Rosi Mittermaier vollendet 70. Lebensjahr

By   /  August 5, 2020  /  Comments Off on Rosi Mittermaier vollendet 70. Lebensjahr

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Source: DOSBDie Ski-Olympiasiegerin von 1976 ist außer durch ihren sportlichen Erfolge auch für ihr soziales Engagement bekannt.
Rosi Mittermaier gewann bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck auf dem Höhepunkt ihrer Wintersport-Karriere die Goldmedaille in der Abfahrt und im Slalom sowie die Silbermedaille im Riesenslalom. Ihre Beliebtheit und internationale Popularität hat die Jubilarin über ihr Karriereende hinaus bis heute gemeinsam mit ihrem Ehemann Christian Neureuther (geb. 1949), ebenfalls international erfolgreichen Skirennläufer, Slalomspezialist und mehrfacher Weltcupsieger, vor allem durch ihr soziales Engagement auch über den Sport hinaus sowie in verschiedenen medialen Funktionen erhalten bzw. vielfältig ausbauen können.
Rosi Mittermaier wurde in Reit im Winkl (Landkreis Traunstein) geboren und wuchs ganz in der Nähe auf der Winklmoosalm in den Chiemgauer Alpen auf, wo ihre Eltern zunächst ein Gasthaus und später das Gästehaus der heutigen Leibniz Universität Hannover betrieben, damals Beherbergungsstätte u.a. für Generationen von Sportstudierenden im Rahmen ihrer skisportlichen Ausbildung. Rosi Mittermaier selbst begann mit sechs Jahren mit dem Skifahren. Vater Heinrich Mittermaier (1911-2009) war selbst staatlich geprüfter Skilehrer und später Leiter einer Skischule und daher auch der erste Lehrmeister. Erste Erfolge bei lokalen Schüler- und Jugendrennen stellten sich rasch ein, Rosi Mittermaier wurde jedoch immer wieder durch langwierige Verletzungen in ihrer Talententwicklung zurückgeworfen. Im Jahre 1965 schaffte sie den Sprung in die Nationalmannschaft des Deutschen Skiverbandes, ein Jahr später startete sie international u.a. beim erstmals ausgetragenen alpinen Skiweltcup. Endgültig angekommen in der Weltspitze war sie 1972, doch ganz große Erfolge bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen blieben ihr trotzdem vorerst noch versagt.
Mit 25 Jahren zählte sie in der Saison 1975/76 bereits zu den älteren und erfahreneren Skirennläuferinnen, entschied sich (deswegen?) in dieser Zeit u.a. erstmals zu einer zusätzlichen Trainingsperiode in den Sommermonaten. Das sollte sich später auszahlen mit drei Medaillengewinnen bei den Olympischen Spielen in Innsbruck: Am 8. Februar 1976 durch Gold bei der Abfahrt mit einer halben Sekunde Vorsprung vor der Österreicherin Brigitte Totschnig (geb. 1954) und am 11. Februar mit Gold im Slalom, nachdem zunächst Teamkollegin Pamela Behr (geb. 1956) in Führung gelegen hatte. Im abschließenden Riesenslalom am 13. Februar belegte Rosi Mittermaier dann noch den zweiten Rang mit zwölf Hundertstelsekunden Rückstand auf die Kanadierin Kathy Kreiner (geb. 1957). Zum Saisonende im März 1976 hatte Rosi Mittermaier beim Gesamtweltcup einen Vorsprung von 281 zu 214 Punkten vor ihrer härtesten Konkurrentin, der Schweizerin Lise-Marie Morerod (geb. 1956), und entschied somit erstmals auch diese wichtigste Wertung im alpinen Skisport für sich. Damit krönte und veredelte sie ihr ohnehin schon „Goldenes“ Jahr und fuhr ihr letztes Rennen im April 1976 in Schweden. Am 31. Mai 1976 erklärte sie öffentlich ihren Rücktritt vom aktiven Skisport.
Nach ihrem Karriereende erhielt Rosi Mittermaier u.a. einen Werbevertag bei einer US-amerika-nischen Sportagentur und entwarf z.B. Textilkollektionen für den Wintersport. Viele ältere am Wintersport Interessierte erinnern sich bestimmt noch an ihre Skigymnastik-Serie „Tele-Ski“ im Bayerischen Rundfunk Ende der 1970er Jahre. In den 1990er Jahren co-kommentierte sie die olympischen Skirennen für den Sportsender Eurosport.
Im Jahre 1997 wurde Rosi Mittermaier-Neureuther zur nationalen Botschafterin für Sport, Toleranz und Fair Play ernannt. Sie engagiert sich bis heute vielseitig für gute Zwecke, über-nahm 1999 die Schirmherrschaft der gerade gegründeten Deutschen Kinderrheuma-Stiftung und ist Botschafterin der Initiative gegen Knochenschwund. Als Unterstützerin der Christoffel-Blindenmission war sie mit ihrem Mann Christian u.a. mehrfach in Nepal und Tansania unterwegs. Fast überflüssig zu erwähnen, dass sich das Ehepaar Mittermaier-Neureuther „werblich“ für die allerdings gescheiterten Bewerbungen der Stadt München für die Olympischen Winterspiele 2018 und 2022 einsetzte.
Zwischenzeitlich betrieb das Ehepaar ein Sportgeschäft in Garmisch-Partenkirchen und einen Landgasthof in ihrer Heimatstadt Reit im Winkl. Auch als erfolgreiche Buchautorin hat sich Rosi Mittermaier einen Namen zusammen mit ihren Ehemann Christian gemacht, mit dem sie allein ein halbes Dutzend Titel (u.a. „Sicher durch den Skiwinter“ und „Mit Rosi und Christian in Südtirol“) produziert hat. In einem ihrer jüngsten Werke mit dem Titel „Fröhlich bin ich sowieso“ (München 2011) verweist Rosi Mittermaier auf ihr eigenes Lebensmotto, angereichert mit dauerhafter Bodenständigkeit und charmanter Natürlichkeit. Daran wird sich auch mit 70 Jahren nichts groß ändern.
Das unterstreicht auch die persönliche Glückwunschadresse eines langjährigen olympischen Wegbegleitgers der Jubilarin: „Rosi mit ihren beiden Schwestern Evi und Heidi damals und jetzt mit ihrer eigenen Familie nebst Ehemann Christian und den Kindern Ameli und Felix sind Teil meines Lebens im und für den Wintersport geworden. Ich freue mich und bewundere, wie sehr sich Rosi bis heute zusammen mit ihrem Ehemann in besonderer Weise für die Anliegen anderer Menschen in der Öffentlichkeit einsetzt“, gratuliert Prof. Walther Tröger, langjähriges IOC-Mitglied und NOK-Ehrenpräsident, der sogar bei der kirchlichen Trauung des Ehepaares vom Münchener Olympiapfarrer Karlheinz Summerer (1934 – 2013) am 7. Juni 1980 persönlich mit dabei war.
Als erste Wintersportlerin überhaupt wurde Rosi Mittermaier-Neureuther im Mai 2008 in die neugegründete Hall of Fame des deutschen Sports bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe (SDS) somit als Gründungsmitglied aufgenommen. Zu den weiteren Ehrungen und Auszeichnungen von Rosi Mittermaier gehören u.a.: 1976 Sportlerin des Jahres, 2001 Goldene Sportpyramide der SDS, Bayerischer Verdienstorden 2007 sowie die Ehrenbürgerschaften von Garmisch-Partenkirchen und Reit im Winkl.                                                     
(Quelle: DOSB/Prof. Dr. Detlef Kuhlmann)

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