Natürliche Bevölkerungsentwicklung

By   /  December 14, 2019  /  Comments Off on Natürliche Bevölkerungsentwicklung

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Source: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung Demographie Portal
In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als geboren werden. Dieses Geburtendefizit wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich zunehmen.

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In Deutschland wurden 2018 fast 790 000 Kinder geboren. Das sind über 120 000 mehr als beim historischen Tiefstand der Nachkriegszeit im Jahr 2011. Allerdings gab in den 1950er und 1960er Jahren stets mindestens eine Million Geburten pro Jahr – bei einer weitaus kleineren Bevölkerungszahl. Das kinderreichste Jahr war 1964 mit rund 1,36 Millionen Geburten. Damals bekamen Frauen – gemessen an der zusammengefassten Geburtenziffer – durchschnittlich 2,53 Kinder. Nach dem sogenannten „Pillenknick“ schwankte die Geburtenhäufigkeit ab Mitte der 1970er Jahre jahrzehntelang um den Wert von 1,4. Seit 2014 ist sie deutlich gestiegen und beträgt heute wieder 1,57 Kinder je Frau. Zur relativ hohen Geburtenzahl der letzten Jahre trägt aber auch bei, dass aktuell vergleichsweise viele Frauen im gebärfähigen Alter sind.
Den Geburten standen 2018 mehr als 950 000 gestorbene Menschen gegenüber. Das sind rund 110 000 mehr Sterbefälle als zehn Jahre zuvor. Um das Jahr 1970 gab es jedoch einige Jahre mit etwas mehr Sterbefällen. Die Sterbewahrscheinlichkeiten sind in den letzten Jahrzehnten gesunken und die Lebenserwartung ist entsprechend kontinuierlich gestiegen. Die Zahl der Sterbefälle wächst dennoch in Folge der zunehmenden Alterung der geburtenstarken Jahrgänge.
Die Differenz aus Geburten und Sterbefällen wird als natürlicher Saldo bezeichnet. In den 1950er und 1960er Jahren wurden bis zu 490 000 mehr Menschen geboren als gestorben sind. Seit 1972 verzeichnet Deutschland jedoch stets mehr Sterbefälle als Geburten. Das ist weltweit der früheste Zeitpunkt für ein dauerhaftes Geburtendefizit. Im Jahr 2018 betrug das Geburtendefizit fast 170 000 Personen. Dieses wurde durch die Zuwanderung aber mehr als ausgeglichen, so dass die Bevölkerung trotzdem wuchs.
Für die Zukunft wird ein steigendes Geburtendefizit erwartet, bedingt durch eine sinkende Zahl an Geburten und immer mehr Sterbefälle. Die 14. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung kommt unter der Annahme einer moderaten Entwicklung der Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Zuwanderung zu dem Ergebnis, dass der natürliche Saldo bis 2050 auf unter –400 000 pro Jahr abnehmen könnte. Das Geburtendefizit übersteigt dann bei weitem die vom Statistischen Bundesamt erwartete Zuwanderung. Die Bevölkerung Deutschlands wird daher langfristig immer stärker schrumpfen.

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