Anleihen: Lieber auf der sicheren Seite

By   /  May 18, 2019  /  Comments Off on Anleihen: Lieber auf der sicheren Seite

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Source: Boerse Frankfurt17. Mai 2019. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China sowie der US-Konflikt mit dem Iran geben weiter den Takt vor. “Alles richtet sich nach Trump”, bemerkt Arthur Brunner von der ICF Bank.Dabei signalisiert der Anleihemarkt – anders als der Aktienmarkt – Risikoscheu. “Sichere Häfen” sind gesucht: Der Euro-Bund-Future liegt am Freitagmorgen bei 167,03 Punkten – das ist der höchste Stand seit September 2016. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren weiter im Minusbereich, aktuell sind es minus 0,11 Prozent.”Auch kommende Woche dürften politische Faktoren den Markt dominieren”, meint Markus Koch von der Commerzbank. Denn der Fokus der Investoren dürfte auf der bevorstehenden Europa-Wahl liegen. Der allgemein erwartete Zuwachs EU-kritischer Parteien werde die ausländische Investorenbasis aber kaum schwächen. “Denn von einer Mehrheit im Parlament werden sie weit entfernt bleiben, und in Berlin und Paris wird sich an dem grundsätzlichen Bekenntnis zu Europa und dem Euro nichts ändern.”

Italien schert sich nicht um EU-Defizitregeln
 
Unterdessen sorgt Italien erneut für Unsicherheit: Vize-Regierungschef Salvini äußerte bei einem Fernsehauftritt, dass die Defizitgrenze der EU nicht nur überschritten werden könne, sondern sogar müsse. Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen kletterte wieder auf 2,64 Prozent. “Damit nähert sich Italien Griechenland an”, erklärt Brunner. Dort sind es aktuell 3,3 Prozent für zehnjährige Staatsanleihen. “Die Rendite für Spaniens Zehnjährige ist hingegen auf ein Allzeittief von 0,85 Prozent gefallen, für portugiesische Staatsanleihen liegt sie bei nur 1,03 Prozent.”

Brunner

 
Katjes-Anleihe bleibt beliebt
Unverändert hohe Umsätze im Corporate-Bereich verzeichnet Brunner in der Katjes-Anleihe (WKN A2TST9) mit Laufzeit bis 2024 und Kupon von 4,25 Prozent, die mittlerweile zu 106 Prozent gehandelt wird. Gut sei auch die Nachfrage nach der Porr-Anleihe (WKN A19CTJ) mit Kupon von 5,5 Prozent.Ein weiter hohes Handelsaufkommen meldet Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank in einer ThyssenKrupp-Anleihe (WKN A2TEDB). Nach dem Scheitern der Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata waren in dieser Woche Gerüchte aufgekommen, dass der finnische Konkurrent Kone die Aufzugsparte übernehmen könnte. Ebenfalls nachrichtengetrieben viel gehandelt wurden Bayer-Anleihen (WKN A11QR6).

 
Durch die schlechten Unternehmenszahlen gerieten Thomas Cook-Anleihen unter die Räder, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichtet: Der bis 2022 laufende Bond mit Kupon von 6,25 Prozent fiel von 63 auf 46 Prozent. Nach dem verpatzten Aufstieg des HSV in die Bundesliga wollten Anleger von der HSV Fußball AG-Anleihe (WKN A2TR0Y) offenbar vorerst nichts mehr wissen, wie Mägerle außerdem feststellt, dann setzte aber eine Erholung ein. Weiter sehr gefragt sei die neue Otto-Anleihe (WKN A2TR80), die bis 2026 2,625 Prozent bietet.

Petz

 
S-Immo und Terragon neu am Start
Neues gab es Mägerle zufolge in dieser Woche von S-Immo (WKN A2R195), der österreichischen Immobiliengesellschaft. Das Papier läuft bis 2026, bietet einen Kupon von 1,875 Prozent und hat die kleinanlegerfreundliche Stückelung von 500 Euro.Eine Debüt-Anleihe voll platzieren konnte der Immobilienvermarkter Terragon (WKN A2GSWY), wie Petz feststellt. Die Anleihe hat einen Kupon von 6,5 Prozent und läuft bis 2024. Bis voraussichtlich zum 12. Juni kann ein neuer Bond der Joh. Friedrich Behrens AG, einem Hersteller von Befestigungstechnik, gezeichnet werden. Dieser läuft bis Juni 2024 und bietet 6,25 Prozent. Mindestanlagesumme sind 1.000 Euro.von: Anna-Maria Borse17. Mai 2019, © Deutsche Börse AG

MIL OSI

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