Modellstudie zeigt: Deutschlands Luchse brauchen mitteldeutsche Wälder zum Überleben

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin/Erfurt. Eine neue Modellstudie belegt es ganz klar: Für das dauerhafte Überleben der Luchse in Deutschland kommt dem Thüringer Wald eine Schlüsselrolle zu. Zum internationalen Tag des Luchses am 11. Juni verdeutlicht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit den Universitäten Göttingen und Freiburg mit einer neuen computergestützten Modellierung, wie wichtig die mitteldeutschen Waldgebiete für Europas größte Katze sind. Das Projekt “Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland” wurde vom Thüringer Umweltministerium finanziell gefördert.
Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: “Die Luchse in Deutschland haben es noch immer schwer, die Bestände erholen sich nur sehr langsam. Wir brauchen endlich eine effektive Vernetzung der vorhandenen Vorkommen. Nur dann hat der Luchs langfristig bei uns eine Chance.” Diese Vernetzung würde laut dem Modell besonders gut über den Thüringer Wald funktionieren. 
Obwohl die mitteldeutschen Wälder bestens als Lebensraum geeignet sind, gibt es hier noch keine stabilen Luchsvorkommen. Die drei Kernvorkommen im Bayerischen Wald, Harz und neuerdings auch Pfälzerwald sind voneinander isoliert. Nur einzelne Luchse streifen dazwischen umher. Das sind zu wenige, um für einen genetischen Austausch zwischen den Populationen zu sorgen.
Doch leider sind die Aussichten dafür momentan nicht gut. “Laut der Studie der Universität Freiburg ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Luchs den Thüringer Wald innerhalb der nächsten 25 Jahre natürlich wiederbesiedelt, äußerst gering. Ohne aktive Ansiedlung haben wir kaum eine Chance auf stabile Luchsvorkommen in Mitteldeutschland. Wir brauchen hier aber dringend Luchse, denn der Thüringer Wald ist der Dreh- und Angelpunkt für die Vernetzung der Luchse in Deutschland”, so Markus Port, Koordinator des Projektes. 
Der BUND wird nun deshalb im nächsten Schritt seine Aktivitäten zum Luchs in Mitteldeutschland stärken. In Thüringen startet ein Folgeprojekt, diesmal gemeinsam mit dem WWF und erneut gefördert vom Thüringer Umweltministerium. Unter enger Beteiligung verschiedener Interessensgruppen möchte das Projekt Perspektiven für den Luchs in Thüringen entwickeln und untersuchen, wie eine Ansiedelung von Luchsen gestaltet werden könnte. Auch in Sachsen startet mit “Luchsland Sachsen” ein neues BUND-Projekt zum Luchs, gefördert von der Sächsischen Landestiftung Natur und Umwelt. Der BUND Sachsen möchte sich hier vor allem auf die Vernetzung von Akteuren, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Akzeptanzförderung zum Luchs konzentrieren. Auch die langjährige Arbeit des BUND in Hessen und in Bayern zum Luchsschutz wird fokussiert fortgeführt.
Die Hauptbedrohung für die Luchse sind noch immer der Straßentod, die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehr und Siedlungen, Krankheiten und illegale Tötungen. Alle drei Luchsvorkommen in Deutschland im Bayerischen Wald, Harz und Pfälzerwald sind durch Wiederansiedlungsprojekte entstanden.
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Mehr Europäische Wildkatzen in Deutschland – BUND ruft zu besonderer Wachsamkeit im Straßenverkehr auf

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Die Europäische Wildkatze breitet sich in einigen Regionen Deutschlands weiter aus, wie eine aktuelle Untersuchung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) belegt. Besonders stark ist die Ausbreitung im Norden. Zugleich warnt der BUND vor den Gefahren, die für die nachtaktiven Tiere besonders in der dunklen Jahreszeit vom Straßenverkehr ausgehen.
“Uns sind erfreuliche neue Nachweise der Europäischen Wildkatze in mehreren Regionen im Norden, Osten und Süden Deutschlands gelungen. Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort: Die Wildkatze scheint sich langsam weiter auszubreiten”, sagt Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin. “Gleichzeitig rufen wir zu besonderer Wachsamkeit im Straßenverkehr auf. Denn in der dunklen Jahreszeit sind mehr Autofahrerinnen und Autofahrer unterwegs, wenn auch die nachtaktive Wildkatze durch ihr Revier streift. Außerdem sind viele Jungkatzen noch auf Wanderschaft – und der Straßentod ist nach wie vor die häufigste Todesursache der Europäischen Wildkatze.”
Im Norden der Lüneburger Heide, nur wenige Kilometer vor Hamburg, ist ein besonders erfreulicher Nachweis der Wildkatze gelungen, so Scholz: “So weit nördlich gab es bislang noch keine Hinweise auf die scheuen Tiere. Zusammen mit anderen Nachweisen in der Region sehen wir eine immer stärkere Ausbreitung der Wildkatze im Norden Deutschlands.”
Doch auch im Osten und Süden gibt es Grund zur Freude: Im südlichen Brandenburg leben mehr Wildkatzen als bislang angenommen. In Sachsen konnte die Wildkatze erstmals im Werdauer Wald bei Zwickau dokumentiert werden und in Bayern gelangen Nachweise östlich von Regensburg in Regionen, in denen die Wildkatze seit vielen Jahren nicht mehr zu finden war.
Die weitere Ausbreitung der Wildkatze bringt jedoch auch Risiken für die gefährdete Tierart mit sich. Scholz: “Gerade in Gebieten, in denen noch wenige Wildkatzen leben, ist jede überfahrene Katze ein harter Verlust, der den gesamten kleinen Bestand gefährden kann.” Der BUND ruft deshalb dazu auf, in diesen Monaten besonders auf Wildwarnschilder zu achten, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten und den Straßenrand im Auge zu behalten.
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Naturschutzverbände stellen “Agenda für Wildnis” vor – Aufruf an die Politik für gemeinsames Handeln zur Erreichung des Zwei-Prozent-Wildnisziels

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin/Frankfurt. Die Initiative “Wildnis in Deutschland” – ein Bündnis von 19 namhaften Naturschutzorganisationen – stellt heute ihre “Agenda für Wildnis” vor. Darin appelliert sie an verschiedene politische Ressorts, ihren Beitrag für mehr Wildnis in Deutschland zu leisten. Die Bundesregierung hat ihr selbst gestecktes Ziel, bis 2020 auf zwei Prozent der Landesfläche große Wildnisgebiete auszuweisen, deutlich verfehlt. Gerade einmal 0,6 Prozent sind bislang erreicht.
Die “Agenda für Wildnis” zeigt auf, wie wichtig Wildnisgebiete für die Erreichung vieler gesellschaftspolitischer Ziele sind. Wildnis bewahrt nicht nur unsere biologische Vielfalt, sondern mindert auch negative Effekte des Klimawandels, kann vor Hochwasser schützen und trägt über Tourismuseffekte positiv zur Regionalentwicklung bei. Deshalb fordert die Initiative “Wildnis in Deutschland” von Bund und Ländern, beim Thema Wildnisschutz ressortübergreifend zu handeln.
Olaf Bandt, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), erklärt: “Forderungen aus Deutschland zum Schutz von Tropenwäldern, Korallenriffen oder Savannen sind nur dann glaubwürdig, wenn wir auch hierzulande bereit sind, die letzten Reste unserer wilden Natur zu schützen und wieder Wildnisgebiete zuzulassen. Landschaften, in denen sich die Natur frei von menschlichen Eingriffen entwickeln kann, wie beispielsweise die Goitzsche-Wildnis bei Bitterfeld, ein erfolgreiches Projekt des BUND.”
Konkret regen die Naturschutzverbände an, künftig mit freiwerdenden Flächen im ländlichen Raum bestehende Wildnisgebiete zu erweitern oder miteinander zu vernetzen anstatt sie zu privatisieren. Außerdem sollte mindestens ein Prozent des Budgets für den Bundesfernstraßenbau in die (Wieder-)Vernetzung von Kernflächen des Naturschutzes, insbesondere von Wildnisgebieten investiert werden. Finanzielle Anreize wie Vergünstigungen bei der Grundsteuer, den Grundabgaben oder bei der Erbschaftssteuer sollen private Flächeneigentümer motivieren, geeignete Flächen ihres Grundbesitzes für die Wildnisentwicklung zur Verfügung zu stellen.
Ein erfreulicher erster Schritt der Bundesregierung ist aus Sicht der Initiative “Wildnis in Deutschland” der Wildnisfonds. Mit diesem neuen Förderprogramm unterstützt die Regierung den Kauf von Flächen, auf denen Wildnis entstehen darf.
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Hintergrund: “Wildnis in Deutschland” ist eine Initiative der “Strategiegruppe Naturschutzflächen” des Dachverbandes Deutscher Naturschutzring, der 19 Umweltstiftungen und Verbände angehören und die sich für mehr Wildnis in Deutschland einsetzt. Zahlreiche Expertinnen und Experten sowie das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz unterstützten die Initiative. Partner sind: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), BUNDstiftung, Deutsche Umwelthilfe, Deutsche Wildtier Stiftung, Euronatur, Greenpeace, Gregor Louisoder Umweltstiftung, Grüne Liga, Heinz Sielmann Stiftung, Michael Succow Stiftung, Naturschutzbund Deutschland (NABU), NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, Nationale Naturlandschaften, Naturstiftung David, Naturwald Akademie, Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Vogelschutz-Komitee und WWF Deutschland. Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt koordiniert die Aktivitäten. Wildnisgebiete im Sinne der “Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt” der Bundesregierung sind große, zusammenhängende Räume, in denen sich Natur frei von menschlichen Einwirkungen entwickeln darf. Der Mensch ist dort als Besucher willkommen, um die Faszination und Ruhe der abwechslungsreichen, wilden Landschaften zu erleben. Viele bedrohte Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen finden nur in Wildnisgebieten wichtige Lebens- und Rückzugsräume. Damit leisten diese Gebiete einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. 
Zu den zentralen Forderungen der “Agenda für Wildnis” (PDF)
Druckfähige Wildnisfotos
Kontakt: Nicola Uhde, BUND-Expertin für Wildnispolitik, nicola.uhde(at)bund.net, Mobil: 01 51 / 14 14 82 67 sowie BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net
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Rote Liste: Alarmstufe Rot für Gartenschläfer, Iltis und Igel – Jetzt mit Artenhilfsprogrammen retten

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Anlässlich der Veröffentlichung der neuen Roten Liste der bedrohten Säugetierarten in Deutschland ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zur Einführung bundesweiter Artenhilfsprogramme auf. “Die neue Rote Liste zeigt einerseits dramatische Rückgänge, aber auch, dass wir Erfolge haben, wenn wir konsequent Lebensräume erhalten und neue schaffen”, betont der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. “Es braucht daher insbesondere für bedrohte Arten und solche Arten, deren Populationen schrumpfen, bundesweite Aktions-Programme, mit denen Bund, Länder und Kommunen konkrete und messbare Hilfe leisten können. Immer neue Straßen, Gewerbe- und Wohngebiete oder intensiv bewirtschaftete Äcker entziehen unseren Mitgeschöpfen die Lebensgrundlage. Mit Artenhilfsprogrammen können wir neue Rettungsinseln in ganz Deutschland schaffen.”
Dies gilt aus Sicht des BUND auch für die Arten, für deren Erhaltung Deutschland internationale Verantwortung trägt, und jene Arten, die vom Klimawandel besonders betroffen sind. Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei Feldhamster, Iltis und den Fledermausarten Braunes und Graues Langohr. Aber selbst der heimische Igel sieht einer gefahrvollen Zukunft entgegen. Die zunehmende Verknappung seines Lebensraumes durch Bebauung und Ausräumung der Ackerflächen um großflächige, industrielle Landnutzung zu ermöglichen, führt dazu, dass er in Teilen seines Verbreitungsgebietes selten geworden ist. Stark befahrene Straßen und fehlende Nahrung in den Schottergärten der Städte verkleinern seine Populationen zusätzlich. 
Bandt: “Was die Roten Listen auch zeigen: Engagement lohnt sich. Die deutsche Wildkatzenpopulation steigt aufgrund der erfolgreichen Naturschutzmaßnahmen wie dem ‘Rettungsnetz Wildkatze’ des BUND endlich wieder.” Doch zahlreiche Wissenslücken gilt es noch zu schließen. So galt der Gartenschläfer bislang als “in unbekanntem Maße gefährdet”. Nun wird er als Ergebnis der Arbeiten des BUND und seiner Partner als “stark gefährdet” geführt. Auch dank des großen Einsatzes von “Citizen Scientists”, also ehrenamtlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, konnte festgestellt werden, wo der Gartenschläfer überhaupt noch lebt und wie groß seine Gefährdung aktuell ist. Jetzt kann ihm geholfen werden.
“Artenschutz ist nicht nur eine Frage der biologischen Vielfalt. Wir müssen heute durch aktive Unterstützung zukünftigen Generationen den Weg ebnen, die gleiche reichhaltige Natur zu erleben zu können wie wir heute. Der Schutz von Gartenschläfer, Iltis und Co ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit”, betont Bandt abschließend.
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Wildes Brandenburg: Mehr Wildkatzen im Nordosten Deutschlands

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Brandenburg wird wilder. Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind zusammen mit der Naturparkverwaltung Hoher Fläming südlich von Berlin und Potsdam fünf neue Nachweise der seltenen Europäischen Wildkatze gelungen. Erst 2019 gelang dem BUND der erste sichere Nachweis einer Wildkatze in ganz Brandenburg seit Jahrzehnten, damals noch als Totfund an einer Straße. Die neuen Nachweise zeigen nun: Die Wildkatze war nicht allein. Es gibt mehrere Tiere im Land, möglicherweise sogar eine eigene kleine Population. Ein weiterer neuer Nachweis nur wenige Kilometer weiter in Sachsen-Anhalt ist ein deutlicher Hinweis, dass die Brandenburger Wildkatzen sich wahrscheinlich von dort aus ausgebreitet haben.
Dazu Carsten Preuß, Landesvorsitzender des BUND Brandenburg: “Wir freuen uns sehr, dass in Brandenburg wieder Wildkatzen beheimatet sind. Neben Seeadlern, Wölfen und sogar einzelnen Elchen leben nun auch immer mehr Europäische Wildkatzen kaum eine Stunde entfernt von der Metropole Berlin in unseren Wäldern.” Wie viele Wildkatzen insgesamt im Bundesland leben, ist schwer zu sagen. “Wir gehen davon aus, dass die fünf genetischen Nachweise zu mindestens vier verschiedenen Tieren gehören. Wir werden im nächsten Winter weitersuchen, um die Bestände noch besser abschätzen können”, so Preuß weiter. “Dadurch wollen wir auch herausfinden, welche Lebensräume noch besser vernetzt werden sollten – beispielsweise durch grüne Waldkorridore und Grünbrücken über Straßen.”
Die neuen Nachweise wurden nur möglich durch die tatkräftige Unterstützung von 15 Ehrenamtlichen, die sich im vergangenen Winter über Wochen auf die Spur der Wildkatze begaben. Drei der fünf Brandenburger Nachweise gelangen Eric Hermann im Naturpark Hoher Fläming. “Dass ich hier im Naturpark gleich so viele Wildkatzennachweise erbringen konnte, ist eine echte Überraschung. Ich konnte Zeit in der Natur verbringen und gleichzeitig die Erforschung der Wildkatze in Deutschland ein Stück voranbringen. Das war eine tolle Erfahrung”, so Hermann. Die Ehrenamtlichen betreuten sogenannte Lockstöcke: raue Holzlatten, die im Wald aufgestellt und mit Baldrian besprüht werden. Der Duft zieht Wildkatzen an, die sich am Stock reiben und Haare hinterlassen. Diese können anschließend genetisch analysiert werden, der BUND arbeitet dazu mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zusammen.
Die neuen Nachweise werden nun im Detail untersucht, um die genaue Anzahl an Einzeltieren, deren Geschlecht und Verwandtschaftsverhältnisse zu erfahren. Der bevorzugte Lebensraum der Wildkatzen sind strukturreiche Laub- und Mischwälder, die in Brandenburg noch selten sind. Der dringend notwendige Waldumbau würde auch der Wildkatze neue Lebensräume bieten. Wildkatzen waren vor hundert Jahren in Deutschland bis auf kleine Restbestände fast ausgerottet. Deutschland hat international eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Europäischen Wildkatze. Seit einigen Jahrzehnten breiten sie sich wieder aus, in weiten Teilen Nord- und Nordostdeutschlands fehlen Wildkatzen bisher aber immer noch. Die neuen Nachweise in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und auch im nördlichen Niedersachsen stimmen jedoch optimistisch, dass die Wildkatze langsam den Weg zurück in ihre alten Lebensräume finden kann.
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zur Wildkatze
Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos
Kontakt: Carsten Preuß, Landesvorsitzender BUND Brandenburg, Mobil: 01 77/8 22 47 31, carsten.preuss(at)t-online.de; Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin, Mobil: 01 60/3 06 49 31, friederike.scholz(at)bund.net; Jenny Therese Kupfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturschutzgroßprojekte, jenny.kupfer(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel. (030) 2 75 86-425 / -531 / -497 / -464, presse(at)bund.net
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Zum Tag der Katze am 8. August: Achtung Verwechslungsgefahr! So unterscheiden sich Hauskatze und Wildkatze

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Kein Haustier lieben die Deutschen so wie ihre “Stubentiger”. Rund 14,8 Millionen Katzen wohnen in deutschen Haushalten. Was viele nicht wissen: Von ihren wilden Verwandten, den Europäischen Wildkatze, gibt es nur rund 6.000 bis 8.000 Tiere, so Schätzungen des BUND. “Besonders in den vergangenen Monaten erreichten uns jedoch viel häufiger als sonst Hinweise auf mögliche Wildkatzen”, so Friederike Scholz, Wildtierexpertin des BUND. “Das kann auch damit zusammenhängen, dass in der Corona-Zeit mehr Menschen die Zeit zum Spazierengehen und Wandern in ihren Regionen genutzt haben. Bei einigen Hinweisen gehen wir davon aus, dass es sich tatsächlich um echte Wildkatzen handelte.”
Während die Hauskatze von der Falbkatze abstammt und erst mit den Römern nach Europa kam, ist die Wildkatze eine echte Ureinwohnerin unserer Wälder. Doch trotz der unterschiedlichen Abstammung ist es selbst für Fachleute nicht immer leicht, die Wildkatze von einer graugetigerten Hauskatze zu unterscheiden. “Die wichtigsten Merkmale der Wildkatze sind ihr verwaschen gezeichnetes braun-graues Fell und der buschige Schwanz mit einer schwarzen Spitze und dunklen Ringen”, so Friederike Scholz. “Gerade die jungen Kätzchen sehen unseren Hauskatzen aber zum Verwechseln ähnlich.”
Die Wildkatze gehört in Deutschland zu den streng geschützten Arten. Der scheuen Jägerin macht besonders die Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und große Ackerflächen zu schaffen. Um ihr und vielen anderen Arten zu helfen, braucht Deutschland ein Netz verbundener Lebensräume sowie viel mehr Grünbrücken und andere Querungsmöglichkeiten über Straßen. Heimisch ist die Wildkatze vor allem in den Wäldern Mittel- und Süddeutschlands, aber der BUND konnte sie in den letzten Jahren auch schon südlich von Berlin und in der Lüneburger Heide nachweisen. Dass sich die Bestände der Wildkatze langsam wieder erholen, ist ein großer Erfolg, zu dem auch das Projekt “Rettungsnetz Wildkatze” des BUND beigetragen hat. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der Naturschutzverband bundesweit für den Schutz der Europäischen Wildkatze. 
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Sie glauben eine Wildkatze gesehen zu haben? Dann melden Sie sich bitte beim BUND!
Hintergrund: Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt “Rettungsnetz Wildkatze” für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen Naturschützer*innen die Entwicklung der Bestände und engagieren sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze. 26 Waldverbindungen (“Grüne Korridore”) wurden so bereits gepflanzt, damit die Wildkatze sich wieder ausbreiten kann. Gleichzeitig untersucht der BUND auch langfristig die Verbreitung der Wildkatze. Sichere Nachweise der Wildkatze bringen nur Haarproben, die genetisch untersucht werden können. Dazu setzt der BUND auf die störungsarme Methode des “Lockstocks”. Das sind Holzstäbe, die im Wald aufgestellt und mit Baldrian besprüht werden. Der Geruch zieht die Katzen an, die beim Reiben einige Haare hinterlassen, die anschließend eingesammelt und genetisch untersucht werden können. Mehrere tausend Wildkatzennachweise konnte der BUND mit Unterstützung von vielen Ehrenamtlichen so bereits zusammentragen.
Wildkatze oder Hauskatze?
Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos
Kontakt: Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin, friederike.scholz(at)bund.net bzw. Jenny Therese Kupfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturschutzgroßprojekte, jenny.kupfer(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel.: (030) 2 75 86-425/-531/-497/-464, presse(at)bund.net
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Jahresbericht 2019: Umwelt schützen, Natur bewahren – Starker Zuwachs beflügelt Arbeit des BUND

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Umwelt- und Naturschutz bewegt die Menschen – das zeigt sich erneut in den positiven Zahlen für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Zum wiederholten Male konnte der BUND einen starken Zuwachs an Unterstützerinnen und Unterstützern verzeichnen. Ende 2019 unterstützten mehr als 650.000 Menschen den Umwelt- und Naturschutzverband. Damit sind die Zahlen nach dem erfolgreichen Jahr 2018 nochmals um vier Prozent um 25.000 Menschen gestiegen.
Im Rahmen der heutigen Veröffentlichung des Jahresberichts 2019 erklärt der Ende des vergangenen Jahres gewählte BUND-Vorsitzende Olaf Bandt: “Die Umweltbewegung in und außerhalb des BUND ist so stark wie nie. Den Menschen liegen mehr Klimaschutz, eine intakte Umwelt und eine stabile wie vielfältige Natur am Herzen.” Die Erfolge des BUND sind ein Verdienst des Haupt- und Ehrenamts. Bandt weiter: “Sei es der Wissenschaftliche Beirat, die Arbeit der Arbeitskreise oder das Engagement vor Ort in Naturschutzprojekten. Wir leben vom erfolgreichen Miteinander – ohne unsere Basis wäre unsere Arbeit schlicht nicht vorstellbar. Mein Dank gilt allen, die sich für Umwelt- und Naturschutz einsetzen und uns unterstützen.”
Für den Einsatz an der Elbe erhielt der Verband im zurückliegenden Jahr zwei Auszeichnungen: als offizielles Projekt der “UN-Dekade-Biologische-Vielfalt” sowie für die Auentour-App den Umweltpreis des Landes Sachsen-Anhalt. Besonders waren im Jahr 2019 für den BUND ebenso die Jubiläen des 30-jährigen Bestehens des Grünen Bandes und der 15. Jahrestag des Rettungsnetzes für die Wildkatze. Bandt: “Auch Projekte wie die Rückdeichung an der Elbe gehören zu den Highlights in der Arbeit des BUND. Der Einsatz in der Fläche und gleichzeitig der Druck aufs politische Berlin, das ist für mich beides untrennbar miteinander verbunden und eine der größten Stärken des BUND.”
Die gesellschaftliche Debatte wurde 2019 durch zahlreiche Großdemonstrationen begleitet – die größten Klimaproteste der Geschichte, die Proteste anlässlich der Internationalen Automobilausstellung (IAA) oder die Agrar-Demo “Wir haben es satt”. “Sei es der Plastikatlas, unsere Insektenkampagne, die Forderung einer Verkehrs- und Agrarwende oder die Arbeit für intakte Auenlandschaften – wir setzen uns beharrlich für die kleinen und großen Ziele im Natur- und Umweltschutz ein, um den uns nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu bewahren”, so Bandt. Deshalb ist es auch Sicht des BUND-Vorsitzenden auch wichtig, dass die Landwirtschaftskommission konkrete Verabredungen für mehr Tierwohl und mehr Naturschutz trifft.
Mit Blick auf die bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft und auch den kommenden Bundestagswahlkampf 2021 fügt Bandt an: “Mit dem Rückenwind einer starken Unterstützerbasis werden wir auch weiterhin für mehr Nachhaltigkeit in der Politik kämpfen. Es ist zwingend notwendig, Politik und Industrie zu mehr Umwelt- und Klimaschutz zu bewegen und die Treiber der Klimakrise zu stellen. Die Zukunft ist sozial und ökologisch, das werden wir mit vielen zivilgesellschaftlichen Bündnissen, mit Gewerkschaften und anderen Partnern einfordern. Unser Protest bleibt laut und bunt.”
Nicht erst seit dem Klimakabinett der Bundesregierung streitet der BUND mit der Politik über ambitionierten Klimaschutz. Dürre, Trockenheit, niedrige Wasserstände einerseits und Starkregen andererseits zeigen: Klimakrise ist jetzt. “Mit dem Klimapäckchen, der falschen Kohlepolitik und dem Irrsinn der Inbetriebnahme von Datteln 4 tut diese Bundesregierung zu wenig, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Bundeskanzlerin Merkel und ihre Ministerriege agieren zu ängstlich und zögerlich und verspielen so wichtige Zeit, die wir im Kampf gegen die Klimakrise und das Artensterben brauchen”, mahnt Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND.
Mit Blick auf die Verkehrspolitik in Deutschland ergänzt von Broock: “Die IAA ist Geschichte, die Flottenpolitik der Konzerne veraltet und trotzdem hält Bundesminister Scheuer seine Hand schützend über diese Relikte vergangener Zeit. Der Verbrennungsmotor hat ausgedient. Alles, was jetzt getan wird, muss auf eine nachhaltige Verkehrs- und Flottenpolitik einzahlen. Nur so ist der Wirtschaftsstandort Deutschland fit für die Zukunft. Der BUND kämpft für eine Mobilitätswende, die sozial und vor allem ökologisch verträglich ist.”
2019 war für den BUND auch wirtschaftlich ein erfolgreiches Jahr. Primär durch Mitgliedsbeiträge und Spenden generierte der Verband für seine Arbeit Einnahmen in Höhe von 36,5 Millionen Euro, ein Plus von 4,3 Millionen Euro im Vergleich zu 2018. Transparenz und Glaubwürdigkeit im Umgang mit den Geldern ist für den BUND zentral. Von Broock abschließend: “Ohne Ökosponsoring, frei und unabhängig arbeiten wir tagtäglich für den Erhalt unserer Erde. Vom kleinen Projekt vor Ort bis hin zur Kritik der Politik der Bundesregierung leben wir von dieser finanziellen Unabhängigkeit, die uns keine Ketten anlegt.”
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BUND-Jahresbericht 2019
Auch die Zahlen der BUNDjugend stiegen weiter an. Mit dem Stichtag 31.12.2019 engagierten sich 83.255 junge Menschen bis 27 Jahre als Mitglied im Jugendverband, was einem Wachstum von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt (76.021 Mitglieder) entspricht.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verband, der auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene arbeitet. Er setzt sich ein für den Schutz unserer Natur und Umwelt – damit die Erde für alle, die auf ihr leben, bewohn­bar bleibt. Als einer der größten föderal strukturierten deutschen Umweltverbände hat er 16 Landesverbände und rund 2000 Kreis- und Ortsgruppen. Der BUND ist Mitglied des internationalen Netzwerks Friends of the Earth International (FoEI) und hat Partnerorganisationen in rund 70 Ländern.
Kontakt: BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel.: (030) 2 75 86-425/-531/-497/-464, presse(at)bund.net
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Wild! BUND und Moses-Verlag starten Kinderbuch-Reihe über bedrohte Wildtiere vor unserer Haustür

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin/Kempen. Was wir kennen, können wir schützen – die neue Buchreihe “Wild!” des Moses-Verlag in Kooperation mit dem BUND widmet sich heimischen Tieren, deren Lebensraum massiv bedroht wird. Kinder ab acht Jahren erleben beim Lesen, wie sie die Natur direkt vor ihrer Haustür schützen können. Das Besondere: Die Bücher kombinieren einen Sachteil, in den das Know-how der Wildtierexperten des BUND eingeflossen ist, mit einem erzählenden Teil aus der Lebenswelt der Tiere, einfühlsam und anschaulich geschrieben vom Autorenduo Annett Stütze und Britta Vorbach, liebevoll illustriert von Bente Schlick.
So begleiten die Kinder beim Lesen von “Wild! Die Wildkatze” eine Katzenmama mit ihren Jungen auf der gefährlichen Suche nach einem neuen Revier, nachdem sie von Waldarbeitern aus ihrer alten Heimat vertrieben wurden. In “Wild! Der Steinkauz” sind die Kinder hautnah dabei, wie der Steinkauzpapa einem Sperberangriff nur knapp entkommt und später einem Gewitter trotzt, um seine Partnerin und die Küken zu versorgen. Im sich anschließenden umfangreichen Sachteil erfahren die kleinen Leserinnen und Leser jeweils alles Wissenswerte über die Lebensweise, verwandte Arten, Nahrung und Fortpflanzung der Tiere sowie ihre wichtige Rolle in unserem Ökosystem und wie man sie schützen kann. 
“Eine tolle Buchreihe, die vielen Kinder Spaß machen wird und Naturschutz vor Ort erlebbar macht”, freut sich Friederike Scholz, Wildtierexpertin des BUND. “Bei den Büchern zur Wildkatze und zum Steinkauz konnten wir unser Fachwissen ebenso einfließen lassen wie unsere Begeisterung für diese außergewöhnlichen Tiere und den Natur- und Artenschutz allgemein.”
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Bericht zur Lage der Natur benennt Treiber der Naturzerstörung – Zukunftsfrage nachhaltige Landnutzung weiter ungelöst

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandBerlin. Anlässlich des heute vorgestellten Berichts zur Lage der Natur betont die Geschäftsführerin für Politik und Kommunikation beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Antje von Broock, die Wichtigkeit von Naturschutz in Zeiten der Klimakrise und des Artensterbens: “Die gute Botschaft des Berichts: Das europäische Netzwerk der Natura 2000-Gebiete funktioniert, wenn es solide finanziert und mit Personal unterstützt wird. Es ist ein Erfolg des Naturschutzes, dass es Arten wie Wildkatze, Kegelrobbe oder Steinbock sowie einigen Lebensräumen heute besser geht. Die schlechte Botschaft: Die Treiber des Artenverlustes wirken vielerorts unvermittelt weiter. Die Zahlen offenbaren, dass die Zukunftsfragen im Naturschutz in Deutschland vielfach immer noch unbeantwortet sind. Das ist nach 28 Jahren Natura 2000 ein Offenbarungseid im Naturschutz.” 
Die artenreichen Lebensräume in der Agrarlandschaft sind auf ein Rekordtief gesunken, sogar streng geschütztes Grünland in Schutzgebieten geht verloren und das Ende der Pestizidanwendung in Naturschutzgebieten ist in weite Ferne gerückt. Von Broock weiter: “Wir brauchen ein Umdenken bei der Intensivierung der Landwirtschaft mit ihrem Einsatz von Pestiziden und dem übermäßigen Ausbringen von Gülle. In Folge intensiver Viehhaltung zerstören gerade auch Nährstoffeinträge sensible Lebensräume wie Moore und belasten selbst Nord- und Ostsee in erheblichem Maße.”
Aus Sicht des BUND ist es dringend geboten, dass die Bundesländer ressortübergreifend ihre Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft der biologischen Vielfalt wahrnehmen. Vor diesem Hintergrund begrüßt der BUND ausdrücklich die Beschlüsse der Umweltministerkonferenz von Mitte Mai. “Naturschutz ist wirksam, wenn die Schutzmaßnahmen konsequent vor Ort durchgeführt werden und die Finanzmittel dafür ausreichen”, so die BUND-Geschäftsführerin. “Wir fordern die Ministerpräsidenten der Länder auf, ihre Umweltbehörden mit der Verantwortung für die biologische Vielfalt nicht allein zu lassen. Naturschutz und nachhaltige Nutzung sind ressortübergreifende Aufgaben. Die Agrarpolitik, Verkehrspolitik, Energiepolitik und Wirtschaftspolitik müssen ihre Arbeit an den ökologischen Grenzen des Planeten ausrichten und ihren Beitrag zum Erhalt der Natur in Deutschland effektiv leisten. Die Treiber des Artensterbens zu stoppen, ist da nur ein erster Schritt.” 
Der BUND ist mit seinen über 2.000 Ortsverbänden einer der großen Naturschutzverbände Deutschlands und kämpft auf allen Ebenen für die Erhaltung der Natur. Dazu erklärt die BUND-Geschäftsführerin abschließend: “Naturschutzarbeit ist Arbeit vor Ort. Für die Rettung unser Natur und zum Erhalt der Artenvielfalt braucht es aber klare und eindeutige Entscheidungen in Deutschland und Europa. Es braucht eine sozial-ökologische Wende, die endlich ernst macht mit dem Erhalt von Arten und Lebensräumen. Auch die aktuelle Pandemie darf nicht dazu führen, diese essentiellen Prioritäten zum Schutz der Natur herabzustufen.”
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Treiber des Artensterbens: Nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz verzeichnen artenreiche Wiesen und Weiden sowohl in der Fläche als auch in ihrer Artenvielfalt starke Rückgänge. Dieser Trend setzt sich seit dem ersten nationalen FFH-Bericht aus dem Jahr 2001 ungebrochen fort. Eine Hauptursache des Artensterbens und des Schwindens der Lebensräume ist laut Analysen des Weltbiodiversitätsrates IPBES (engl. Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services), dass weltweiter Handel und Konsum den Druck auf die Natur in den vergangenen Jahrzehnten vervielfacht haben. So machen die Autor*innen insbesondere die intensive Landwirtschaft, die Abholzung der Wälder, die Überfischung der Meere und den Ressourcenabbau für die Zerstörung der Natur verantwortlich. Derzeit begünstigen bestehende Anreize wie die europäischen Agrarsubventionen in erster Linie natur- und umweltschädigende Aktivitäten und Wirtschaftsmodelle. Der Bericht mahnt dringend Maßnahmen für einen transformativen Wandel unseres ökonomischen Systems zu ergreifen, um den drohenden ökologischen Kollaps zu verhindern. In Deutschland und Europa sind Landnutzungsänderungen und vor allem die Intensivierung der Landnutzung die unmittelbaren Hauptursachen für die Abnahme der Biodiversität und für den Verlust von Beiträgen der Natur für die Menschen. In Europa und Zentralasien hat die Abnahme traditioneller Landnutzungen den Umfang der naturnahen Lebensräume von hohem Erhaltungswert reduziert. Hierzu tragen beispielsweise fehlende finanzielle Unterstützung für extensive Nutzungsformen und eine grundsätzlich nicht auf nachhaltige Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung ausgerichtete Nutzung bei. Aber auch Infrastrukturmaßnahmen (z.B. Straßenbau), Stadtentwicklung (z.B. Bodenversiegelung), oder der Abbau von Bodenschätzen, die durch die Umwelt schädigende Subventionen gefördert werden oder die die Interessen und das Wissen der Bevölkerung vor Ort ignorieren, wirken sich oft negativ aus. Darüber hinaus hat auch der Klimawandel zunehmend negative Folgen auf die Biodiversität und die Beiträge der Natur. Mehr dazu…
zum Naturschutz 
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Pressekontakt: Magnus Wessel, Leiter Naturschutzpolitik des BUND, Mobil: 01 60 / 93 72 18 30, magnus.wessel(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel.: (030) 2 75 86-425/-531/-497/-464, presse(at)bund.net
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Mehr Wildkatzen? BUND untersucht aktuelle Verbreitung der seltenen Tierart

Source: Bund fur Umwelt und Naturschutz DeutschlandDer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beendet in diesen Tagen seine diesjährige Suche nach der Europäischen Wildkatze in Deutschland. Ein besonderer Fokus lag auf den Rändern der bisher bekannten Verbreitungsgebiete im Nordosten und Süden Deutschlands. “Wir hoffen, dass sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt und die Wildkatze sich weiter ausbreitet”, so Friederike Scholz, Wildtierexpertin des BUND. Der milde Winter dieses Jahres macht zusätzlich Hoffnung auf neue Wildkatzennachweise. “Da es kaum Schnee gab, ist es wahrscheinlicher, dass der Nachwuchs diesen Winter gut überstanden hat. Zudem gibt es auch deutlich mehr Mäuse, die Leibspeise der Europäischen Wildkatze.”
In den Untersuchungsgebieten – unter anderem im Norden Niedersachsens in der Lüneburger Heide, im südlichen Brandenburg, entlang der Elbe in Sachsen-Anhalt, in Südbayern sowie in Teilen Hessens und Nordrhein-Westfalens – setzte der BUND auf die “Frühlingsgefühle” der Wildkatzen. “Wir nutzen sogenannte Lockstöcke, die wir mit Baldrian besprühen”, erklärt Scholz. “Dieser Geruch ist den Sexuallockstoffen der Wildkatze sehr ähnlich, sodass er die Tiere magisch anzieht. Sie reiben sich am Holz und hinterlassen dabei einzelne Haare, die wir vorsichtig absammeln und anschließend genetisch untersuchen lassen können.” Partner des BUND für die Genanalysen ist die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.
Mehr als 500 Haarproben sind so in den vergangenen Wochen zusammengekommen. Möglich ist so eine aufwändige Untersuchung nur mit Hilfe von Ehrenamtlichen. “Über 300 Wildkatzenfreundinnen und -freunde haben uns in diesem Jahr wieder unterstützt und regelmäßig Lockstöcke kontrolliert”, freut sich Scholz. “Die Ergebnisse, wie viele Wildkatzen dabei waren und wo wir vielleicht neue Nachweise verzeichnen können, erwarten wir Ende des Jahres.”
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Hintergrund: Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt “Rettungsnetz Wildkatze” für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen Naturschützerinnen und Naturschützer die Entwicklung der Bestände und engagieren sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze. Da die Tiere auf Deckung angewiesen sind, brauchen sie “grüne Korridore” aus Büschen und Bäumen, um neue Lebensräume zu erobern. Gleichzeitig fordert der BUND die Politik auf, sich stärker für den Schutz der Biologischen Vielfalt in Deutschland einzusetzen. Dazu gehört auch der Bau von Grünbrücken oder Unterführungen an Unfallschwerpunkten und ein Verzicht auf weiteren Straßenbau. Die Europäische Wildkatze ist, anders als unsere Hauskatzen, eine echte Ureinwohnerin Europas. Sie lebt bevorzugt in naturnahen Wäldern und steht damit wie kaum ein anderes Tier für eine intakte, strukturreiche Waldlandschaft in Deutschland. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts fast ausgerottet, gibt es heute schätzungsweise 6.000 bis 8.000 Exemplare. 
zur Wildkatze 
Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos
Pressekontakt: Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin, Friederike.Scholz(at)bund.net bzw. Jenny Therese Kupfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Naturschutzgroßprojekte, Jenny.Kupfer(at)bund.net sowie BUND-Pressestelle (Sigrid Wolff / Daniel Jahn / Judith Freund / Heye Jensen), Tel.: (030) 2 75 86-425/-531/-497/-464, presse(at)bund.net
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