Modellstudie zeigt: Deutschlands Luchse brauchen mitteldeutsche Wälder zum Überleben

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin/Erfurt. Eine neue Modellstudie belegt es ganz klar: Für das dauerhafte Überleben der Luchse in Deutschland kommt dem Thüringer Wald eine Schlüsselrolle zu. Zum internationalen Tag des Luchses am 11. Juni verdeutlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit den Universitäten Göttingen und Freiburg mit einer neuen computergestützten Modellierung, wie wichtig die mitteldeutschen Waldgebiete für Europas größte Katze sind. Das Projekt “Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland” wurde vom Thüringer Umweltministerium finanziell gefördert.
Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: “Die Luchse in Deutschland haben es noch immer schwer, die Bestände erholen sich nur sehr langsam. Wir brauchen endlich eine effektive Vernetzung der vorhandenen Vorkommen. Nur dann hat der Luchs langfristig bei uns eine Chance.” Diese Vernetzung würde laut dem Modell besonders gut über den Thüringer Wald funktionieren. 
Obwohl die mitteldeutschen Wälder bestens als Lebensraum geeignet sind, gibt es hier noch keine stabilen Luchsvorkommen. Die drei Kernvorkommen im Bayerischen Wald, Harz und neuerdings auch Pfälzerwald sind voneinander isoliert. Nur einzelne Luchse streifen dazwischen umher. Das sind zu wenige, um für einen genetischen Austausch zwischen den Populationen zu sorgen.
Doch leider sind die Aussichten dafür momentan nicht gut. “Laut der Studie der Universität Freiburg ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Luchs den Thüringer Wald innerhalb der nächsten 25 Jahre natürlich wiederbesiedelt, äußerst gering. Ohne aktive Ansiedlung haben wir kaum eine Chance auf stabile Luchsvorkommen in Mitteldeutschland. Wir brauchen hier aber dringend Luchse, denn der Thüringer Wald ist der Dreh- und Angelpunkt für die Vernetzung der Luchse in Deutschland”, so Markus Port, Koordinator des Projektes. 
Der BUND wird nun deshalb im nächsten Schritt seine Aktivitäten zum Luchs in Mitteldeutschland stärken. In Thüringen startet ein Folgeprojekt, diesmal gemeinsam mit dem WWF und erneut gefördert vom Thüringer Umweltministerium. Unter enger Beteiligung verschiedener Interessensgruppen möchte das Projekt Perspektiven für den Luchs in Thüringen entwickeln und untersuchen, wie eine Ansiedelung von Luchsen gestaltet werden könnte. Auch in Sachsen startet mit “Luchsland Sachsen” ein neues BUND-Projekt zum Luchs, gefördert von der Sächsischen Landestiftung Natur und Umwelt. Der BUND Sachsen möchte sich hier vor allem auf die Vernetzung von Akteuren, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanzförderung zum Luchs konzentrieren. Auch die langjährige Arbeit des BUND in Hessen und in Bayern zum Luchsschutz wird fokussiert fortgeführt.
Die Hauptbedrohung für die Luchse sind noch immer der Straßentod, die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehr und Siedlungen, Krankheiten und illegale Tötungen. Alle drei Luchsvorkommen in Deutschland im Bayerischen Wald, Harz und Pfälzerwald sind durch Wiederansiedlungsprojekte entstanden.
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Tag der biologischen Vielfalt: Bundesregierung muss Naturzerstörung stoppen – Arten und Lebensräume schützen

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Zum Internationalen Tags der biologischen Vielfalt am Samstag fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Bundesregierung zu konsequentem Naturschutz weltweit und hierzulande auf. „Der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt bedroht unsere Lebensgrundlagen. Über eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht. Der Weltbiodiversitätsrat warnt vor einem ökologischen Kollaps“, sagt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt.
Die Zerstörung der biologischen Vielfalt bedroht die Menschheit mindestens so sehr wie die Klimakrise, so Bandt: „Ein radikaler Wandel in der Art, wie wir leben und wirtschaften ist dringend erforderlich. Wir Menschen sind von intakten Ökosystemen abhängig. Sie sind die Grundlage unseres Lebens und der Schatz künftiger Generationen. Die Bundesregierung muss schnelle und wirksame Maßnahmen gegen den drohenden ökologischen Zusammenbruch umsetzen. Wir müssen umdenken: nötig ist echte Nachhaltigkeit statt ständiges Wirtschaftswachstum.“
Für ein solches Umdenken setzen sich BUND und Paritätischer Gesamtverband in ihrer Zukunftsagenda ein. „Unsere ‚Zukunftsagenda für die Vielen‘ zeigt, wie der Erhalt der biologischen Vielfalt sozialverträglich möglich ist: Agrarwende, Verkehrswende, Energiewende und Abkehr vom Wachstum unseres Ressourcenverbrauchs sind unverzichtbare Bausteine, wenn das globale Ziel zum Erhalt der biologischen Vielfalt erreicht werden soll“, sagt Bandt.
Der BUND ruft die Bundesregierung auf, naturfreundliche Rahmen-Bedingungen zu setzen: Es gilt, naturschädliche Subventionen, Investitionen und Handelsverträge wie Mercosur umgehend zu stoppen. Sie muss Deutschlands viel zu großen ökologischen Fußabdruck in der Welt verkleinern. Die Menschheit beansprucht zu viele Ressourcen und trägt damit zur Zerstörung der biologischen Vielfalt weltweit bei. Würden alle Menschen der Erde so leben wie wir, bräuchten wir drei Planeten. Bei den in diesem Jahr anstehenden Verhandlungen für neue globale Ziele der Vereinten Nationen zum Schutz der biologischen Vielfalt muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, einen ehrgeizigen Plan zu verabschieden. Zudem muss Deutschland die jährlichen Ausgaben für den weltweiten Schutz der Biodiversität auf zwei Milliarden Euro vervierfachen.
„Auch hierzulande sind wertvolle Ökosysteme stark geschädigt“, so Bandt. „Wir müssen dem Verlust der Natur durch ein engagiertes Sofortprogramm begegnen.“ Viele natürliche Lebensräume übernehmen wichtige Aufgaben: Moore und Wälder als Kohlenstoffsenke, Auen als Hochwasser-Barrieren, Wiesen und letzte Streuobst-Bestände als Horte der Artenvielfalt. 
Der BUND fordert Bund und Länder auf, eine Milliarde Euro für den Naturschutz hierzulande als jährliches Investitionsprogramm. Sie müssen wirksame Artenhilfsprogramme und ein engagiertes Qualitätsprogramm bereitstellen. Nur dann können die bestehenden Schutzgebiete endlich ihre volle Schutzwirkung entfalten und ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

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BUND und Paritätischer Gesamtverband stellen zur Bundestagswahl gemeinsame “Zukunftsagenda für die Vielen” vor und fordern konsequente sozial-ökologische Transformation

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Mit einer Neun-Schritte-Zukunftsagenda legen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Paritätische Gesamtverband zum Auftakt des Bundestagswahlkampfes ein politisches Programm für den konsequenten Aufbruch in eine ökologisch und sozial gerechte Republik vor. Ein echter gesellschaftlicher Umbau ist nur möglich, wenn man ökologischen Umbau, Naturschutz, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zusammen denkt. Beide Verbände fordern ein entschlossenes Umsteuern der Politik, um unter anderem das 1,5-Grad-Klimaziel zu erreichen, sowie flankierende Maßnahmen für soziale Sicherheit und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. In ihrer detaillierten “Zukunftsagenda für die Vielen” sprechen sich die Verbände etwa für eine Anhebung des CO2-Preises auf zunächst 50 Euro pro Tonne aus bei voller Rückgabe an die Bevölkerung über einen Pro-Kopf-Ökobonus. 
Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer Paritätischer Gesamtverband: “Natur- und Umweltschutz und eine echte sozial-ökologische Wende funktionieren nur dann, wenn alle Menschen mitgenommen werden und niemand zurückgelassen wird. Hier kommen enorme Anstrengungen und eine gigantische Umverteilung auf uns zu, die es aber konsequent und solidarisch zu stemmen gilt. Es wäre fatal, wenn Umweltschutz- gegen Sozialpolitik ausgespielt werden. Es geht nur zusammen – sozial und ökologisch und daher dulden wir auch keine halbherzigen Kompromisse weder sozial noch ökologisch. Das ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Vernunft.”
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: “Die Corona-Krise hat soziale Schwachstellen unserer Gesellschaft offengelegt. Spätestens seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ist auch der fehlende politische Wille der Bundesregierung für einen ökologischen Umbau unserer Gesellschaft belegt. Dies zu erleben war für unsere Mitglieder eine einschneidende Erfahrung. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, sehen wir die reale Gefahr, dass sich viele Menschen aus den demokratischen Prozessen verabschieden. Daher machen wir deutlich: Wie es ist, darf es nicht bleiben! Wir werben bei den demokratischen Parteien und ihren Kandidat*innen mit unserer ‚Zukunftsagenda für die Vielen‘ für eine mutige Vision. Gemeinsam wollen wir bei der anstehenden Bundestagswahl den Aufbruch in eine ökologische und sozial gerechte Republik einleiten.”
Mit ihrer Vision einer ökologischen und sozial gerechten Republik umschreiben beide Verbände den Bruch mit dem Politikstil der aktuellen Bundesregierung aber auch vieler Landesregierungen. Sie appellieren an die demokratischen Parteien und Kandidat*innen für den Deutschen Bundestag Klimakrise, das Massenaussterben von Arten und die massiven sozialen Schieflagen endlich ernst zu nehmen und Lösungen zu präsentieren, die dem Ausmaß dieser Krisen gerecht werden. Gemeinsam wollen die Organisationen in den kommenden Monaten bis zur Bundestagswahl dazu beitragen, dass keine künftige Bundesregierung, gleich welcher Konstellation, die Frage nach der Gestaltung einer ökologisch und sozial gerechten Gesellschaft ignorieren kann.
Ulrich Schneider: “Wir wünschen uns eine Politik, die den ökologischen und sozialen Krisen gerecht wird, vor denen wir als Gesellschaft stehen. Ideologisch geprägte Parteischarmützel, Greenwashing eigener unzulänglicher Wahlforderungen und das Abwägen von ökologischem Umbau gegen soziale Gerechtigkeit sind aus der Zeit gefallen. Ein gutes Leben für alle ist möglich. Was es braucht, ist Solidarität, Fantasie, politischer Wille und Mut. Und dafür werden wir als Verband politisch Druck machen.”
Olaf Bandt: “Wir wünschen uns einen Politikstil, der das Notwendige klar benennt. Der Bürger*innen auf diesem Weg mitnimmt, indem ein Austausch über Zielkonflikte erfolgt. Der im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen niemanden zurücklässt. Unsere Vision einer ökologischen und gerechten Republik ist ein Plädoyer für einen aktiven Staat und aktive Bürger*innen gleichermaßen. Dafür braucht es eine Neuordnung von Verantwortung und Gestaltungswillen im Verhältnis zwischen Markt, Staat und Gesellschaft.”
Mit der „Zukunftsagenda für die Vielen“ fordern die Verbände alle demokratischen Kandidat*innen im Bundestagswahlkampf und die neue Bundesregierung auf, sich für eine ökologische und gerechte Gesellschaft für alle einzusetzen und dafür folgende Schritte einzuleiten: 
Eine naturverträgliche Energierevolution.
Eine nachhaltige Mobilität für alle.
Eine soziale und ökologische Agrar- und Ernährungswende.
Soziale Sicherheit für die Transformation.
Einen starken Naturschutz.
Weniger Ressourcenverbrauch und eine gerechtere Gesellschaft.
Wohnen und Boden in Gemeinschaftshand.
Eine gute Pflege und Gesundheitsversorgung für alle.
Internationale Solidarität und die Einhaltung von Menschenrechten.
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In der “Zukunftsagenda für die Vielen” finden sich zu neun Politikfeldern konkrete inhaltliche Forderungen, die einen Aufbruch in eine ökologische und sozial gerechte Republik näher beschreiben: www.zukunftsagenda.de

Kontakt: Patrick Rohde, BUND-Referent für politische Planung, Tel. (030) 2 75 86-413, Mobil: 01 71 / 5 70 26 31, patrick.rohde(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net

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Waldstrategie 2050 muss ökologische Wende bringen – Behutsame Forstwirtschaft und mehr Naturwälder

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die Bundesregierung auf, mit der neuen Waldstrategie 2050 für eine klare ökologische Kehrtwende im Umgang mit den Wäldern in Deutschland zu sorgen. “Der derzeitige Entwurf aus dem Landwirtschaftsministerium beinhaltet nicht den erforderlichen Paradigmenwechsel, weder zur Nutzung, noch zum Schutz der Wälder”, erklärt der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. “Anstelle der dringend notwendigen Waldwende setzt der Entwurf trotz Klima-, Biodiversitäts- und Waldkrise in weiten Teilen auf ein Weiter so im Umgang mit dem Wald.” 
Wälder sind wichtige Lebensgrundlagen. Egal ob Trinkwasser, saubere Luft, Artenvielfalt, Erholung oder der wertvolle Rohstoff Holz – Wälder stellen als Ökosysteme viele essentielle Leistungen zur Verfügung. Es gilt, unsere Wälder so schonend zu behandeln und so großzügig zu schützen, dass sie all diese wichtigen Aufgaben gut erfüllen können, heute und in Zukunft. Bandt: “Die Forstwirtschaft hat jahrzehntelang überwiegend auf eine Maximierung der Holzerzeugung gesetzt, anstatt die Wälder wirklich als Lebensräume mit all ihren Ökosystemleistungen zu begreifen. So sind die einstmals typischen vielfältigen, alten Laubmischwälder bei uns heute leider zur Rarität geworden.”
Vielerorts brechen Wälder nun zusammen: Einerseits sind dies naturferne, gepflanzte Nadelforste aus Fichten oder Kiefern, die den Folgen der Klimakrise wie Dürre, Hitze und Stürmen nicht gewachsen sind. Anderseits sterben vielerorts aber auch Rotbuchen in Wäldern, in denen oftmals zuvor über Jahrzehnte zu viele Bäume auf einmal gefällt wurden. Viele Bäume verdursten in Trockenzeiten auch deshalb schneller, weil ihre Wurzeln unter jahrzehntelangen Schadstoffeinträgen gelitten haben.
Bandt: “Die Bundesregierung muss in ihrer Waldstrategie 2050 die künftigen Leitplanken für einen grundlegenden Wandel im Umgang mit unseren Wäldern setzen. Unsere Wälder müssen dringend schonender als bisher bewirtschaftet werden. Für den Erhalt und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt unserer Wälder brauchen wir dringend mehr Naturwälder, die für immer frei von forstlichen Eingriffen ihr volles Potential an Biodiversität entfalten können.” Aus Sicht des BUND muss die Waldstrategie 2050 mit den internationalen Verpflichtungen Deutschlands im Einklang stehen, zum Beispiel mit der europäischen Biodiversitätsstrategie und den Zielen der Konvention über die biologische Vielfalt.
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Novellierung des Bundesjagdgesetzes: Wald und Wild müssen zusammen gedacht werden

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Naturschutzverbände NABU, WWF und BUND sind verärgert über die durch Einzelinteressen ausgelöste Verschiebung der Abstimmung. Im Bundestag sollte am vergangenen Donnerstag das Bundesjagdgesetz novelliert werden. Im letzten Moment wurde der Tagesordnungspunkt wieder gestrichen. Auf Drängen bayerischer Wald- und Grundeigentümer stellt die CDU/CSU-Bundesfraktion die zäh ausgehandelten Kompromisse des Gesetzesentwurfes in Frage. Damit blockiert sie das parlamentarische Verfahren. Dabei besteht dringender Handlungsbedarf. Hauptknackpunkt scheint die Frage zu sein, wie viel oder wenig Schalenwild für den Wald und seine Eigentümer zumutbar ist.
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kann diesen Streit nicht nachvollziehen: “Bei der Novellierung geht es nicht um ein Entweder-oder sondern um ein Sowohl-als-auch. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass die Abschlussplanung zukünftig revierbezogen zwischen Waldeigentümern und Jagdberechtigten vereinbart werden muss. Anders als bisher werden damit sowohl die waldbaulichen als auch die jagdlichen Interessen angemessen berücksichtigt. Dabei soll zukünftig stärker auf die Naturverjüngung geachtet und nicht länger nur einseitige Interessen berücksichtigt werden.”
Der von Trockenheit und Hitze gezeichnete Wald muss sich verjüngen und sich möglichst aus eigener Kraft dem Klimawandel anpassen können. Auf Grund hoher Reh- und Rotwildbestände gelingt dies in vielen Regionen nicht. Umso dringlicher ist es, die gesetzlichen Grundlagen für die Jagd und insbesondere die Abschussplanungen zu modernisieren. Der ausgehandelte Entwurf des Jagdgesetzes trägt dem Rechnung und richtet sich stärker auf gesamtgesellschaftliche Erfordernisse aus. Jagd muss einen aktiven Beitrag für den Erhalt der Biodiversität und für zukunftsfähige Mischwälder leisten. Für den Waldumbau braucht es Jägerinnen und Jäger als verantwortungsvolle Partner. Das schaffen die Waldbesitzer nicht allein.
NABU, WWF und BUND appellieren deshalb an die Vernunft der Abgeordneten. Die von vernünftigen Kompromissen geprägte Novelle des Bundesjagdgesetzes darf nicht an überzogenen Einzelinteressen von Jagd- oder Forstwirtschaft scheitern. “Der Entwurf der Bundesregierung ist ein guter Kompromiss, der sicherlich an mehreren Punkten und mit Blick auf einzelne Forderungen des Bundesrats noch verbessert werden sollte”, so der Naturschutz-Vorstand des WWF, Christoph Heinrich. “Die Gesetzesnovelle auf die Aspekte Jagdscheinprüfung, Schießnachweis und Bleimunition zu reduzieren – wie derzeit diskutiert – wäre jedoch fatal. Dies konterkariert die milliardenschweren Waldrettungsprogramme. Geld allein löst die Probleme des Waldes nicht. Politisches Handeln heißt auch, die Rechtslage an neue Rahmenbedingungen anzupassen“, stellt Christoph Heinrich fest.
Angesichts des aktuellen Waldzustands und des rasant voranschreitenden Klimawandels drängt die Zeit. Der naturgemäße Waldumbau kann nicht auf die nächste Legislatur und einen neues Gesetzgebungsverfahren warten.
Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergänzt: “Wir brauchen ein verpflichtendes Vegetationsgutachten, um Waldbesitzerinnen, Waldbesitzern sowie Jägerinnen und Jägern ein belastbares Instrument für die Regulierung der Reh- und Rotwildbestand an die Hand zu geben. Dabei wollen wir die dringend notwendige Naturverjüngung in Laub- und Mischwäldern so gestalten, dass tatsächlich vielfältige klimastabile Wälder mit vielen Baumarten entstehen können. Ohne ein solches Instrument ist die Novelle eine Gefahr für den Schutz vielfältiger und klimaresilienter Wälder”.
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Kontakt: Magnus Wessel, BUND-Naturschutzexperte, Tel. (030) 27 58 65 43, Mobil: (0160) 93 72 18 30, E-Mail: magnus.wessel(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net
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Internationaler Tag der Wälder: BUND fordert mehr Waldwildnis in Deutschland und einen Einschlagstopp für alte Laubwälder

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Zum internationalen Tag der Wälder am kommenden Sonntag fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), mehr heimische Wälder als Naturwälder unter strengen Schutz zu stellen. Auf mindestens zehn Prozent der Waldfläche in Deutschland muss es wieder Wälder geben, in denen kein Baum mehr gefällt wird. Die natürlichen Wälder der Erde schwinden in rasantem Tempo, weltweit sind über eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Durch die Corona-Krise ziehen sich die Verhandlungen über das neue globale UN-Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt hin. Deutschland hat sich der Initiative vieler Staaten angeschlossen, bis 2030 weltweit 30 Prozent der Landesfläche unter Schutz zu stellen. Zehn Prozent sollen streng geschützt werden.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: “Wälder sind ökologische Schatzkammern, Kulturgut und Sehnsuchtsort für Jung und Alt. Ich appelliere an die Bundesregierung, sie mit aller Kraft zu schützen. Daher wünsche ich mir wirksamen Einsatz für den Erhalt von Regenwäldern und mit derselben Kraft die Ausweisung und den Schutz eigener Naturwälder im unserem Land. Weniger als drei Prozent der Wälder in Deutschland dürfen sich derzeit frei von menschlichen Eingriffen entwickeln. Deutschland steht damit im internationalen Vergleich schlecht dar. Die Bundesregierung hat auch ihr selbst gestecktes Ziel verfehlt, bis 2020 fünf Prozent des Waldes dauerhaft aus der forstlichen Nutzung zu entlassen.”
In einigen Bundesländern gibt es erkennbare Fortschritte beim dauerhaften Schutz von Naturwäldern. Bei der Ausweisung von Naturwäldern und dem Schutz von alten Buchenwäldern kommt den Bundesländern eine besondere Aufgabe zu. Bandt: “Insbesondere die Länder müssen in den wenigen noch verbliebenen großflächigen Laubmischwäldern endlich dauerhaft auch große zusammenhängende Waldgebiete unter Schutz stellen. Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Programm zur Sicherung von Naturwäldern auf den Weg zu bringen, in das Bund, Länder und Kommunen einbezogen werden.” Private Waldbesitzende, die ihre Wälder dauerhaft als Naturwälder ausweisen wollen, sollen hierfür finanziellen Ausgleich in Form einer Einmalzahlung erhalten können. Hierfür soll die Bundesregierung einen Waldnaturschutzfonds auflegen.
Der BUND fordert zudem einen sofortigen Einschlagstopp für 100 Jahre alte Laubwälder in öffentlicher Hand. In Zeiten von Klimakrise und Waldsterben gilt es, ältere Laubwälder wie Schatzkammern und Denkmäler besonders zu schützen und sie nicht durch Zerstörung der schützenden Laubdächer noch stärker Hitze und Trockenheit preiszugeben. Denn selbst in ökologisch wertvollen, älteren Laubwäldern finden mancherorts massive Fällungen von Bäumen statt. Noch immer sind zudem zu wenig alte Laubwälder unter strengen Schutz gestellt. Dies gilt insbesondere für die heimischen Rotbuchenwälder, für deren Erhalt Deutschland als Hauptverbreitungsgebiet international eine besondere Verantwortung trägt.
Hintergrund
Nach Auffassung des BUND müssen mindestens zehn Prozent der Wälder dauerhaft ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden. Denn eine intakte Waldwildnis ist ein essentieller Baustein für den Schutz der biologischen Vielfalt. Viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die auf die Alters- und Zerfallsphasen der Bäume und eine natürliche Dynamik im Wald angewiesen sind, sind hierzulande stark gefährdet. Denn ihr Schutz schließt eine forstliche Nutzung aus – Waldwildnis ist wichtig für die biologische Vielfalt. Weißrückenspecht, Eremit oder Igel-Stachelbart haben nur dann eine Chance, wenn sich die Wälder auf großer Fläche wieder frei entwickeln können.
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Luchszahlen veröffentlicht: Mehr Luchse braucht das Land

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Am heutigen Donnerstag hat das Bundesamt für Naturschutz die aktuellen Luchszahlen für Deutschland veröffentlicht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bewertet die leicht wachsenden Bestandszahlen positiv, weist aber auf die weiterhin bedrohliche Lage der Luchse in Deutschland hin. Im aktuellen Bericht ist von 125 bis 135 erwachsenen Luchsen die Rede, im vergangenen Jahr waren es noch weniger als 90 selbstständige Tiere.
“Zum ersten Mal seit Jahren streifen deutlich mehr Luchse durch unsere Wälder – das ist ein gutes Zeichen. Doch eine Entwarnung ist es nicht, das Pinselohr ist in Deutschland laut Roter Liste nach wie vor vom Aussterben bedroht und braucht dringend aktiven Schutz”, so Antje von Broock, BUND-Geschäftsführerin. Die Luchse breiten sich seit Jahrzehnten kaum aus, die wenigen Vorkommen sind voneinander isoliert. Zu viele Luchse werden auf Straßen überfahren, hinzu kommen Gefährdungen durch die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege, Siedlungen und ausgeräumte Agrarflächen. Auch illegale Tötungen und Krankheiten sind ein Problem.
“Die Bundesregierung zeigt beim Artenschutz gerne mahnend auf andere Länder. Doch wenn wir uns hierzulande sogar schwertun, so charismatische Arten wie den Luchs effektiv zu schützen – wie soll das erst weltweit und bei unscheinbaren Arten funktionieren?”, so von Broock. “Nur auf dem Papier bringen wir die Ausbreitung der Luchse in Deutschland nicht wirklich voran. Deutschland muss seine Schutzziele endlich aktiv umsetzen.” Konkret kann das für den Luchs bedeuten, dass auch über gezielte Bestandsstützungen nachgedacht wird: Luchse tun sich schwer damit, größere Distanzen zu überbrücken. Das gilt insbesondere für die Weibchen, die weiter wandernden Männchen bleiben so oftmals allein. Durch gezieltes Hinzugesellen weiblicher Tiere können neue kleine Teilbestände entstehen. Diese neuen Bestände können dann wie eine Art Trittstein zwischen den größeren Luchsvorkommen funktionieren. Dabei ist die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung von zentraler Bedeutung: Durch runde Tische für Landnutzende, öffentliche Informationsabende und Mitmachangebote für Kinder und Jugendliche kann den Menschen vor Ort die Möglichkeit geschaffen werden, sich aktiv mit dem Luchs auseinanderzusetzen.
Alle Luchsbestände in Mitteleuropa sind durch Wiederansiedlungsprojekte entstanden. In Deutschland leben Luchse vor allem im Bayerischen Wald, dem Harz und seit kurzem im Pfälzerwald. Zwischen diesen drei Regionen gibt es nur sehr wenige Luchse und dies sind fast immer einzelne Männchen. Der BUND ist vor allem in den Bundesländern Bayern, Thüringen, Hessen und Sachsen zum Luchs aktiv. 
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Kranker Wald – BUND fordert: Klima wirksam schützen, Schadstoffe endlich eindämmen und Wald schonender behandeln

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Angesichts alarmierender Zahlen im heute veröffentlichten Waldzustandsbericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor einem neuen Waldsterben. “Der Wald ist durch Stickstoffeinträge, Dürre, intensive Forstwirtschaft sowie mangelhafte Jagd nach wie vor im Dauerstress”, mahnt Jörg Nitsch, Sprecher des BUND-Arbeitskreises Wald. “Nur ein kleiner Teil der Waldbäume ist noch gesund. Die allermeisten Bäume zeigen Auflichtungen im Kronenbereich oder sterben sogar ab.” Dem Waldzustandsbericht zufolge, aus dem Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Mittwoch zitierte, sind 79 Prozent der Fichten, 80 Prozent der Kiefern und Eichen sowie 89 Prozent der Buchen betroffen. Knapp 40 Prozent aller Bäume wiesen eine “deutliche Verlichtung” auf. 
“Die Lage ist ernst. Die Bundesregierung muss endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergreifen und gleichzeitig Schadstoffemissionen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft massiv reduzieren”, so Nitsch. 
Der Zustand des Waldbodens verschlechtert sich unter anderem durch den Stickstoffüberschuss aus der Viehhaltung. “Der überfällige Umbau der Nutztierhaltung und eine Halbierung der Nutztierbestände bis 2050 – vor allem bei Schweinen und Geflügel – trägt nicht nur zur Schonung von Tropenwäldern bei, sondern ist wegen der Stickstoffemissionen aus der Gülle auch wichtig für den Erhalt der heimischen Wälder”, so Nitsch.
Eine echte Waldwende braucht vorausschauendes Handeln. “Doch statt eine enkeltaugliche und kluge Waldpolitik zu machen, verteilen Julia Klöckner und einige Bundesländer lieber Steuergelder mit der Gießkanne an Waldbesitzende mit möglichst geringen Auflagen”, kritisiert Nicola Uhde, BUND-Expertin für Waldpolitik. Der BUND fordert, öffentliche Gelder nur für öffentliche Leistungen auszugeben: Nur Waldbesitzende, die ihre Wälder besonders ökologisch verträglich bewirtschaften und so der Allgemeinheit Gutes tun, sollen Unterstützung erhalten. Für eine verfehlte, zu intensive Forstwirtschaft sollte künftig kein einziger Euro Steuergeld mehr fließen.
Außerdem bedarf es nach Auffassung des BUND einer grundlegenden Wende im Waldmanagement. “Unsere Wälder müssen endlich schonender bewirtschaftet werden”, erklärt Jörg Nitsch. “Konkret bedeutet dies: Es müssen weniger Bäume gefällt und Wälder dürfen nicht länger entwässert werden. Schwere Holzerntefahrzeuge verdichten den Waldboden und erschweren die Wasseraufnahme, vielerorts lässt sich das vermeiden.” Außerdem muss es wieder mehr Naturwälder ohne Holznutzung geben, mindestens auf zehn Prozent der Waldfläche in Deutschland.
Beim Waldumbau sind vielfältige Laubwälder naturfernen, anfälligen Nadelforsten vorzuziehen. Dafür sind Regelungen im neuen Bundesjagdgesetz überfällig, die einer Vielfalt von jungen Laubbäumen das Aufwachsen ermöglichen. “Die Regierung muss ihr Wort halten und bei der aktuellen Novelle des Bundesjagdgesetzes die jagdrechtlichen Regelungen waldfreundlich gestalten”, fordert Uhde.
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Forstwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand: BUND begrüßt Erweiterung des Naturschutzgebietes „Hohe Schrecke“

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandErfurt/Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der BUND Thüringen begrüßen die Initiative des Thüringer Umweltministeriums zur Erweiterung des Naturschutzgebietes “Hohe Schrecke”. Nach Einschätzung des Umweltverbandes ist die Schutzwürdigkeit des Waldgebietes auf seiner gesamten Waldfläche aufgrund der außerordentlichen Artenvielfalt wissenschaftlich erwiesen. Jetzt gilt es, Forstwirtschaft und Naturschutz auch auf ganzer Fläche zusammenzubringen.
“Die Hohe Schrecke gehört zu den ältesten und unberührtesten Waldgebieten Deutschlands”, erklärt Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender “Mehr als zweihundert Jahre alte Buchenwaldbestände mit einer Fülle gefährdeter Arten prägen das Waldbild. Als Teil des Buchenwaldnaturerbes trägt Deutschland international Verantwortung für dieses Waldgebiet. Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet auf der gesamten Fläche wird Thüringen dieser Verantwortung gerecht. Es ist ein gutes Zeichen, dass hier das Thüringer Forstministerium und das Umweltministerium ein gemeinsames Ziel verfolgen.”
Nach Angaben des BUND Thüringen verhinderte der Status als militärisches Sperrgebiet über Jahrzehnte eine forstliche Bewirtschaftung der Buchenwälder in der Hohen Schrecke. Dadurch haben sich urwaldähnliche Bestände mit einer außerordentlichen Artenvielfalt entwickelt. Mit vierzehn Fledermausarten zählt das Waldgebiet zu den fledermausreichsten Wäldern Deutschlands. Auch 400 Arten seltener Käfer fühlen sich hier wohl, darunter 20 sogenannter ‘Urwaldreliktarten’. 
Geplant ist, laut aktuellem Verordnungsentwurf des Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz, das Schutzgebiet von 35 auf 68 Quadratkilometer Fläche zu erweitern. Dadurch erhält das Schutzgebiet eine Größe, welche die für die Artenvielfalt nötige Dynamik der Waldentwicklung gewährleisten kann.
Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen stellt klar: “Oberstes Ziel der Schutzgebietsausweisung ist es, Forstwirtschaft und Naturschutz zusammen zu denken. Eine ökologische Bewirtschaftung muss über kurz oder lang die Grundlage forstlichen Handelns werden. Davon profitiert nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch der Wald selbst. Gerade den Waldbesitzenden sollte am Erhalt ihres Kapitals gelegen sein.”
Vor diesem Hintergrund begrüßt der BUND die künftigen Vorgaben zum Erhalt sogenannter Biotopbäume als Lebensraum für Fledermäuse und Käfer. Ebenso folgen die Einschränkung der Einschlagzeiträume zum Schutz von Wildkatze und Fledermaus den Grundlagen einer naturschutzgerechten Waldbewirtschaftung.
“Nachbesserungen sind jedoch beim Umfang des möglichen Holzeinschlages nötig”, kritisiert Hoffmann den Verordnungsentwurf der Thüringer Landesregierung. “Auch hier muss der Naturschutz in Zukunft eine größere Rolle spielen. Insbesondere auf Flächen der öffentlichen Hand sollte mit gutem Beispiel vorangegangen werden.” 
Eine große Chance der geplanten Schutzgebietserweiterung sieht der BUND auch hinsichtlich der Regionalentwicklung: “Über die Landesgrenzen hinweg wird die Hohe Schrecke als Modellprojekt für Waldwildnis und naturschutzgerechte Waldbewirtschaftung geschätzt”, so Hoffmann. “Dieses Alleinstellungsmerkmal gilt es jetzt auszubauen. Davon profitiert in Zukunft nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch der Tourismus in der Region.”
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Kommentar: Erst wenn der letzte Baum gerodet ist… BUND: Kampf gegen neue Autobahnen geht nach Abholzungen im Dannenröder Wald weiter

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND-Vorsitzender Olaf Bandt  (Simone Neumann)
“Wer in den vergangenen Wochen im Dannenröder Wald war und die Schneise der Verwüstung sehen musste, wird diese Bilder wohl noch lange im Kopf behalten. Eine Lücke klafft, wo vor wenigen Wochen noch alte, mächtige Bäume einen gesunden Mischwald bildeten. Es ist erschreckend, dass die Politik 40 Jahre alte Straßenplanungen in kürzester Zeit ohne Rücksicht auf Verluste und unter massiver Polizeipräsenz durchpeitscht, während sie sich in Sonntagsreden auf Klimaschutz und Verkehrswende beruft. In Zeiten der Klimakatastrophe Wälder für zusätzliche Straßen roden zu lassen, ist Verkehrspolitik von gestern. Die A49 ist ein Verkehrsprojekt von gestern. 
Doch die Auseinandersetzungen um den Dannenröder Wald waren erst der Beginn einer breiten Bewegung gegen neue Autobahnen. Wir werden weiter gegen den Bau der A49 kämpfen, genauso wie wir gegen die noch geplanten weiteren 850 Kilometer neuer Autobahnen in Deutschland kämpfen werden. Es muss Schluss sein mit immer neuen Straßen, die Wälder und andere naturnahe Landschaften zerschneiden und zerstören. Deshalb brauchen wir ein Moratorium für die Planung und den Bau neuer Autobahnen und Bundesstraßen. Es muss verhindert werden, dass weiter Fakten geschaffen werden, ohne dabei den dringlichen Handlungsbedarf für Klimaschutz und den Stopp des Artenstrebens ausreichend zu berücksichtigen. 
Bund und Länder müssen umdenken und ihre gesamte Infrastrukturplanung an den eigenen verpflichtenden Klima- und Naturschutzzielen ausrichten. Wer die Mobilität der Zukunft gestalten will, muss die begrenzten Steuermittel für einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr für alle einsetzen, damit auch Menschen im ländlichen Raum durch eine zuverlässige und erschwingliche Alternative aus ihrer Abhängigkeit vom eigenen Auto befreit werden.”
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