Anleihen: “Zinserhöhungen Schnee von gestern”

By   /  February 9, 2019  /  Comments Off on Anleihen: “Zinserhöhungen Schnee von gestern”

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Source: Boerse Frankfurt8. Februar 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Zinsen fallen weiter: Mit 0,11 Prozent Rendite für zehnjährige Bundesanleihen ist der tiefste Stand seit Oktober 2016 erreicht. US-Anleihen bei gleicher Laufzeit werfen wieder nur 2,65 Prozent ab, das ist der niedrigste Stand seit über einem Jahr.Hintergrund ist die weltweite Konjunkturabschwächung: “Die Europäische Kommission hat am Donnerstag ihre Wachstumsprognosen für alle großen Volkswirtschaften des Euroraums gesenkt”, berichtet Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. “Für Deutschland rechnet sie nun nur noch mit einem BIP-Wachstum von 1,1 Prozent nach bislang 1,8 Prozent.””Vollbremsung” der Fed
Die Zentralbanken reagieren bereits und schwenken auf eine moderatere Geldpolitik ein: Die US-Notenbank hatte lange weiter steigende Zinsen in Aussicht gestellt, vergangene Woche signalisierte sie nun aber eine längere Pause im Zinszyklus. Die Commerzbank spricht von einer “Vollbremsung” und sieht auch den zunehmenden Druck von Kritikern aus beiden politischen Lagern als Auslöser.

 
Auch EZB-Chef Mario Draghi hatte sich auf der letzten Pressekonferenz vorsichtiger gezeigt, die Bank of England äußerte sich diese Woche ebenfalls zurückhaltender. “Die globalen Anleihemärkte sind weiter davon überzeugt, dass Zinserhöhungen Schnee von gestern sind”, erklärt Michael Leister von der Commerzbank. “Da auch die rekordhohen staatlichen Emissionen problemlos verdaut werden und die Inflationserwartungen schwächeln, rechnen wir mit weiter niedrigen Renditen.”

Daniel
 
Sichere Anleihen gefragt
“Unterm Strich konnte der Euro-Bund-Future von der abwartenden Haltung der Fed, von der möglicherweise weiter nach hinten verschobenen Erhöhung des EZB-Einlagensatzes sowie der immer noch fehlenden Brexit-Lösung profitieren”, bemerkt Klaus Stopp von der Baader Bank. Es hält es sogar nicht für ausgeschlossen, dass es einen erneuten Test der “Null-Rendite-Linie” geben wird.

 
Sehr gut an kam eine neue italienische Staatsanleihe mit Laufzeit von 30 Jahren und Kupon von 3,85 Prozent, wie Arthur Brunner von der ICF Bank berichtet. “Die Anleihe war fünffach überzeichnet, notiert aber jetzt etwas unter dem Ausgabepreis.”

Brunner

 
Stimmung wieder gekippt
Was Unternehmensanleihen angeht, herrschte erst Risikofreude, dann wieder Risikoaversion. “Am Mittwoch ist die Stimmung gekippt, wie am Aktienmarkt”, stellt Brunner fest. Erst gekauft, dann verkauft wurden zum Beispiel Anleihen von Porr (WKN A19CTJ) und VW-Hybridanleihen (WKN A1ZE21). Abermals unter Druck gerieten dem Händler zufolge diese Woche Papiere von SeniVita Sozial (WKN A1XFUZ), Grund sind verzögerte Zinszahlungen. Weiter sehr beliebt sei die Herta BSC-Anleihe (WKN A2NBK3).Neues gab es von BMW in der kleinanlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro. Die erste Tranche (WKN A2RXDQ) läuft bis Oktober 2023 und bietet einen Kupon von 0,625 Prozent, die zweite (WKN A2RXDR) ist im Februar 2029 fällig und bietet 1,5 Prozent.von: Anna-Maria Borse 8. Februar 2019,© Deutsche Börse AG

MIL OSI

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