Keine Höhenangst im höheren Dienst

By   /  August 16, 2019  /  Comments Off on Keine Höhenangst im höheren Dienst

    Print       Email

Source: Bundesministerium der FinanzenHöhe: Kam dieser Begriff in der Bundesfinanzakademie bisher nur im übertragenen Sinne vor – Höhe der zu entrichtenden Steuern, Höhe der Besoldung, höherer Dienst -, so bekamen es die Teilnehmenden des 415. A-Lehrgangs tatsächlich mit der Höhe im engeren Sinne zu tun.
Während des vierwöchigen Aufenthalts im A-Lehrgang in Brühl steht für die frisch ernannten Regierungsrätinnen und Regierungsräte Steuerrecht auf der täglichen Agenda. Sie befassen sich ca. 150 Stunden mit den Höhen und Tiefen des Steuerrechts, dessen Finessen und praxisnaher Anwendung im Finanzamt. Doch grau ist bekanntlich alle Theorie, weshalb das Personal der BFA einen hohen Wert darauf legt, den Aufenthalt der Kursteilnehmerinnen und Teilnehmer so angenehm wie möglich zu gestalten. Neben den bereits etablierten und regelmäßig genutzten Freizeitangeboten in Brühl – wie z.B. der alt-ehrwürdigen Kegelbahn mitsamt Clubraum auf dem BFA-Campus, dem Heider Bergsee, dem vielfältigen Sportangebot an der HS Bund, u.v.m. – wurde dem 415. A-Lehrgang angeboten, sich nach dem Unterricht in die Höhen des Kletterwalds „Schwindelfrei“ zu begeben.
Das Angebot wurde zahlreich angenommen. Vormittags stand noch betriebliches Rechnungswesen auf dem Programm. Nach einer verkürzten Mittagspause übten die Teilnehmer das sprichwörtliche Hochseilturnen in den Tarifvorschriften der §§ 32a und 32b des Einkommensteuergesetzes. Da diese Materie nicht auf Anhieb und nicht auf den ersten Blick zu durchdringen ist, waren die Teilnehmer umso erfreuter, sich nun an diesem waremn Julitag auch endlich körperlich betätigen zu können. Gemeinsam mit ihrem Dozenten Jean-Charles Spreider begaben sie sich in den unweit gelegenen Kletterwald.
Nach Anlegen der Sicherheitsausrüstung und einer kurzen Einweisung ging es direkt los Richtung Baumkronen. War der erste Parcours noch recht einfach zu begehen, so mussten die Assessorinnen und Assessoren beim zweiten, spätestens aber beim dritten Parcours feststellen, dass es allein mit Kraft und körperlichen Geschick nicht getan ist. Vielmehr sind hier ebenso wie als Sachgebietsleiter die Eigenschaften einer guten Führungskraft gefragt: Konzentration, Sensibilität, Teamfähigkeit, Einschätzung, Einfühlungsvermögen, Auffassungsgabe, Ausdauer, Entscheidungsmut …
Die Liste dieser Parallelen ließe sich noch eine ganze Weile weiterführen. Das Gemeinschaftsgefühl und das Vertrauen zueinander wurden während der zweieinhalb Stunden merklich und auf spielerische Weise ausgebaut. Freilich war die Höhe nicht allen Teilnehmenden gleich geheuer. Manchen war der Respekt davor geradezu ins Gesicht geschrieben. Sie ließen sich davon aber nicht beirren und vertrauten in ihre Kurskolleginnen und –kollegen, aber vor allem auch in ihre eigenen Fertigkeiten, die sie in jedem weiteren Kletterparcours erlernt hatten. Auch hier ließen sich Parallelen zur Realität in der Arbeitswelt aufzeigen, die die Assessorinnen und Assessoren nach der ersten Zeit an der BFA erwartet.
Die Volljuristinnen und Volljuristen erarbeiten sich in den ergänzenden Studien an der BFA das steuerrechtliche Handwerkzeug das sie brauchen, um mit den Unwägbarkeiten eines unbekannten Sachgebiets umgehen zu können. Aber eben nicht nur das. Sie knüpfen wichtige Kontakte, lernen ihr Umfeld und sich selbst besser kennen und erwerben wichtige Kompetenzen die sie brauchen, um in ihrem eigenen Sachgebiet nicht nur zu bestehen, sondern es erfolgreich zu führen.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des 415. A-Lehrgangs wünsche ich viel Erfolg im Amt und immer „eine Hand voll Luft unterm Hintern“!
Jean-Charles Spreider

MIL OSI

    Print       Email

You might also like...

Gastgewerbeumsatz im 1. Halbjahr 2019 real um 0,5 % höher als im 1. Halbjahr 2018

Read More →