»Für die Freiheit der Anderen«

By   /  May 29, 2019  /  Comments Off on »Für die Freiheit der Anderen«

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Source: Koerber StiftungEs war sein 1989 geschriebenes Gedicht »Massaker« über das gewaltsame Vorgehen der kommunistischen Machthaber gegen die Protestbewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens, was gravierende Folgen für ihn hatte: Die chinesische Regierung verbot seine Werke und inhaftierte ihn für mehrere Jahre. Wieder in Freiheit, floh Liao Yiwu ins deutsche Exil, wo ihm 2012 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wurde.
Die Erkenntnis seiner inneren Freiheit, schilderte Yiwu, habe er erst im Gefängnis erlangt. »Im Gefängnis habe ich zur Genüge Erfahrungen mit der Folter gemacht und ich habe zweimal versucht, mir das Leben zu nehmen. Doch es war auch das Gefängnis, in dem ich gelernt habe, im Geheimen zu schreiben, und in dem ich von einem über achtzig Jahre alten Mönch das Flötenspiel gelernt habe. Beim Flötenspiel habe ich verstanden, dass Freiheit im Inneren entspringt.«
Die Abgeschmacktheit und Grausamkeit der Welt habe aber keinen Bedarf mehr an Helden, die für die Demokratisierung ihres Vaterlandes ins Gefängnis gehen, sagt Yiwu. »Ganz gleich, ob es sich um eine unwichtige Ameise handelt oder um einen Nobelpreisträger – ich habe das verstanden, habe verstanden, dass ich, obwohl ich eigentlich schon genug darüber geschrieben habe, weiter schreiben muss.«
Nach Ilija Trojanow und Can Dündar ist Liao Yiwu der dritte, der eine »Rede zum Exil« bei der Körber-Stiftung gehalten hat. »Mit diesem Format wollen wir die Herausforderungen des neuen Lebens im Exil deutlich machen, die Schwierigkeiten, aber auch Chancen aufzeigen und Menschen in ihrem Eintreten für offene und freie Gesellschaften unterstützen«, betonte Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Demokratie, Engagement, Zusammenhalt in der Körber-Stiftung, in seinem Grußwort.
Liao Yiwus Rede zum Exil (PDF)Materialien zum Download

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