„Lateinamerikanische Handelsallianzen im globalen wirtschaftlichen Kontext“ – Grußwort von Staatsminister Niels Annen zum Lateinamerika Tag 2018 der Handelskammer Hamburg

By   /  October 12, 2018  /  Comments Off on „Lateinamerikanische Handelsallianzen im globalen wirtschaftlichen Kontext“ – Grußwort von Staatsminister Niels Annen zum Lateinamerika Tag 2018 der Handelskammer Hamburg

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Source: Auswärtiges Amt– es gilt das gesprochene Wort —
Ich freue mich sehr, dass der Lateinamerikatag 2018 (LAT) in meiner Heimatstadt Hamburg stattfindet – nur ein klein wenig nördlich von hier bin ich aufgewachsen – und dass ich Ihnen zur Eröffnung des 69. LAT 2018 die Grüße und die guten Wünsche von Bundesminister Heiko Maas überbringen kann.
Ein besonderer Dank gilt in diesem Jahr dem Lateinamerika-Verein der deutschen Wirtschaft und der Handelskammer Hamburg für die Organisation des LAT. Der Lateinamerika-Verein setzt auch 102 Jahre nach seiner Gründung durch hanseatische Kaufleute stets neue Akzente, pflegt gewachsene Beziehungen zwischen Deutschland und Lateinamerika und geht dabei weit über Handelsthemen hinaus. Der Lateinamerikaverein bringt Deutschland, Europa und Lateinamerika näher zusammen.
Es un gran honor contar en este evento con la participación del Presidente chileno, Sebastián Piñera. Que haya venido ayer a visitarnos a Berlín y hoy a Hamburgo en calidad de invitado de honor del Día de América Latina es una muestra del vínculo que nos une. El programa concebido para su visita es reflejo de lo heterogéneas que son nuestras relaciones y del enorme potencial que estas albergan. Baste pensar en las reuniones políticas celebradas en la capital alemana a fin de dialogar sobre nuestro acuerdo para intensificar la colaboración en el ámbito cultural —por ejemplo, con la producción de cintas cinematográficas— o pensemos también en el fortalecimiento de las relaciones económicas y comerciales.
Exzellenzen, meine Damen und Herren,
Hamburg wird das „Tor zur Welt“ genannt, der Ort des Aufbruchs und der Ankunft. Die ersten Reisenden über die Meere brachen in neue Kontinente auf, so auch nach Lateinamerika, und oft waren Handel und Geschäfte die Motivation für den Aufbruch.
Ein Aufbruch nach Übersee erforderte in der Pionierzeit  große Risikofreude, eine robuste Gesundheit und den Mut, neue Wege zu gehen. Auch wenn die Gesundheit nicht mehr so strapaziert wird, brauchen wir auch heute Mut und Risikofreude. Denn unsere Welt ist komplexer geworden. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft stehen vor enormen Herausforderungen und Veränderungen, und gerade im Bereich des Handels scheint eine dauerhafte Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen in weite Ferne gerückt zu sein.
Konstellationen, die in langfristige Firmenstrategien einfließen oder für die Kalkulation von Risiken wichtig sind, können sich kurzfristig und tiefgreifend  ändern. Politik und Wirtschaft stehen unter starkem Druck, angesichts dieser Unsicherheiten das Steuer mit ruhiger Hand zu führen.
Gerade vor diesem Hintergrund ist es wohltuend zu sehen, dass das Verhältnis zwischen unseren beiden Regionen stabil ist und sogar neue gemeinsame Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Freihandelsabkommen sind dabei wichtige Instrumente zur Verbesserung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, denn sie befähigen uns, die Globalisierung aktiv mitzugestalten. Das Ziel: Den Wohlstand in unseren Gesellschaften auf beiden Seiten des Atlantik zu mehren.
Wir müssen jedoch feststellen, dass das regelbasierte Welthandelssystem in Gefahr ist. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam an seinem Erhalt und an seiner weiteren Entwicklung  arbeiten. Wir sind dabei Partner, die vom Wert des Multilateralismus überzeugt sind. Und das macht uns stark.
Zu Recht hat die Europäische Kommission den Abschluss der Verhandlungen mit Mercosur über ein Assoziierungsabkommen mit Freihandelsteil noch vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im kommenden Jahr als eines ihrer Kernziele bezeichnet. Die Bundesregierung unterstützt die Kommission in ihren Bemühungen und setzt sich mit Nachdruck für einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen ein. Wir wollen ein ausgewogenes und ambitioniertes Assoziierungsabkommen.
Vor diesem Hintergrund freut mich auch die politische Grundsatzeinigung, die die Kommission in den Verhandlungen mit der mexikanischen Regierung im vergangenen April erreichen konnte. Wir hoffen auf einen zügigen Abschluss der Verhandlungen über die technischen Details. Und ich bin ebenso zuversichtlich, dass die Verhandlungen über eine Modernisierung des Assoziationsabkommens mit Chile ähnlich schnell voranschreiten werden.
Wir begrüßen auch die Einigung zwischen den USA, Kanada und Mexiko über die Fortführung ihres trilateralen Freihandelsabkommens, auch wenn wir die Auswirkungen der Bestimmungen auf die deutsche Wirtschaft noch genau analysieren.
Jedes WTO-konforme Freihandelsabkommen stützt letztlich die multilaterale, regelbasierte Welthandelsordnung mit der WTO im Zentrum und liegt damit in unserem Interesse.
Bei der engen Vernetzung der Welt verursacht Aufrüsten im Zoll- und Handelsbereich mit Verhängung von Strafzöllen, Quoten und Gegenmaßnahmen bis hin zu Handelskriegen enormen Schaden für die Wirtschaft. Doch hier sollten wir unseren Mut nicht sinken lassen: In dieser Situation mehren sich auch die Partner, die für Multilateralismus und für internationale Zusammenarbeit eintreten. Diese Lage zwingt uns zu mehr und nicht zu weniger Kooperation. Die Nationalstaaten und die Akteure in Wirtschaft und Gesellschaft sind aufgerufen, am Aufbau und Erhalt einer kooperativen und regelbasierten Weltordnung mitzuwirken.
Eine solche Weltordnung liegt in unserem deutschen, sie liegt im europäischen, und – so unsere Einschätzung – auch im lateinamerikanischen Interesse.
Der diesjährige LAT gibt Handelsthemen breiten Raum. Es geht aber auch um den Beitrag, den die Wirtschaft in der und für die Gesellschaft leisten kann. Und mit „Wirtschaft“ meine ich ausdrücklich auch die kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Sehr oft sind es Familienunternehmen, in denen unternehmerisches Risiko noch gelebte Sozialpartnerschaft ist, die mit neuen Ideen und gutem Beispiel vorangehen.
Das Ziel ist, nachhaltiges und inklusives Wirtschaftswachstum zu ermöglichen. Wirtschaftswachstum und Handel müssen den Menschen neue Perspektiven und ein Mehr an Verlässlichkeit geben. Wir  müssen deshalb also auch den inneren Zusammenhalt im Blick behalten. Wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Fortschritt müssen Hand in Hand gehen, ohne jemanden abzuhängen. Es bedarf ständiger Achtsamkeit, wenn wir nicht von überwunden geglaubten Problemen überrascht werden möchten.
Deshalb lassen Sie mich an dieser Stelle auch ganz klar sagen: Fremdenhass und Ausgrenzung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Sie schaden uns. Integration trägt zu Wohlstand und wirtschaftlicher Entwicklung bei.
Exzellenzen, meine sehr geehrten Damen und Herren,
Para mí personalmente, América Latina ocupa un lugar muy especial en mi corazón desde mi época escolar y para el Gobierno Federal el estrecho diálogo que mantenemos con nuestros socios latinoamericanos ocupa un lugar prioritario.
Unser starkes Interesse an einem deutlichen Ausbau der Beziehungen hat auch Bundesaußenminister Heiko Maas Ende August bei der Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt betont.
Gracias a nuestra estrecha colaboración y sobre la base de nuestros valores comunes, la relación entre nuestros dos países puede resultar muy fructífera para ambas partes. Les deseo a todos que el evento de hoy sea todo un éxito y que el intercambio de ideas les sirva de estímulo.
Ich bin überzeugt: wir können durch enge Kooperation und auf der Grundlage unserer gemeinsamen Werte voneinander profitieren und nachhaltiges Wachstum schaffen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine anregende Konferenz und viel Erfolg.

MIL OSI

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