Deutscher Erdüberlastungstag: Ab heute leben wir auf Pump

By   /  May 3, 2019  /  Comments Off on Deutscher Erdüberlastungstag: Ab heute leben wir auf Pump

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Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Am morgigen deutschen Erdüberlastungstag hat Deutschland bereits nach vier Monaten so viele Ressourcen verbraucht wie unserem Land rechnerisch für das ganze Jahr zur Verfügung stehen. “Der frühe deutsche Erdüberlastungstag ist ein Alarmsignal und ein klares Zeichen für die verfehlte Umwelt- und Naturschutzpolitik der vergangenen Jahre. Die Bundesregierung muss endlich handeln und wirksame Maßnahmen wie eine sozialverträgliche CO2-Steuer umsetzen, um Deutschlands Ressourcenverbrauch dauerhaft zu senken”, fordert Olaf Bandt, Geschäftsführer Politik und Kommunikation des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Im Gegensatz zum weltweiten Erdüberlastungstag im Sommer findet der deutsche Erdüberlastungstag bereits im Frühjahr statt. Gründe dafür sind unter anderem ein viel zu hoher Energieverbrauch, der steigende CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Massentierhaltung sowie die Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser. Würden alle Staaten der Welt so wirtschaften wie Deutschland, und alle Menschen so leben wie wir, bräuchte die Menschheit drei Erden, um ihren Ressourcenverbrauch zu decken. “Deutschland lebt ab heute auf Pump und verschwendet großzügig die Lebensgrundlagen anderer Länder und zukünftiger Generationen”, kritisiert Bandt.
Dürresommer und Starkregen, das Insektensterben oder der Verlust an Artenvielfalt: Die Folgen des unverantwortlichen Umgangs mit unserem Planeten sind unübersehbar und werden sich in den kommenden Jahren verschlimmern, wenn nicht gegengesteuert wird. Kira Heinemann aus dem Vorstand der BUNDjugend betont: “Sowohl beim Klimaschutz als auch bei der Ressourcennutzung agiert die Bundesregierung als ob es kein Morgen gäbe. Doch wir werden unser Recht auf Zukunft nicht einfach aufgeben. Dass unsere Generation unter anderem jeden Freitag streikt und von der Politik ein schnelles, deutliches Umsteuern einfordert, ist nur konsequent.”
Olaf Bandt abschließend: “Die Zeiten eines Wirtschaftswachstums um jeden Preis sind vorbei. Wir brauchen klare gesetzliche Rahmenbedingungen, um gesellschaftliche und ökologische Veränderungen zu unterstützen und eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaft. Wir setzen uns ein für ein Leben, das nicht auf Kosten zukünftiger Generationen und der Menschen im globalen Süden geht.”
Hintergrund
Der Erdüberlastungstag wird jährlich von dem Global Footprint Network für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten errechnet. Am globalen Erdüberlastungstag hat die Weltbevölkerung alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die unser Planet im Laufe eines Jahres erzeugen kann. Ab diesem Tag beanspruchen wir für das übrige Jahr mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als uns rein rechnerisch zur Verfügung stehen. Das Ziel des Aktionstages ist es, die Begrenztheit und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Erde ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.
Länder wie Haiti, Ruanda oder auch Indien haben einen weitaus kleineren ökologischen Fußabdruck als Deutschland, gleichzeitig schultern sie einen Großteil der Folgen der katastrophalen Erdausbeutung wie Dürren, Überschwemmungen oder Artensterben.
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Das BUND-Dossier “Perspektive 2030: Suffizienz in der Praxis”  beleuchtet mit zahlreichen Beispielen und konkreten Vorschlägen, wie Kommunal- und Bundespolitik eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Mobilität, Materialverbrauch, Energie, Landwirtschaft und Ernährung gestalten können: www.bund.net/suffizienz-dossier
Pressekontakt: Christine Wenzl, BUND-Expertin für Nachhaltigkeit, Tel. 030-27586-462, E-Mail: christine.wenzl(at)bund.net, bzw. Katrin Matthes, BUND-Pressereferentin, Tel. 030-27586-531, presse(at)bund.net
Kira Heinemann, BUNDjugend, Tel.: 0157-74093385, kira.heinemann(at)bundjugend.de, bzw. Jenny Blekker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BUNDjugend, Tel.: 030-27586-584, E-Mail: jenny.blekker(at)bund.net, www.bundjugend.de 
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