„Global Human Capital Report 2017“: Förderung gelingt in Deutschland gut

By   /  April 17, 2018  /  Comments Off on „Global Human Capital Report 2017“: Förderung gelingt in Deutschland gut

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MIL OSI – Source: Konrad Adenauer Stiftung –

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Der „Global Human Capital Report“

Der alljährlich veröffentlichte Report zeigt auf, wo investiert werden muss, um die Bevölkerung eines Landes angemessen auf die globalisierenden Arbeitsmärkte vorzubereiten. Untersucht werden vier zentrale Bereiche: die Aufnahmefähigkeit der Bildungsinstitutionen – hauptsächlich bestimmt durch vergangene Investitionen –, die Anwendung und Erweiterung von Fähigkeiten am Arbeitsplatz, die Ausbildung künftiger Arbeitnehmer, die Fort- und Weiterbildung der arbeitenden Generation und schließlich die Breite und Tiefe vermittelter beruflicher Kenntnisse.

Globale Spitzenreiter

Zwischen dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf eines Landes und der Platzierung im Ranking des WEF zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang. Angeführt wird die Liste von Norwegen, Finnland, der Schweiz, den USA und Dänemark. Diesen Ländern gelingt es am besten, das berufliche und wirtschaftliche Kapital seiner Bürger zu mobilisieren. Deutschland, auf Platz sechs, schließt an diese Spitzengruppe an. China liegt an 34. Stelle und hat sich damit deutlich vor den anderen aufstrebenden Wirtschaftsnationen Brasilien (77), Südafrika (87) und Indien (103) platziert.

Herausforderungen durch die vierte Industrielle Revolution

Die Autoren der Studie konstatieren, wie wichtig Investitionen in das Bildungssystem sind, dass es aber ebenso notwendig ist, einmal erworbene berufliche Fähigkeiten während des gesamten Arbeitslebens zu erweitern. Dafür braucht es Weiterbildungsangebote für Berufstätige. Entscheidend für Wirtschaftswachstum und soziale Stabilität ist nach Ansicht des WEF, dass Bildungssysteme und Arbeitsmarktpolitiken weltweit an den Anforderungen der vierten industriellen Revolution ausgerichtet werden, die einen sich ständig wandelnden Bedarf an neuen Fähigkeiten mit sich bringe. Dies betreffe auch Länder mit gut entwickelten Bildungssystemen und robuster Beschäftigungslage.

Ergebnisse für Deutschland

Deutschland konnte seine Position kontinuierlich verbessern, lag es noch 2015 auf Platz 22 und 2016 auf Platz 11. Gute Noten bekommt Deutschland insbesondere für die Qualität seines Bildungs- und Ausbildungssystems. Das System der dualen Berufsausbildung ermöglicht jungen Menschen, einen raschen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Dieses Ergebnis wird aber dadurch getrübt, dass in Deutschland noch zu viele Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen (6,2 Prozent). Zudem zeigt der Report Schwachstellen bei der Integration älterer Menschen (65+) in den Arbeitsmarkt auf.

Was gibt es also zu tun?

Grundsätzlich ist Deutschland laut WEF auf gutem Weg, sich auf einen Arbeitsmarkt 4.0 und den damit einhergehenden Wandel der beruflichen Anforderungen einzustellen. Das gute Abschneiden im Ranking darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Handlungsbedarf besteht.

Eine Berufsausbildung erleichtert den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Eine zu starke Spezialisierung birgt jedoch die Gefahr, die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen, die Digitalisierung und Globalisierung mit sich bringen, zu verringern. Das System der beruflichen Bildung muss sich dem immer schnelleren Wandel anpassen können und Kompetenzen vermitteln, die auch auf einem zukünftigen Arbeitsmarkt gefragt sind. Dafür gilt es, den allgemeinbildenden Anteil der Lehrpläne zu erweitern, eine zu frühe Spezialisierung der Auszubildenden zu verhindern und weiterbildendes lebenslanges Lernen zu stärken. Absolventen einer Berufsausbildung nehmen im Vergleich zu Akademikern noch weitaus seltener an weiterbildenden Maßnahmen teil.

Die Verringerung der Quote von Schulabgängern ohne Schulabschluss bleibt eine bildungs- und gesellschaftspolitische Herausforderung. Schüler ohne Abschluss haben es schwer, den Einstieg in den Beruf zu schaffen, ihre Talente bleiben ungenutzt. Dies ist sowohl hinsichtlich der individuellen Lebensaussichten, als auch in Zeiten eines Fachkräftemangels fatal.

Genauso wichtig wie der Berufseinstieg und die Sicherung einer Fachkräftebasis ist der Berufsausstieg. Hier braucht es flexiblere Möglichkeiten, erfahrene Arbeitnehmer über das Renteneintrittsalter hinaus beschäftigen zu können. Zugleich kann die Tatsache, dass in Deutschland viele ältere Menschen nicht über das Rentenalter hinaus arbeiten auch als soziale Errungenschaft gedeutet werden.

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