ETFs: „In Lauerstellung“

By   /  July 1, 2020  /  Comments Off on ETFs: „In Lauerstellung“

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Source: Boerse Frankfurt

Anleger setzen auf deutsche und britische Bluechips, US-Technologiewerte sowie europäische Value-Aktien. Im Rentenbereich überzeugen als nachhaltig eingestufte Unternehmensanleihen.
30. Juni 2020. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Unentschiedene Aktienmärkte dämpfen laut Händler die Aktivitäten im ETF-Handel. „Es ist etwas weniger los“, beschreibt Leif Österwind von Lang & Schwarz das ETF-Aufkommen der vergangenen Woche. „Dabei fühlt es sich an, als verharren Anleger in Lauerstellung auf die nächste Bewegung an den Aktienmärkten.“ 
Für Carsten Schröder von der Société Générale liegt die Zurückhaltung unter anderem in der Frage, ob der deutsche Aktienindex stabil in die Sommerpause geht oder womöglich wieder abrutscht. Nachdem der DAX von den Höchstständen etwas runtergekommen sei, scheine sich das Barometer gegenwärtig oberhalb von 12.000 Punkten zu halten. Vieles hänge am Konsumverhalten der Amerikaner. Bislang würden Rückgänge in den Geschäften vor Ort durch die Onlinekäufe ganz gut kompensiert.
Technologiewerte und Gold gesucht
Technologiewerte im S&P 500 Information Technology Index (WKN A142N1) sowie Weltaktien im MSCI World (WKN A0RPWH) zählt Österwind zu den auffälligsten Transaktionen auf der Kaufseite. „Deutliche Zuflüsse verbuchen wir auch bei Xetra-Gold (WKN A0S9GB).“ Von Öl (WKN A0KRJX) trennten sich Anleger tendenziell.

Value-Aktien in die Depots
Die Kunden der Société Générale deckten sich Schröder zufolge unterm Strich mit deutschen Aktien im DAX (WKNs ETF001, DBX1DA) und britischen Unternehmen im FTSE 100 (WKNs 552752, A0YEDM) ein. Als auffällig beschreibt der Händler ein Interesse an Produkten, die sich am MSCI Europe Value Index (WKN A2H57R) orientieren. Dieser bietet Zugang zu Substanzwerten der europäischen Industriestaaten, die als unterbewertet gelten. „Auch hier dominierten die Zuflüsse.“

Abkehr von Aktien aus Italien, Japan und der Schweiz 
Zu den meist verkauften Produkten gehörten Indexfonds, die sich am Swiss Market Index SMI (WKN A0BLUH) orientieren sowie italienische Aktien im FTSE MIB (WKN A0BLNG). Anleger trennten sich zudem von in Euro notierten Topix-ETFs (WKN LYX0NY). Diese spiegeln währungsbereinigt die Entwicklung aller an den Börsen Japans zugelassenen Aktien wider.
Zweite und dritte Reihe gefragt
Hinsichtlich Aktien aus der zweiten und dritten Reihe verzeichnet die Börse Frankfurt höhere Umsätze in MDAX- (WKN 593392) und Russel 2000-Produkten (WKN A1XFN1). Sowohl der MDAX als auch der Russel 2000 mit seinen 2.000 nach Marktkapitalisierung kleinsten Aktiengesellschaften des Russel 3000 legten nach dem Einbruch im März rund 44 Prozent wieder zu. Dennoch beziffert Alger Management den Abschlag für Nebenwerte im Vergleich zu Bluechips gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis als so hoch wie seit zwanzig Jahren nicht.
Smallcaps einen Blick wert
Statistisch gesehen könnte sich ein Engagement in Smallcaps nach Auffassung von Alger Management durchaus lohnen. Die Fondsverwalter verglichen die Entwicklungen von Aktien ein Jahr nach den Tiefpunkten der vergangenen drei Rezessionen. Demnach zeigte der Russel 2000 mit seinen Aktien von Mittelständlern und Kleinunternehmen zwölf Monate nach Oktober 1990, September 2001 und Februar 2009 jeweils einen Anstieg von etwa 38 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat der S&P 500 im Durchschnitt rund 22 Prozent zugelegt.
Griff zu Unternehmensanleihen mit grünem Anstrich
Im Rentenbereich setzten Schröders Kunden tendenziell auf kurzlaufende europäische Staatsanleihen (WKN A0Q4RZ) und Corporate Bonds im Bloomberg Barclays MSCI Euro Area Liquid Corporates Sustainable Index (WKN A2AQ6D). Von Anleihen europäischer Staaten im Barclays Capital 1-3 Year Euro Treasury Bond (WKN A1JKSV) verabschiedeten sich Investoren unterm Strich.
von: Iris Merker30. Juni 2020, © Deutsche Börse AG

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