigen Sammelplätzen. Die sich an der Boddenküste versammelnden Vögel stammen also aus einem recht großen Einzugsgebiet, das im Süden bis zur A20 reicht. Zu den Kranichen gesellen sich auch zahlreiche Wasservögel. Besonders auffällig sind die Graugänse, die sich oft gemeinsam mit den Kranichen auf den Getreidestoppel-Flächen zur Nahrungssuche einfinden. Entlang der Darß-Zingster Boddenkette und Rügen können dabei bis zu 20.000 Gänse rasten. Anhand von Ablesungen markierter Vögel konnte festgestellt werden, dass neben in Mecklenburg-Vorpommern brütenden Graugänsen ein großer Teil aus Polen und Osteuropa stammt und jetzt in einem sommerlichen Zwischenzug nach Nordwest an die Küste zieht.

Saisonstart am Kranorama

Das Kranorama, die im Herbst 2015 eingeweihte neue Beobachtungsplattform am Günzer See, hat ab 1. September wieder täglich von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Unter fachkundiger Anleitung von Mitarbeitern des Kranich-Informationszentrums lassen sich hier Kraniche hautnah erleben.Audiovisuelle Medien und eine Live-Übertragung der Kraniche vom Feld auf einen großen Bildschirm machen das Kranorama zu einem modernen Aussichtspunkt. Selbst der Weg vom Parkplatz zum Kranorama ist ein Erlebnis, denn hier befinden viele spannende Informationstafel und Sitzmöglichkeiten. Am Ziel angekommen hat der Besucher einen Ausblick auf die Günzer Seewiesen. Kranorama und das Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf liegen nur wenige Kilometer auseinander. Auch dort lohnt sich ein Besuch. Das Zentrum hat im September und Oktober täglich von 9.30 bis17.30 Uhr geöffnet.

Noch eindrucksvoller wird es an deutschen Haupt-Kranichrastplätzen (Rügen-Bock-Region, Rhin- und Havelluch, Diepholzer Moorniederung), wenn ab September Durchzügler aus Skandinavien und Osteuropa halt machen, um sich vor dem Weiterflug zu stärken. Im Oktober und November sind dort dann durchgehend jeweils mehrere Zehntausend Kraniche zu erleben, in der Spitze sogar mehr als 100.000.

Die Kraniche kommen bereits zurück

Früher Einflug aus Frankreich / Erste Paare suchen Brutreviere auf

27. Januar 2016 – „Sind Kraniche besonders jecke Vögel?“ fragten wir im letzten Jahr, als pünktlich zu Beginn der tollen Tage erste größere zurückkehrende Kranichtrupps über der Eifel und dem Rheinland gesichtet wurden. In diesem Jahr liegt Karneval eine Woche früher und prompt kehren auch die Kraniche früher zurück.An Karneval, Fasching oder Fastnacht liegt es natürlich nicht – zumal die Kraniche nicht nur eine, sondern sogar gut zwei Wochen früher dran sind als 2015. Das Wetter treibt die Kraniche an, denn viel wärmer als jetzt kann es im Januar kaum werden und auch die Windrichtung stimmt. Nach dem kurzen Gastspiel des Winters sorgt seit Wochenanfang ein Azorenhoch für Frühlingsgefühle. Als Spitzenwert wurden am Montag in der Zülpicher Börde am Nordrand der Eifel 18 Grad Celsius gemessen.Die Natur zeigt sich beeindruckt. Gerade drei Wochen ist es her, dass die letzten Kraniche vor dem Frost aus Deutschland nach Westen ausgewichen sind. Zur „Stunde der Wintervögel“ vom 8 bis 10. Januar wurden dabei auf den Zugrouten fast 8000 Kraniche gemeldet. „Ein ewiges hin und her. Jetzt geht es schon wieder in die andere Richtung“, kommentierte Michael Nickel im NABU-Naturgucker die aktuellen Kranichsichtungen.Zugrichtung ist jetzt nicht mehr Südwest, sondern Nord und Nordost. „Zugleich kommen jetzt wieder verstärkt Meldungen von Kranichen, die paarweise in der Nähe der Brutreviere auftauchen“, weiß Günter Nowald vom Kranichschutzzentrum in Groß Mohrdorf. „ Der Hauptrückzug aus Spanien und Frankreich startet in der Regel ab Mitte Februar, sodass vermutlich hauptsächlich Vögel zurückkehren, die zuvor nach Nordost-Frankreich ausgewichen waren.“Das milde und windige Wetter wird noch mindestens bis Ende kommender Woche anhalten. „Mild und wechselhaft mit teils anhaltendem Regen, sehr windig bis stürmisch“, lautet die Überschrift zur Zehntagesvorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Sollte statt des erhofften Frühlings der Winter noch einmal zurückkehren, macht dies den Kranichen wenig aus. Als große Vögel frieren sie nicht so leicht und kommt der Winter ganz heftig, können sie leicht innerhalb von ein bis zwei Tagen erneut in mildere Gegenden ausweichen.

Am Wochenende wieder Gegenwind

Noch bis zu 40.000 Kraniche harren aus

26. November 2015 – Wie viele Kraniche sich momentan noch in Deutschland aufhalten, ist ungewiss. Die Angaben aus den wichtigsten Rastplätzen summieren sich auf knapp 40.000, teils sind diese aber schon zwei Wochen alt. Fest steht, dass der Temperaturrückgang und das zeitweise Drehen des Windes auf nördliche Richtungen vor allem am Sonntag und Montag (22./23.) mindestens 20.000 Kraniche zur Abreise aus Deutschland veranlasst hat. Auf allen Hauptzugrouten waren die Vögel unterwegs. Inzwischen sind die Zugaktivitäten wieder deutlich abgeflaut. Die kommenden Tagen wird der Wind zudem erneut aus Westen und Südwesten wehen. Für die Kraniche bedeutet das Gegenwind, teils in Sturmstärke.

Kräftiger Gegenwind hält Kraniche am Boden

Rund 70.000 harren noch aus / Kurzfristig keine Besserung in Sicht

16. November 2015 – Pech gehabt: Nachdem die Kraniche im Oktober durchgehend gute Zugbedingungen hatten, bläst der Wind den verbliebenen Vögeln nun schon seit anderthalb Wochen kräftig ins Gesicht und erreicht teils Sturmstärke. An einen Weiterflug in die Winterquartiere ist momentan nicht zu denken und so haben sich die deutschen Hauptrastplätze doch noch mal gut gefüllt. An der Ostseeküste harren im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft nach Schätzung des Kranichschutzzentrums Groß Mohrdorf rund 10.000 Kraniche aus. Im Rhin- und Havelluch hat sich die Kranichzahl innerhalb einer Woche von knapp 8.000 auf fast 25.000 erhöht und aus der Diepholzer Moorniederung werden noch rund 40.000 Kraniche gemeldet.Im Laufe der Woche sollen die Windgeschwindigkeiten sogar noch zunehmen, ein grundlegender Wechsel der Windrichtung ist zunächst nicht in Sicht.

Starker Flugbetrieb über Ruhr, Rhein und Lahn

Frühe Schlussetappe beim Zug der Kraniche in die Winterquartiere

05. November 2015 – Wer in diesem Herbst noch größere Kranichtrupps sehen möchte, muss sich langsam sputen. Die großen deutschen Rastplätze leeren sich rasch und im Vergleich zu den Vorjahren auch recht früh. Insgesamt halten sich wohl nicht mehr als 70.000 Kraniche bei uns auf.Dichter Reiseverkehr auf den Hauptrouten über Nordrhein-Westfalen sowie über Hessen und Rheinland-Pfalz: Wohl mehr als 50.000 Kraniche haben sich seit dem Wochenende von den Rastplätzen erhoben und den Weiterflug nach Frankreich und Spanien angetreten. Während am Sonntag (1.) insgesamt rund 30.000 Kraniche unterwegs waren, wurden am ebenfalls stark beflogenen Dienstag (3.) im NABU-Naturgucker vor allem Kraniche über Ruhr und Rhein gemeldet – mindestens 10.000 –, dazu aber auch rund 5000 über Hessen. Auf der noch jungen Südroute über Bayern scheint bereits Samstag (31.) der Hauptflugtag gewesen zu sein, hier wurden rund 5000 Kraniche gemeldet.

Alles auf Durchzug…

80.736 rastende Vögel zählten die Kranichschützer am 20. Oktober im Rhin- und Havelluch. Das war Höchststand für diesen Herbst, dieser lag jedoch weit entfernt von den 131.450 Kranichen genau ein Jahr zuvor. An den weiteren deutschen Hauptrastplätzen sah es nicht anders aus, die Zahl gleichzeitig rastender Kraniche blieb deutlich unter den Vorjahren. Heißt das, dass die Kraniche weniger geworden sind, wie nun einige besorgte Vogelfreunde fragen? Überhaupt nicht: Die niedrigeren Zahlen zeigen lediglich, dass die Kraniche in diesem Herbst fast durchgängig gute Zugbedingungen hatten. Die Vögel mussten jeweils nur kurz rasten, folglich gab es weniger Staus, erläutert Günter Nowald, Leiter des gemeinsamen Kranichschutzzentrums von NABU und WWF in Groß Mohrdorf bei Stralsund. 2014 dagegen waren Witterung, Sicht und Windrichtung lange ungünstig, so dass immer mehr Kraniche hinzukamen, ohne dass die bereits länger rastenden Vögel dafür weiterzogen.An den Rastplätzen an der Boddenküste bei Stralsund und Rügen wurden am Samstag noch 11.000 Kraniche gezählt, inzwischen sind es wohl deutlich weniger. Auch das Rhein- und Havelluch nordwestlich von Berlin leert sich rasch, am Dienstag wurden dort noch 7.680 Kraniche registriert. Immerhin 41.000 Kraniche waren es am Sonntag noch in der Diepholzer Moorniederung, der starke Zug via NRW am Dienstag weist aber auch dort auf einen weiteren starken Abzug hin.

Die Kraniche machen sich vom Acker

Abzug leert die Ost-Rastplätze, Verlagerung nach Westen

28. Oktober 2015 – Die Kraniche nutzen weiterhin das gute Flugwetter. So zeigten die Meldungen im NABU-Naturgucker am Montag starken Zug über Nordrhein-Westfalen, gefolgt von noch größeren Kranichketten am Dienstag über Hessen. Ungewöhnlich: Selbst Bayern und Baden-Württemberg werden überflogen.Der starke Wegzug bleibt natürlich nicht ohne Folge für die Großrastplätze. Innerhalb einer Woche halbierten sich die Rastzahlen im brandenburgischen Rhin- und Havelluch von über 80.000 auf nun nur noch 37.630 Kraniche. Dafür stiegen weiter westlich in der Diepholzer Moorniederung (Niedersachsen) die Kranichbestände gegenüber der Vorwoche um 15.000 auf 53.923 an (gezählt am Sonntag und Montag). Noch weiter im Westen kamen am riesigen Rückhaltebecken Lac du Der Chantecoq in der französischen Champagne innerhalb von drei Tagen 22.000 Kraniche neu an, die heutige Zählung ergab rund 60.000.Besonders interessant: Die neue sogenannte Südroute via Bayern und Baden-Württemberg wird auch in diesem Jahr beflogen, wenn auch nicht in besonders großer Zahl. Dabei fliegen die Kraniche momentan nicht nur entlang des Alpenrandes nach Westen, sondern auch in Südwestrichtung von Thüringen und Sachsen über Franken und weite Teile Baden-Württembergs.

Am Wochenende wieder gutes Flugwetter

Rastzahlen steigen auf rund 200.000 an

22. Oktober 2015 – Für die kommenden Tage ist erneut gutes Flugwetter angesagt. Entlang der Zugkorridore vom Nordosten über Südniedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie aus dem westlichen Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen dürften am Himmel Zehntausende Kraniche zu beobachten sein.Die Rastplätze der Kraniche haben sich die letzten Tage wieder deutlich gefüllt. Alleine an den Hauptrastplätzen halten sich momentan über 170.000 Kraniche auf: 53.690 in der Rügen-Bock-Region, 80.736 im Rhin- und Havelluch sowie 37.156 in der Diepholzer Moorniederung. Damit dürften insgesamt rund 200.000 Kraniche in Deutschland rasten, so wurden im NABU-Naturgucker unter anderem noch 8474 Kraniche vom Helmestausee und 2000 von den Aulebener Fischteichen gemeldet. Das sind gewaltige Zahlen, aber doch weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Ende Oktober wurden damals sämtliche Rekorde gebrochen, so rasteten alleine im Rhin- und Havelluch 130.000 Kraniche. Grund dafür ist das optimale Flugwetter am zweiten Oktoberwochenende, weshalb nun schon wesentlich mehr Kraniche Deutschland Richtung Frankreich und Spanien verlassen haben als im Vorjahr.Für die kommenden Tage ist nun erneut gutes Flugwetter angesagt. Entlang der Zugkorridore vom Nordosten über Südniedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie aus dem westlichen Niedersachsen über Nordhrein-Westfalen dürften am Himmel Zehntausende Kraniche zu beobachten sein.Absolute Kranich-Garantie gibt es natürlich an den Hauptrastplätzen. Hier lassen sich die Kraniche nicht nur im Flug, sondern auch beim Äsen auf den Äckern oder an den Schlafplätzen beobachten. Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis ist der mit Anbruch der Dämmerung startende Einflug der Vögel zu den Schlafplätzen, wenn zum Beispiel an den Linumer Teichen mehr als eine Stunde lang eine Kranichwelle nach der anderen ankommt.

Rasten, fliegen, rasten

Mehr als 100.000 Kraniche über Deutschland unterwegs

13. Oktober 2015 – Die neuesten Rastzahlen: Boddenküste 55.700 (Zählung von Samstag), Rhin- und Havelluch 66.680 (Zählung heute), Diepholzer Moorniederung 28.155 (Zählung von Sonntag). Macht also 150.000 alleine an den drei Großrastplätzen.12. Oktober 2015 – Jetzt wissen wir es besser: Samstag war nur der Aufgalopp, so richtig Betrieb am Himmel gab es dann am Sonntag. Beim NABU-Naturgucker wurden gestern insgesamt 134 000 Kraniche in rund 400 Einzelbeobachtungen gemeldet. Hauptbeobachtungsbereiche waren die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Auch wenn davon auszugehen ist, dass einige Kranichgruppen auf der Zugstrecke mehrfach gesichtet und gemeldet wurden, sind damit mehrere Zehntausend Kraniche unterwegs gewesen. Der Gesamtbestand auf dem westlichen Zugweg nach Frankreich und Spanien liegt derzeit bei rund 350.000 Kranichen.11. Oktober 2015 – Sonnenschein und kräftiger Ostwind: Besser als an diesem Wochenende könnten die Bedingungen für den Zug der Kraniche in die west- und südeuropäischen Winterquartiere kaum sein. So flogen am gestrigen Samstag insgesamt mindestens 5.000 Kraniche über die Route quer durch Hessen und Rheinland-Pfalz. Aus Skandinavien und dem Baltikum kommend, steuern unzählige Kraniche die großen Ratsplätze an der Ostsee-Boddeenküste und im Havelland an, fliegen später gestärkt weiter Richtung Südwest und überqueren dabei weite Teile Deutschlands.Alleine an der Boddenküste, im Rhin- und Havelluch sowie in der Diepholzer Moorniederung wurden bei den Synchronzählungen am vorigen Wochenende mehr als 103.000 rastende Kraniche notiert. Jeweils mehrere tausend Kraniche rasten zudem an den Tagebauseen in der Lausitz sowie an verschiedenen Talsperren. Weitere knapp 10.000 hatten zu diesem Zeitpunkt bereits den Stausee „Lac du Der“ in der französischen Champagne erreicht.

Die Kraniche beginnen sich zu sammeln

Schon jetzt sind an der Boddenküste 12.000 der „Vögel des Glücks“ zu beobachten

Update 16. September – Die Zählung am vergangenen Wochenende hat in der Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen bereits mehr als 12.000 rastende Kraniche ergeben. Gute Voraussetzungen also für die am Sonntag (20.) beginnende 16. „Woche des Kranichs“ im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.Update 3. September – An der Boddenküste wächst die Zahl der Kraniche beständig. Das gemeinsame Kranichzentrum von WWF und NABU schätzt die Zahl auf derzeit 3000. „Der Eindruck vermittelt einem einen enormen Zuzug aus Schweden, da auch bereits einige Farbringe mit rotem Landesring abgelesen wurden“, heißt es dazu bei Facebook. Die nächste genaue Zählung findet am Wochenende statt.

28. August 2015 – Am Wochenende sind für weite Teile Deutschlands noch einmal hochsommerliche Temperaturen angesagt. Ab Mitte kommender Woche wird es jedoch deutlich kühler, der Hoch- wird endgültig zum Spätsommer. Bis zum Abreisebeginn der Kraniche nach Süden sind zwar noch fast zwei Monate Zeit. Fest steht aber: Die Brutzeit ist beendet und so verlassen die Vögel nun ihre Reviere und beginnen sich zu sammeln. Ab Anfang September gesellen sich an den Sammelplätzen zu den unverpaarten Kranichen und den Paaren ohne Bruterfolg auch die Brutpaare mit ihrem Nachwuchs. Die Jungkraniche sind bereits im Alter von zehn Wochen flugfähig, so dass sie ihren Eltern jetzt gut folgen können.Während sich die Vögel nachts an flache Seen und Teiche zurückziehen, wo sie stehend schlafen, halten sie sich tagsüber zur Nahrungssuche bevorzugt auf abgeernteten Getreideäckern auf, um dort nach am Boden liegenden Körnern zu suchen. Dadurch lassen sich momentan schon Ansammlungen von einigen Dutzend Kranichen beobachten. Die größte im Naturgucker gemeldete Gruppe der letzten Tage waren 300 Kraniche bei der Nahrungssuche nahe dem Peetzer Bruch bei Warnemünde. Besonders eilig hatte es ein Trupp von rund 50 Kraniche, der am Dienstag bei Bonn-Oberkassel bereits den Rhein Richtung Westen überquerte.Die erste Kranichzählung der Herbstsaison fand am 15./16 August statt. Dabei wurden an der Boddenküste rund um Stralsund und auf Rügen 883 Kraniche notiert. Zehn Tage später ist nach Angaben des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf die Zahl der rastenden Kraniche bereits auf 1500 gestiegen. Im südbrandenburgischen Naturpark Niederlausitzer Landrücken sollen sogar mehr als 2000 Kraniche gezählt worden sein. Aus anderen Regionen liegen noch keine Meldungen vor, Zahlen gibt es lediglich noch vom schwedischen Kvismaren-See südöstlich der Stadt Örebro. Dort rasten momentan rund 6000 Kraniche.Richtig eindrucksvoll wird es an deutschen Haupt-Rastplätzen (Rügen-Bock-Region, Rhin- und Havelluch, Diepholzer Moorniederung) aber erst, wenn ab September Durchzügler aus Skandinavien und Osteuropa hier halt machen, um sich vor dem Weiterflug zu stärken. Im Oktober und November sind dort dann durchgehend jeweils mehrere Zehntausend Kraniche zu erleben. Den deutschen Tagesrekord hält derzeit das Rhin- und Havelluch mit 131.450 Kranichen – davon 123.100 in Linum – bei der Zählung am 21. Oktober letzten Jahres, in der Diepholzer Moorniederung waren es bis zu 104.000 und an der Boddenküste über 70.000. Am Lac du Der-Chantecoq in der Champagne hielten sich Anfang November sogar 206.000 Kraniche auf.

Ein Blick in den Himmel lohnt sich

Aus Frankreich sind 70.000 Kraniche im Anflug

09. März 2015 – Wie die zahlreichen Meldungen im NABU-Naturgucker zeigen, ist ein Teil der noch am Donnerstag über dem französischen Zentralmassiv beobachteten Kraniche nonstop bis nach Deutschland weitergeflogen. Bereits am Freitag füllte sich der Himmel merklich, die meisten Beobachtungen wurden dann am Samstag gemacht. Da sich die Punktbeobachtungen nicht einfach aufaddieren lassen, bleibt zunächst unklar, wie viele der 70.000 avisierten Kraniche Deutschland bereits überflogen haben.

06. März 2015 – Die bisher am Südrand der Pyrenäen rastenden Kraniche sind inzwischen aufgebrochen. Wie das Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf mitteilt, haben französische Kranichschützer am Donnerstag (5.) innerhalb von vier Stunden insgesamt 69.100 Kraniche gezählt, die über das Limousin flogen. Ob die Vögel zunächst in der Champagne am großen Stausee „Lac du Der“ Rast machen werden oder gleich nach Deutschland weiterfliegen, bleibt abzuwarten. Die Flugwetterprognose ist jedenfalls sehr gut, so dass möglicherweise bereits am Wochenende ein Großteil der Kraniche bei uns einfliegen wird.Viele Kraniche sind ja bereits in den letzten Wochen zurückgekehrt und haben sofort mit der Balz begonnen. Sehr gut geeignet zur Balzbeobachtung ist zum Beispiel die Beobachtungsplattform am Günzer See unweit des Kranich-Informationszentrums. Ab 14. März stehen dort allen Interessierten auch ehrenamtliche Kranichranger mit Fachwissen und Beobachtungstechnik im Kranich-Infomobil zur Verfügung.

Die erste Rückreisewelle ist durch

Direkt nach dem Eintreffen beginnen Balz und Brut

04. März 2015 – Die erste Rückreisewelle ist durch, die nächste steht bevor. Während am Lac du Der in der Champagne nahezu gähnende Leere herrscht, warten südlich der Pyrenäen momentan mehr als 80.000 Kraniche auf günstiges Flugwetter. Sobald das eintrifft, können die Vögel den Pyrenäenübertritt und den Überflug Frankeichs innerhalb weniger Tage bewältigen. In Deutschland gibt es derzeit deshalb nur geringen Flugverkehr. Während am 22. und 24. Februar jeweils zwischen 5000 und 10.000 Kraniche am Himmel zu sehen waren, flogen nach einigen mauen Tagen am vergangenen Sonntag (1.3.) noch ingesamt gut tausend Kraniche über Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und am gestrigen Dienstag wurden über dem Marburger Lahntal innerhalb von vier Stunden immerhin mehr als 800 Kraniche notiert.

13. Februar 2015 – Sind Kraniche besonders jecke Vögel? Pünktlich zu Beginn der heißen Phase im Karneval (Fastnacht, Fasching…) wurden am Donnerstag über der Eifel und dem Rheinland die ersten größeren aus dem Winterquartier zurückkehrenden Kranichtrupps beobachtet. Ob nun tatsächlich „der Frühling nicht mehr weit“ ist, wie einige Vogelfreunde bereits meinen, sei dahingestellt. Ungewöhnlich sind die Beobachtungen nicht, der Beginn der Kranichrückkehr Mitte Februar ist völlig normal. In die Zukunft blicken können die Kraniche so wenig wie wir Menschen, ihre genaue Flug-Terminierung hängt vom aktuellen Wetter und günstigen Winden ab.

Unsere Kraniche bekommen kalte Füße

Schnee und Frost lässt die Vögel nach Südwesten ausweichen

29. Dezember 2014 –

Der nachweihnachtliche Kälteeinbruch bringt seit Samstag Bewegung in die derzeit noch in großer Zahl in Deutschland überwinternden Kraniche. Nachdem nun auch die Schneedecke in vielen Regionen anwächst, weichen die Kraniche in mildere Regionen aus. Vor allem am Sonntag wurden über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz zahlreiche ziehende Kranichtrupps von teils mehreren Hundert Vögeln beobachtet. Das muss nicht unbedingt gleich eine Reise in die althergebrachten Überwinterungsgebiete in Südfrankreich oder Spanien sein. Wird es wieder etwas wärmer – das ist schon Ende dieser Woche in Sicht –, kann es sein, dass viele der Winterflüchter wieder zurückkehren. Kraniche sind zwar Zugvögel, sie vertragen Kälte aufgrund ihrer Größe aber recht gut. Je größer ein Körper ist, desto günstiger ist das Verhältnis von Oberfläche und Inhalt. Deswegen sind in kalten Gegenden Tiere gleicher oder verwandter Art in der Regel größer als in warmen. Die größten Bären zum Beispiel gibt es nicht etwa in den Tropen, sondern am Polarkreis.Von der Westzieher-Population des Kranichs hält sich derzeit mehr als die Hälfte in Spanien auf – die Experten von Kranichschutz Deutschland schätzen rund 200.000 –, ein Drittel in Frankreich und der Rest zerstreut in Deutschland. Während von den deutschen Hauptrastplätzen keine aktuellen Zahlen vorliegen, wurden kurz vor Weihnachten am Stausee Lac du Der in der französischen Champagne 37.320 Kraniche gezählt und in der spanischen Extremadura waren es 83.000. Den Weiterflug über die Meerenge von Gibraltar nach Afrika haben wohl nur 2000 Kraniche unternommen.P.S.: Nicht nur große Vögel sind derzeit unterwegs. Besonders eindrucksvoll ist der Einflug von nordischen Bergfinken nach Deutschland. Die nahen Verwandten des Buchfinks treten in Schwärmen zu Hunderten und sogar Tausenden auf.

Nachtrag 9. Oktober: Inzwischen liegen neue Zahlen aus dem Rhin- und Havelluch vor. Gegenüber knapp 37.000 Kranichen vor zwei Wochen haben sich die Rastzahlen auf 130.390 mehr als verdreifacht. Der Großteil – rund 117.00 – konzentriert sich auf den Schlafplatz Linumer Teiche. Insgesamt halten sich damit fast 200.000 Kraniche in Deutschland auf.

Frühe Kranichrast: Über 40.000 im Havelland

Die „Vögel des Glücks“ sammeln sich vor dem Weiterflug nach Süden

24. September 2014 – Vogelfreunde aufgepasst: Die Kraniche sind in diesem Herbst früh dran. So ergab die aktuelle Erfassung im Havelland die stolze Zahl von 41.250 rastenden Kranichen. Dabei entfällt der Hauptteil von 36.000 Vögeln auf das Rhinluch rund um Linum. An den anderen deutschen Haupt-Rastplätzen wird erst am kommenden Wochenende wieder gezählt. Vor zwei Wochen kam man an der Boddenküste auf 10.440 Kraniche und in der Diepholzer Moorniederung auf immerhin 1500. Diese Rastbestände dürften inzwischen deutlich angewachsen sein, so dass unter Strich in Deutschland momentan wohl bereits an die 100.000 Kraniche rasten. Auch auf der westlichen Zugschiene sind die Kraniche früh dran. Im ungarischen Hortobgay-Nationalaprk rasten derzeit mehr als 60.000 Kraniche.

Kraniche mit Rückenwind

Stabiles Hochdruckwetter lädt zur Naturbeobachtung ein

07. März 2014 – Bis zu 20 Grad Celsius und am Sonntag verbreitet zehn Sonnenstunden: Das anstehende Wochenende lädt geradezu zum Naturerleben ein. Auch wenn die Vogelzahlen weit entfernt von denen des Herbstes sind, lassen sich an den bekannten Hauptrastplätzen jetzt recht gut Kraniche beobachten. Das gilt für die Diepholzer Moorniederung ebenso wie für das Rhinluch bei Linum und die Boddenküste. In der Region „Darß-Zingster Boddenkette und Rügen“ rasten derzeit rund 4000 Kraniche. Dieser frühe Zeitpunkt ist hier für eine so große Zahl der Vögel des Glücks einzigartig. „Besonders schön können die eleganten Vögel an der Fütterungsfläche von Kranichschutz Deutschland am Günzer See beobachtet werden. In den letzten Tagen waren es immer um die 600 Kraniche“, erläutert Günter Nowald vom Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf. Das Zentrum liegt rund vier Kilometer vom Beobachtungspunkt Günzer See entfernt. Eine täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnete Ausstellung bietet faszinierende Einblicke in das Leben der Kraniche.Die Großwetterlage mit einem Hochdruckkeil quer über Mitteleuropa hat auch Auswirkungen auf den Vogelzug. „Sehr günstig ist die Wetterlage von Samstag bis Montag für die Südwestzieher, der durch die starken Nordwinde und Niederschläge der vergangenen Tage verursachte Zugstau südlich der Pyrenäen dürfte sich rasch auflösen“, heißt es dazu auf www.orniwetter.info. „Im Gegenzug ist die Wetterlage für Südostzieher derzeit sehr ungünstig, herrschen doch am Bosporus garstige Wetter- und Windverhältnisse.“ Für die Kraniche auf der Route über Spanien und Frankreich bedeutet das also Rückenwind, gleiches gilt für die Westzieher unter den Störchen. Störche, die jetzt aus Afrika kommend über den Nahen Osten Richtung Europa fliegen wollen, werden dagegen ausgebremst.

Die Kraniche kehren zurück

Forscher suchen nach Hinweisen auf neue Südroute

28. Februar 2014 – In West- und Norddeutschland ist der Frühjahrs-Kranichzug bereits voll im Gange und auch über Süddeutschland wurden schon einige versprengte Kranichtrupps gesichtet. Es ist anzunehmen, dass über Bayern ebenfalls bald die ersten Kraniche nach Norden beziehungsweise Nordosten ziehen werden. Der Frühjahrszug ist bekanntlich nicht so auffällig und spektakulär wie der Herbstzug, aber nach dem ungewöhnlichen Herbst 2013 lohnt sich in den nächsten Wochen ein Blick und ein offenes Ohr gen Himmel besonders. Die Hinweise mehren sich nämlich, dass sich neben den bekannten Hauptrouten eine neue Zugroute entlang des Alpennordrands etabliert. Um dies näher zu erforschen, sind die im „Kranichschutz Deutschland“ zusammengeschlossenen Vogelkundler auf möglichst viele Beobachtungsdaten angewiesen. Wer Kraniche beobachtet – ganz egal, auf welcher Route –, sollte seine Beobachtungen deshalb möglichst der Forschung zur Verfügung stellen. Registrierte Nutzer können ihre Kranichbeobachtungen auf den Portalen www.ornitho.de oder www.nabu-naturgucker.de eintragen. Beim NABU-Naturgucker kann außerdem auch ohne persönliche Registrierung eine Schnellmeldefunktion verwendet werden.

Die erste kleine Rückreisewelle rollt

Mehrere Tausend Kraniche ziehen nach Nordosten / Balztänze beobachtet

10. Februar 2014 – Gerademal zwei Wochen ist es her, dass Tausende Kraniche vor der Kälte im Osten in den milden Westen flohen. Nun setzt bereits der Rückflug ein. Noch ist ungewiss, ob dies die allgemeine Kranich-Rückkehr aus den spanischen und französischen Winterquartieren einleitet oder es sich zunächst einmal lediglich um diese „Kälteflüchter“ handelt, die bei in ganz Mitteleuropa milden Temperaturen als erste wieder zurückkehren. Die nächsten Tage werden da Klarheit bringen.Jedenfalls geben nun immer mehr Kranichbeobachter „Nord“ oder „Nordost“ als Zugrichtung an. Entlang der klassischen Routen über Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und vor allem Hessen stehen die Chancen derzeit gut, die Vögel des Glücks am Himmel zu sichten oder zumindest aus der Ferne ihre Rufe zu hören.Übrigens waren längst nicht alle verbliebenen Kraniche vor dem strengem Frost ausgewichen. So hielten bei Königs Wusterhausen südlich von Berlin – wenige Kilometer vom künftigen Hauptstadtflughafen „Willy Brandt“ entfernt – rund 1500 Kraniche aus und nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen haben einige dieser Kraniche bereits mit der Balz begonnen.Derweil drohen rastenden Kranichen westlich von Berlin, im Havelland bei Nauen, möglicherweise neue Gefahren. Wie ebenfalls der Märkischen Allgemeinen zu entnehmen ist, möchte der Energiekonzern EnBW dort mitten im derzeit größten deutschen Kranichrastgebiet auf 21 Hektar einen Solarpark errichten. Naturschützer fürchten, dass die sich spiegelnden 40.000 Solarmodule anfliegenden Kranichen eine Wasserfläche vorgaukeln könnten und diese dann verunglücken. Neben dem NABU hat auch das brandenburgische Landesumweltamt Bedenken geäußert.

Die Kraniche bekommen kalte Füße

Kälte im Nordosten lässt die Vögel nach Westen ziehen

28. Januar 2014 – Die Zahl der Kraniche, die auf den kräftezehrenden Zug in die südlichen Winterquartiere verzichtet, nimmt von Jahr zu Jahr zu. In diesem Winter hielten sich alleine im brandenburgischen Rhin- und Havelluch bis weit in den Januar hinein rund 5.000 Kraniche auf und nach Informationen von Kranichschutz Deutschland waren es in Niedersachsen sogar noch bis zu 10.000 – davon gut 8.000 in der Diepholzer Moorniederung. Auch bei der „Stunde der Wintervögel“ wurden im Norden und Osten Deutschlands immer wieder Kraniche notiert.Nun aber herrscht im Nordosten seit anderthalb Wochen strenger Frost, nachts fielen die Temperaturen verbreitet auf minus 15 Grad Celsius und auch tagsüber lagen sie teils im zweistelligen Minusbereich. Der Boden ist inzwischen hart gefroren, und auch wenn die Schneedecke meist nicht allzu mächtig ist, fällt den Kranichen die Nahrungssuche immer schwerer. Seit Samstag (25.) setzen sich daher immer mehr Kraniche nach Westen ab und folgen dabei den traditionellen Zugrouten durch Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Beim NABU-Naturgucker gingen seitdem zahlreiche Beobachtungsmeldungen ein, Kranichtrupps von 100 Tieren und mehr sind keine Seltenheit. Maik Sommerhage, Naturschutzreferent des NABU Hessen, zählte in der Lahnaue zwischen Wetzlar und Gießen am Montag (27.) sogar mehr als 900 Kraniche.Da die Flugrichtung der Kraniche nicht immer eindeutig zu erkennen ist, vermutet mancher Vogelfreund, es handle sich bereits um Rückkehrer aus dem Winterquartier. Damit ist jedoch – je nach Witterungsverlauf – frühestens ab Mitte Februar zu rechnen.

Zwei zu eins für Spanien

Nachrichten von den Sender-Kranichen / Winterbeobachtungen auch in Deutschland

27. Dezember 2013 – Im Sommer hat der von WWF und NABU getragene Kranichschutz Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern drei Kraniche mit GPS-Sendern versehen. Während die Kraniche „Wölkchen“ und „Blacky“ schon seit Mitte November im spanischen Winterquartier sind, zog Kranich „Sunny“ mit seiner Familie zunächst mehrere Wochen zwischen Hamburg und Bremen, hielt sich dann in der Diepholzer Moorniederung auf und flog schließlich weiter Richtung Frankeich. Am 24. November erreichte Sunny schließlich den Lac du Der Chantecoq in der Champagne östlich von Paris. Dort hält er sich nun über einen Monat lang auf. Eine Zählung unmittelbar vor Weihnachten ergab für den riesigen Stausee einen Rastbestand von über 44.000 Kranichen. So spät im Jahr ist das ein neuer Rekord. Zur gleichen Zeit wurden aus dem ehemaligen südfranzösischen Braunkohlrevier Arjuzanx weitere 25.000 Kraniche gemeldet und aus der spanischen Extremadua mehr als 80.000. Insgesamt überwintern in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Kraniche. Wie viele Kraniche vorhaben, den Winter in Deutschland zu verbringen, lässt sich nicht genau sagen. Man kann aber auch jetzt immer noch Trupps von 100 bis 200 Kranichen beobachten, am Helmestausee an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt wurden kurz vor Weihnachten sogar mehr als 500 gezählt.

Kranichzug bei Frost und Sonne

Derzeit reger Flugverkehr über Hessen und Rheinland-Pfalz

26. November 2013 – In weiten Teilen Deutschlands ist es momentan zwar winterlich kalt, aber auch sonnig. Während man die letzten Tage ziehende Kraniche mehr hören als sehen konnte, bietet sich nun wieder ein freier Blick. Wie mehr als 200 im NABU-Naturgucker eingegangene Beobachtungen zeigen, herrscht seit gestern vor allem auf der zentralen Route der Länge nach durch Hessen reger Flugverkehr mit Ziel Frankreich. Im Süden Hessens biegen die Kraniche teils im Rheingau direkt dem Fluss folgend nach Westen ab. Einige Trupps wurden aber auch deutlich weiter südlich geortet, wobei der Weiterflug quer über die Pfalz via Kaiserslautern erfolgt. Auf der Hessenroute dürften am Montag und Dienstag jeweils wenigstens 2000 bis 5000 Kraniche unterwegs gewesen sein, dazu kommen weitere Kraniche auf der NRW-Route mit Rheinquerung bei Köln und Bonn sowie Weiterflug über die Eifel und entlang der Mosel.Laut Zählung von Sonntag am Lac du Der Chantecoq sind dort innerhalb knapp einer Woche aus Deutschland kommend mindestens 20.000 Kraniche neu eingeflogen. Momentan rasten an Frankreichs größtem Stausee in der Champagne mehr als 48.000 Kraniche.

Viele Kraniche drängt es in wärmere Gefilde

Seit Sonntag konstanter Zugverkehr auf der Westroute

11. November 2013 – Viele Kraniche finden wohl, dass es nun langsam Zeit wird, aufzubrechen. Obwohl die Winde nicht immer günstig wehen, starten seit Sonntag (10.) vermehrt größere Kranichtrupps Richtung Winterquartiere. Waren am Wochenende zuvor noch rund 8000 Kraniche auf der ungewöhnlichen Bayern-Bodensee-Schweiz-Route beobachtet worden, werden nun weder die bekannten Hauptrouten beflogen. Am Sonntag lag der Schwerpunkt auf der nordwestlichsten Route, startend von den Rastplätzen in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen. Aus den mehr als 300 im NABU-Naturgucker hierzu eingetragenen Meldungen lässt sich genau der Weg der mindestens 10.000 Kraniche vom Raum Gütersloh/Bielefeld über das Sauerland und das Bergische Land bis zur Rheinüberquerung im Raum Köln/Bonn nachvollziehen. Danach zogen die Vögel weiter über die Eifel Richtung Frankreich.Am Montag durchflogen wiederum einige Tausend Nordrhein-Westfalen, schienen sich dabei aber noch ein Stückchen weiter nördlich zu halten, zogen über das Ruhrgebiet und querten bei Düsseldorf den Rhein. Gegenüber Sonntag deutlich zugenommen hat der Zugverkehr auf dem südlicheren Korridor, bei der die Kraniche – mehrheitlich wohl aus dem Havelland und aus Thüringen kommend – Hessen von Nordost nach Südwest durchqueren. Den Meldungen im NABU-Naturgucker nach waren hier 25.000 bis 30.000 Kraniche unterwegs.

Etabliert sich eine neue Kranich-Zugroute?

Immer mehr Vögel fliegen via Südbayern und Bodensee parallel zu den Alpen nach Westen

Gleichzeitig haben innerhalb einer Woche fast 50.000 Kraniche den Lac du Der-Chantecoq in der Champagne verlassen, um weiter nach Südfrankreich oder nach Spanien zu ziehen. Die momentan noch 26.400 am Lac du Der-Chantecoq rastenden Vögel werde aber sicher bald wieder Zuwachs aus Deutschland bekommen. Auch zum ungewöhnlichen Massenüberflug von Kranichen in Südbayern am letzten Samstag gibt es neue Informationen:Der Norden Bayerns liegt am Rande der klassischen Westroute der Kraniche. Bei entsprechender Wetterlage werden immer wieder mal Kranichtrupps verdriftet. Aufgrund der zunehmenden Gesamtpopulation überfliegen daher immer mehr Vögel auch Teile Nordbayerns. Nach Angaben von Dr. Miriam Hansbauer, Kranichexpertin des bayerischen NABU-Partners LBV, steigt seit drei Jahren aber auch die Zahl von Kranichen, die entlang und südlich der Donau ziehen, bevor sie am Nordrand der Alpen weiter nach Westen fliegen. Waren es 2011 über den gesamten Herbstzug verteilt in ganz Bayern etwa 5.000 Vögel, wurde diese Zahl 2012 schon alleine an sechs Tagen und nur südlich der Donau erreicht. Und heuer wurden am 1. November auf einen Schlag über 8.000 Kraniche südlich der Donau gemeldet. „Die sich offensichtlich neu etablierende Zugroute über Südbayern wird nach bisherigen Erkenntnissen von Kranichen aus Osteuropa genutzt. 2012 konnte dies anhand von Beobachtungen internationaler Kollegen und der Auswertung von Wetterdaten nachgewiesen werden“, so Hansbauer.

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